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Veröffentlicht am 26.09.2022

Vorurteile und Klischees zwischen Deutschen und Türken

Ein Alman feiert selten allein
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Weihnachten mit einer gut situierten, deutschen Familie zu verbringen, scheint für die siebenundzwanzigjährige Elif, Kind türkischer Gastarbeitereltern aus Anatolien, ein anstrengendes, emotionales Erlebnis ...

Weihnachten mit einer gut situierten, deutschen Familie zu verbringen, scheint für die siebenundzwanzigjährige Elif, Kind türkischer Gastarbeitereltern aus Anatolien, ein anstrengendes, emotionales Erlebnis zu sein. Ihre Minderwertigkeitskomplexe, ihre Ängste und Sorgen beim Vergleichen beider sehr verschiedenen Kulturen, weniger gegenüber ihrem Verlobten Jonas, geben in ihrer Beschreibung der deutschen Weihnachtstraditionen ein sehr überspitztes Bild der Deutschen wieder. Diesen provozierenden Spiegel vorgehalten zu bekommen, ist schwer zu akzeptieren in dieser Form des Schreibstils. Dass man sich als Gast in einem fremden Land anpasst und integriert, wird wohl von jedem Zuwandererland erwartet, wenn nicht sogar gefordert. Toleranz und Respekt, eine gewisse Offenheit sollte man jeder Person entgegen bringen, um die hier aufbereiteten Vorurteile und Klischees zu unterbinden.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Kochkünste und Rezepte, verfeinert mit Butter – verwoben um eine Serienmörderin.

Butter
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Die Reporterin Rika in Tokio recherchiert über die Serienmörderin Manako Kaji, die ihre meist ältlichen Verehrer mit ihren Kochkünsten verführt und umgebracht haben soll. Rikas Besuche im Gefängnis sind ...

Die Reporterin Rika in Tokio recherchiert über die Serienmörderin Manako Kaji, die ihre meist ältlichen Verehrer mit ihren Kochkünsten verführt und umgebracht haben soll. Rikas Besuche im Gefängnis sind ein Austausch über Kajiis Kochkünste, ihre Abneigung gegen Margarine und Feministinnen und ihre genussvolle Lebenskunst.
Angedeutet werden Erwartungen in der heutigen patriarchalen Gesellschaft Japans Frauen gegenüber, was die Familie, ihre Ehemänner und weibliche Berufstätigkeit betrifft, scheinbar nicht problemlos machbar.
Leider erfährt der Leser nicht das endgültige Gerichtsurteil über diese Serienmörderin, dafür aber Details über die rezeptgenaue Zubereitung einiger Gerichte mit Butter incl. einem gewichtigen Truthahn, teils nach französischer bzw. amerikanischer Rezeptur.
Für Gourmets und Köche der Meisterklasse könnte dieses Buch interessant sein.

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Veröffentlicht am 23.09.2021

Dating über Ghostdating-Agenturen – humorvoll geschrieben

Morgen schreib ich dir ein Happy End
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Da ich über Dating – bzw. Heirats-Vermittlungsagenturen keine Erfahrungen vorweisen kann, tue ich mich etwas schwer in der Beurteilung, ob eine Liebesgeschichte wie diese in der Realwelt tatsächlich Bestand ...

Da ich über Dating – bzw. Heirats-Vermittlungsagenturen keine Erfahrungen vorweisen kann, tue ich mich etwas schwer in der Beurteilung, ob eine Liebesgeschichte wie diese in der Realwelt tatsächlich Bestand haben kann.
Im Café Crudité treffen sich Miles und Zoey, arbeiten zufällig in verschiedenen Ghostdating-Agenturen und bemühen sich unwissentlich um dasselbe Pärchen. Während Zoey New York und der Liebe eher wenig Gutes abgewinnt, entpuppt sich Miles als Romantiker.
Dieses Online-Dating mit Coach spricht sicherlich eher die jüngere Leserschaft an.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Kein umwerfend spannender Krimi

39 Grad Mord
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Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. ...

Das Cover zeigt kein Meer, keinen Strand, sondern eine Hotelanlage im Sonnenuntergang. Eigentlich könnte dieses Bild auch jeder Mittelmeerinsel zugeordnet werden, auch Andalusien, nicht nur Sizilien. Das Setting wechselt ja anfangs von Kopenhagen in die Nebensaison Siziliens, in eine geräumige Villa mit Pool in Sant’ Emilia. In einem Handlungsstrang geht es dann auch zügig ohne großartige Beschreibungen des dortigen Lokalkolorits um die unerwartet missliche Verdachtssituation der Hauptfigur, der dänischen Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix. Vorgestellt wird sie anfangs im Buch mit Schreibhemmung für einen 2. Krimi, mit Antipathie gegenüber dem Schriftstellerkollegen Jörg Jensen und ihrer Phobie gegenüber öffentlichen Auftritten. Ab dem 2. Tag unter Mordverdacht stehend, versucht sie in Selbstüberschätzung und überzogenen, teils gefährlichen Aktionen und Ermittlungen in alkoholisierter Eigenregie durchzuziehen, die aber ebenso wenig authentisch wirken wie die Arbeit der dortigen Polizei. Ihre Kontakte zur Mafia, zum helfenden Schriftstellerkollegen wie auch zu den Nebenfiguren wirken sehr konstruiert, unrealistisch. Durch die Einbindung ihres wenig überzeugenden Liebeslebens mit der Polizistin Carlotta und der isländischen Freundin Margrét verliert der Krimi nur an Spannung. Die abschließende Verfolgungsjagd der angeschossenen Hannah auf Vespa und im PKW bis in den Privatjet von Jörg hilft zwar den Mörder endlich dingfest zu machen nach mehreren Morden, aber insgesamt fehlt doch eine stringente, nachvollziehbare Ermittlungsarbeit mit tiefer gehenden, kreativen Wendungen. Die Infiltrierung des etablierten Systems in Sizilien durch die Mafia wird als Gesellschaftskritik angerissen.

Als Krimi zu oberflächlich und spannungsarm.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Nicht leicht, zu sich selbst zu finden bei schwerwiegenden Lebensveränderungen

Einfach super
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Das Thema Scheidung, das Ende einer Ehe steht im Mittelpunkt und damit einhergehende Depressionen, Selbstzweifel und Lebensveränderungen im Leben der 28-jährigen Meggie in Toronto. In der Ich-Form versinkt ...

Das Thema Scheidung, das Ende einer Ehe steht im Mittelpunkt und damit einhergehende Depressionen, Selbstzweifel und Lebensveränderungen im Leben der 28-jährigen Meggie in Toronto. In der Ich-Form versinkt sie in Trauer und Selbstmitleid, gefolgt von einer Dating-Periode voller leerem Sex bis zu lang anhaltenden Therapie-Einheiten. Über ihre sognannte Freundschaft mit ihrer Chat-Gruppe zu lesen ist unterhaltsam. Aber die Reflektionen über Meggies Probleme in ihrem Alter um 30 Jahre wirken in all den Irrungen und Wirrungen eher oberflächlich und unbedeutend, zu langatmig ausgebreitet. Die Handlungsweise des Ehemannes Jon ist schlecht nachvollziehbar, auch in Bezug auf die gemeinsame Katze. Der Buchtitel Einfach super ist sarkastisch gemeint, denn bei diesem Scheidungsvorgang verläuft viel Emotionales gar nicht super.
Der Schreibstil ist in flotter, salopper Wortwahl gehalten, stellenweise sogar vulgär. Der hier beschriebene Lebensstil von Millennials mag am ehesten die Altersgruppe von zwischen den Jahren 1980 und 1995 Geborenen ansprechen. Das ziemlich abrupte Ende überrascht.

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