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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2018

Eine neue Sicht auf das Universum durch die Quantenphysik

Der Schlüssel des Salomon
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Der CIA Direktor für Wissenschaft und Forschung wird im renommierten CERN tot aufgefunden. Einzig ein Zettel in seiner Hand gibt einen Hinweis auf die möglichen Geschehnisse. Sofort macht sich die CIA ...

Der CIA Direktor für Wissenschaft und Forschung wird im renommierten CERN tot aufgefunden. Einzig ein Zettel in seiner Hand gibt einen Hinweis auf die möglichen Geschehnisse. Sofort macht sich die CIA auf die Spur des Kryptologen und Geschichtsprofessors in Lissabon Tomás Noronha, der der Schlüssel zu allem sein soll...

Zugegeben, der Anfang erinnert stark an Illuminati und den Geschehnissen des CERN von Brown. Allerdings ändert sich dies schlagartig. Das Buch ist zwar eine Mischung aus historischen Fakten, Fiktion und echten wissenschaftlichen Fakten, aber die Umsetzung dieser höchst spannenden Mischung ist einzigartig und doch so ganz anders, als ich es erwartet hatte. Die Hauptstory verläuft oft im Sande und verliert sich in den ausgeprägten wissenschaftlichen Erklärungen zur Quantenphysik, die zwischendurch immer wieder eingeschoben werden, vor allem dann, wenn sie auf der Flucht sind und eigentlich andere Sorgen haben ;). Dadurch verliert die Verfolgungsjagd an Spannung und büßt beträchtlich an Authentizität ein. Zudem tauchen einige fragwürdige Ereignisse auf, wie beispielsweise, dass Tomás als Fachfremder mehr Ahnung von der Quantenphysik hat, als die Mitarbeiter des CIA, die in ihrer Ausbildung, aufgrund ihrer Berufslaufbahn,vermutlich mehr mit den physikalischen Hintergründen zu tun hatten, als der Geschichtsprofessor. Etwas gefehlt haben mir die historischen Fakten und das Entschlüsseln von Symbolen, die nur spärlich vorhanden waren. Dafür war das Eintauchen die quantenphysikalische Welt äußerst spannend, unglaublich dargestellt und sehr gut für Laien, wie mich, verständlich. Das hat mein Interesse an der Thematik derart geweckt, dass ich mich bestimmt weiter damit beschäftigen werde, wenn auch auf einem einfacheren Niveau.

Der Autor entführt den Leser in eine neue und unvorstellbare Welt der Physik, die auf wissenschaftlich fundierten Theorien und Hypothesen beruht und zum heutigen Zeitpunkt korrekt sind, lässt allerdings die Hauptstory unglaubwürdig erscheinen, sodass diese meistens vor sich hin plätschert und einige turbulente Geschehnisse scheinbar mehr mit Glück als mit Verstand zu tun haben.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Die Vergangenheit holt einen irgendwann ein...

Schlüssel 17
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Alles beginnt mit einer zufälligen Entdeckung und dem Fund eines ganz besonderen Schlüssels im Jahre 1998. Einige Jahrzehnte später verfolgen die damaligen Geschehnisse den LKA-Ermittler Tom immer noch. ...

Alles beginnt mit einer zufälligen Entdeckung und dem Fund eines ganz besonderen Schlüssels im Jahre 1998. Einige Jahrzehnte später verfolgen die damaligen Geschehnisse den LKA-Ermittler Tom immer noch. Denn mit dem ominösen Schlüssel verschwand auch seine jüngere Schwester Viola spurlos. Trotz des Fundes ihrer angeblichen Leiche glaubt Tom fest daran, dass sie lebt. Plötzlich wird eine Dompfarrerin erhängt aufgefunden, mit eben diesem verschollenen Schlüssel Nummer 17 um den Hals. Und damit bricht die Vergangenheit endgültig in das Leben der fünf Freunde von damals, mit teils verheerenden Folgen und einem rachsüchtigen Unbekannten...

Das Buch beginnt sehr geheimnisvoll und unverständlich, da das Hintergrundwissen fehlt. Im Nachhinein ergibt alles einen Sinn, aber durch den spannenden und Gänsehaut verursachenden Einstieg wird der Leser gleich gefangen und dazu animiert weiter zu lesen. Im Laufe der Ermittlungen lernt man die Protagonisten besser kennen und versteht im Hinblick auf die vergangenen Passagen, die immer wieder zwischendurch auftauchen, Toms Hintergründe und seine unerschöpfliche Hoffnung. Die ihm zur Seite stehende Psychologin Sita ist mir augenblicklich sympathisch, scheint es doch, als habe sie eine schwere Vergangenheit. Etwas gestört haben mich die einfachen Erpressungen Toms, damit er ihr seine Absichten verrät. Das scheint mir in Anbetracht ihrer Profession ziemlich ungeschickt und unangebracht. Zwischen den beiden fehlte mir eine feste Bindung. Zwar kannten sie sich erst seit kurzem, aber dennoch wirkte ihr Umgang sehr distanziert und wenig kollegial, auch nachdem Tom ihr alles damals Geschehende verrät. Der Spannungsbogen wird von Anfang an hoch gehalten und die Ermittlungen werfen immer mehr Fragen auf, die einen weiter anstacheln die Geheimnisse zu lüften. Die Auflösung ist vollkommen unberechenbar und unvorhersehbar gewesen und hat mich schockiert, angewidert und überrascht. Die kleine parteiische Unsicherheit eines LKA-Kollegen in einer absoluten Gefahrensituation hat den Nervenkitzel noch erhöht und die Entladung der Spannung zusätzlich getriggert. Eine vollkommene Auflösung gab es auch nicht ganz. Ein wichtiger Akteur, der im Verborgenen handelte, wird ganz zum Schluss kurz erwähnt. Ob er später eine Rolle spielen wird ist ungewiss, aber er lässt Fragen und Vermutungen offen.

Veröffentlicht am 28.01.2018

Atmosphärischer Kriminalroman

Der Tod in den stillen Winkeln des Lebens
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Eigentlich will sich Ermittler Ioan Cozma in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung bedeckt halten und keine Aufmerksamkeit erregenden Fälle mehr bearbeiten. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und ...

Eigentlich will sich Ermittler Ioan Cozma in den letzten Jahren vor seiner Pensionierung bedeckt halten und keine Aufmerksamkeit erregenden Fälle mehr bearbeiten. Doch die Vergangenheit holt ihn ein und fordert ihren Tribut, sodass er sich mit dem Mordfall einer 18-jährigen Deutschen beschäftigen muss, der ihn nicht nur bis nach Deutschland führt, sondern auch in seine eigene Vergangenheit...

Der Einstieg fiel mir schwer, da es mehrere Handlungsstränge gab mit verschiedenen Personen an verschiedenen Orten, die so schnell wechselten, dass ich dem Verlauf der Handlungen nur schwerlich folgen konnte. Der auf mich abgehackt wirkende Schreibstil war anfangs ebenfalls nicht so mein Fall. Mit der Zeit gewöhnte ich mich daran und die Orts-, und Personennamen konnte ich gut zuordnen. Die Atmosphäre des Buches schien mir erst nicht so greifbar und stimmungsvoll, auch das hat sich zum Ende hin gewaltig geändert, sodass mir die schwermütige, bedrückende Atmosphäre sehr gut gefallen hat und mich überzeugen konnte. Die Handlung gleicht eher einer Hexenjagd und die Täter bleiben lange im Verborgenen, ebenso die Motive der Taten. Es geschehen viele unerwartete Wendungen und dabei kommt auch der ein oder andere zu Schaden. Die Protagonisten wirkten sehr distanziert und geheimnisvoll, als umgäbe sie ein Nebel, der sie undurchdringlich machte. Das Ende war überraschend bedrückend, da es irgendwie kein gutes oder schlechtes Ende hatte, sondern eher etwas dazwischen. Der kulturelle und geschichtliche Hintergrund der Geschichte Rumäniens hat mir dieses Land etwas näher gebracht, da ich bisher noch nicht viel darüber wusste.

In jedem Fall ein atmosphärischer Kriminalroman mit vielen unschönen Enthüllungen, die sich allerdings verdichten und in ruhiger und subtiler Art und Weise ihr Ende finden und die so Geschichte perfekt und rund abschließen.

Veröffentlicht am 25.01.2018

Geschichte zum Greifen nah

Die letzte Borgia
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Lucrezia Borgia kann sich nichts mehr wünschen, denn sie besitzt schon alles. Ihr Vater Papst Alexander VI. liebt sie über alles und auch ihr Bruder Cesare vergöttert seine wunderschöne Schwester. So sehr, ...

Lucrezia Borgia kann sich nichts mehr wünschen, denn sie besitzt schon alles. Ihr Vater Papst Alexander VI. liebt sie über alles und auch ihr Bruder Cesare vergöttert seine wunderschöne Schwester. So sehr, dass es einen ängstigen könnte. Um politische Bündnisse zu festigen heiratet sie in die Familienlinie der d'Estes ein und beginnt ihr neues Hofleben in Ferrara. Währenddessen wird der Macht-, und Kriegshunger von Cesare und Alexander immer stärker und die Borgias scheinen ganz Italien einnehmen zu können, so groß ist ihre Macht. Doch haben sie nicht mit dem heimtückischen Wesen von Mutter Natur gerechnet, die ihnen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung macht, der sie zu Fall bringen könnte.

In einem flüssig zu lesenden, angenehmen und größtenteils zeitlich passenden Sprachstil entführt die Autorin den Leser in eine Welt voller Intrigen, politischen Spannungen, Machthunger und unerwarteten Schlägen von Fortuna. Man wird mit den kulturellen, politischen, gesellschaftlichen und auch einigen medizinischen Aspekten der damaligen Zeit vertraut gemacht und zunehmend in die Geschichte gezogen. Wenngleich sie nicht so vor Spannung strotzt - Cesares Eroberungszüge hätten wesentlich intensiver gestaltet werden können - so ist sie doch interessant und animierte mich dazu weiterzulesen. Es ist so viel Hass und Rache in der Geschichte und es wird anschaulich dargestellt wie die Kirche bzw. das Papsttum seine Macht ausnutzt, um sein Territorium zu erweitern und seine Tentakel auszubreiten, in der Hoffnung bald ganz Italien zu ergreifen. Absolut empfehlenswert für alle, die sich für die Zeit der Renaissance in Italien interessieren.

Veröffentlicht am 20.01.2018

Aufregender Mystery-Thriller

Das Jesus-Experiment
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Ein wissenschaftlicher Durchbruch für Tom Jennings, der es nach zahlreichen Jahren geschafft hat, vererbte Erinnerungen sichtbar zu machen. Auf einmal rücken die Geschehnisse und Geheimnisse rund um Jesus ...

Ein wissenschaftlicher Durchbruch für Tom Jennings, der es nach zahlreichen Jahren geschafft hat, vererbte Erinnerungen sichtbar zu machen. Auf einmal rücken die Geschehnisse und Geheimnisse rund um Jesus und den Zeiten damals in den Vordergrund der gesellschaftlichen Diskussionen. Zudem erkennt Tom im Zuge seiner Forschung, dass die Autistin Giulia eine Verwandte Pontius Pilatus ist, die mehr über den am meisten von Geheimnissen umgebenen Mann der religiösen Geschichte weiß. Doch dadurch rufen sie ungeahnte, alte Mächte wach und eine gnadenlose Jagd beginnt.

Die Geschichte erinnert entfernt an Dan Browns Bücher, da auch die Mischung aus alter Geschichte und moderner Wissenschaft sehr gut gelingt und mir persönlich besonders gefällt. Die Idee vererbte Erinnerungen sichtbar zu machen, finde ich sehr aufregend, wenngleich ich denke, dass sowas mehr Fluch als Segen sein würde, wenn es eines Tages möglich werden sollte. Der Anfang des Buches war eher etwas Schleppend und Zäh, aber danach wurde es umso spannender, rasanter und die Geschichte konnte mich komplett einnehmen und für sich gewinnen.

Alles in allem ein toller Thriller mit historischen Elementen und wissenschaftlichen Errungenschaften, die mich vollends überzeugen konnten.