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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Ein so wichtiges Thema

Endometriose-Sprechstunde
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Endometriose-Sprechstunde öffnet einem die Augen für eine Krankheit, die noch immer viel zu oft übersehen wird. Das Buch führt verständlich und praxisnah in die Thematik ein, erklärt Symptome, Diagnosewege ...

Endometriose-Sprechstunde öffnet einem die Augen für eine Krankheit, die noch immer viel zu oft übersehen wird. Das Buch führt verständlich und praxisnah in die Thematik ein, erklärt Symptome, Diagnosewege und Behandlungsmöglichkeiten. Es veranschaulicht all das durch Fallbeispiele realer Patientinnen. Man erlebt ihre Schmerzen, ihre Frustration über Fehldiagnosen und wie sie versuchen, ihr Leben trotz der Krankheit zu meistern. Diese Geschichten machen die Erkrankung greifbar, man fühlt mit und erkennt, wie unterschiedlich Endometriose verlaufen kann.

Die Fülle an Informationen fordert Aufmerksamkeit, Nachschlagen und öfteres Lesen, um wirklich zu verstehen, worauf es ankommt. Gleichzeitig schafft es Sichtbarkeit, liefert fundiertes Wissen und vermittelt, wie wichtig es ist, dass Endometriose ernster genommen wird. Wer sich informieren, Betroffene verstehen oder sich selbst Orientierung verschaffen möchte, findet hier einen wertvollen Begleiter, der fachliches Wissen mit echten, berührenden Erfahrungen verbindet.

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Veröffentlicht am 07.11.2025

Entschleunigung in der Vorweihnachtszeit

A Season of Love and Secrets
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A Season of Love and Secrets ist wie ein literarischer Adventskalender voller kleiner Momente, die das Herz wärmen. Jeden Tag öffnet man ein neues Kapitel, mal mit einem Lächeln, mal mit einem leisen Seufzer ...

A Season of Love and Secrets ist wie ein literarischer Adventskalender voller kleiner Momente, die das Herz wärmen. Jeden Tag öffnet man ein neues Kapitel, mal mit einem Lächeln, mal mit einem leisen Seufzer und alle zwei Kapitel schließt sich eine kleine, in sich abgeschlossene Kurzgeschichte, die ein bisschen nach Glühwein, Hoffnung und Neuanfang duftet.
Besonders schön finde ich, dass hier verschiedenste Autoren ihre Handschrift hinterlassen. Darunter auch Kathinka Engel, Christian Handel, Leni Wambach und Mia Moreno. Jede Geschichte trägt ihren eigenen Zauber, und doch ergibt alles zusammen ein stimmiges Ganzes. Es geht um Liebe und Freundschaft, um die kleinen Begegnungen, die aus kalten Tagen warme machen.
Von den verschneiten Straßen New Yorks über eine Raumstation ganz weit entfernt bis zurück nach München. Zwischen funkelnden Lichterketten, alten Bekannten und dem Duft von Zimtsoufflé begegnet man Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen. Wer schon Bücher der beteiligten Autorinnen und Autoren kennt, freut sich über ein Wiedersehen mit vertrauten Charakteren, fast so, als würde man alte Freunde unter dem Weihnachtsbaum wieder treffen.
Auch wenn man unbedingt weiterlesen möchte ist es doch schön, wenn man sich jeden Tag ein bisschen Zeit nehmen kann, um ein Kapitel zu lesen. Dadurch entschleunigt die Vorweihnachtszeit auf eine ganz angenehme und leise Weise. Wir wissen alle, dass diese Zeit oft schon stressig genug ist, da wirkt so eine kleine Lesepause täglich wirklich wie ein kleiner Ruhepol.
Ich bin mir sicher, dass für viele auch neue Autorinnen und Autoren dabei sind, und genau das macht dieses Buch so schön und anders. Durch die kleinen Kurzgeschichten kann man wunderbar in die unterschiedlichen Schreibstile eintauchen und entdecken, welche Stimmen einen besonders ansprechen. Für mich waren Bianka Behrend und Andreas Suchanek echte Highlights. Ihr gefühlvoller Stil hat mich sofort abgeholt und neugierig auf mehr gemacht. Insgesamt fühlt sich das Ganze an wie eine kleine literarische Reise, die einen von Geschichte zu Geschichte trägt und immer wieder aufs Neue verzaubert.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Subtile Magie

Die geheimnisvolle Bäckerei in der rue de Paris
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Mal wieder ein richtiges Wohlfühlbuch mit Herz, Geschichte und einer Prise Magie. Evie Woods hat einen unglaublich atmosphärischen Schreibstil. Man spürt förmlich den Duft von frischem Gebäck, hört das ...

Mal wieder ein richtiges Wohlfühlbuch mit Herz, Geschichte und einer Prise Magie. Evie Woods hat einen unglaublich atmosphärischen Schreibstil. Man spürt förmlich den Duft von frischem Gebäck, hört das geschäftige Treiben auf den Straßen von Paris und taucht vollkommen in die Welt der Figuren ein.
Wie auch in den anderen beiden Büchern hat es mich wieder begeistert, wie geschickt die Autorin verschiedene Zeitstränge miteinander verknüpft. Vergangenheit und Gegenwart fließen so organisch ineinander, dass man manchmal gar nicht merkt, wie man zwischen den Zeiten wechselt. Auch die Verbindung der unterschiedlichen Protagonisten ist wunderbar gelungen. Jede Figur trägt ein kleines Puzzleteil zur Gesamtgeschichte bei.
Die Ausflüge in die Vergangenheit, vor allem in die Zeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs, sind nicht nur spannend, sondern auch lehrreich. Evie Woods schafft es, historische Ereignisse feinfühlig einzubetten, ohne belehrend zu wirken. Es fühlt sich eher an, als würde man beim Lesen ganz nebenbei etwas über Geschichte, Menschlichkeit und den Mut zum Neubeginn erfahren.
Das Einzige, was mich ein wenig gestört hat, waren die französischen Textpassagen. Ich spreche kein Französisch und fand es manchmal schwierig, die genaue Bedeutung zu erfassen. Zwar wurde meist erklärt, was gesagt wurde, aber mir hat oft die exakte Übersetzung gefehlt. Zum Glück habe ich das Buch als E-Book gelesen, so konnte ich einfach den Übersetzer benutzen. In gedruckter Form hätte mich das wahrscheinlich mehr irritiert.
Insgesamt ist es ein wunderschöner, atmosphärischer Roman über Neuanfänge, die Magie des Alltags und die Geschichten, die uns über Generationen hinweg verbinden. Ein Buch zum Eintauchen, Wohlfühlen und Träumen, mit ganz viel französischem Charme.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Cozy Herbststory

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh lebt nicht nur von der Geschichte um James und Jude, sondern vor allem von der Atmosphäre, den Figuren und dem Schreibstil. Die kleine Stadt Lower Whilby ...

The Pumpkin Spice Latte Disaster von Kyra Groh lebt nicht nur von der Geschichte um James und Jude, sondern vor allem von der Atmosphäre, den Figuren und dem Schreibstil. Die kleine Stadt Lower Whilby wird mit viel Liebe zum Detail beschrieben, sodass man sich sofort ein Bild von den Cafés, Straßen und dem herbstlichen Flair machen kann. Die Umgebung wirkt so lebendig, dass man die Kälte spürt, den Duft von frisch gebrühtem Kaffee fast riecht und die Stimmung der Stadt förmlich miterlebt.James, der Sohn einer bekannten Band, führt sein kleines Café mit Ruhe und Herz, während Jude nach ihrer bewegten Vergangenheit für die Hocheizeit ihrer Schwester zurück in die Stadt kommt – zusammen mit ihrem erfolgreichen Musik-Podcast, der nur auf ein Interview mit James’ Eltern wartet. Ihre Begegnungen sind von Anfang an geprägt von Kabbeleien, Missverständnissen und kleinen humorvollen Momenten, die sich langsam zu einer glaubwürdigen, zarten Verbindung entwickeln. Es ist spannend zu verfolgen, wie die beiden über sich hinauswachsen, lernen, einander zu vertrauen und offen über ihre Gefühle zu sprechen.
Die Nebencharaktere wie Eleanore und Olive begleiten James und Jude auf liebevolle, aber auch fordernde Weise und eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Durch die detaillierten Beschreibungen der Stadt, des Cafés und der herbstlichen Stimmung fühlt man sich mitten im Geschehen. Kyra Grohs Schreibstil ist locker, flüssig und angenehm zu lesen. Die Dialoge zwischen James und Jude sind lebendig, witzig und gleichzeitig emotional aufgeladen, sodass sich ihre Beziehung authentisch entwickelt. Humor, kleine Missverständnisse und tiefere emotionale Momente wechseln sich gekonnt ab, während ernste Themen wie Bindungsängste, sexuelle Übergriffigkeit oder Betrug sensibel eingebunden werden.
Die Geschichte macht Spaß, berührt und zeigt auf natürliche Weise, wie zwei Menschen über ihre eigenen Unsicherheiten hinauswachsen, einander vertrauen lernen und gemeinsam neue Wege finden, ganz ohne gekünstelte Dramatik.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Wie immer grandios

Die Geschichtensammlerin
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Evie Woods überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Kaum beginnt man zu lesen, merkt man, dass ihre Geschichten nie geradlinig sind. Man glaubt zu wissen, wohin die Reise geht, doch am Ende fügt sich alles ...

Evie Woods überrascht mich jedes Mal aufs Neue. Kaum beginnt man zu lesen, merkt man, dass ihre Geschichten nie geradlinig sind. Man glaubt zu wissen, wohin die Reise geht, doch am Ende fügt sich alles auf ganz andere, oft magische Weise zusammen. Ihre Erzählkunst macht es unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen, weil sich hinter jeder Ecke neue Wendungen und unerwartete Begegnungen verbergen.
In ihrem Roman ‚Die Geschichtensammlerin‘ verbindet sie irische Sagen mit menschlichen Schicksalen auf beeindruckende Weise. Nach einer Trennung reist Sarah planlos nach Irland und landet in einem kleinen Cottage, das Oran gehört. Dort entdeckt sie ein altes Tagebuch, versteckt in einem Baum, geschrieben im Jahr 1910 von der jungen Irin Anna. Sie berichtet von ihrer Begegnung mit Harold, einem Amerikaner, der nach Irland kam, um die Geschichten des „Guten Volks“, also der Feen und der Anderswelt, zu sammeln. Gleichzeitig lernt Sarah Oran und seine Tochter Hazel näher kennen, die jeweils ganz unterschiedliche Ansichten zu diesen alten Sagen haben.
Evie Woods gelingt es, diese beiden Zeitstränge geschickt miteinander zu verweben, bis sich die Geschichten von Sarah und Anna auf berührende, aber indirekte Weise begegnen. Dabei geht es nicht nur um Liebe und Romantik, sondern auch um tiefgehende, komplexe Themen, die das Leben vieler Menschen prägen: sexuelle Belästigung, Todgeburten, Mordverdacht, Verlust, Angst und der schwierige Weg, sich selbst wiederzufinden. Die Autorin behandelt diese schweren Themen mit so viel Einfühlungsvermögen, dass sie nie bedrückend wirken, sondern stets nachvollziehbar und berührend bleiben.
Der Schreibstil von Evie Woods ist dabei federleicht und gleichzeitig intensiv. Man hat das Gefühl, über Zuckerwattewolken zu laufen: sanft, weich und doch voller Gefühl. Jede Szene, jede Begegnung ist so lebendig beschrieben, dass man die irische Landschaft, die kleinen Details des Cottages und die Magie der Anderswelt direkt vor Augen hat. Das Buch zeigt auf wunderschöne Weise, dass Schmerz und Hoffnung oft nah beieinanderliegen und dass selbst in den dunkelsten Kapiteln des Lebens ein Hauch von Magie verborgen ist.

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