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Veröffentlicht am 07.11.2025

Herrlich schwarzhumorige Komödie aus dem Friedhofs-Café Zum abgegebenen Löffel

Das kleine Café am Friedhof
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Inhaltsangabe Verlag:
Köstliches Beileid
Nicht jede Leiche liegt in einem Sarg …
Agnes, Waltraud und Erika – drei Damen im besten Alter – teilen eine höchst ungewöhnliche Leidenschaft: Beerdigungen. Im ...

Inhaltsangabe Verlag:
Köstliches Beileid
Nicht jede Leiche liegt in einem Sarg …
Agnes, Waltraud und Erika – drei Damen im besten Alter – teilen eine höchst ungewöhnliche Leidenschaft: Beerdigungen. Im kleinen Café am Friedhof trifft sich das Trio regelmäßig nach den Begräbnissen zu Kaffee und Kuchen. Nur ein harmloses, kleines Ritual mit Sahnehäubchen? Nicht so ganz. Denn die drei hüten mehr als nur ein dunkles Geheimnis.
Als eines Tages ein mysteriöser Fremder auf dem Friedhof auftaucht, der ihnen unentwegt diabolisch zuzwinkert und offenbar eine geheime Botschaft für sie hat, gerät das Trio in Unruhe. Wer ist der unheimliche, dürre Kerl? Weiß er womöglich etwas über die dunklen Kapitel ihrer Vergangenheit?
Höchst alarmiert machen sie sich auf eine skurrile Spurensuche quer durch ihre Erinnerungen, unterstützt von einem krummbeinigen Hund mit Blähbauch und einer patenten Serviererin mit Nerven aus Stahl.
Eine tiefschwarze Krimikomödie. Makaber, absurd, berührend – aber bitte mit Sahne!

Meine Inhaltsangabe:
Die drei Freundinnen Agnes, Waltraud und Erika (Ricky) haben ein ganz besonderes Hobby: Beerdigungen besuchen. Immer, wenn wieder jemand zu Grabe getragen wird, sind die drei zur Stelle und gönnen sich danach im Friedhofs-Café Kaffee und Kuchen. Begleitet werden sie von Rickys fürchterlich furzendem Hund Brutus. Eines Tages taucht ein hagerer, seltsamer Mann ebenfalls auf allen Beerdigungen auf und scheint die drei Freundinnen zu beobachten. Der muss von den dunklen Geheimnissen aus der Vergangenheit wissen. Denn jede von Ihnen hat eines, von dem nicht mal die jeweils andere etwas weiß. Als sich dann auch noch die Café-Besitzerin seltsam benimmt und alle zu bedienen scheint, nur die drei Damen nicht ist ihnen klar: irgendwas ist hier im Busch! Es wird Zeit, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Erster Satz: »Agnes Fleischhauer zitterte.«

Mein Eindruck:
Ich muss jetzt echt aufpassen, dass ich nicht spoilere. Denn dieses Buch, das wie eine makabere Komödie über drei einsame Frauen beginnt, sich dann durch die Rückblicke in die Vergangenheit zu ihren dunklen Geheimnissen schon fast zu einem Thriller mausert, erfährt letztlich eine Wendung, die ich so überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Und ich kann sagen: was für super Lesestunden hat mir das beschert! Mit viel Humor, der teils rabenschwarz ist, werde ich immer tiefer in das Leben der drei hineingezogen und musste nicht nur wegen Brutus und seinen pangalaktischen Donnerfürzen lauthals lachen. Der Schreibstil ist herrlich bildhaft und ich konnte alles wie in einem Film sehen. Das war absolutes Kopfkino. Eigentlich hätte ich Popcorn beim Lesen essen sollen. Oder auch eine Zitronen-Baiser-Torte mit Himbeeren. Apropos: hinten im Buch gibt es zwei Rezepte: eben jene erwähnte Torte sowie Walnussecken. Und es gibt noch eine Bonus-Kurzgeschichte, die mich völlig überrascht und begeistert hat! Sie rundet das Buch erst so richtig ab. Einfach großartig, was die drei Damen (die Autorinnen, aber natürlich auch die Romanfiguren) hier hingelegt haben. 5/5 Sterne und eine dicke Empfehlung an alle, die makabre, schwarze Komödien mit Überraschungseffekt mögen.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Kloß im Hals, Humor und Hoffnung – was für ein schönes Buch über verlassene Hunde

Dogtown
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Inhaltsangabe Verlag:
In Dogtown suchen alle das Glück – hier im Heim für einsame Hunde, für dicke und dünne Streuner, feige und mutige. Die alte Bernhardinerdame Geraldine dreht auf den Fluren Pirouetten, ...

Inhaltsangabe Verlag:
In Dogtown suchen alle das Glück – hier im Heim für einsame Hunde, für dicke und dünne Streuner, feige und mutige. Die alte Bernhardinerdame Geraldine dreht auf den Fluren Pirouetten, Buster, der Golden Retriever, spielt mit seinem Kumpel Ball, und Chance, das Border-Collie-Mädchen, hilft Boss, der Leiterin des Heims, beim Pokern. Und doch vermissen sie alle ihre Lieblingsmenschen ganz schrecklich. Das Herz vergisst nicht. Und der Bauch will gekrault werden. Bei Wind und Wetter flüchtet Chance eines Tages mit Robokopf, dem Roboterhund, und Freund Maus in die Freiheit. Die drei schlafen im Möbelhaus, klauen auf dem Fischmarkt Garnelen, bis Chance findet, wonach sie sich so verzehrt hat: ihr Für-immer-Zuhause und Menschen, die sie lieben.

Meine Inhaltsangabe:
Chance, eine dreibeinige Hündin, ist in Dogtown gelandet, dem Heim für verlassenen Hunde. Sie ist sich sicher, dass ihre Menschen (Professor und Jessie) sie suchen und verzweifelt zurückhaben wollen. Doch warum nur sitzt sie dann schon so lange hier. Da sie Boss, der Tierheimleiterin, Glück beim Pokern bringt, darf Chance sich frei im Heim bewegen. Sie lernt Robokopf kennen, einen Roboterhund, der ebenfalls im Heim abgegeben wurde. Sie freunden sich an und dann ist da auch noch Maus, Chance kleine Mäusefreundin. Eines Tages fassen die drei den Plan, auszubüxen und Robokopfs Familie zu finden und auch nach Chances Menschen Ausschau zu halten. Da draußen ist es nicht leicht für herrenlose Hunde und bald stehen sie vor der Entscheidung, wie es weitergehen soll.

Erster Satz: »Ich weiß, was ihr denkt: Der arme Hund hat nur drei Beine.«

Mein Eindruck:
Ich habe bisher alle Bücher von Katherine Applegate, die ich gelesen habe, heiß und innig geliebt. Daher musste ich Dogtown unbedingt auch lesen. Die Kapitel sind alle sehr kurz, mal nur eine Seite, mal zwei, maximal drei. Das ist schön, wenn man Erstleser ist und sich so super von Kapitel zu Kapitel entlanghangeln kann. Ich hingegen bin quasi in einem Rutsch durch das Buch gereist. Denn im Ernst: es ist SO schön! Geschrieben aus der Sicht von Hündin Chance springen mir aus jeder Zeile geballte Emotionen entgegen: Freude, Traurigkeit, Hoffnung, Verzweiflung, Liebe. Ich fühle so mit den Hunden mit, auch mit dem Roboterhund und habe nahezu ständig und wechselweise einen Kloß oder auch ein fröhliches Glucksen im Hals. Herzerwärmend und gleichzeitig super spannend, traurig und gleichzeitig so witzig. Hier kommt alles zusammen und das in einem Schreibstil, der es mir leicht macht, mich völlig in die Story hineinzuversetzen. Die vielen richtig klasse s/w-Illustrationen tragen das ihre dazu bei, genauso wie die vielen herzerwärmenden, klugen Dialoge voller Gefühl und Verständnis (»Jimmy liebt dich. Das kann er aber nicht offen zugeben, weil er sich zurzeit so anstrengen muss, erwachsen zu werden.« Seite 153). Ich liebs! 5/5 Sterne! Wer lustige, traurige, emotionale und einfach nur schöne Bücher mit Tieren mag, wird Dogtwon lieben.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

HistoFantasy mit leichten Steampunkvibes und einer zauberhaft berührenden magischen Story

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate
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Inhaltsangabe Verlag:
Durch Rustgate zieht sich ein Riss. Vor vielen Jahren brach inmitten der Stadt die Erde auf und heraus schwärmten magische Wesen. Der Riss wurde zugeschüttet – die Wesen blieben. ...

Inhaltsangabe Verlag:
Durch Rustgate zieht sich ein Riss. Vor vielen Jahren brach inmitten der Stadt die Erde auf und heraus schwärmten magische Wesen. Der Riss wurde zugeschüttet – die Wesen blieben. Obwohl erbittert Jagd auf sie gemacht wird.
Als eines Tages aus einem Ei ein geheimnisvolles und einzigartiges Wesen schlüpft, ändert sich das Leben des Waisenmädchens Nelly für immer.
Camou ist halb Fledermaus, halb Chamäleon, ein Hauch von Drache. Wild und verspielt und unfassbar verfressen. Er wächst rasend schnell und Nelly, die beim legendären Sternenzirkus Unterschlupf gefunden hat, soll ihn zur Unterhaltung der feinen Gesellschaft dressieren. Camou aber sehnt sich nach Freiheit. Ein scheinbar unmöglicher Wunsch. Denn in Rustgate schweben freie magische Tierwesen in ständiger Gefahr …
Fesselndes Abenteuer über eine starke Underdog-Heldin und ihr verspieltes und zugleich mächtiges Fabelwesen – wunderbar emotional erzählt von Bestseller-Autorin Kira Gembri. All das vor dem Hintergrund eines historisch-fantastischen England, das von Magiern, Feen und einzigartigen Tierwesen bevölkert ist!

Meine Inhaltsangabe:
Rustgate, England: ein großer Riss zieht sich quer durch den Ort, aus dem vor vielen Jahren seltsame Wesen hervorbrachen. Der Riss ist inzwischen zugeschüttet und wird streng bewacht. Die Menschen fühlen sich durch die fremdartigen, magischen Wesen gefährdet und so gibt es strenge Regeln, wonach diese sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Nelly, die ihre Stelle als Bedienstet in einem Herrenhaus verloren hat, irrt durch die Straßen und ist verzweifelt. Sie findet Unterschlupf im Sternenzirkus, in dem die fremdartigen Wesen zur Belustigung der Menschen vorgeführt werden. Eines Tages schlüpft aus einem seltsamen Ei ein noch seltsameres Wesen: halb Drache, halb Fledermaus und auch irgendwie katzenähnlich vom Verhalten her. Camou, wie der Kleine genannt wird, soll die nächste Attraktion des Zirkus werden und Nelly soll ihn trainieren. Doch Camou, der sich innerhalb kürzester Zeit von einer Handvoll in einen echten Riesen auswächst, hat Sehnsucht. Nach seiner Heimat unter dem Riss, nach Freiheit. Nelly und zwei Verbündete aus dem Zirkus (beides Wesen) wollen helfen und begeben sich auf eine gefährliche Mission.

Erster Satz: »Wie jeden Morgen erwachte ich mit dem Gefühl, als hätte mich ein Fuhrwerk überrollt.«

Mein Eindruck:
Dass die Bücher von Kira Gembri super sind, weiß ich ja schon. Nelly Emberwing reiht sich da perfekt ein. Dieses Buch hat mich völlig gefesselt und mich in ein historisch anmutendes, ein wenig steampunkiges England voller Armut, Verzweiflung, Hoffnung, Freundschaft und Magie entführt. Die Idee ist einfach großartig, die Umsetzung perfekt. Ich habe alles wie einen lebendigen Film vor mir gesehen und mich von der ersten Sekunde in Camou verliebt. Aber auch in Nelly, die mutig und so empathisch und liebenswert ist und in Grayson, Freund und magisches Wesen aus dem Zirkus, der mir mit seiner besonnenen, zurückhaltenden Art immer mehr ans Herz gewachsen ist. Es gibt aber auch die anderen Figuren, die ich liebend gern in der Luft zerrissen hätte. Wie Kira Gembri es schafft, in mir diese vielen unterschiedlichen Emotionen hervorzurufen, alle auf einmal und völlig ungebremst, ist schon ein kleines Kunstwerk. Auch das Ende, das mir einerseits fast das Herz gebrochen, mich dann aber wieder hat hoffen lassen war schlicht grandios! Mich hat die Geschichte auf jeden Fall vollkommen in ihren Bann gezogen und ich hätte am liebsten immer weitergelesen. Dass ich die Fortsetzung lesen muss, steht außer Frage. Von mir 5/5 und sogar ein kleines Highlight-Sternchen. Ich war ergriffen, musste aber auch SO viel lachen. Einfach perfekt und eine Empfehlung an alle, die herrlich atmosphärische Histofantasy-Storys mit wundervollen Figuren mögen.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Märchenhaft-magische Weihnachtsgeschichten aus dem Zauberwald

Als mir der Westwind Geschichten erzählte – Weihnachtsabenteuer zum Vorlesen
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Inhaltsangabe Verlag:
Hör zu, was der Westwind erzählt
Als ein magisches Buch im Besitz eines schusseligen Zauberers landet, der in einem alten Turm lebt, ist es wahnsinnig aufgeregt. Doch anstatt das ...

Inhaltsangabe Verlag:
Hör zu, was der Westwind erzählt
Als ein magisches Buch im Besitz eines schusseligen Zauberers landet, der in einem alten Turm lebt, ist es wahnsinnig aufgeregt. Doch anstatt das Buch mit spannenden Zaubersprüchen zu füllen, vergisst der Zauberer es einfach auf dem Dachboden. Mit nur ein paar Kochbüchern als einzige Gesellschaft langweilt es sich dort zu Tode. Bis eines Tages der Westwind zum Turmfenster hereinweht und beginnt, ihm die aufregendsten Geschichten aus dem Zauberwald neben dem Turm zu erzählen. Und plötzlich weiß das Buch genau, was es werden will: ein Geschichtenbuch! Ein wunderbar fantasievolles Vorlesebuch voller magischer Geschichten und Abenteuer, perfekt für die kuschelige Jahreszeit.

Meine Inhaltsangabe:
Das magische Buch langweilt sich im Turm des Zauberers, der es schlicht vergessen hat, es mit Inhalt zu füllen. Es fragt sich, was für ein Buch es gerne sein würde. Da kommt der Westwind in den Turm geweht und erzählt ihm eine aufregende Geschichte aus dem umliegenden Zauberwald. Plötzlich füllen sich die Seiten des Buchs mit genau dieser Geschichte. Endlich hat es seinen Sinn und Zweck gefunden. Der Westwind kommt noch weitere neun Mal vorbei und jedes Mal findet so eine weiteres Weihnachtsabenteuer den Weg ins Buch. Die Geschichten handeln alle von den Tieren, Trollen, Hexen, Wassermännern und sonstigen Wesen aus dem Zauberwald.

Erster Satz: »Ich grüße Dich.«

Mein Eindruck:
Schon rein optisch ist das ein richtig schönes Buch! Angefangen beim Cover mit der Ausstanzung, der tollen Größe, dem stabilen Papier der Seiten bis hin zu den vielen wirklich zauberhaften, schönen bunten Bildern, die den Text wunderbar passend begleiten. Eigentlich ist es eine Geschichte in einer Geschichte, denn die zehn Weihnachtsabenteuer werden dem Buch ja vom Westwind erzählt. Hübsch ist auch, dass die Teile, in denen es um das Zauberbuch geht, mit blau geschrieben sind und die Geschichten selbst in schwarz. Jede der zehn Geschichten ist in sich abgeschlossen, spielt aber im selben Zauberwald und so treffen wir immer wieder bekannte Figuren aus vorherigen Abenteuern. Das gefällt mir sehr gut. Die Stories sind witzig, spannend, liebenswert und winterlich/weihnachtlich und fühlen sich an, wie wunderbare kleine Märchen. Ganz bezaubernd und daher natürlich die vollen 5/5 Sterne von mir. Das perfekte Vorlese- oder Erstleserbuch für die Vorweihnachtszeit.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Umgang mit der Emotion Wut

Die drei Muckeltiere und der Wüterix
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Inhaltsangabe Verlag:
Ein Sturm der Gefühle trifft auf das turbulente Abenteuer der drei Muckeltiere und ihren knuffigen Wüterix-Freund!
Aufregung im Emo-Wald: Die Emos wollen Verstecken spielen, aber ...

Inhaltsangabe Verlag:
Ein Sturm der Gefühle trifft auf das turbulente Abenteuer der drei Muckeltiere und ihren knuffigen Wüterix-Freund!
Aufregung im Emo-Wald: Die Emos wollen Verstecken spielen, aber der Wüterix wütet und tobt mal wieder herum. Die Emos ignorieren ihn zunächst und – als das nicht wirkt – schimpfen sie mit ihm. Aber auch der Versuch, ihn mit einem Lolli zu bestechen, besänftigt den Wüterix nicht. Im Gegenteil: Der wird immer wütender! Da können nur noch die drei Muckeltiere helfen. Die sanftesten und kleinsten Emos haben schließlich eine besondere Gabe darin, Streit zu schlichten...

Meine Inhaltsangabe:
Die Wesen im Emo-Wald spielen miteinander. Doch dann kommt der Wüterix und brüllt und stampft und reißt Bäume aus. Sie versuchen ihn zu ignorieren, ihn direkt zu konfrontieren, ihn mit einem Lolli zu bestechen und letztlich ihn mit Gegenbrüllen zum Aufhören zu bringen. Doch all das bringt nichts, der Wüterich wütet weiter. Die Emos holen die Muckeltiere zu Hilfe. Mit ihrer sanften Art sehen sie den Wüterix an und fragen ihn, ob er ihnen nicht gern erzählen möchte, was ihn so wütend macht. Und plötzlich ist der Wüterix gar nicht mehr wütend, sondern vielmehr traurig, weil er nie mit den anderen mitspielen darf. Da wird den anderen Emos klar, dass der Wüterix eigentlich gar nicht furchteinflößend, sondern gekränkt und traurig ist. Ab sofort beziehen sie ihn in ihre Spiele ein.

Erster Satz: »Weit weg – hinter den höchsten Bergen, den tiefsten Tälern und den kristallklarsten Seen – liegt der Emo-Wald.«

Mein Eindruck:
Wer kennt sie nicht, die kleinen Kids, die sich manchmal in ihrer Wut regelrecht verlieren und nur noch schwer da rauszuholen sind. Dieses Bilderbuch zeigt kindgerecht, was es mit Wut auf sich haben kann und das da oft mehr dahintersteckt. Selber brüllen, beschuldigen und konfrontieren kann die Lage schlimmer machen. Besser ist es, den Wüterix wissen zu lassen, dass man ihn sieht, man erkannt hat, dass er wütend ist und einfach zu fragen, weshalb das so ist. Ganz ohne zu verurteilen. Einfach mal nachfragen. Mir gefällt die Botschaft, die auf Verständnis setzt und darauf, nicht auf den ersten Blick jemanden zu verurteilen und in eine Schublade zu stecken und dass hinter Wut oftmals ganz etwas anderes steckt. Die großformatigen, immer eine ganze Doppelseite einnehmenden bunten Bilder mit den fantasievollen Fabelwesen sind ein bisschen dunkel gehalten, aber nicht bedrückend. Im Wald ist es nun mal oft etwas dunkler. Der Text ist kurz und kindgerecht. Super zum Vorlesen also oder auch für Erstleser. Und eine schöne Grundlage, um schon mit den ganz Kleinen über Emotionen zu sprechen. 5/5 Sterne.