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Veröffentlicht am 06.11.2025

Starke Frauen finden ihren Platz

Die Frau der Stunde
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Es ist mein erstes Buch der Autorin, welches mir jedoch gut gefallen hat, auch wenn ich es anspruchsvoll fand.
Im Fokus steht Catherina, eine aufstrebende Politikerin, die es schafft, sich in der männerdominierten ...

Es ist mein erstes Buch der Autorin, welches mir jedoch gut gefallen hat, auch wenn ich es anspruchsvoll fand.
Im Fokus steht Catherina, eine aufstrebende Politikerin, die es schafft, sich in der männerdominierten Bonner Welt durchzusetzen. Dabei hat sie andere Frauen, die ihr als Freundin, Ratgeberin, Mentorin und Unterstützung zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird sie aber auch mit den gesellschaftlichen Ansichten der damaligen Zeit konfrontiert. Eine ledige Außenministerin? Dies verkörpert alles andere als das damals gängige Frauenbild. Aber genau so wie die "Männerclubs" zusammenhalten und sich gegenseitig fördern, schafft es auch Catherina mit ihrem Frauennetzwerk, sich zu behaupten.

Die Figuren sind fiktiv, scheinen aber Parallelen zu einzelnen Personen aufzuzeigen. Es ist brilliant, mit leichtem Witz geschrieben. Und doch habe ich mich schwer getan, reinzufinden. Es waren sehr viele Personen, vielleicht hätte mir hier ein Personenverzeichnis geholfen. Aber da ich mit Namen so meine Probleme habe, fiel mir das wirklich schwer. Für mein Empfinden sollte man ein gewissen Faible für Politik mitbringen und die damit verbundenen kleinen Machenschaften und Machtkämpfe. Es spielt in einer Zeit, die ich noch nicht live erlebt habe. Daher war es umso interessanter, Einblicke zu erhalten. Die Figuren sind scharf gezeichnet und füllen ihre Rollen absolut passend aus. Mir persönlich sind die angesprochenen Punkte schwer gefallen, empfinde das Buch aber dennoch als lesenswert und genial geschrieben. Daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Eine „Zettelbox“ interessanter Impulse aus der Wirtschaft

SIMON SAGT! Was im Management wirklich zählt.
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Manchmal macht es Sinn, den Klappentext zu lesen, bevor man ins Buch startet. Denn darauf ist genau das beschrieben, „eine Zettelbox“. Geclustert nach verschiedenen Bereichen, wie Führung. Zeitmanagement ...

Manchmal macht es Sinn, den Klappentext zu lesen, bevor man ins Buch startet. Denn darauf ist genau das beschrieben, „eine Zettelbox“. Geclustert nach verschiedenen Bereichen, wie Führung. Zeitmanagement usw. finden sich in diesem Buch zahlreiche Zitate, Episoden, Erinnerungen, die Herman Simon in seinem Berufsleben gesammelt hat. Ein Schatz an Erfahrung, Wissen, Kontakten und Begebenheiten. H. Simon ist Mitgründer der renommierten Unternehmensberatung Simon-Kucher. Vor diesem Hintergrund sind die gesammelten Notizen fundiert und wertvoll und einfach interessant. „Wollen kann man nicht lernen.“ für mich ein zentrales Zitat, so simpel wie wahr.
Das Buch ist gut strukturiert, doch es liest sich nicht wie Fließtext, sondern genau wie die „Zettelbox“. Drin stöbern, fündig werden, weiter schauen, zurückkommen und entdecken.
Insgesamt ein tolles Werk mit einer Wahnsinns Erfahrung.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

ein tolles Portrait einer starken Frau und einer ganzen Epoche

Anna oder: Was von einem Leben bleibt
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Henning Sussebach hat sich auf die Suche gemacht nach dem Leben seiner Urgroßmutter. Dabei entstanden ist genau dieses Buch. Ein Portrait von Anna, einer Frau, die im Jahr 1887 eine Stelle als Lehrerin ...

Henning Sussebach hat sich auf die Suche gemacht nach dem Leben seiner Urgroßmutter. Dabei entstanden ist genau dieses Buch. Ein Portrait von Anna, einer Frau, die im Jahr 1887 eine Stelle als Lehrerin im tiefen Sauerland angetreten hat und ihrer Zeit in mancherlei Dingen voraus war.
Wieviel wissen wir eigentlich über unsere eigene Familie? Die groben Eckdaten sicherlich, insbesondere von Eltern und Großeltern. Wann sind sie geboren, wann wurde geheiratet, wo wohnten sie. Doch wie lebten sie? Wie haben sie über Dinge empfunden, wie reagiert? All dies ist häufig nicht bekannt und je weiter man in den Generationen zurückgeht, umso weniger ist bekannt. Nur wenige Andenken werden die Zeiten überdauern.
Genau dies greift Henning Sussebach auf und versucht das Leben von Anna zu rekonstruieren und ihr so ein Gesicht, ein Aufleben zu verschaffen. Das Resultat in Form dieses Buches ist ein wunderbares Portrait der Zeit, in der Anna lebte. Was geschah in der Welt? Welche technischen Entwicklungen begleiteten und beeinflussten die Zeit? Und wieviel davon kam auf dem Land? Das Buch gibt einen lesenswerten Eindruck in die Geschichte und gleicht einem Abbild einer Epoche.

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Veröffentlicht am 23.10.2025

ein starker Roman

Wir sehen uns wieder am Meer
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Birgit beginnt in einem Krankenhaus im Norden Norwegens als Krankenschwester zum Ende der Kriegszeit. Im Ort sind auch die Lager verschleppter Zwangsarbeiter angesiedelt mit unwürdigen Bedingungen. So ...

Birgit beginnt in einem Krankenhaus im Norden Norwegens als Krankenschwester zum Ende der Kriegszeit. Im Ort sind auch die Lager verschleppter Zwangsarbeiter angesiedelt mit unwürdigen Bedingungen. So trifft Birgit eines Tages auf die 16-jährige Nadia, welche aus ihrer Heimat entrissen wurde und nun in der Fischfabrik arbeiten muss. Die beiden freunden sich an, was jedoch unentdeckt bleiben muss. Doch im Krankenhaus kann Birgit auf Unterstützung hoffen und schließt sich dem Widerstand an. Dies bringt Birgit kurz vor Kriegsende in höchste Gefahr. Doch auch nach Ende des Krieges ist dies nicht ausgestanden und Birgit findet sich in den Fängen verschiedener Geheimdienste wieder.
„Wir sehen uns wieder am Meer“ ist Band 3 der Reihe um Teklas Freundinnen. In diesem band steht Birgit im Fokus und obwohl ich die beiden Vorgänger nicht gelesen habe, war ich sofort drin in der Geschichte. Der Roman liefert ein Portrait einer Widerstandskämpferin, die ihr eigenes Leben riskiert um den kleinen Unterschied zu machen. Ein Funken Menschlichkeit in dieser schrecklichen Zeit. Mich hat das Buch begeistert und animiert nun auch die anderen beiden Teile zu lesen. Eine bewegende Geschichte, teils beklemmend, aber in jedem Fall berührend und eine große Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Erwachsenwerden heißt eigene Entscheidungen zu treffen

Nachteule
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Luisa wurde als Baby adoptiert. Aus Peru stammend, wächst sie bei einem Ehepaar in Deutschland auf. Ihre Gabe, nachts sehen zu können, ist dabei aber Segen und Fluch, denn so wird ihr nur noch mehr Aufmerksamkeit ...

Luisa wurde als Baby adoptiert. Aus Peru stammend, wächst sie bei einem Ehepaar in Deutschland auf. Ihre Gabe, nachts sehen zu können, ist dabei aber Segen und Fluch, denn so wird ihr nur noch mehr Aufmerksamkeit beschert. Eines Tages trifft sie im Wald hinterm Haus auf einen Obdachlosen, Tim. Mit jugendlicher Naivität und Freundlichkeit hilft sie ihm und wird ungeplant so in seine Lügen verstrickt.

Ingrid Noll schreibt unaufgeregt und doch bewegend Luisas Geschichte. Als Heranwachsende weiß sie noch nicht ganz, wo sie steht, entdeckt noch und macht Erfahrungen. Dabei verstrickt sie sich selbst in Lügen und kann am Ende kaum mehr unterscheiden, was wahr und falsch ist. Ein tolles Buch über die Hürden des Erwachsenwerdens, die Gefahr der Beeinflussung und das eigene Erkennen. Ich habe es sehr gern gelesen.

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