Ein atemberaubender Roman über Krieg und Liebe, Macht und Verrat
1756: Friedrich II. von Preußen steht im Zenit seiner Macht – bis es seiner Erzfeindin Maria Theresia gelingt, das junge Königreich Preußen nahezu vollständig zu isolieren. Der König geht zum Angriff über. Sein Feldzug, der als Siebenjähriger Krieg in die Geschichte eingehen wird, verlangt auch seiner Familie alles ab: Während sein Bruder und Thronfolger Wilhelm unter dem Druck zerbricht, erweist sich der bisher als leichtfüßig verrufene Heinrich als brillanter Stratege, gleichzeitig Friedrichs schärfster Kritiker und wichtigste Stütze, und seine Schwester Amalie schickt sich an, auf unerhörte Weise eigene Wege zu gehen. Im Inferno von Krieg und Familiendrama steht ausgerechnet der rechtelose schwarze Pagen Hannibal an ihrer Seite, der gleichzeitig voller Mut für eine eigene bessere Zukunft kämpft …
Tanja Kinkel, die zu den wichtigsten Autorinnen der Gegenwart gehört, hat ein umfangreichen und ambitionierten Roman über den siebenjährigen Krieg Mitte des 18.jahrhunderts vorgelegt.
Friedrich der Große ...
Tanja Kinkel, die zu den wichtigsten Autorinnen der Gegenwart gehört, hat ein umfangreichen und ambitionierten Roman über den siebenjährigen Krieg Mitte des 18.jahrhunderts vorgelegt.
Friedrich der Große und sein Bruder Heinrich stehen im Mittelpunkt. Es wird ihr ambivalentes Verhältnis zueinander gezeigt.
Es ist das erste Mal, daß ich es bei einem Tanja Kinkel Roman schwer mit den Figuren hatte. Vielleicht, weil es Königliche sind. Es bleibt eine Distanz und ich las den Roman weitgehend mit Gleichmut. Und dafür war er eigentlich zu lang. Davon abgesehen gab es durchaus erzählerisch brillant gemachte Passagen.
An den europäischen Fürstenhöfen im 18. Jahrhundert herrschen Intrigen, Machtspiele, Verrat. Mittendrin: der deutsche König Friedrich der Zweite und seine Geschwister, allesamt Kinder des Soldatenkönigs ...
An den europäischen Fürstenhöfen im 18. Jahrhundert herrschen Intrigen, Machtspiele, Verrat. Mittendrin: der deutsche König Friedrich der Zweite und seine Geschwister, allesamt Kinder des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I.
Das Buch ist schön gemacht mit Farbschnitt und Lesebändchen, ist aber mit über 800 Seiten auch ein dicker Wälzer. Das Cover lässt vermuten, dass es um das Leben der Höflinge in den preussischen Schlössen geht, was so nicht stimmt. Es gibt eine Liste der Hauptpersonen. Eine Karte wäre hilfreich gewesen. Die auftretenden Personen sind historisch verbürgt, die Briefe echt.
Die ersten Szenen werfen ein emotionales Schlaglicht auf die grausame Erziehung der Kinder des Soldatenkönigs. Diese „dysfunktionale Familie“ steht im Zentrum der Geschichte, im Wesentlichen der älteste Sohn, Friedrich der Zweite, König von Preußen, und seine Brüder Wilhelm und Heinrich. Darüber hinaus werden weitere Hauptpersonen und Einzelschicksale geschildert. Das macht es schwierig, den Überblick zu behalten und dranzubleiben. Jede einzelne Persönlichkeit ist zwar glaubhaft und teilweise sehr emotional dargestellt, aber es sind einfach zu viele. Der „Mohr“ Hannibal, der eine Außenseiterrolle einnimmt, macht das Ganze ein wenig fassbarer.
Die politischen Beziehungen und all die Strategien und Schlachten im Einzelnen zu verfolgen und zu verstehen, ist mir leider nicht immer gelungen. Das ständige Töten und Zählen von Toten – tausende, ja zehntausende Menschen, jedes Mal - wirkt nicht nur grausam, sondern auch ermüdend. Die Autorin hat sehr umfassend und detailreich recherchiert, aber es hätte schärfer fokussiert, ein klarer Schwerpunkt gesetzt werden müssen.
Für mich war es in erster Linie anstrengend. Für die, die sich mit dieser Zeit in der deutschen Geschichte gut auskennen, ist es eine interessante Interpretation.
Dies ist mein erstes Buch von der Bestsellerautorin Tanja Kinkel und ich freute mich, dass ich dieses Buch bei lovelybooks gewonnen hatte. Als ich die Buchsendung öffnete und das Buch betrachtete, war ...
Dies ist mein erstes Buch von der Bestsellerautorin Tanja Kinkel und ich freute mich, dass ich dieses Buch bei lovelybooks gewonnen hatte. Als ich die Buchsendung öffnete und das Buch betrachtete, war ich sofort sehr positiv überrascht. Das Buchcover mit dem reliefartigen Aufdruck und dass alle drei Buchseiten passend zum Buchcover mit der „vergilbten“ Farbe, hat mich gleich begeistert, da es sehr „historisch“ aussah.
Ganz am Anfang des Buches gibt es eine Kurzbeschreibung der königlichen Familie sowie ein ausführliches Personenregister der wichtigsten Personen. Dieses Goodie sowie das Nachwort der Autorin fand ich sehr hilfreich und für mich war es auch notwendig.
Mir hat der Prolog mit den drei Tagen im August noch sehr gut gefallen. Es war eine interessante Zeitraffung mit historisch wichtigen Szenen. Der „Kampf“ mit dem Roman begann jedoch direkt danach, als es um den Vorkrieg zum 7jährigen Krieg ging, umfasste das Kapitel „Berlin, Januar 1756“ mehr als 50 Seiten und die einzelnen Szenen waren nur durch eine (unscheinbare) Leerzeile getrennt. Hätte man dieses „Monsterkapitel“ in mehrere Unter-Kapiteln mit beschreibenden Überschriften aufgeteilt, wäre mir das Lesen viel leichter gefallen und ich hätte das ein oder andere Unterkapitel dann auch noch gelesen. Für mich zog sich der Roman wie ein Kaugummi. Sobald die Kapiteln deutlich kürzer waren, hatte ich dann auch mehr Seiten am Stück gelesen, mit erhöhtem Lesespaß.
Der Schreibstil war für mich nicht immer durchgehend flüssig zu lesen, die historischen Hauptprotagonisten wirkten jedoch immer glaubhaft dargestellt. Ich fand die Informationen, die ich in diesem Buch über Friedrich II, seinen Bruder Heinrich, über Maria Theresia sowie über den Siebenjährigen Krieg erhalten habe, immer sehr interessant. Ich empfehle daher dem Verlag um eine strukturelle Überarbeitung dieses Romans.
Fazit:
Ich habe für die strukturelle Darstellung und vereinzelte Durchhänger jeweils einen Punkt abgezogen und vergebe daher noch 3 von 5 Sternen und eine bedingte Kaufempfehlung für alle Fans von historischen Romanen, die gerne auch mal mehr als 800 Seiten lesen.
Eine interessante Reise ins 18. Jahrhundert.
Friedrich II. hatte eine grausame Kindheit als Thronfolger. So wurde auch Friedrich zu einem kühlen König, der seine Macht gegenüber seinen Geschwistern gerne ...
Eine interessante Reise ins 18. Jahrhundert.
Friedrich II. hatte eine grausame Kindheit als Thronfolger. So wurde auch Friedrich zu einem kühlen König, der seine Macht gegenüber seinen Geschwistern gerne demonstrierte. Als König wollte er Preußen zu Ruhm führen. Seine größte Feindin dabei ist Maria Theresia, der es gelungen ist, Friedrich zum Angriff zu verleiten und einen jahrelangen Krieg auszulösen ...
Der Schreibstil hat die damalige Zeit sehr gut eingefangen und auch das Cover spiegelt die Geschichte sehr gut wider.
Die Geschichte ist aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. So bekommt man einen interessanten Einblick in die Leben von Friedrich II., seinen Geschwistern Heinrich, Wilhelm und Amalie und dem Pagen Hannibal. Das emotional eher kühle Leben wird gut spürbar und wird vor allem durch Machtspielchen und Intrigen innerhalb der Familie gut deutlich.
Die Geschichte ist voller politischer Intrigen und familiären Konflikten. Es geht in der Geschichte viel um den Krieg und die verschiedenen Schlachten, aber auch um die Konflikte innerhalb der Familie, die interessant sind. Einerseits spielen die Geschwister sich gegenseitig immer wieder aus, doch sie bilden auch immer wieder eine Einheit. Besonders Heinrich und Friedrich, kritisieren sich oft gegenseitig, sind sich aber doch ähnlicher als gedacht. Bei den vielen Schlachten und Schauplätzen habe ich manchmal ein wenig den Überblick verloren. Das Namensregister am Anfang ist sehr hilfreich. Dennoch habe ich ab und zu durch die ähnlichen Namen ein wenig die Personen durcheinandergebracht.
Man merkt wie aufwendig und detailliert recherchiert wurde. Das ist wirklich eine tolle Arbeit.
Man kann durch die Geschichte einiges über die damalige Zeit lernen. Mich konnte die Geschichte manchmal nicht ganz abholen, auch wenn die familiären Konflikte immer wieder interessant waren. An manchen Stellen haben mir ein wenig die Emotionen und die Spannung gefehlt.
Eine detailliert und aufwendig recherchierte Geschichte, die für Historikfans sehr spannend ist.
In „Sieben Jahre“, dem neuen Roman von Tanja Kinkel, wird die Zeit des Siebenjährigen Krieges geschildert, von dem die meisten von uns vermutlich kaum oder gar nicht gehört haben – bisher.
Im Zentrum ...
In „Sieben Jahre“, dem neuen Roman von Tanja Kinkel, wird die Zeit des Siebenjährigen Krieges geschildert, von dem die meisten von uns vermutlich kaum oder gar nicht gehört haben – bisher.
Im Zentrum steht die preußische Königsfamilie, ihre zwischenmenschlichen Beziehungen sowie die Schlachten mit den feindlichen Allianzen.
Bewusst legt die Autorin einen Schwerpunkt auf Heinrich, einen jüngeren Bruder Friedrichs des Großen, der bisher aus historischer Sicht sehr im Schatten des Älteren stand und wenig Beachtung fand, in vielerlei Weise jedoch sowohl Spiegelbild als auch Antipol des berühmten Herrschers darstellt.
Damit ist eigentlich die Haupthandlung des Buches umfassend beschrieben. Es werden Schlachten und Gefechte chronologisch aneinander gereiht (jedoch kaum im Einzelnen im Verlauf beschrieben, immer nur im Vor- bzw. Nachhinein und zusammenfassend Ergebnisse und Bedeutung), es werden Allianzen geschlossen, tausende Menschen sterben, völlig umsonst. Ein sehr sinnloser Krieg und Symbol für den krankhaften Größenwahn vieler Herrscher durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch.
Dies alles bildet mehr oder weniger den Hintergrund zu der komplexen konflikthaften Beziehung der beiden Brüder Friedrich und Heinrich, die in einem dysfunktionalen Elternhaus herangewachsen sind und ihrer beider Rollen ausfüllen müssen. Die Machtspiele zwischen den beiden stehen dabei im strategischen Taktieren ihrer politischen und militärischen Vorgehensweise in nichts nach.
Leider blieben für mich die beiden so zentralen Charaktere schwer greifbar und wurden nicht „lebendig“. Man erhält wenig Einblick auf die Gefühlsebene, eher nur auf die Gedanken- und Vernunftebene, bleibt aber als Leser meist doch sehr „ausgesperrt“. Viele Nebencharaktere bleiben sehr flach und blass. Wenige Figuren leuchten tatsächlich heraus, wie Lehnsdorff, Amalie und Hannibal, jedoch sind ihre Anteile an der Geschichte relativ gering.
Das Politische und Militärische, was bei der Schwerpunktsetzung zur Herausarbeitung der Beziehung zwischen Friedrich und Heinrich mehr als Szenenbild dienen sollte, rückt vom Umfang zu sehr in den Vordergrund und macht den Verlauf teilweise recht zäh und langatmig. Spannung kommt wenig auf, allein geschichtliches Interesse ist hier der vorantreibende Motivator, den Roman fertig zu lesen, der zeitweise mehr an ein Geschichtsbuch erinnert.
Was mich auch gestört und erstaunt hat, waren die doch nicht wenigen Tippfehler und auch grammatikalischen Fehler, über die ich immer wieder gestolpert bin. Das sollte bei einem so aufwendig herausgebrachten und teuren Buch eigentlich nicht der Fall sein.
Jedoch möchte ich nicht in Abrede stellen, wie viel minutiöse Recherchearbeit der geschichtlichen Hintergründe in diesem Werk steckt. Sicherlich ist es interessant, gerade für diejenigen, die schon einen gewissen Bezug zu der Zeit oder den Figuren haben. Ich weiß auch nicht, ob man diesen Stoff großartig spannender hätte darstellen können; eventuell etwas geraffter.
An sich ist das Buch stilistisch auch gut und flüssig verfasst, es wird sehr auf die damalige Sprache und Sprechweise eingegangen, was die Authentizität unterstreicht. Das gefällt mir richtig gut.
Alles in allem ein interessanter historischer Roman, der ein komplexes Thema zugänglich aufbereitet, jedoch aus meiner Sicht einige Schwächen mit sich bringt.
Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde erhalten; dies hat keine Auswirkung auf meine Bewertung.