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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Gute Unterhaltung, aber kein unbedingtes Muss

The Blackgate Invitation
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Um einer alten Dame, Mrs Blackgate, einen Gefallen zu tun, geben sich die Schwestern Ruby und Wren bei einem Treffen mit dem Hegemony Clan als deren Enkeltöchter aus. Das sollen die beiden jungen ...

Um einer alten Dame, Mrs Blackgate, einen Gefallen zu tun, geben sich die Schwestern Ruby und Wren bei einem Treffen mit dem Hegemony Clan als deren Enkeltöchter aus. Das sollen die beiden jungen Frauen aber nicht umsonst machen und so sind sie einverstanden, denn das scheint leicht verdientes Geld. Doch schnell wird klar, dass bei diesem Treffen einiges nicht passt und als die Matriarchin auch noch verstirbt, befinden sie sich mitten in einem Wettkampf der Macht, denn was die Schwestern nicht wussten: alle anderen bei diesem Treffen sind Hexen. Nun heißt es für sie, nur nicht ihre Tarnun preisgeben, allerdings ist da auch Auden, der Ruby nicht kalt lässt und das Vorhaben gestaltet sich als schwierig.
Die Gestaltung des Buches zog mich magisch an, denn wieder einmal ist dieses Buch eine absolute Schönheit. Aber auch der Klappentext klang mega spannend und einfach unterhaltsam, so ein bisschen nach Hexen hexen.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und auf den ersten Blick auch eher für eine jüngere Zielgruppe geeignet, ich würde hier mal sagen, dass es defintiv eher ein Jugendbuch ist.
Macht aber nichts, da ich diese absolut gerne noch lese und hier diese Mischung aus Urban Fantasy und Locked Room Thrill absolut spannend klang.
Die Handlung gibt viel Spielraum um selber Vermutungen und Überlegungen anzustellen, wer denn nun der Mörder war. Auch die Rätsel waren ganz gut gelungen, auch wenn ich doch einiges vorhersehen konnte. Die großen, versprochenen Plottwists gab es damit, zumindest für mich, nicht. Das Ende kam dann eher überhastet daher und manch Lösung schien so ein bisschen aus der Luft gegriffen.
Die Atmosphäre, leicht düster und mysteriös, hat mir mit am besten gefallen. Dafür bot aber auch das Setting ganz viel Raum.
Die Charaktere der Story sind ganz gut gelungen, Wren eher die temperamentvolle, Ruby die eher ängstliche passen hier definitiv gut zum Geschehen. Auden ist hier ein bisschen der Ruhepol, wobei ich die angebliche Lovestory nicht so richtig fühlen konnte. Dafür gab es dann mal keinen Spice, was wiederum positiv war.
Mein Fazit: Insgesamt war The Blackgate Invitation eine unterhaltsame Story mit einer wirklich spannenden Grundidee. Die Umsetzung empfand ich nicht immer als geglückt, da es stellenweise vorhersehbar wurde. Für mich fehlte hier einfach noch ein wenig Spannung. Für mich die Kategorie: gute Unterhaltung, aber kein Muss!

Veröffentlicht am 04.12.2025

Für mich teilweise zu explizit

House of Rayne
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Nach einer traumatischen Erfahrung flieht Salem und bucht einen Urlaub auf Blackridge Island, eine ruhige, abgeschieden Insel. Das Bed & Breakfast, in dem sie eincheckt, gehört der äußerst charismatischen ...

Nach einer traumatischen Erfahrung flieht Salem und bucht einen Urlaub auf Blackridge Island, eine ruhige, abgeschieden Insel. Das Bed & Breakfast, in dem sie eincheckt, gehört der äußerst charismatischen Rayne. Zwischen den beiden entsteht schnell eine Anziehungskraft, die zu einer leidenschaftlichen Beziehung führt. Doch die Insel selber bietet düstere Geheimnisse, denn immer wieder verschwinden Gäste von hier und es scheint, als wäre auch Salem in Gefahr. Um dem zu entkommen, müssen sie sich dem Bösen der Insel stellen.
Klingt eigentlich richtig stark, ein Gothic Horror Buch mit einer queeren Liebesgeschichte. Im Grunde war es das auch, aber hier gibt es ein paar Dinge, die in meinem Kopf ein krasses Kopfkino entwickelten.
Der Schreibstil der Autorin ist wirklich richtig toll, denn sie schafft hier eine perfekte gothic-mystik Atmosphäre, die herrlich düster und teils beklemmend wirkt.
Die Handlung basiert hier auf den Horrorelementen, die unter anderem auch ein wenig den Aberglauben der Inselbewohner spiegeln. Größtenteils sind diese Elemente gekonnt eingebaut, driften aber auch immer wieder ins Klischee.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen die beiden Frauen Salem und Rayne, aus deren Sicht man auch das Geschehen erlebt. Natürlich bekommt man dadurch ein starkes Verständnis für die Gefühle und Gedanken der Beiden, da beide auch ihre eigene Geschichte haben, die hier immer wieder mit einspielt und auch somit für Tiefe sorgt.
Die Lovestory ist keine mit Blümchen und tuffigen Wolken, sondern durchaus explizit und BDSM ein Bestandteil. Mir persönlich waren hier die ein oder andere Vorliebe doch ein wenig zu kinky, was ich zuvor mit Kopfkino meinte. Aber das ist halt persönlicher Geschmack.
Die Nebencharaktere bleiben im Gegensatz zu den Protagonistinnen dann eher blass, was ich schade fand, denn da gab es durchaus Potential für mehr.
Mein Fazit: Das Buch ist keine leichte Lektüre für zwischendurch, da es allein durch die Kombination der Erotik, Horror und Mystik teils sehr explizit wird. Für meinen persönlichen Geschmack war vor allem die Lovestory zu sehr drüber und ich denke, dass es da einigen LeserInnen so gehen wird. Für mich war hier die düstere Atmosphäre ein ganz klarer Pluspunkt, der mich am Lesen hielt. Wem kann ich das Buch empfehlen? Wer es düster mag und auch kein Problem mit BDSM hat, sollte einmal reinlesen.

Veröffentlicht am 01.12.2025

Schwierig, schwierig

Das Dreizehnte Kind
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Hazel wird als ungewolltes, dreizehntes Kind geboren, doch da das dreizehnte Kind auch etwas besonderes ist, wird sie einem Gott versprochen. Merrick, Gott des Todes, holt Hazel dann an ihrem zwölften ...

Hazel wird als ungewolltes, dreizehntes Kind geboren, doch da das dreizehnte Kind auch etwas besonderes ist, wird sie einem Gott versprochen. Merrick, Gott des Todes, holt Hazel dann an ihrem zwölften Geburtstag zu sich, doch bis dahin führte sie ein Leben voller Ablehnung und ohne wirkliche Liebe. Merrick sorgt dafür, dass Hazel die beste Heilerin des Landes wird, doch nicht nur das. Sie sieht, wenn der Tod dem Menschen naht und bringt ihnen den Tod. Als sie eines Tages an den Hof des Königs gerufen wird, um diesen zu heilen, spürt sie, dass sein Tod fürchterliche Folgen haben könnte und versucht mit des Königs Sohn, Leopold, den Tod auszutricksen.

Das Cover ist traumhaft schön und auch sonst kann man die Gestaltung nur loben, denn es spiegelt die düstere Story perfekt.

Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen, aber trotzdem fiel es mir schwer, einen Bezug zur Story zu bekommen. Gerade auf den ersten 100 Seiten konnte mich die Geschichte nicht richtig fesseln. Doch weiterlesen lohnt sich durchaus.

Das Märchen, das dem Buch zugrunde liegt, kannte ich bis dato nicht, habe ich aber auch nicht als schlimm empfunden, da es für mich eine ganz eigene Geschichte wurde.

Wie bereits erwähnt, empfand ich die Geschichte zu Beginn schleppend. Zwar konnte ich Mitgefühl für Protagonistin und Ich-Erzählerin Hazel empfinden, doch irgendwie kam ich nicht in den Lesefluss. Mit dem Abschluss der Ausbildung zur Heilerin wurde das allerdings wesentlich besser und es wird deutlich interessanter.

Da man hier Hazel von Beginn an begleitet, kann man ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Durch die Art wie sie aufwuchs, bekommt sie noch eine ganz besondere Tiefe. Diese habe ich allerdings bei anderen Figuren vermisst, was ich sehr schade finde. Gerade Leopold, der eine wichtige Rolle spielt, blieb mir zu oberflächlich. Auch das Hazels Pate Merrick immer weniger zu tragen kommt, fand ich schade.

Mein Fazit: Nach dem ich das Buch zu Beginn häufiger weglegen musste, wurde es doch zum Glück noch spannend. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass der Handlung ein gewisser Fluss fehlte und außer der Protagonistin vieles zu oberflächlich blieb. Trotzdem oder gerade wegen Hazels Entwicklung ist die Geschichte lesenswert, aber nicht ganz mein Buch.

Veröffentlicht am 08.11.2025

Willkommen in der Monotonie

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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8 lebt in der Stadt Surdus und ist eine der Unbeseelten. Jeder Tag läuft gleich ab, aufstehen, ins Büro fahren, sinnlose Fragen beantworten und dabei niemals Kontakt zu anderen haben. Durch „Evie“ überwacht, ...

8 lebt in der Stadt Surdus und ist eine der Unbeseelten. Jeder Tag läuft gleich ab, aufstehen, ins Büro fahren, sinnlose Fragen beantworten und dabei niemals Kontakt zu anderen haben. Durch „Evie“ überwacht, wird sichergestellt, dass niemand von ihnen dem seelenlosen Leben entkommt, man entkommt nur, wenn man eines Tages den Beseelten dienen darf. Doch tief in ihrem Inneren weiß 8, dass sie anders ist, denn sie fühlt und träumt und wünscht sich fort. Sie liebt es, Sonne auf der Haut zu fühlen und sehnt sich nach jemand Gleichgesinnten. Bis sie eines Tages auf 1000 trifft, der es genauso zu gehen scheint.
1000 und ich ist eine Dystopie Kurzgeschichte auf etwa 150 Seiten, allerdings wird hier, meiner Meinung nach, kein Wort zu viel oder zu wenig erzählt.
Autor Yorick Goldewijk gelingt, seine Geschichte nahezu emotionslos und mit knappen Worten zu erzählen, dabei passt er sich sprachlich komplett an den Inhalt von 1000 und ich an.
Die Monotonie, die 8 jeden Tag erlebt, ist hier in jedem einzelnen Wort spürbar, die Sehnsucht, jemand zu sein konnte ich hier allerdings genauso nachempfinden. Trotzdem oder gerade deswegen, hat mir hier die Spannung gefehlt und ich bin immer wieder gedanklich abgeschweift.
Das Setting, die Stadt Surdus, war zu Beginn wenig greifbar. Warum und weshalb hier alles so abläuft, wie nunmal ist, wurde mir erst spät klar. Man hätte hier enormes Potential gehabt, eine noch intensivere Geschichte draus zu machen.
Wir befinden uns die meisten Zeit in den Gedanken von 8, erst mit 1000 kommt ein wenig Interaktion mit rein. Mich hat das zu Beginn ein wenig verwirrt. Ihre Gefühle, Gedanken, Beobachtungen konnte ich verstehen, konnte aber keinerlei Beziehung zu ihr aufbauen.
Mein Fazit:1000 und ich ist ein Buch mit einer sehr starken Idee und sehr viel Potential. Ich empfand die Monotonie, die durch den Text entstand als eher anstrengend, wenn auch passend zum Inhalt. Die Botschaft des Buches war nachvollziehbar, die Auflösung gelungen. Schade, dass hier nicht mehr rausgeholt wurde.

Veröffentlicht am 04.11.2025

Beklemmender Einstieg doch nachher sehr unrealistisch

HEN NA IE - Das seltsame Haus
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Als ein junger Autor, der sich gerne mit dem Okkulten beschäftigt, von seinem Freund gebeten wird, einmal auf einen Grundriss eines zum Kauf dargebotenen Hauses zu schauen, stößt dieser auf Ungereimtheiten. ...

Als ein junger Autor, der sich gerne mit dem Okkulten beschäftigt, von seinem Freund gebeten wird, einmal auf einen Grundriss eines zum Kauf dargebotenen Hauses zu schauen, stößt dieser auf Ungereimtheiten. Um sich aber sicher zu sein zieht er einen Architekten hinzu, der sich ebenfalls sicher ist, dass mit diesem Haus etwas nicht stimmt. Ein Kinderzimmer mitten im 1. OG, ohne Fenster und mit doppelten Türen? Ein Geheimraum, den man scheinbar nicht betreten kann? Gemeinsam beginnen die beiden zu spekulieren, was in diesem Haus wohl vorgefallen sein könnte und als eine Leiche in der Nähe des Hauses gefunden wird, beginnen sie immer mehr hineinzuinterpretieren.
HEN NA IE Das seltsame Haus ist das Debüt des Autors Uketsu, bei uns ist es das zweite Buch aus seiner Feder, das veröffentlicht wurde.
Der Einstieg fiel mir recht leicht, der Schreibstil liest sich flott und da hier sehr vieles aus Dialogen zwischen Autor und Architekt bestand, war ich mittendrin im Spekulieren und Überlegungen anstellen. Dabei findet man vor allem zu Beginn auf sehr vielen Seiten die Grundrisse des besagten Hauses, was mir persönlich zu viel war, aber gut, so musste man nicht zurückblättern.
Die Spekulationen rund um den merkwürdigen Grundriss fand ich spannend und gerade auf den ersten 70 Seiten löste dieser Grundriss und die Ideen dahinter absolute Beklemmung aus, weil in meinem Kopf sofort Bilder von einem eingesperrten Menschen, evtl. sogar ein Kind, entstanden. Bis dahin fand ich die Geschichte noch absolut gelungen und fesselnd und auch ein wenig unheimlich, obwohl gar nicht wirklich was passierte.
Doch als dann eine junge Frau hinzukommt, die ebenfalls den Grundriss eines Hauses dabeihat und in der Nähe des besagten Hauses ebenfalls ein Mord geschah, beginnt die Geschichte ein wenig ins Absurde zu driften. Zwar wurden weiterhin Spekulationen rund um Morde und Geheimräume von Autor, Architekt und der jungen Frau angestellt und auch die Häuser miteinander verglichen, doch die Beklemmung war bei mir nicht vorhanden.
Die Auflösung nachher fand ich furchtbar verwirrend, unglaublich viele chinesische Namen, Verbindungen und dann noch ein Familienfluch und noch mehr brachten mich völlig raus. Hier hat der Autor einfach zu viel des Guten versucht, was leider völlig absurd wurde.
Zu den Charakteren gibt es nicht viel zu erzählen, da man sie hauptsächlich durchs Erzählen beobachtet. Wirklich überrascht hat mich da nichts.
Mein Fazit: Der Anfang war für mich mega, doch mit Fortschreiten der Geschichte driftete es leider immer mehr ab in Verwirrung und Kopfschütteln. Das war für mich leider drüber, dafür gefiel mir der Schreibstil sehr gut und ich werde mir definitiv noch sein anderes hier erschienenes Buch zulegen.