Cover-Bild Katzentage
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14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Kurzgeschichten
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 16.09.2025
  • ISBN: 9783755815341
Ewald Arenz

Katzentage

Erzählung
Julia Meier (Sprecher)

Paula und Peter sind schon seit Langem Kollegen. Sie ist Ärztin, er arbeitet als Jurist in der Klinikverwaltung. Ein Interesse der beiden aneinander war schon immer da. Nach einem mehrtägigen Seminar verbringen sie die letzte Nacht miteinander.
Auf der Rückfahrt nach Hause kommen die beiden mit der Bahn nur bis Würzburg: Streik. Was sollen sie tun mit ihrer ungeklärten Geschichte und den unerwartet freien Tagen? Während sie Stadt und Umgebung erkunden, nähern sich die beiden einander vorsichtig. Peter hält die Ungewissheit, wie es mit ihnen weitergehen wird, nur schwer aus. Sein Drängen nimmt Paula mal spielerisch, mal verärgert. Sie will das Jetzt genießen und weicht den Fragen nach dem Morgen aus. Als eine Katze zu ihrer Begleitung wird, sehen sie an deren Beispiel, wie schwer sich Menschen damit tun, den Moment zu leben, ohne Plan zu sein und sich der Freiheit hinzugeben.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2025

Die Leichtigkeit des Augenblicks

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Worum geht’s?
Paula und Peter sind Kollegen. Schon lange schwingt zwischen ihnen etwas mit, unausgesprochen, aber spürbar. Nach einem Seminar in Würzburg zwingt sie ein Bahnstreik zum Bleiben. Aus einem ...

Worum geht’s?
Paula und Peter sind Kollegen. Schon lange schwingt zwischen ihnen etwas mit, unausgesprochen, aber spürbar. Nach einem Seminar in Würzburg zwingt sie ein Bahnstreik zum Bleiben. Aus einem ungeplanten Stillstand wird gemeinsame Zeit – und aus Nähe etwas, das sich nicht mehr ignorieren lässt.

Meine Meinung:
Ewald Arenz kann diese besondere Art von Geschichten erzählen: leise, menschlich und tief berührend, ohne je laut zu werden. „Katzentage“ habe ich nicht gelesen, sondern gehört – und das war eine hervorragende Entscheidung. Julia Meier liest mit einer ruhigen, warmen Stimme, die perfekt zu Paula und Peter passt. Sie trägt die Geschichte, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und macht das Zuhören zu einem echten Innehalten.

Paula, Ärztin. Peter, Verwaltungsjurist. Zwei Berufe, die wenig Raum für Träumerei lassen. Zwei Menschen, die funktionieren, Verantwortung tragen und ihr inneres Kind irgendwo tief vergraben haben. Ihr Alltag ist eng getaktet, voller Pflichten und Erwartungen – an sich selbst und an das Leben. Und dann dieser Bahnstreik. Stillstand. Zeit. Und plötzlich die Frage: Was macht man damit?

Arenz zeigt auf wundervolle Weise, wie Paula und Peter mit dieser geschenkten Zeit umgehen. Wie sie langsamer werden. Leichter. Wie sie wieder staunen, spielen, sich necken – fast so, als dürften sie für einen kurzen Moment vergessen, wer sie sonst sind. Zwischen kleinen Wortgefechten und liebevollen Sticheleien wächst etwas Zartes, Ehrliches, Frischverliebtes. Man hört ihre Gedanken, fühlt ihre Unsicherheiten und Hoffnungen und ist ganz nah bei ihnen. Beim Hören entsteht eine Art Blase. Der Alltag bleibt draußen, die Zeit verliert an Bedeutung, und alles konzentriert sich auf diesen einen Augenblick. Umso schmerzhafter ist es, wenn die Gedanken zurückkommen, wenn Zweifel und Vernunft diese Leichtigkeit langsam unterwandern. Genau das macht die Geschichte so glaubwürdig – und so menschlich. Denn solche Momente sind flüchtig. Man kann sie nicht festhalten. Aber man kann sie erinnern.

„Katzentage“ erinnert daran, wie wertvoll diese kurzen, besonderen Zwischenräume sind. Daran, zu leben, zu fühlen, zu lieben – und das Leben nicht immer so furchtbar ernst zu nehmen. Eine Geschichte, die nachklingt und ein leises Lächeln hinterlässt.

Fazit:
„Katzentage“ von Ewald Arenz ist eine leise, berührende Geschichte über Nähe, verpasste Möglichkeiten und die Magie eines unerwarteten Augenblicks. Als Hörbuch gewinnt sie durch die ruhige, warme Stimme von Julia Meier noch einmal deutlich an Tiefe und Gefühl. Ein Titel, der entschleunigt, nachklingt und daran erinnert, wie wertvoll kleine Momente sein können.

5 wohlfühlige Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Lebenslust in Würzburg

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Paula und Peter, Arbeitskollegen in einer großen Klinik, stranden auf der Heimreise von einem dienstlichen Seminar wegen eines Bahnstreiks in Würzburg. Hier verbringen sie noch das Wochenende, erkunden ...

Paula und Peter, Arbeitskollegen in einer großen Klinik, stranden auf der Heimreise von einem dienstlichen Seminar wegen eines Bahnstreiks in Würzburg. Hier verbringen sie noch das Wochenende, erkunden bei sonnigem Herbstwetter die sehenswerte Barockstadt und das wunderschöne fränkische Umland, genießen den hiesigen Wein, das Jetzt und ihre aufkeimende Verliebtheit. Dabei schieben sie die Entscheidung, wie es im Alltag mit ihnen beiden weitergehen soll, vor sich her. Es macht Spaß, ihren witzig-frechen Dialogen zu lauschen und dabei bekommt man selbst noch Lust, all die schönen touristischen Sehenswürdigkeiten mit eigenen Augen zu sehen. Die Handlung hat ein leichtes, verspieltes Flair, der sich verabschiedende Sommer strahlt noch zwischen den Zeilen hervor.
Ewald Arenz ist ein Meister der Erzählkunst, webt die Charaktere vor dem geistigen Auge mit einer Leichtigkeit, die dennoch Tiefe spiegelt. Viel zu schnell ist die Handlung zu Ende erzählt. Es bleiben keine Fragen offen. Dennoch wäre man mit Paula und Peter gern noch ein wenig länger in Würzburg geblieben.
Dass man sich hier so wohlgefühlt hat, liegt auch an der ausgezeichneten Sprecherin Julia Meier.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Ein kleines literarisches Juwel

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Mit Katzentage zeigt Ewald Arenz einmal mehr, wie meisterhaft er es versteht, mit wenigen Worten große Gefühle zu wecken. Diese Erzählung ist zart, leise und gleichzeitig voller Bedeutung – ein kleines ...

Mit Katzentage zeigt Ewald Arenz einmal mehr, wie meisterhaft er es versteht, mit wenigen Worten große Gefühle zu wecken. Diese Erzählung ist zart, leise und gleichzeitig voller Bedeutung – ein kleines literarisches Juwel, das lange nachhallt.

Arenz schreibt mit einer feinen Beobachtungsgabe und einer poetischen Sprache, die sofort berührt. Jeder Satz wirkt sorgfältig gesetzt, jede Szene trägt eine besondere Stimmung in sich. Es ist beeindruckend, wie viel Tiefe und Gefühl in so einer kurzen Form Platz finden können.

Beim Lesen (oder Hören) spürt man diese typische Ewald-Arenz-Melancholie – warm, nachdenklich, tröstlich. Katzentage ist ein stilles Stück Literatur, das einen für einen Moment entschleunigt und daran erinnert, wie schön das Alltägliche sein kann.

Mein Fazit:
Eine wunderschöne, feinfühlige Erzählung voller Atmosphäre und leiser Weisheit. Ewald Arenz beweist erneut sein außergewöhnliches Talent, Emotionen zwischen den Zeilen lebendig werden zu lassen. Ein kleines, aber kostbares Werk – sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Wie wenige Tage das ganze Leben verändern können

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Peter und Paula sind auf der Heimreise von einer gemeinsamen Dienstreise und stranden aufgrund eines Bahnstreiks im schönen Würzburg. Nach einer unverbindlich gedachten, gemeinsam verbrachten Nacht nutzen ...

Peter und Paula sind auf der Heimreise von einer gemeinsamen Dienstreise und stranden aufgrund eines Bahnstreiks im schönen Würzburg. Nach einer unverbindlich gedachten, gemeinsam verbrachten Nacht nutzen sie die gewonnene Zeit, um unbeschwert in den Tag hinein zu leben.

Ich mag die lebensklugen Bücher von Ewald Arenz sehr und auch hier haben mich Titel und Cover gleich angezogen. Katzentage, Tage in entspannter Freiheit, ohne Verpflichtungen, das genießen die beiden Protagonisten und werden wieder zu albernen Teenagern, fernab von ihren Berufen und ihrem Single-Dasein. Und man erlebt mit, wie leicht das Leben zu zweit sein kann, wie wenig man zum Glücklichsein braucht, wenn man es nur zulässt. Damit tun sich die beiden aber schwer. So eingefahren sind die Strukturen, zu vorsichtig sind beide, um dauerhafte Nähe zuzulassen. Es ist eine Katze, die schließlich für eine unerwartete Wendung sorgt.
Ewald Arenz hat wieder ein zauberhaftes Buch geschrieben, liebenswert und kurzweilig, und doch auch mit reichlich Tiefgang. Und Julia Meier liest es mit wohltönender Stimme und ansteckendem Elan!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Zwischen Distanz und Vertrautheit

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Im Hörbuch „Katzentage“ von Ewald Arenz begegnen sich Paula und Peter auf neue Weise. Die beiden kennen sich seit Jahren vom Job, haben jedoch nie wirklich hinter die Fassaden des anderen geschaut. Nach ...

Im Hörbuch „Katzentage“ von Ewald Arenz begegnen sich Paula und Peter auf neue Weise. Die beiden kennen sich seit Jahren vom Job, haben jedoch nie wirklich hinter die Fassaden des anderen geschaut. Nach einem gemeinsamen Seminar verbringen sie eine Nacht miteinander, eine spontane Entscheidung, die ungeplant zur Zäsur wird. Als ein Bahnstreik sie daran hindert, direkt zurückzureisen, bleiben ihnen drei gemeinsame Tage in Würzburg. Was zunächst wie ein Zufall wirkt, wird zu einer Gelegenheit: für Gespräche, Nähe, Zweifel und vorsichtige Annäherung.

Die Lesung von Julia Meier bringt genau das zur Geltung, was die Geschichte ausmacht: Zurückhaltung, Feinfühligkeit und Zwischenräume. Ihre Stimme ist angenehm ruhig, fast neutral, ohne dabei leblos zu wirken. Sie überlässt es den Figuren, durch ihre Gedanken und Gesten zu wirken, statt sie durch Betonung oder Theatralik zu lenken. Diese Art der Interpretation passt gut zu Arenz’ reduzierter Sprache.

Inhaltlich lebt das Hörbuch nicht von großen Wendungen oder dramatischen Höhepunkten. Es ist vielmehr ein stiller Text, der auf Zwischentöne setzt. Die wechselnden Perspektiven von Paula und Peter erlauben Einblicke in ihr Denken, in Unsicherheiten und alte Prägungen. Besonders schön gelingt es dem Autor, die Dynamik zwischen Nähe und Vorsicht darzustellen, nichts wirkt übertrieben oder unrealistisch. Stattdessen spürt man, wie sich zwischen den beiden eine Verbindung aufbaut, die leise, tastend und nicht ganz ohne Risiko ist.

Die titelgebende Katze, die die beiden durch die Stadt begleitet, steht sinnbildlich für das, was geschieht: Nähe entsteht nicht auf Knopfdruck, sondern durch Zeit, Vertrauen und gemeinsame Aufmerksamkeit. Diese Symbolik bleibt dezent, niemals aufdringlich, aber doch präsent.

„Katzentage“ ist kein Hörbuch, das laut auf sich aufmerksam macht. Es richtet sich eher an Hörerinnen und Hörer, die kleine Beobachtungen und stille Entwicklungen schätzen. Wer schnelle Handlung oder eine klar ausformulierte Liebesgeschichte erwartet, wird hier möglicherweise nicht vollständig abgeholt. Doch gerade diese Offenheit und das Unfertige machen den Reiz aus.

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