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Veröffentlicht am 05.11.2025

Jess & Joan - eine ganz besondere WG

Neuanfang in Notting Hill
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Die zweiunddreißigjährige Jess lebt seit einem Jahr bei ihrer besten Freundin Debs in der Abstellkammer. Denn damals hat sie nicht nur ihren Freund sondern auch ihre gesamten Ersparnisse verloren. Hat ...

Die zweiunddreißigjährige Jess lebt seit einem Jahr bei ihrer besten Freundin Debs in der Abstellkammer. Denn damals hat sie nicht nur ihren Freund sondern auch ihre gesamten Ersparnisse verloren. Hat ihr Ex-Freund doch die Anzahlung auf die gemeinsame Eigentumswohnung nie auf das Konto des Verkäufers der Wohnung überwiesen, sondern selbst eingesackt und ist dann verschwunden. Seither hat Jess Probleme mit Männern und kann niemandem mehr vertrauen, den sie nicht länger kennt. Doch die Situation in der engen Wohnung von Debs ist kaum mehr tragbar, erwartet die doch gerade ihr viertes Kind und will in Jess Zimmer das neue Kinderzimmer einrichten. So lässt Jess sich dazu überreden, sich bei einer Zeitungsannonce zu melden, die ein günstiges Zimmer verspricht. Joan, die zukünftige Vermieterin, ist mit ihren achtzig Jahren nicht mehr so fit und eigentlich auch einsam, was sie natürlich nur ungern zugibt. Doch das erste Treffen der beiden unterschiedlichen Frauen verläuft überraschend gut und sie werden sich schnell einig, dass Jess bereits am nächsten Wochenende einziehen kann. Jess freut sich sehr und bringt wieder Leben in das stille Haus in der Portobello Road. Bereits nach wenigen Tagen ist das Zusammenleben aufeinander abgestimmt und Jess geht mit Joans Hund Gassi, kocht für beide oder sie spielen Scrabble zusammen. Bei einem Match Scrabble und Wein gehen Beide dann auf einen Tausch ein, der ihnen bereits am nächsten Morgen schon abenteuerlich und wild erscheint: Joan kauft sich ein Handy und setzt sich mit dem Internet und seinen Vorzügen auseinander, während Jess ihr Handy abgibt und ab jetzt offline lebt. Da dieser Deal über vier Monate gehen soll, sind beide gespannt, wie es sich entwickeln wird. Und sie werden überrascht sein, wie gut es sich sich ab jetzt lebt.

Norie Clarke legt diesem Roman zwei Themen zugrunde, denn einerseits zeigt sie das besondere Zusammenleben von einer Seniorin und einer jungen Frau und dessen Vorzüge, aber auch das Leben online und offline. Das allein verspricht schon ein einzigartiges Lesevergnügen, das durch Joans Reise in die Vergangenheit und ihre Liebesgeschichte mit Joe ergänzt wird, während Jess die Besonderheiten von Briefkontakt mit einem Fremden erfährt. Da sich der Erzählstil der Autorin sehr flüssig und kurzweilig liest, fliegen die Seiten nur so dahin.

Da ich an diesem Roman bereits das Cover total gerne mochte, war ich sehr auf den Inhalt gespannt und ob er das hält, was er verspricht. Und ich hatte tatsächlich sehr unterhaltsame, aber auch emotionale und berührende Lesestunden, die nur so dahinflogen. Eben eine ganz besondere Freundschaft, an deren Beginn ich hautnah dabei sein durfte.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Eine unerwartete Liebe in Schottland

Wie ein Stern in dunkler Nacht
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Christina ist Ärztin und gerade in einem Krankenhaus tätig, was für stressige und anstrengende Dienste sorgt. Doch neben ihrer Arbeit ist auch ihr Leben alles andere als einfach im Moment. Denn sie und ...

Christina ist Ärztin und gerade in einem Krankenhaus tätig, was für stressige und anstrengende Dienste sorgt. Doch neben ihrer Arbeit ist auch ihr Leben alles andere als einfach im Moment. Denn sie und ihr Freund Steffen möchten unbedingt ein Kind. Nachdem aber bereits die erste Schwangerschaft in einem Abgang endete, ist auch die zweite nun in einem Teilabort geendet und Christina fühlt sich mittlerweile immer unzulänglicher und droht in ihrer Trauer unterzugehen. Leider kann sie auch mit Steffen nicht die Gespräche führen, die nötig wären, um ihr wieder auf die Beine zu helfen. Als überraschend ein Anruf ihrer Studienfreundin Melina eingeht, indem diese sie darum bittet, ihre Hausarztpraxis in Tobermory auf der Isle of Mull für neun Monate zu übernehmen, da sie für Ärzte ohne Grenzen ins Ausland gehen möchte, zögert Christina nicht lange und stimmt dieser Auszeit zu. Das bedeutet allerdings das Aus für ihre Beziehung mit Steffen und Christina nimmt auch das in Kauf, denn sie fühlt sich einfach nur einsam und verloren. Dass die Schotten aber erst einmal sehr misstrauisch allem Neuen gegenüberstehen, wird Christina schnell klar, als sie in ihrer neuen Heimat ankommt. Auch der Farmer Aidan bildet da keine Ausnahme. Er ändert aber seine Meinung, als sie ihm mit der Versorgung seines Fohlens hilft und tatkräftig anpackt, als der Tierarzt nicht verfügbar ist. So ist der Beginn einer Freundschaft gegeben und Christina und Aidan beginnen sich anzunähern.

Violet Thomas erzählt in diesem romantischen Roman mit viel Tiefgang über das Schicksal von Christina, die nach ihren zwei Aborten Abstand zu ihrem Alltag braucht und deshalb nach Schottland geht. Dass sie dort heilen kann, ist sehr schön und steht im Mittelpunkt des Romans. Auch Aidan kämpft mit inneren Dämonen und kommt nicht über ein schmerzhaftes Erlebnis in der Vergangenheit hinweg. So verbindet die Beiden sofort etwas.

Dieser Roman lag nun leider viel zu lange ungelesen in meinem Bücherregal, weshalb ich nun wirklich neugierig darauf war. Doch obwohl ich schöne Lesestunden mit dem Buch hatte und den Schreibstil der Autorin flüssig finde, konnte mich die Handlung nicht vollkommen fesseln und für sich einnehmen. Denn das Schicksal der beiden Protagonisten ist hart und hat mich immer wieder berührt, doch es konnte mich nicht so sehr fesseln, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu lesen.

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Stürmische Zeiten brechen an

Berlin Friedrichstraße: Novembersturm
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Berlin, 1920: Robert, Johannes, Ilse und Luise waren allerbeste Freunde und kaum ohne einander anzutreffen, als sie in ihrer Kindheit viel Zeit zusammen vor und in ihrem Wohnhaus an der Friedrichstraße ...

Berlin, 1920: Robert, Johannes, Ilse und Luise waren allerbeste Freunde und kaum ohne einander anzutreffen, als sie in ihrer Kindheit viel Zeit zusammen vor und in ihrem Wohnhaus an der Friedrichstraße verbracht haben. Auch Ella aus dem Hinterhaus war immer zugegen und hatte vorallem Augen für den feschen Johannes. Doch nun, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, ist alles anders, denn Johannes gilt immer noch als verschollen und niemand rechnet mehr damit, dass er jemals nach Berlin zurückkehren würde. So versucht auch Luise weiterzumachen und nimmt schließlich den Heiratsantrag von Robert an. Denn schon früher bestand zwischen ihm und Johannes ein Konkurrenzkampf um Luises Gunst. Dass Johannes aber gerade an dem Tag aus dem fernen Frankreich zurückkehrt, als die Beiden sich das Ja-Wort geben, bringt alles durcheinander. Für die Freunde beginnt eine wilde Zeit voller Unsicherheit, Vergebung und geprägt von den dunklen Schatten, die der vergangene Krieg immer noch auf ihre Leben wirft.

Ulrike Schweikert widmet diesen ersten Band ihrer Familiensaga rund um diese fünf Charaktere aus der Friedrichstraße in Berlin den Goldenen Zwanzigern mit seinen zahlreichen politischen Umbrüchen, der Inflation, dem damit einhergehenden Hunger, dem neuerwachten kulturellen Leben in der Hauptstadt und dem Erwachsenwerden der Protagonisten. Aufgrund der gründlichen Recherchen der Autorin wirken die Begebenheiten sehr realistisch und ziehen die Leser mitten hinein in diese stürmische Zeit.

Voller Freude habe ich diesen Roman begonnen zu lesen und fand das Leben der fünf jungen Menschen faszinierend und sehr interessant. Allerdings hat das Buch mit dem Fortschreiten der Handlung an Spannung verloren und ich habe die berührenden, emotionalen Momente vermisst. Denn die Autorin erwähnt jeden politischen Umbruch, jedes Attentat, jeden Putsch und alle anderen historischen Fakten und sorgt so dafür, dass es irgendwann sehr sachlich wird. Ebenso ergeht es mir mit der Nennung der vielen Kulturschaffenden, die zwar sehr prägend für dieses Jahrzehnt sind, aber auch so viel Platz im Geschehen einnehmen, dass das Leben der wahren Protagonisten immer weiter in den Hintergrund rückt, was ich sehr schade finde. Naütrlich möchte ich trotzdem noch den zweiten Teil der Familiensaga lesen und bin gespannt, wie es in der Friedrichstraße mit seinen Bewohnern weitergeht.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Weil jeder Freunde braucht!

Stachel und Stunk
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Die Erzieherin Frau Bär trommelt heute in der Wurzelzwerge-Kita alle Kinder zusammen, denn es sollen gleich die beiden Neuen kommen. Allerdings ist der Erste der Beiden zuerst unauffindbar. Hat er sich ...

Die Erzieherin Frau Bär trommelt heute in der Wurzelzwerge-Kita alle Kinder zusammen, denn es sollen gleich die beiden Neuen kommen. Allerdings ist der Erste der Beiden zuerst unauffindbar. Hat er sich doch versehentlich mit seinen Stacheln an der Gartentür festgehängt. Das passiert Stachel leider öfter, denn bei Stress richten sich seine Stacheln auf. Allerdings löst sich das Problem dann ganz von selbst, als der zweite Neue die Gartentür so fest hinter sich zuschlägt, dass Stachel wegkatapultiert wird. Stunk ist so ganz anders als Stachel. Er hat seine Boombox dabei, reagiert auf alles ablehnend und macht sein eigenes Ding. Aber auch als Stunk einfach davonrennt, nachdem er versehentlich einen Stinkepups abgesetzt hat und Frau Bär davon bewusstlos geworden ist, gibt Stachel nicht auf. Gemeinsam jagen sie durch den Wald, erschrecken sich vor einem Vogel und merken dann, dass Stunk Angst vor der Ablehnung der anderen Kinder hat, die wohl behaupten, dass er immer stinke. Stachel riecht aber nichts und hat auch nichts gegen eine vorsichtige Umarmung einzuwenden. Nun sind sie Freunde sind nehmen sich fest vor, immer ehrlich zueinander zu sein. Als sie dann gemeinsam mit Frau Bär und den anderen Wurzelzwergen zurück in die Kita gehen, haben sie noch einen tollen Nachmittag mit Musik aus Stunks Boombox, viel Tanz und lustigen Momenten.

Juli Wind erzählt in diesem Kinderbuch ab vier Jahren über zwei ganz besondere Tierkinder, die schließlich Freunde werden. Ihre außergewöhnlichen Eigenschaften, die leider als Schwächen ausgelegt werden, können sie gemeinsam so annehmen, wie sie sind und dadurch zu Freunden werden. Die Sprache, die die Autorin gewählt hat, ist kindgerecht und durchsetzt von lustigen Ausdrücken. Gemeinsam mit den humorvollen, kunterbunten und detailreichen Illustrationen von Ulrike König wird aus der Geschichte ein schönes Bilderbuch.

Meine Tochter und ich mögen das Buch und mussten immer wieder lachen. Allerdings sind wir aber schon etwas älter als die Zielgruppe und können so manchen Scherz besser verstehen, als es einem Vierjährigen gelingen mag. So finde ich das letzten Gespräch von Stachel und Stunk über den Hasen und dass dieser komisch sei, etwas schwierig. Auch sonst hätte ich mir gewünscht, dass etwas ernster mit dem Thema "Anders sein" umgegangen worden wäre. Trotzdem ist die Geschichte lustig und sorgt sicherlich auch bei kleineren Kinder für so einige Lacher.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Eine unvergessliche Nacht

What Happens After Midnight
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Bereits seit einem Jahr sind Lily und Tagg kein Paar mehr, dabei waren die beiden Jahre ihrer Beziehung unvergesslich. Seit Lily aber Schluss gemacht hat, hat sich alles geändert. Sie gehen sich aus dem ...

Bereits seit einem Jahr sind Lily und Tagg kein Paar mehr, dabei waren die beiden Jahre ihrer Beziehung unvergesslich. Seit Lily aber Schluss gemacht hat, hat sich alles geändert. Sie gehen sich aus dem Weg und vermeiden es, miteinander zu sprechen. Als Lily aber die Nachricht vom "Narr" bekommt, ob sie Teil seines Teams beim Schulstreich sein möchte, stimmt sie etwas widerwillig zu. Denn dieser Streich ist etwas ganz besonderes. Erstens ist der "Narr" niemals bekannt, sondern agiert im Verborgenen. Zweitens ist es eine Ehre, der Anführer bei dieser Aktion sein zu dürfen. Und drittens ist es ein erster von vielen kleinen Abschieden von der Highschool-Zeit. Lily ahnt aber schnell, dass es sich in diesem Jahr um Tagg handelt, der diese ehrenvolle Aufgabe von seinem Vorgänger übergeben bekommen hat. Sie hat Angst vor der Nähe, die dabei vielleicht aufkommen könnte und auch, dass alte Gefühle plötzlich wieder aufkommen, die sie doch so hartnäckig zu unterdrücken versucht. Dennoch geht sie zum Treffpunkt um 0 Uhr und verbringt eine ganz wirklich unvergessliche Nacht mit Tagg und seinem Team.

K. L. Walther erzählt die Liebesgeschichte von Lily und Tagg aus Lilys Ich-Perspektive. So wirkt alles deutlich nahbarer und zieht die Leser noch mehr in ihren Bann. Obwohl Lily und Tagg erst kurz vor dem Highschool-Abschluss stehen, wirken sie sehr reif und als wüssten sie genau, was sie wollen.

Ich haben diesen New-Adult-Roman wirklich gerne gelesen. Denn ich mochte den Erzählstil der Autorin sofort und habe mich beim Lesen sehr wohlgefühlt. Die nächtliche Aktion der Beiden und ihrer Freunde ist sehr unterhaltsam und von emotionalen Momenten geprägt. Vorallem die kurzen Rückblicke in die Vergangenheit des ehemaligen Liebespaares sind perfekt in die Gegenwart eingewoben und sorgen für mehr Hintergrundwissen, schweifen aber niemals zu sehr in die Vergangenheit ab. Eine wunderschöne Second-Chance-Romance!

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