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Veröffentlicht am 20.11.2025

historischer Roman, der starke Emotionen weckt

Die Heilerin des Nordens
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Dieser historische Roman entführt die Leser in den Polarkreis. Hier leben die Samen, in Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Es ist ein karges Leben, das jahrein und jahraus immer die gleichen ...

Dieser historische Roman entführt die Leser in den Polarkreis. Hier leben die Samen, in Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Es ist ein karges Leben, das jahrein und jahraus immer die gleichen Wege und Pfade geht. Hier lebt die Familie Krysi in engem Familienverband. Miija ist noch sehr jung als sie und ihre Familie erkennen, dass sie die Kräfte einer Heilerin, einer Schamanin in sich hat. Ihre Mutter, selbst Schamanin, ist sich sicher, dass Miijas Fähigkeiten weit über ihre eigenen hinausgehen. Ich fand es sehr interessant, wie die Autorin das Miteinander zwischen Menschen, Tier und Natur wie auch die Traditionen der Samen beschrieben hat. Auch ganz menschliche Gefühle innerhalb der Dorfgemeinschaft und Fehlverhalten Einzelner fließen in die Handlung mit ein, lassen ein lebendiges Bild des Lebens der Samen im 19. Jahrhundert entstehen. Mich hat es sehr berührt, mit wie wenig diese Menschen auskommen. Aber besonders habe ich Miija bewundert wegen ihrer Großzügigkeit und ihrer Spendenbereitschaft gegenüber allen, denen es noch schlechter geht. Immer wieder wir Miija bewusst, dass ihr Einsatz für andere aber auch eines mit sich bringt – Einsamkeit. Gleichzeitig erkennt diese junge Frau aber auch, wie ungerecht es ist, dass ihre Kinder keine Bildung erhalten, die Samen keine Steinhäuser bauen dürfen, als Menschen zweiter Klasse behandelt werden. Sie ist nicht die Einzige, die diese Missstände erkennt, aus denen mit Eintreffen eines Missionars im Winterquartier blanker Hass und Gewalt entsteht. Es hat mich alles macht ganz wunderbar unterhalten, so dass ich gerne 5 Lese-Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Was für ein spannender Auftakt

Die Tiefe: Versunken
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Ich finde diesen Auftakt von Die Tiefe absolut gelungen. Mascha Krieger ist noch immer auf der Suche nach ihren Wurzeln. Sie will, nachdem ihre Eltern ihr endlich von der Adoption erzählt haben, endlich ...

Ich finde diesen Auftakt von Die Tiefe absolut gelungen. Mascha Krieger ist noch immer auf der Suche nach ihren Wurzeln. Sie will, nachdem ihre Eltern ihr endlich von der Adoption erzählt haben, endlich ihre leibliche Mutter finden.
Doch jetzt ist sie erst einmal in der Soko See, die ihr Halbbruder Holger Dietrich leitet. Die Soko sucht den Mörder einer jungen Frau, die am Ufer des Pelsiner Sees nahe Anklam gefunden wurde. Kriminalhauptkommissar Holger Dietrich als Soko-Leiter wäre in seinem Job wesentlich besser, wenn er sich nicht immer wieder über Vorschriften hinwegsetzen, die Arbeit der Kollegen anerkennen würde und nicht immer im Mittelpunkt stehen wollte. Für mich ist er als Leiter der Soko ein Alptraum. Lässt andere Kollegen nicht zu Wort kommen, geschweige erträgt er Widerworte. Mit anderen Worten, ein Chef wie ihn sich jeder wünscht.
Ganz anders dagegen ist arbeitet Tom Engelhardt von der Außenstelle Sellnitz. Seit kurzem ist er mit Mascha enger befreundet und die würde viel lieber ihn bei seinen Ermittlungen zum Vierfachmord auf der Ostsee unterstützen. Aber auch in Sellnitz läuft nicht alles rund, woran Damian de Vries, der Fallanalytiker des LKA, schuld ist. Beim Lesen habe ich gedacht, ja wie im richtigen Leben, einen Quertreiber gibt es überall. Das hat das Geschehen sehr authentisch und lebendig gemacht.
Im Buch tauchen auch noch andere Personen und Orte auf, die man bis zum Schluss nicht einordnen kann. Das hat bei mir für Spannung gesorgt. Das Ende kommt ziemlich abrupt. Da die Autorin aber genug Spannungstrigger gesetzt hat, freue ich mich bereits jetzt auf die Fortsetzung. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne, eine Leseempfehlung inklusive.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

viel Aufregung, gelungenes Ende

Die Berghebamme – Zeit der Kinder
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Maria Saller hat trotz ihres widrigen Starts ins Leben schon so viel erreicht. Sie ist als Berghebamme in Brannenburg angesehen, ihre Ehe mit Georg, dem Arzt der Region, ist glücklich und doch fehlt noch ...

Maria Saller hat trotz ihres widrigen Starts ins Leben schon so viel erreicht. Sie ist als Berghebamme in Brannenburg angesehen, ihre Ehe mit Georg, dem Arzt der Region, ist glücklich und doch fehlt noch eines. Sie möchte so gerne Mutter selbst werden. Ein Wunsch, der monatlich zu tiefer Enttäuschung bei ihr führt und besonders schlimm ist es, wenn sie wieder einem neuen Erdenbürger auf die Welt geholfen hat. Nachdem sie ihre trüben Gedanken, man kann es treffender Depression nennen, überwunden hat, stellt sie sich mit ihrem Mann Georg einer neuen Aufgabe. Sie will für die ledigen Mütter ein Geburtenhaus eröffnen, gleich bei ihr auf dem Dannerhof. Viele Dorfbewohner sind gegen ihren Plan, versuchen die Umsetzung zu vereiteln. Nach deren Meinung sind die Mädels selber schuld an ihrer misslichen Lage. Es ist aufregend mitzuerleben, wie gefährlich es für die Sallers wird und welchen Anfeindungen sie gegenüberstehen. So konnte ich auch verstehen, dass Maria nicht nur einmal überlegt hat, ihren Plan fallenzulassen. Aber es gibt auch Unterstützer im Dorf und das mitunter von Leuten, denen man das gar nicht zugetraut hätte.
Ich fand diesen letzten Band sehr aufregend und unterhaltsam. Die Autorin bedankt sich am Ende des Buchs, dass sie Maria auf ihrem Lebensweg begleiten durfte. Das fand ich rührend. Ich muss sagen, dass auch mir Maria ans Herz gewachsen ist.
Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

ein Dorf, ein Labyrinth aus Lügen - super

Knochenkälte
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Abgeschieden in Eiseskälte landet David Hunter nachdem er sich in den Cumbrian Mountains verfahren hat, im kleinen Ort Edendale. Bei seiner Nachfrage, wo er ein Zimmer für die Nacht bekommen kann, begegnet ...

Abgeschieden in Eiseskälte landet David Hunter nachdem er sich in den Cumbrian Mountains verfahren hat, im kleinen Ort Edendale. Bei seiner Nachfrage, wo er ein Zimmer für die Nacht bekommen kann, begegnet man ihm im Pub mit Abweisung. Ein Pub-Besucher schickt ihn nach Hillside House, einem geschlossenen Hotel im Nirgendwo am Hang eines Berges. Wider Erwarten bieten die dort lebenden Besitzer ihm ein karges, kaltes Zimmer an. Am nächsten Tag versucht Hunter die Weiterfahrt. Auf der bergigen schmalen Straße kommt es fast zu einem Unfall, da das Unterwetter der Nacht die Straße weggespült hat und Hunter gerade noch rechtzeitig mit dem Wagen zum Stehen kommt. Vic Hooley, der Fiesling aus dem Pub, ignoriert Hunters Warnungen, als er mit dem beladenen LKW die weggebrochene Straße weiterrast. Sein LKW stürzt die Böschung hinab und kappt auch noch die Stromleitung. Hunter bleibt nichts anderes übrig, als wieder in Hillside House zurückzukehren. Verzweifelt sucht er in den Bergen nach einem Telefonnetz, um Rettung zu rufen. Das findet er nicht, dafür aber in den Wurzeln einer umgestürzten Fichte ein Skelett. Natürlich schaltet Hunter dann sofort in den Berufsmodus – Fundort sichern und Fotos von den Knochen machen und dabei keine Spuren zerstören und Bewertungen zum Knochenfund vornehmen. Es ist wirklich eine schwierige Aufgabe, die vor ihm liegt. Ohne Kontakt zur Außenwelt und mit einer Dorfbevölkerung, die seit 26 Jahren mit ihren Lügen und falschen Wahrheiten lebt. Dabei bringt der Autor die Atmosphäre des dunklen Waldes, die Abgeschiedenheit des Dorfes, der verschworenen Dorfgemeinschaft, in der nur einer die Fäden zieht, sehr gut zum Ausdruck. Selbstspiegelnd werden Hunters Gedanken und Zweifel sehr gut zum Ausdruck gebracht. Was Hunter schlussendlich noch alles zu Tage fördert, oft unter Einsatz seiner Gesundheit und seines Lebens, bringt unwahrscheinlich Fahrt in die Handlung. Ich habe mich sehr spannend damit unterhalten gefühlt und gebe daher 5 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

absolut lesenswert

Lebensbande
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Es ist die Geschichte dreier Frauen, die das Schicksal zusammengeführt hat, die einen kurzen Weg gemeinsam gegangen sind und deren Freundschaft auch nach jahrzehntelanger Trennung nicht erlischt. Mich ...

Es ist die Geschichte dreier Frauen, die das Schicksal zusammengeführt hat, die einen kurzen Weg gemeinsam gegangen sind und deren Freundschaft auch nach jahrzehntelanger Trennung nicht erlischt. Mich hat Mechtild Borrmann mit diesem Frauenroman, der zum Teil auf wahren Gegebenheiten beruht, wieder sehr gut unterhalten. Dabei fand ich es auch spannend, wie die Zeitebenen ineinander übergingen. Weiß der Leser anfangs nicht einmal den Namen der älteren Dame aus Kühlungsborn. Sie wird durch einen Brief der Rentenversicherung wieder an ihre Vergangenheit erinnert. Eine Vergangenheit, in der sie gravierende Entscheidungen treffen musste, die immer noch ihr Leben bestimmen und die sie bisweilen noch heute in ihre Träume verfolgen. Sie beginnt Tagebuch zu schreiben und gibt damit auch dem Leser Einblicke in ihre Jugend in der sie als Krankenschwester am Niederrhein arbeitete. Denn da fing alles an. Dort lernt sie während der Nazi-Zeit Lene und ihren als schwachsinnig eingestuften Sohn Leo kennen. Als Nora dann nach Danzig ins Reservelazarett versetzt wird, lernt sie auf der Fahrt Lieselotte kennen und freundet sich mit ihr an. Nora und Lotte werden nach Kriegsende in die Sowjetunion zum Arbeitsdienst verschleppt und müssen dort unter grausamen Bedingungen jahrelang ihr Leben fristen.
Die Schilderungen der dortigen Zustände waren grausam und unter die Haut gehend. Deshalb aber nicht minder glaubhaft. Überhaupt hat mich dieser Schicksalsroman, der das Leben und Bangen der drei Frauen so lebendig schildert emotional sehr berührt. Von mir gibt’s eine 100%ige Leseempfehlung und 5 Lese-Sterne.

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