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Dani_Lisbeth

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2025

Kein „Safe Space“ - wirklich nirgendwo!

Safe Space
11

Anna, aus deren Perspektive der Haupterzählstrang geschildert wird, geht als junge forensische Psychologin in die JVA, um dort in einer sozialtherapeutischen Abteilung mit Schwerverbrechern zu arbeiten. ...

Anna, aus deren Perspektive der Haupterzählstrang geschildert wird, geht als junge forensische Psychologin in die JVA, um dort in einer sozialtherapeutischen Abteilung mit Schwerverbrechern zu arbeiten. Gleichzeitig verfolgt sie hierbei aber auch einen privaten (Rache-)Plan. Und sie ist damit nicht allein, denn ihr Gegenspieler verstrickt sie in ein mörderisches Spiel – doch wer ist es?

Aus meiner Sicht ein psychologisch fundierter Thriller, der seinem Genre alle Ehre macht!
Viele verschiedene Erzählstränge und Stilmittel wie Tagebucheinträge und Rückblenden lassen die Figuren lebendig werden. Man kann sich einfühlen, mitfühlen und mitleiden.
Gleichzeitig wird der Spannungsbogen bis zum Bersten ausgereizt. Immer wieder finden Wendungen in der Geschichte statt, mit denen nicht zu rechnen war.
Der Titel ist einfach genial gewählt, denn er trifft auf schon fast unheimliche Art auf so viele Bereiche zu!
Und wenn ich auch mehrfach Momente hatte, in denen ich dachte, dass etwas nicht ganz rund ist, so gab es jedes Mal irgendwann doch eine logische Erklärung. Prima, denn ich bin sehr enttäuscht, wenn sich Ungereimtheiten einstellen, ein Ende mir unlogisch oder einfach nur zu platt vorkommt. Bei einer recht neuen Autorin hatte ich da zugegebenermaßen schon etwas Bedenken. Aber hier wurde ich nicht enttäuscht: Alle Fäden wurden wieder aufgenommen und zu Ende gesponnen.
Auch die psychologischen Hinter- und Abgründe sind fachlich nicht zu beanstanden.
So macht Thrillerlesen Spaß! Ich jedenfalls werde die Autorin weiterhin im lesenden Auge behalten und mich bestimmt bald an ihr erstes Buch begeben!

Ein Psycho-Thriller mit so vielen plötzlichen Wendungen, dass einem dabei ganz schwindelig werden kann!
Wer sich aber darauf einlassen kann, dass man dranbleiben und sich manchmal auch ein wenig gedulden muss, bis etwas aufgeklärt wird, wird hier mit einer ordentlichen Portion Nervenkitzel belohnt! Dieses Buch ist wirklich psycho!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Unendlichkeit im Angesicht der Endlichkeit

Write Me for You
1

Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt ...

Tillie Cole nimmt uns mit auf eine schwere Reise, die gegen den Krebs und mit der großen Liebe. Der Krebs hat auch der Autorin große Verluste zugefügt, wodurch sie weiß, wovon sie schreibt, und das merkt man auch.

June ist erst 17 Jahre alt, als bei ihr eine Leukämie im Endstadium diagnostiziert wird. Sie glaubt, ihren Traum vom Schreiben, ihre erste Liebe und wahre Freundschaft nicht mehr erleben zu können, weil ihr die Zeit entrinnt. Ihre einzige Chance ist eine neue Studie, die eine Therapie speziell für jugendliche Krebserkrankte erforscht. June begibt sich auf die Reise zu der Ranch, auf der diese Therapie angeboten wird. Sie begibt sich zugleich auf die Reise ihres Kampfes gegen den Tod und damit der Reise ihres Lebens. Und sie schreibt sie auf, denn sie möchte Autorin werden.
Das Buch führt junge Lesende zu einem schweren Thema. Es erzählt von der Endlichkeit des Lebens und auch davon, dass die Krankheit Krebs nicht fair ist, sich nicht an Regeln hält. Auch junge Menschen sind betroffen und zu oft ist ein Leben einfach zu kurz.
Während „Write me for you“ mich gleich zu Anfang durch die wundervolle Sprache Coles mit den wirklich beeindruckenden sprachlichen Bildern sofort in seinen Bann zog, begeisterte es mich kurz darauf für eine Weile weniger: Das Leben auf der Ranch, die Jugendlichen in ihrer Bubble, die schnelle intensive Liebesgeschichte waren mir zu seicht, zu oberflächlich, zu rosarot.
Rückblickend muss ich aber zugeben, dass es wahrscheinlich genau das brauchte, um auch Jugendliche mit dem Thema einer lebensbedrohlichen Krankheit vertraut zu machen, ohne zu dunkel zu werden. Und mal ehrlich: Was erwartet man bei dem Cover – KEIN Rosarot?!?
Schließlich entfaltet sich Junes Geschichte zu einer wahren „Story in der Story“, die den Leser/die Leserin auffordert, sich gedanklich selbst einzubringen und zu entscheiden, welches welche ist. Eine wirkliche Glanzleistung, die mich tief beeindruckt hat.
Als Mutter konnte ich viel aus der Geschichte mitnehmen. Als Mensch kann dies bestimmt jeder von uns, wenn wir das Buch und sein Thema an uns heranlassen.
Allerdings wäre auch ein Mehr an Tiefgang, mehr Charakter und mehr Information möglich gewesen. Die Story hätte diesbezüglich definitiv mehr gekonnt.
Cole schreibt eine Romanze für jugendliche Leser:innen, die auch ein ernstes Thema aufgreift, wenn auch unter einem wirklich dichten zartrosa Schleier – für dieses Publikum auf jeden Fall eine Empfehlung!


Tillie Cole ist bekannt dafür, dass ihre Bücher die Leserschaft zu Tränen rührt und führt. Doch neben einer Packung Taschentücher für die Tränen, braucht man definitiv auch ein bisschen Schokolade fürs Herz beim Lesen dieses wundervollen YoungAdult-Romans.
Er erzählt die Liebesgeschichte von June und Jesse: eine Geschichte von intensiver Freundschaft und eine Geschichte über die eigene Kraft und auch die eigene Endlichkeit.
Thank you, Tillie Cole, that you „Wrote them for us“!

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Tolle Idee, ganz sensibles Thema

Jahr um Jahr um Jahr um Jahr
0

Die Idee für das Buch - ein Mann, der jedes Jahr von allen vergessen wird - hat mich sofort angesprochen.
Wie geht man damit um?
Wie fühlt sich das an?
Wie findet man eine Ausweg?
Der Autor hat einen ...

Die Idee für das Buch - ein Mann, der jedes Jahr von allen vergessen wird - hat mich sofort angesprochen.
Wie geht man damit um?
Wie fühlt sich das an?
Wie findet man eine Ausweg?
Der Autor hat einen sehr einfühlsamen Schreibstil, der dem Thema gerecht wird.
Es werden Details bedacht und dargestellt, die man als Folge des Problems erst einmal alle erdenken muss!
Leider habe ich das Buch an der ein oder anderen Stelle als etwas zu langatmig empfunden. Die Lösung hingegen war zu schnell erzählt.
Es bleibt die offene Frage: Wieso? Wie konnte es zu diesem Phänomen kommen?
Ich hätte mir gewünscht, eine Antwort wäre angedeutet worden.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Starkes Thema mit tollen Introspektiven, aber verblassendem Fokus

Hazel sagt Nein
5

Starkes Thema, intensive Innenansichten, inkonsequente Handlungsverfolgung

Familie Blum zieht aus New York ins beschauliche Main und hier in die Kleinstadt Riverburg. Vater Gus bekommt eine lukrative ...

Starkes Thema, intensive Innenansichten, inkonsequente Handlungsverfolgung

Familie Blum zieht aus New York ins beschauliche Main und hier in die Kleinstadt Riverburg. Vater Gus bekommt eine lukrative Anstellung als Professor am College, Mutter Clair will sich in einer eigenen Modelinie verwirklichen, der liebenswert-besondere Sohn Wolf mit versucht in der neuen Junior High zurecht zu kommen und Tochter Hazel soll hier Abschlussjahr an der Highschool verbringen. Doch schon am ersten Schultag wird sie zum Schulleiter White ins Büro gerufen. Und der eröffnet ihr unglaubliches: Jedes Jahr hat er Sex mit einer Schülerin und dieses Mal soll es Hazel sein! Doch die sagt Nein.
Jessica Berger Gross schildert in ihrem Roman die Innensicht der Familie nach diesem Ereignis. Jedes Familienmitglied kämpft mit eigenen Problemen und mit dem sexuellen Machtmissbrauch des Schulleiters an Hazel. Wie ihr Nein das gesamte Familienleben, aber auch das Leben in der Kleinstadt beeinflusst, in der White ein sehr angesehener Mann ist, möchte das Buch dem Leser erzählen.

Das Buch behandelt ein so wichtiges Thema und darüber muss geschrieben, nachgedacht und diskutiert werden.
Gerade weil es hier nicht zu der sexuellen Handlung kommt, da Hazel sich widersetzt, ist das Thema Machtmissbrauch und sexueller Missbrauch hier so gelungen erzählt. Es muss nicht zum Akt kommen, um dennoch ein Trauma auszulösen und um dennoch Missbrauch zu sein!
Meiner Meinung nach beschreibt Berger Gross mit einer starken Empathie für die verschiedenen Familienmitglieder genau dieses Trauma. Die Selbstzweifel, die unglaublichen Reaktionen in der kleinstädtischen Gemeinschaft, die Ängste und Sorgen werden gut herausgearbeitet. Dabei ist der Erzählstil durchgehend leicht zu lesen und nehmen aufgrund des feinen Witzes der Sprache dem Lesenden die Last, zu sehr von der Düsternis des Themas erdrückt zu werden.
Achtung: Spoiler!
Aber: viele der dann erzählten Handlungsstränge werden danach nicht auserzählt. Der Direktor und seine Handlungen bleiben bis auf kurze, geradezu plötzliche Momente komplett außen vor. Die schweren Angriffe auf die Familie werden nicht weiter behandelt und bleiben sogar diffus. Die Familie des Direktors bekommt kurz Raum, wird aber wieder aus der Erzählung genommen.
Hazel wird nun sehr gehypt und erlangt aufgrund ihrer Geschichte viel positive Aufmerksamkeit, soll ein Buch schreiben, wird interviewt, erscheint in Podcasts und Zeitungsartikeln. Und das in so rasender Geschwindigkeit, dass man beim Lesen die vielen Möglichkeiten und Namen kaum mehr verfolgen kann.
Schlussendlich wird sich Hazel auch dessen bewusst und setzt dem erneut ein klares Nein entgegen. Sie sagt dafür Ja zu einer unbeschwerten, weniger populistischen Zukunft. Ein starkes Stück Selbstfindung!
Leider findet auch der Rest der Familie völlig zufällig oder einfach zu schnell ein persönliches Happyend – das ist fast überfordernd romantisiert.

Ein Roman zu einem wichtigen Thema, der einfühlsam und doch humorgespickt die Geschichte erzählt, wie ein Missbrauch und ein starkes Nein dazu ein Leben aus der Bahn wirft. Berger Gross gelingt es, die starke Hauptfigur nachempfinden zu lassen und zu einer noch stärkeren gereiften jungen Erwachsenen werden zu lassen.
Für mich fehlt dem Buch in der zweiten Hälfte jedoch eindeutig der rote Faden oder er wird eben vielfach einfach gekappt.
Das hat mich traurig hinterlassen, denn ich mochte den ersten Buchteil so sehr! Manchmal wären ein paar angerissene Ideen oder gleich ein paar Seiten zu demselben Thema weniger einfach mehr. So verliert die Geschichte das eigentliche Thema aus dem Blick.
Es mag die amerikanische Art sein, aber viele Details sind einfach sehr unrealistisch und die vielen Happyendings fliegen der Familie nur so zu. Mich hat das enttäuscht, gerade nach der so gelungenen und starken ersten Buchhälfte. Gleichsam hallt das Buch noch lange in mir nach – aber leider nicht in erster Linie wegen des starken Themas.
Hier wurde der verlorene rote Faden leider kurzerhand zu einem rosa-roten verwaschen.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Eine tolle Idee - anstrengend zu lesen

The Nightmare Before Kissmas
0

Weihnachten trifft auf Halloween, Liebe trifft auf Intrigen und ein queeres Weihnachtsmärchen trifft auf Humor - der Klappentext machte eine perfekten ersten Eindruck.

Ich liebe Weihnachten und eine queere ...

Weihnachten trifft auf Halloween, Liebe trifft auf Intrigen und ein queeres Weihnachtsmärchen trifft auf Humor - der Klappentext machte eine perfekten ersten Eindruck.

Ich liebe Weihnachten und eine queere Liebesgeschichte mag ich auch gern lesen.
Soweit so gut.
Dann aber ging es insgesamt um eine Intrige des Santas, gegen die sich seine Söhne gemeinsam mit der Tochter von Ostern und dem Prinzen von Halloween auflehnen. Sie wollen wieder die echte, nicht die kommerzielle Freude zurück zu den Menschen bringen. Eine Geschichte, die durchaus Potential besitzt.
Auch die Liebesgeschichte um Hex und Coal sollte heimlich und sich langsam steigernd gestalten.
Außerdem versprach die Geschichte Humor, was die Autorin in der Danksagung noch einmal betonte.
Aber mir ging es wie einigen anderen:
Man wird direkt in die Geschichte geworfen und es ist anfangs echt schwer, sich einzulesen.
Die Geschichte um die herrschende Familie Weihnachten mit den dazugehörigen Winterfeiertagen und Adelshäusern wird nicht ganz zu Ende erzählt. Das verwirrt schon und ich habe mir mehrfach gewünscht, von den anderen Häusern mehr über deren Bedeutung und nicht nur ihre Namen zu erfahren. Ich was ist der Unterschied zwischen den Adelshäusern, die von Beginn an in der Weihnachtszeit im Palast sind, und den Winterfeiertagen?
Die Charaktere sind gut dargestellt, bleiben aber auch recht oberflächlich.
Den versprochenen Humor konnte ich auch nur selten nachempfinden - oder er traf einfach nicht meinen.
Leider empfinde ich auch die Liebesgeschichte als sehr rasant in der Entwicklung und für ein NewAdultBook ohne Empfehlung für ein Lesealter auch schon sehr dataillreich und very spicy!
Hat man sich einmal zurechtgefunden, gewinnt die Geschichte.
Allerdings war ich mehrfach kurz davor, aufzugeben und das Buch nicht bis zum Ende zu lesen. Der Schreibstil war mir nicht so leicht zu verdauen.

Insgesamt eine schöne Idee, die aber nicht auserzählt wurde und aus meiner Sicht nur an der Oberfläche ihres Potentials kratzt.
Ich werde keinen weiteren Teil kaufen.

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