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Karolina_Hruskova

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Anfangs enttäuschend, zum Schluss der Lieblingsband der Reihe

The Monet Family – Be Strong, My Pearl
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Der Cliffhanger des vorherigen Bandes hatte mich echt gepackt und dann war es doch ziemlich enttäuschend, wie Band 5 damit weiterging. Der Cliffhanger war quasi in einem Satz wieder aufgelöst und die Story ...

Der Cliffhanger des vorherigen Bandes hatte mich echt gepackt und dann war es doch ziemlich enttäuschend, wie Band 5 damit weiterging. Der Cliffhanger war quasi in einem Satz wieder aufgelöst und die Story verlief wie immer: Wir begleiten Hailies - zugegeben - ungewöhnlichen Alltag und sie bricht bei jeder Kleinigkeit in Tränen aus. Gähn.

Aber dann hat sich etwas verändert, hat Hailie sich verändert, und plötzlich hat mich die Story überzeugt. Völlig unvorhergesehen agiert Hailie (wahrscheinlich zum ersten Mal) vernünftig, verantwortungsbewusst und mutig in einer schnellen, actiongeladenen Umgebung, in die sie geworfen wurde.

Und da war dann das Eis gebrochen. Band 5 könnte mein liebster Band der Reihe sein, weil Hailie endlich nicht mehr wie ein kleines, naives Kind auftritt. Ihre Brüder öffnen sich ihr mehr, das Familienunternehmen wird ihr endlich offenbart (hat ja nur 5 Bände gebraucht?!). Auch ihre Brüder habe ich diesmal deutlich angenehmer wahrgenommen (#teamdylan) und nicht mehr so extrem übergriffig. Einzig und alleine die plumpe Sprache war mir ein Dorn im Auge, weil Hailie dadurch nach wie vor unreif und kindlich wirkt und das zu Band-5-Hailie einfach nicht mehr gepasst hat.

Alles in einem habe ich den Teil der Reihe echt gern gelesen und wurde mit allem versorgt, was ich mir erhofft habe: Spannung, Drama (in Maßen!) und Mafia-Vibes. Hailie ist endlich selbstbestimmt, trifft wichtige Entscheidungen und ich freue mich echt auf den nächsten Band!

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Veröffentlicht am 05.12.2025

There's no such thing as an easy job

Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen
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Das Offensichtlichste zuerst: Der Titel sticht nur so ins Auge. Ich habe ähnliche Vibes wie in »Geht so« von Beatriz Serrano (sehr empfehlenswert!) erwartet, allerdings habe ich schnell gemerkt, dass ausgerechnet ...

Das Offensichtlichste zuerst: Der Titel sticht nur so ins Auge. Ich habe ähnliche Vibes wie in »Geht so« von Beatriz Serrano (sehr empfehlenswert!) erwartet, allerdings habe ich schnell gemerkt, dass ausgerechnet der Titel in die Irre führt und war in dieser Hinsicht etwas enttäuscht. Leider war es auch so, dass ich den Roman zur (für mich) falschen Zeit gelesen und mich etwas damit gequält habe. Dem gegenüber hat mich aber Kikuko Tsumuras angenehmer, sanfter, auch sehr leiser Schreibstil die Aussage des Romans sehr schnell und einfach fassen lassen.

Und dabei geht es definitiv nicht um Yakisoba. Vielmehr begleitet man die namenlose Erzählerin auf der Suche nach ihrer Selbstverwirklichung und Erfüllung. »There's no such thing as an easy job« heißt der Roman im Englischen und trifft damit den Nagel 100 % auf den Kopf.

Während sich die Erzählerin in verschiedenen Jobs ausprobiert, geschehen allerhand seltsame, mysteriöse und auch etwas skurrile Dinge. Jedes Detail war dabei gewichtig: Mittagspausen, Kolleg:innen, Mahlzeiten, Schauplätze und (banale) Aufgaben haben ineinander gegriffen und ein Bild erzeugt, das mich neugierig gemacht hat. Denn in der Einfachheit der Jobs haben sich plötzlich Geschehnisse, Zufälle, Sekten, Geister und verschwundene Läden gefunden... und ich habe nur gestaunt, in welche Richtung Kikuko Tsumura die Geschichte gelenkt hat. Jeder Job hatte seine Eigenheiten und war auf einmal gar nicht mehr so banal.

Diesen Twist mochte ich sehr - auch die Tatsache, dass die einzelnen Kapitel keinem Schema folgten und damit nicht vorhersehbar waren. Letztendlich betrachte ich den Roman aber neutral, weil er mir zu nüchtern war. Gleichzeitig denke ich, dass gerade diese Kombination aus Nüchternheit und diesem Hauch Unbekannten, dem Unerwarteten und diesem unaufgeregten Überraschungsmoment Wiedererkennungswert hat und dem/der ein oder anderen gut gefallen wird.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Keine Höhen und Tiefen

Kings of Cypress Pointe - Crossed Lines
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Die Reihe Kings of Cypress Pointe erhält bis heute meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Ich habe sie jedenfalls gierig verschlungen und habe mich wahnsinnig gefreut, als das Spin-Off »Crossed ...

Die Reihe Kings of Cypress Pointe erhält bis heute meiner Meinung nach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Ich habe sie jedenfalls gierig verschlungen und habe mich wahnsinnig gefreut, als das Spin-Off »Crossed Lines« erschienen ist.

Der Band ist unabhängig lesbar und umreißt alle Geschehnisse der Reihe verständlich. Während der Reihe war schon klar, dass Dane und Joss ihre eigene Geschichte verdienen und... Ja... sie war okay. Ich mochte die Vibes zwischen Dane und Joss sehr. Friends-to-Lovers finde ich oft langweilig, aber diesmal nicht. Das Knistern zwischen den beiden, die Intensität, haben mich voll abgeholt. Dass sie füreinander bestimmt sind, habe ich keine Sekunde bezweifelt. Ihre Vertrautheit und ihr Umgang miteinander wirkten einfach nur echt - nur Joss' Zögern war mir manchmal zu oft platziert oder zu künstlich.

Die Handlung ist mir dagegen nicht erwähnenswert in Erinnerung geblieben. Es gab keine Probleme, die man hätte ernst nehmen können, für alles hat insbesondere Dane eine (zu einfache) Lösung gehabt.

Insgesamt war mir das Spin-Off deshalb leider etwas zu schwach aufgestellt. Die Handlung ist vor sich hin geplätschert, war zwar nett zu lesen, aber zu glatt. Mir haben Spannung und Dynamik gefehlt, echte Probleme, echte Tiefpunkte. Die Beziehung zwischen Dane und Joss hat zwar einiges an Emotionen mitgebracht, allerdings hat es für mich nicht ganz ausgereicht, um das Spin-Off auf gleicher Stufe wie die Reihe zu sehen.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Entzug und Traumata statt echter Hoffnung

Strandgut
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»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde.

Leider konnte ich ...

»Strandgut« sollte eine Geschichte über Hoffnung sein, wurde aber schnell zu einer Mischung aus Trauer und Traumata, die nur von Buckys kaltem Entzug von Schmerzmitteln getragen wurde.

Leider konnte ich für mich keinen Mehrwert finden. Die Geschichte kam nie wirklich auf den Punkt, verharrte eigentlich schon kurz nach dem Start auf einem Plateau. Anders als bei »Offene See« konnte mich auch nicht mal Benjamin Myers' Schreibstil überzeugen. Die Poesie, der Zauber, den er mit Worten schafft, hat gefehlt; stattdessen wurde das triste und trostlose Leben Buckys und Dinahs beschrieben. Die Eintönigkeit hat stellenweise Längen geschaffen, sanfte Melancholie war allgegenwärtig. Für mich das "Schlimmste": Der Roman war voll mit Musik, jedoch waren es nur leere Worte. Ich habe die Lebendigkeit vermisst, dieses gewisse Gefühl.

Seit dem Tod seiner Frau stolpert Bucky mehr oder weniger durch das Leben, ist dabei sich aufzugeben und landet auf eine Einladung hin im englischen Scarborough bei einem Soul-Musikfestival - und ist dort aufgrund seiner Vergangenheit ein gefeierter Musikstar.

Der eigentliche Star des Romans war für mich jedoch Dinah. Mit ihr steht und fällt alles und trotzdem ist sie nur eine Randerscheinung, deren Leistungen keine Beachtung fanden. Dinah hätte strahlen können, stattdessen begleitet man als Leser:in nur Bucky während seines Entzuges und liest von seinen Zweifeln und Gebrechen.

So traurig ich darüber bin, aber »Strandgut« konnte mich nicht überzeugen. Mir hat es durchweg an Handlung, Sprache und Atmosphäre gefehlt. Ich finde das wirklich bedauerlich, denn das Potenzial war eindeutig da.

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Falsche Erwartungen und zu blass

Great Big Beautiful Life
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An »Great Big Beautiful Life« bin ich mit völlig falschen Erwartungen herangegangen und wurde dementsprechend leider hier und da auch enttäuscht. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Roman schlecht war! ...

An »Great Big Beautiful Life« bin ich mit völlig falschen Erwartungen herangegangen und wurde dementsprechend leider hier und da auch enttäuscht. Das soll aber nicht bedeuten, dass der Roman schlecht war! Von Emily Henry habe ich nur eine leichte, sommerliche RomCom erwartet und keinen Roman, der sich primär mit einer verwirrenden und tragischen Familiengeschichte befasst. Die Romantik und der Witz sind dabei auf der Strecke geblieben...

Alice mochte ich irgendwie, aber irgendwie auch nicht. Als "Optimistin" war sie mir stellenweise zu naiv, zu aufgesetzt, als würde ihr die Herzlichkeit fehlen. Gleichzeitig mochte ich aber auch die Art, wie leicht sie Zugang zu Fremden gefunden und eine angenehme Atmosphäre geschaffen hat. Hayden war... Nun ja, für mich eigentlich nicht präsent. Man hat kaum etwas von ihm erfahren. Er war ein bisschen grumpy, dann wieder nicht, dann wieder doch. Völlig blass, unscheinbar und leider keine Figur, die mir sonderlich aufgefallen ist.

Die Romanze zwischen den beiden schien mir leider auch komplett emotionslos. Wie gesagt, ein Funken Humor, ein Witz haben mir durchgängig gefehlt. Vieles war nicht nachvollziehbar.

Was mir jedoch gefallen hat, war die Integration von Margarets Lebensgeschichte in die eigentliche Handlung. Geschrieben war alles definitiv sehr anschaulich - vielleicht ein bisschen zu sehr, da ich manchmal bei den vielen Details auf zu engem Raum durcheinander geriet. Die Rückblicke in die Vergangenheit haben den alten Glamour durchscheinen lassen und die karge Handlung etwas aufpoliert. Das Ende, als Vergangenheit und Gegenwart aufeinandertreffen, war spannend und hat mir endlich viele Fragen beantwortet.

Für Fans von Emily Henry ist »Great Big Beautiful Life« sicher eine tolle Abwechslung. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob der Roman wirklich eine Bereicherung ist, die noch lange im Gedächtnis bleibt.

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