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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.12.2025

Düster, geheimnisvoll, magisch

House of Bane and Blood (Order and Chaos, Band 1) – Packende Rivals to Lovers Romantasy
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Einst galt die Tochter des mächtigen Eisenbahnimperiums, Camilla Marchese, als größte Erbin der Stadt. Doch als ihr Vater ums Leben kommt, ändert sich alles und um das Familienerbe zu retten, muss sie ...

Einst galt die Tochter des mächtigen Eisenbahnimperiums, Camilla Marchese, als größte Erbin der Stadt. Doch als ihr Vater ums Leben kommt, ändert sich alles und um das Familienerbe zu retten, muss sie eine arrangierte Ehe eingehen. Das ausgerechnet Nicolai Attano ihr einen Antrag unterbreitet, Als Bender, der über magische Relikte verfügt, herrscht er über die dunkle Seite der Stadt. Aber Nicolai hat durchaus seine Gründe, Milla zu heiraten, denn um einen Krieg in ihrer Heimat zu verhindern, benötigt er Millas Hilfe. Das der düstere und gefährliche Boss der Unterwelt allerdings Gefühle in Camilla weckt, hätte sie nicht erwartet. Gemeinsam geraten sie in einen Sog aus Intrigen, Lügen und Verrat.
Dieses Buch ist wieder ein ganz klassischer Fall von traumhafter Gestaltung, die einfach sofort Aufmerksamkeit weckt, zumal die Story auch echt spannend klingt.
Der Prolog schreit geradezu nach einer Story voller Gefahren und macht neugierig auf das, was hier passiert ist. Wer der junge Mann im Gefängnis ist, war dann auch schnell klar.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, allerdings auch teilweise sehr ausschweifend, gerade was Camillas innere Monologe angeht. Das machte mir den Einstieg nicht ganz so leicht, doch hier lohnt es sich dranzubleiben.
Das Setting ist absolut gelungen, durchweg herrscht hier eine düstere Atmosphäre, die mir unglaublich gut gefallen hat. Das Flair der Story hat so ein bisschen was aus den zwanziger Jahren und bietet dadurch auch die perfekte Grundlage für dieses besondere Gangsterfeeling der Story.
Zu Beginn bekommt der Leser hier einen kleinen Überblick über die Magie der Handlung. Dabei ist das Magiesystem aber noch nicht bis ins kleinste Detail erklärt, sondern kommt im Laufe der Geschichte immer deutlicher hervor. Wer kann hier was und wie kann man dadurch beeinflussen war mir nicht sofort klar, aber das gab der Geschichte etwas Besonderes.
Die Handlung basiert auf Nicolais Vergangenheit und Millas Erbe und wie dieses miteinander zusammenhängt. Es ist ein Spiel voller Lügen, Intrigen und Gefahren. Wem man, oder vielmehr Camilla, hier wirklich vertrauen kann, bleibt undurchsichtig. Dadurch wird der eher zähe Einstieg durchaus spannender und es wartet der ein oder andere Plottwist auf den Leser.
Erzählt wird in erster Linie in der Ich-Perspektive, größtenteils aus Millas Sicht, doch auch Nicos Ganken dürfen wir hin und wieder mitbekommen. Milla empfand ich hin und wieder als anstrengend, sie ist zwar durchaus tough, aber für mich stellenweise zu gewollt tough, ohne wirklich zu wissen, wie dumm sie sich manches Mal anstellt. Es hat etwas gedauert, bis ich mit ihr warm geworden bin.
Nico ist stiller, düsterer, gefährlicher und durchaus heiß. Da ich ein wenig glaubte, mehr über ihn zu wissen, habe ich ihn schneller gemocht.
Die Tension zwischen den Beiden ist von Beginn an vorhanden. Vielleicht bin ich an dieser Stelle etwas voreingenommen, aber Nicolais Anziehungskraft war für mich deutlicher, möglicherweise aber auch, weil ich ihn durch Camilla betrachtet habe. Knistern, Gefahr und Spice gibt es hier auf jeden Fall.
Mein Fazit: Düster, stark, gefährlich, ein wenig gangstermäßig und durch Nicolai auch heiß. Dazu noch ein bisschen Magie und Bedrohung und die Mischung ist spannend und düster. Gerade diese düstere Atmosphäre macht für mich das Buch aus. Die Spannung hätte gerne mehr da sein dürfen, gerade um zu Beginn einen Sog auf mich auszuwirken, doch das gibt sich im Laufe der Handlung. Durchaus lesenswert.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Starke Geschichte

Prinzessin der tausend Diebe – Betrayed
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Sora ist die Erbin des größten Diebesimperiums in Korea. Ihre Familie herrscht seit Jahrhunderten, denn sie gehören zu denen, die über Magie, Mana, verfügen. Allerdings nicht alle und ausgerechnet Sora ...

Sora ist die Erbin des größten Diebesimperiums in Korea. Ihre Familie herrscht seit Jahrhunderten, denn sie gehören zu denen, die über Magie, Mana, verfügen. Allerdings nicht alle und ausgerechnet Sora gehört zu den Magielosen. Aus diesem Grunde wurde sie, gemeinsam mit ihrer Mutter vom Clan verstoßen, doch nun soll sie zurückkehren in den Schoß der Familie. Allerdings wird sie hier nur halbherzig willkommen geheißen und als sie von ihrer Cousine angegriffen wird, trifft sie auf den Gott Ren. Dieser begleitet sie eher unfreiwillig zurück nach Busan und hilft Sora dabei, sich den Aufgaben ihrer Familie zu stellen.
Dieses Cover und die Gestaltung des Buches ist ein wahrer Traum und macht gleich neugierig. Außerdem klang es auch einfach mal nach was anderem K-Pop Fantasy?! Da musste ich einfach mehr wissen.
Der Beginn fiel mir nicht ganz so leicht, denn ich musste mich hier doch erstmal an den Schreibstil gewöhnen. Dieser ist durchaus bildgewaltig, aber auch auf eine gewisse Art eigen, die ich gar nicht so benennen kann. Nichtsdestotrotz wurde ich doch noch von der Geschichte gefesselt und habe dann ein Dreiviertel des Buches inhaliert.
Das koreanische Setting ist hier in jeder Beschreibung spürbar, was mir gut gefallen hat, da man hier einen Eindruck von Land und Leuten erhält.
Die Geschichte ist beinahe durchweg spannend, es gibt immer wieder spannungsgeladene Action, ein paar wenige, eher ruhigere Momente, aber definitiv immer Abwechslung.
Protagonistin Sora, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben, empfand ich als sehr gut gezeichnet. Ihre anfängliche Unsicherheit, die auf die Zurückweisung durch ihren Vater basiert und die sie versucht zu überspielen, empfand ich als genauso glaubwürdig, wie ihre gesamte Entwicklung. Ren mochte ich gleich, mit seiner zunächst eher überheblichen Art, brachte er mich so manches Mal zum Schmunzeln. Die Lovestory zwischen den Beiden konnte mich allerdings nicht ganz überzeugen, da ich die Gefühle einfach nicht greifen konnte.
Auch wenn sich die Geschichte zum großen Teil um die beiden Protagonisten dreht, bekommen auch die Nebencharaktere genug Raum und dadurch auch glaubwürdige Entwicklungen.
Mein Fazit: Insgesamt empfand ich den ersten Band der Dilogie rund um die Prinzessin der Diebe gelungen. Sie war spannend und abwechslungsreich und bot allein schon durch ihr Setting mal etwas anderes. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergehen wird und empfehle die Geschichte sehr gerne weiter.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Perfekte Atmosphäre

Knochenkälte
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Viele Jahre habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Band rund um David Hunter gewartet und habe mich riesig gefreut, diesen nun endlich lesen zu können.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn Simon Beckett schreibt ...

Viele Jahre habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Band rund um David Hunter gewartet und habe mich riesig gefreut, diesen nun endlich lesen zu können.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn Simon Beckett schreibt einfach fesselnd und absolut bildlich. Ich saß hier gemeinsam mit David im Schneesturm fest.
Das Setting, dieses doch sehr kleine Dorf und seine teils verschrobenen Bewohner, ist nicht unbekannt, doch funktioniert es auch hier wieder hervorragend. Die durch die Abgeschiedenheit leicht beklemmende Atmosphäre in Verbindung mit dem dazu passenden Unwetter, verursacht durchaus hin und wieder Gänsehaut.
Auch der Fall, dieser Cold Case der weit in die Vergangenheit führt, liest sich sehr spannend und brachte so einige Überraschungen zu Tage. Doch trotz all dem empfand ich das Buch nur wenig temporeich. Ich habe mich nicht gelangweilt, aber insgesamt waren mir die Beschreibungen der äußeren Begebenheiten zu viel.
Wer David Hunter kennt, weiß worauf er sich hier einlässt. Ich finde, er hat sich im Laufe der Reihe vom verschrobenen Professor durchaus weiterentwickelt und auch hier ist er deutlich stärker in seinem Auftreten. Doch wie immer, gelingt es ihm mit Leichtigkeit, sich wieder selbst in Schwierigkeiten zu bringen.
Die weiteren Charaktere, die hier aus den Dorfbewohnern besteht, sind gut gelungen und jeder bietet einen ganz eigenen Charakter, den man mal mehr und mal weniger mochte.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir auch der neue Simon Beckett wieder gut gefallen. Was mir ein wenig gefehlt hat, war der für mich sonst so typische Sog, den Becketts Thriller immer auf mich ausübt. Der Thriller trieft nicht vor lauter Blut und die eher ekligen Details werden hier nicht bis ins kleinste Detail beschrieben. Stattdessen bleibt das Buch klar auf einer eher ruhigen Linie und vertieft dafür die Atmosphäre umso mehr.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Hexen in London

Witch of Fate and Poison
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Unbemerkt zwischen den Menschen leben magische Wesen wie z. B. Vampire. Der magische Rat und die Hexen sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Studentin Arina ist eine von ihnen. Gemeinsam mit ihren beiden ...

Unbemerkt zwischen den Menschen leben magische Wesen wie z. B. Vampire. Der magische Rat und die Hexen sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Studentin Arina ist eine von ihnen. Gemeinsam mit ihren beiden Cousinen Khay und Myra, die für sie wie Schwestern sind, lebt sie in London. Eigentlich könnte alles gut sein, zwar versteht sie sich nicht gut mit den Vampiren an der Uni, allen voran mit dem arroganten Henry, doch damit kann sie gut umgehen. Bis sie eines Tages Zeugin davon wird, wie Myra vom Schuldach springt, doch glaubt sie im Hintergrund ausgerechnet Henrys Cousin gesehen zu haben. Hat er Myra geschubst? Als wäre das nicht schon schlimm genug, scheint auch noch Khay ihre Magie verloren zu haben, doch ohne die ist sie nichts mehr als eine leere Hülle, die nur noch durch Arinas Magie überleben kann. Als ausgerechnet Henry vor ihrer Tür auftaucht und sie bittet, mit ihm gemeinsam seinen Cousin zu suchen, ist Arina nicht begeistert, lässt sich aber darauf ein. Mit dem, was sie herausfinden, hätten sie allerdings nicht gerechnet und auch nicht damit, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen.
Dieses Buch gehört wieder einmal zu den besonders schön gestalteten Ausgaben und machte mich sehr neugierig.
Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, dabei kann ich noch gar nicht so genau sagen, woran das genau lag, denn der Schreibstil selber liest sich flüssig und leicht. Was mir hier vielleicht etwas gefehlt hat, war das Lebendige, Arina grübelt viel und oftmals versinkt sie in Gedanken und Beobachtungen, so dass man zur Welt keinen richtigen Zugang erhält.
Das Setting ist in London, also haben wir hier eine interessante Urban Fantasy, die auch mit dem gesamten Magiekonzept hierhinter gelungen ist. Hexen sind hier einmal die Wesen, die über alle magischen Wesen stehen, was allerdings nicht immer gerne gesehen wird und was auch unter anderem zu den Zwistigkeiten zwischen Hexen und anderen führt. Von London selber bekommt man nur beiläufig etwas mit, vielmehr stehen hier Arinas Suche nach einer Lösung und die Frage nach dem ob alles richtig ist im Vordergrund.
Die Handlung ist mal spannend und fesselnd, mal ruhiger und nachdenklich. Diese Mischung hat mir recht gut gefallen und konnte durchaus überzeugen.
Protagonistin Arina ist zu Beginn ein eher stiller Charakter, doch ihre Entwicklung ist hier absolut gelungen und sie wächst über sich selbst hinaus.
Henry hingegen ist sehr von sich eingenommen, zumindest auf dem ersten Blick, doch tatsächlich ist er gar nicht so, wie es zunächst scheint. Die Dialoge zwischen den Beiden sind teilweise witzig, da es ja vor allem zu Beginn Reibereien gibt. Doch nach und nach nähern sie sich einander an und Henry ist für Arina da. Die Lovestory zwischen den beiden habe ich allerdings nicht ganz so fühlen können, mir fehlte hier einfach das Kribbeln.
Mein Fazit: Insgesamt eine schöne Geschichte rund um Hexe, bei der ich kleinere Startschwierigkeiten hatte, die mir aber nachher noch recht gut gefallen hat. Gerade die Entwicklung der Protagonistin fand ich sehr gut und schlüssig. Schöne Geschichte, die sehr gut in den Herbst passt.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Der junge Geralt

Kreuzweg der Raben
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Gerade erst hat der junge Geralt von Riva seine Ausbildung als Hexer abgeschlossen. Aus diesem Grunde verlässt er Kaer Morhen, um seine eigenen Wege zu gehen. Als Geralt sich selbst in eine gefährliche ...

Gerade erst hat der junge Geralt von Riva seine Ausbildung als Hexer abgeschlossen. Aus diesem Grunde verlässt er Kaer Morhen, um seine eigenen Wege zu gehen. Als Geralt sich selbst in eine gefährliche Situation bringt, begegnet er Preston Holt der ihm zu Hilfe kommt. Holt bietet Geralt an, sein Mentor zu werden und Geralt nimmt an. Von Holt lernt er nicht nur zu kämpfen, sondern auch mehr über die Monster, auch von den menschlichen.
Kreuzweg der Raben ist das Prequel aus dem Witcher Universum, in dem wir ganz viel über den jungen Geralt von Riva erfahren und mit dem man einige Lücken im bereits vorhandenen Wissen schließen kann. Es ist aber auch tatsächlich nicht notwendig, die Saga zu kennen, da dieses Buch einfach die Vorgeschichte erzählt.
Der Stil Sapkowskis ist hier natürlich absolut erkennbar, fesselnd, lebendig, aber auch mit ein wenig Humor. Die Atmosphäre ist nach wie vor eher düster, mittelalterlich angehaucht, voller Gefahren und Monster jeder Art. In diesem Sinne bleibt der Autor sich absolut treu.
Spannend ist, dass wir hier mehr über Geralts Vergangenheit erfahren, gerade auch, was den Hexenzirkel betrifft oder über Kaer Morhen. Damit schließt der Autor die ein oder andere Lücke.
Was hier definitiv anders ist, ist das Tempo, denn hier wird auf langwierige Charakterentwicklungen oder Weltenaufbau eher verzichtet. Stattdessen gibt es hier Episoden, die aus diversen Aufgaben etc. bestehen und jede davon dient, den späteren Charakter des Geralt von Riva kennenzulernen und zu verstehen. Was mich allerdings ein wenig an den einzelnen Episoden gestört hat, ist, dass ihnen ein wenig der Fluss in der Handlung fehlen, es wirkt eher zusammengesetzt, was ein bisschen schade ist, aber vielleicht auch so gewollt.
Geralt muss hier definitiv lernen, dass das Leben nicht einfach nur gut oder böse, schwarz oder weiß ist. Er wird hier als sehr idealistischer Mann dargestellt, doch hier wird er lernen müssen, wie er mit Enttäuschungen und Verrat umgehen muss. Das erklärt durchaus den späteren Geralt.
Mein Fazit: Für Fans der Witcher Reihe eine gute Ergänzung, da man einfach ganz viel erfährt, wie Geralt zu dem geworden ist, der er später ist. Für Einsteiger ebenfalls perfekt, da man gleich Grundlagen hat, auf die die spätere Reihe aufbaut. Mir hat es gefallen und ich kann es empfehlen.