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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

Sehr atmosphärisch und clever konstruiert

Das Internat
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon "Das Wochenende" von Hannah Richell hat mich begeistert, deshalb war völlig klar, dass ich auch "Das Internat" lesen musste. Das Setting allein hat mich sofort ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Schon "Das Wochenende" von Hannah Richell hat mich begeistert, deshalb war völlig klar, dass ich auch "Das Internat" lesen musste. Das Setting allein hat mich sofort geködert. Genau die Art Atmosphäre, die ich liebe und die so viel Potenzial für Spannung birgt. Meine Neugier war groß, aber würde mich die Autorin erneut so fesseln können?

🔎 Worum geht’s?

Nach einer ausgelassenen Halloween-Nacht wird im Wald nahe des Internats eine Schülerin tot aufgefunden. Inszeniert, mit Maske und rätselhaften Worten auf der Haut. Detective Ben Chase übernimmt den Fall und merkt schnell, dass er gefährlich nahe an sein eigenes Leben rückt. Seine Tochter besucht die Schule, seine Ex-Frau arbeitet dort als Schulpsychologin. Während er versucht, die Wahrheit hinter der Nacht im Wald aufzudecken, wachsen Druck, Misstrauen und Bedrohung und auch der Kreis der Verdächtigen wird eher größer als kleiner.

🧠 Meine Meinung:

Ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Hannah Richells Schreibstil ist atmosphärisch dicht, manchmal detailverliebt, manchmal so subtil, dass ich mich fragte, ob nicht doch ein wichtiges Detail zwischen den Zeilen steckt. Genau dadurch wurde ich immer weiter in die Geschichte hineingezogen.
Die Autorin hat es geschafft, mich komplett im Dunkeln tappen zu lassen. Ich hatte unzählige Theorien, wechselte meine Verdächtigen im gefühlt jeden Kapitel und kehrte dennoch immer wieder zu meinem ersten Bauchgefühl zurück, nur um erneut ausgetrickst zu werden. Dieses permanente Schwanken zwischen „Ich hab’s!“ und „Oder doch nicht?“ war großartig und hat meinen Lesespaß enorm gesteigert.
Besonders beeindruckt hat mich, wie klug die Fäden am Ende zusammenlaufen. Trotz aller Wendungen bleibt die Story nachvollziehbar und schlüssig. Der Showdown ist spannend, temporeich und kaum hat man Luft geholt, kommt schon der nächste Schlag.
Für mich ist das Buch noch stärker als "Das Wochenende". Atmosphärisch dichter, spannender, raffinierter. Ich liebe es, wenn ein Thriller mich so sehr an meinen eigenen Instinkten zweifeln lässt  und genau das ist hier passiert.

✅️ Fazit:

Ein clever konstruierter, unglaublich atmosphärischer Thriller, der mich permanent auf die falsche Fährte gelockt und dennoch vollkommen überzeugt hat. Spannend, düster, packend und für mich ein echtes Highlight der Autorin.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Magisch und warmherzig

Das Geheimnis von Asfjördur
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

In der hektischen Adventszeit sind Bücher zum täglichen Wegschmökern die perfekte Entschleunigung, quasi literarischer Glühwein ohne Kater. Nachdem mich die Autorin ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

In der hektischen Adventszeit sind Bücher zum täglichen Wegschmökern die perfekte Entschleunigung, quasi literarischer Glühwein ohne Kater. Nachdem mich die Autorin schon im letzten Jahr mit Roadtrip Richtung Weihnachtswunder überzeugt hatte, war klar, auch ihr neues Adventskalenderbuch bekommt eine Chance. Und als ich sah, dass die Reise diesmal nach Island führt, war es endgültig um mich geschehen. Polarlichter, Schnee und Herzklopfen, wer kann da schon widerstehen?

🔎 Worum geht’s?

Hannah reist nach Island, um das unerwartete Erbe ihres Großvaters zu regeln. Ihr Plan ist simpel, alles schnell verkaufen und vor Weihnachten wieder heim. Doch Asfjördur hat andere Pläne. Das Erbe selbst ist geheimnisvoller als gedacht und Tristans Charme sorgt schließlich dafür, dass Hannahs Herz mit der isländischen Winterluft um die Wette knistert. Als jedoch plötzlich nicht alles so klar ist, wie es scheint, muss sie herausfinden, ob ihre Gefühle echten Boden oder nur Schneegestöber unter den Füßen haben.

🧠 Meine Meinung:

Die Geschichte hat mich sofort eingesogen, nicht nur in die Handlung, sondern mitten hinein in dieses kleine isländische Winterwunder. Hannah war mir von Anfang an sympathisch mit ihrer Mischung aus Bodenständigkeit und leiser Neugier, und Tristan …nun ja, sagen wir, er macht das Kopfkino definitiv nicht arbeitslos.
Die Kulisse ist traumhaft. Schnee, Nordlichter und ein Hauch Magie, der zwischen den Seiten knistert. Besonders mochte ich, dass die Autorin auf unnötiges Drama verzichtet und trotzdem Spannung und Herzschlagmomente liefert. Alles wirkt harmonisch, warm, echt, eben ein Buch wie eine heiße Schokolade mit Sahne und ordentlich Marshmallows.
Ein Highlight sind die zusätzlichen Rezepte und kleinen Einblicke zwischen den Kapiteln. Sie geben dem Lesen das gewisse Advents-Extra, das sogar im echten Leben ein bisschen Weihnachtszauber freischaltet. Insgesamt hat mich dieses Buch mit seiner Mischung aus Natur, Liebe und Lichtspiel am Himmel noch mehr berührt als das vom letzten Jahr. Deswegen würde ich immer wieder zu dieser Art von Bücher greifen.

✅️ Fazit:

Magisch, romantisch und mit genau der richtigen Prise Winterwunder. Das Geheimnis von Asfjördur ist ein stimmungsvolles Adventsbuch zum Abschalten, Schmökern und Verlieben. Perfekt für alle, die sich nach einer warmen Geschichte im kalten Dezember sehnen und 24 Tage lang dem Vorweihnachtsstress entfliehen wollen.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Highlight und Lieblingsbuch

Frank & Red
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Manchmal sind die besten Lesetipps die, die dich einfach mitten im Alltag erwischen, so wie hier: Ich saß gemütlich im Café mit einer Buchfreundin, als plötzlich eine ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Manchmal sind die besten Lesetipps die, die dich einfach mitten im Alltag erwischen, so wie hier: Ich saß gemütlich im Café mit einer Buchfreundin, als plötzlich eine WhatsApp meiner Freundin reinkam: „Schau dir das an, das ist was für dich!“ Kaum hatte ich das Cover gesehen und den Klappentext überflogen, war klar: Das MUSS ich lesen! Natürlich habe ich sofort meine Lese-Partnerin mit meiner Begeisterung angesteckt und schwupps, war der Buddyread geboren.

🔎 Worum geht’s?

Frank ist ein grummeliger älterer Herr, der nach dem Tod seiner Frau Marcie jegliche Lebensfreude verloren hat. Sein einziger Gesprächspartner ist, ja richtig, der Geist seiner verstorbenen Gattin. Doch dann taucht der kleine Red, ein sechsjähriger Wirbelwind mit großem Herz und endlosem Redefluss, über Franks Gartenzaun auf. Anfangs nervt das Kind den alten Eigenbrötler gewaltig, aber nach und nach entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Freundschaft, die alles verändert und vielleicht sogar ein bisschen Heilung bringt.

🧠 Meine Meinung:

Ich liebe Geschichten, die mich emotional komplett aus der Bahn werfen und Frank & Red hat das mit Ansage geschafft. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten drin, zwischen Lachen, Weinen und tiefem Mitfühlen. Es fühlte sich fast ein bisschen an wie eine moderne Heidi-Variante, das unschuldige Kind, das den mürrischen alten Mann auftaut und das Ganze ohne Kitsch, dafür mit ganz viel Herz.

Besonders gelungen fand ich die feine Balance zwischen Humor und Tragik. Franks Dialoge mit seiner verstorbenen Frau Marcie, die als liebevoller Spiegel seiner Fehler fungiert, haben mich gleichermaßen gerührt und amüsiert. Normalerweise bin ich bei übersinnlichen Elementen eher skeptisch, aber hier hat es einfach gepasst, weil es ja nicht ein Geist im Sinne von menschlichem Spuk war, sondern eher wie ein moralischer Kompass wirkte und man damit den Schmerz und die Einsamkeit des alten Mannes besser verstanden hat.

Und ja, es gab einen kleinen Erzählstrang, der am Ende weniger Bedeutung hatte, als ich zunächst dachte, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau. Ich hätte einfach nur gerne noch ein paar Seiten mehr gehabt, um mich emotional weiter von dieser Geschichte tragen zu lassen, und dafür dann lieber auf den anderen Erzählstrang verzichtet.

Kurz gesagt: Ich habe gelacht, geweint, geflucht, gehofft  und am Ende mein Herz verloren. 

✅️ Fazit:

Frank & Red ist eine dieser Geschichten, die man nicht einfach liest, sondern erlebt. Warmherzig, humorvoll, berührend und voll kleiner Wahrheiten über das Leben, den Verlust und die Macht der Freundschaft. Für mich

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Lieblingscampingplatz

Entführung im Himmelreich
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Nachdem ich im letzten Jahr „Mord im Himmelreich“ verschlungen hatte, war für mich sofort klar, ich muss wissen, wie es weitergeht! Kupernikus und Co. habe ich schon ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Nachdem ich im letzten Jahr „Mord im Himmelreich“ verschlungen hatte, war für mich sofort klar, ich muss wissen, wie es weitergeht! Kupernikus und Co. habe ich schon im ersten Teil ins Herz geschlossen,  also konnte ich unmöglich verpassen, was sie diesmal auf dem Campingplatz „Himmelreich“ erleben. Außerdem liebe ich das Setting. Ein realer Campingplatz in Brandenburg, mit realen Details, plus Pinguin dem Hund. Das hat einfach Charme!

🔎 Worum geht’s?

Im Himmelreich herrscht Aufregung: Der Bäcker ist verschwunden und ohne Brötchen keine gute Laune! Als Björn Kupernikus, Ex-Schauspieler und Hobby-Ermittler, gemeinsam mit seiner gewitzten Partnerin in Crime Annabelle den Lieferwagen des Vermissten am Seeufer findet, glaubt die Polizei schnell an Selbstmord. Doch Kupernikus’ Bauchgefühl sagt, da steckt mehr dahinter! Ein Einbruch auf einem Hausboot, eine verletzte Besitzerin und jede Menge schräge Gestalten sorgen dafür, dass der Campingplatz bald wieder zum Tatort wird, auf typisch charmant-chaotische Himmelreich-Art.

🧠 Meine Meinung:

Ich liebe es einfach, wie authentisch und zugleich herrlich skurril die Welt des Himmelreichs beschrieben wird. Obwohl es sich um Fiktion handelt, fühlt sich der Platz mit all seinen Bewohnern echt an.  Vielleicht auch, weil ich durch die Doku-Serie „Der Campingclan“ schon einen kleinen Bezug zum Himmelreich habe. Besonders schön finde ich die Anspielungen auf reale Personen, wie Roger-Boss oder dem Synchronsprecher Charles Rettinghaus. (Er vertont in real Life die Hörbücher von Andreas Winkelmann) Das ist clever und sorgt für ein augenzwinkerndes Wiedererkennen.
Kupernikus und Annabelle sind ein unschlagbares Duo (Grüße gehen raus an Holmes und Watson). Er mit seiner Leidenschaft für Ermittlungen (endlich darf er seinen inneren Kommissar ausleben!), sie mit ihrer charmanten Besserwisserei. Ihre Wortgefechte sind köstlich und bringen mich regelmäßig zum Schmunzeln. Vor allem die zwischen Kupernikus und dem echten Kommissar Edgar Fass. Auch Nebenfiguren wie Thiago, der mit seiner Jugendsprache frischen Wind reinbringt, machen das Ganze wunderbar lebendig.
Der Kriminalfall selbst ist vielleicht kein atemloser Thriller, aber das muss er auch gar nicht sein. Es ist ein Cosy-Krimi, und genau das will ich hier auch haben: Wohlfühlen, Schmunzeln, Miträtseln. Dass sich die Geschichte im herbstlichen Setting rund um Halloween entfaltet, verleiht ihr zusätzlich eine schöne, leicht geheimnisvolle Stimmung.
Ich war bis zum Schluss gespannt, was wirklich mit dem verschwundenen Bäcker passiert ist und am Ende einfach zufrieden. Das Buch ist wie ein Wiedersehen mit guten Freunden auf dem Lieblingscampingplatz.

✅️ Fazit:

Ein charmant-verwickelter Cosy-Krimi voller Witz, Herz und Campingplatzflair.
„Entführung im Himmelreich“ macht einfach gute Laune, sorgt für Spannung ohne Blutvergießen und lässt mich schon jetzt hoffen, dass es vielleicht bald heißt: Willkommen zurück im Himmelreich!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Herzensbuch

Marianengraben
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❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als Marianengraben damals erschien und überall in Buchforen sowie auf Instagram liebevoll in die Kamera gehalten wurde, war ich ehrlich gesagt wenig neugierig. Ich ...

❓️Warum wollte ich das Buch lesen?

Als Marianengraben damals erschien und überall in Buchforen sowie auf Instagram liebevoll in die Kamera gehalten wurde, war ich ehrlich gesagt wenig neugierig. Ich weiß gar nicht warum, denn eigentlich schreit es förmlich meinen Namen. Erst viel später, als ich zufällig wieder eine begeisterte Rezension gelesen habe, kam das Buch auf meine Wunschliste. Und siehe da, zu meinem Geburtstag lag es da plötzlich zwischen Torte und Luftballons. –Manchmal weiß das Universum einfach oder besser gesagt eine Freundin @ , was man gerade braucht.

🔎 Worum geht’s?

Paula verliert bei einem tragischen Unfall ihren kleinen Bruder Tim, den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Sie fällt in eine tiefe Depression und zieht sich völlig zurück. Erst als sie den eigenwilligen Rentner Helmut kennenlernt, kommt wieder Bewegung in ihr Leben. Gemeinsam machen sich die beiden auf einen Roadtrip voller schräger Begegnungen, Witz, Schmerz und ja, einer Prise Hoffnung.

🧠 Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich erwischt, mit voller Wucht, aber auf die gute Art. Es ist traurig, logisch, doch der Humor blitzt immer wieder zwischen den Seiten hervor wie Sonnenlicht durch Wolken. Paula und Helmut sind zwei Figuren, die man einfach liebhaben muss. Sie stolpern gemeinsam durchs Leben, verletzlich, ehrlich, manchmal wunderbar schräg und genau das macht sie so menschlich.
Ich fand besonders beeindruckend, wie Jasmin Schreiber die Metapher des Marianengrabens nutzt: Je tiefer die Geschichte beginnt, desto mehr nähert sie sich, Kapitel für Kapitel, der Oberfläche. So wird Paulas Heilungsprozess wunderbar greifbar. Das ist klug, berührend und literarisch einfach schön umgesetzt.
Zwischendurch hatte ich tatsächlich Angst, dass mir das Herz bricht und das nicht wegen Paula, sondern wegen Helmut. Ein unfassbar toller Typ. So gewaltig, stark und einfühlsam ist diese Geschichte.

✅️ Fazit:

Marianengraben ist traurig, tröstlich und stellenweise sogar zum Lachen, eine perfekte Mischung aus Tiefgang und Leichtigkeit. Es zeigt, dass Schmerz und Hoffnung oft Hand in Hand gehen. Ich bin wirklich froh, dass dieses Buch, wenn auch mit Umwegen, doch noch zu mir gefunden hat.
Absolute Leseempfehlung!

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