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Veröffentlicht am 10.11.2025

Duftreisen

Der Duft. Er führt dich ins Paradies. Oder in die Hölle
2

Die Firma Fragrancia bietet betuchten Kunden Duftreisen an; man kann durch Einatmen eines speziell gemixten Duftcocktails besonders schöne Erfahrungen der eigenen Vergangenheit noch einmal erleben. Aus ...

Die Firma Fragrancia bietet betuchten Kunden Duftreisen an; man kann durch Einatmen eines speziell gemixten Duftcocktails besonders schöne Erfahrungen der eigenen Vergangenheit noch einmal erleben. Aus irgendeinem nicht näher erläutertem Grund muss die Firma so geheim wie möglich bleiben.

Helias ist ein olfaktorisch begabter junger Lehrling, der gern Olfakteur bei Fragrancia werden will. Er hilft Nora, der Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit, bei der Aufklärung eines Verbrechens, denn auch die Polizei nimmt von Zeit zu Zeit die Dienste der Firma in Anspruch.

Besonders spannend finde ich die emotionale und persönliche Entwicklung des jungen Helias. Eigentlich ein introvertierter, von Ängsten geplagter Mann, wächst er doch über sich heraus, wenn es drauf ankommt, und handelt mutig, zielgerichtet und menschlich.

Obwohl der Kriminalfall letztlich unter größtem persönlichen Einsatz aller Beteiligten gelöst wird, würde ich das Buch nicht als Thriller bezeichnen, denn dafür ist die Handlung nicht rasant und spannend genug.

So ganz hat mich die Story nicht überzeugen können. Es gibt einige Ungereimtheiten und Logikfehler im Zusammenhang mit der Firma und deren Geschäftsmodell, die nie so richtig geklärt werden.

Mein Fazit: Es ist ein durchaus lesbarer Roman mit interessanten Figuren, wenn der Leser nicht allzu viel hinterfragt.







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Veröffentlicht am 27.09.2025

"Der Teufel trägt Prada" im Verlagswesen

Die Assistentin
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Charlotte, eine junge Frau, tritt ihre erste Vollzeitstelle als zweite Assistentin in einem Münchner Verlag bei einem cholerischen unberechenbaren Chef an. Und der Leser begleitet Charlotte durch ihre ...

Charlotte, eine junge Frau, tritt ihre erste Vollzeitstelle als zweite Assistentin in einem Münchner Verlag bei einem cholerischen unberechenbaren Chef an. Und der Leser begleitet Charlotte durch ihre unzumutbaren chaotischen Arbeitstage, erlebt die in Andeutungen hingeworfenen nie genau erklärten Arbeitsaufträge, die passiv-aggressive Art des Chefs und die wachsende Verzweiflung der Assistentin.

Disclaimer: Ja, es ist genauso schlimm wie in "Der Teufel trägt Prada". Dieser Filmtitel wird von Charlotte/Caroline Wahl explizit auf den ersten Seiten erwähnt.

So fließen die Tage banal und sich ständig wiederholend dahin. Was mich allerdings wirklich genervt hat, waren die ständigen Vorausdeutungen. "Aber dazu kommen wir noch." "Da wusste Charlotte noch nicht, wie schlimm es einmal werden würde." Da wird irgendeine Katastrophe angekündigt, dabei ist doch von Anfang an jedem Leser, der den Film mit Meryl Streep kennt, klar, wie sich die Assistentin aufreiben und am Ende kündigen wird, um sich zu retten.

Es ist eigentlich die Geschichte einer jungen Frau, die sich nicht abgrenzen kann und permanent nach Lob oder Bestätigung von anderen sucht, ob vom Verleger oder ihrer Mutter.

Vielleicht würde ich dieses Buch jungen, in der Arbeitswelt unerfahrenen Menschen empfehlen. Lernt, auf euer Gefühl zu hören und euch die Anerkennung, nach der ihr sucht, selbst zu geben.

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Veröffentlicht am 01.09.2025

Bücher, Bücher, Bücher

Das erstaunliche Leben des A.J. Fikry
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A.J., ein früh verwitweter Buchhändler, lebt auf einer Insel und ist verbittert und zynisch, bis er das Findelkind Maya bei sich aufnimmt. Dieses Mädchen verändert den trauernden A.J. komplett und gibt ...

A.J., ein früh verwitweter Buchhändler, lebt auf einer Insel und ist verbittert und zynisch, bis er das Findelkind Maya bei sich aufnimmt. Dieses Mädchen verändert den trauernden A.J. komplett und gibt ihm neuen Lebensmut; er verwandelt sich in eine Stütze der Inselgesellschaft.

Eine große Rolle spielen, wen wundert es bei einem Buchhändler, natürlich Bücher. Die Autorin streut immer mal wieder A.J.s Kurzrezensionen über Bücher ein, welche die Handlung komplementieren und Ausblicke auf zukünftiges Geschehen geben. Ein tolles Stilmittel.

Leider hat mich das Buch trotz des interessanten Stoffes und der liebevoll geschilderten Hauptfiguren nicht vollends begeistert. Die Handlung verläuft in sehr rasanten Zeitsprüngen. Es wird oft nicht geschildert, wie diese überraschenden Ereignisse eingetreten sind und die Motivation einiger Figuren wird nicht genug beleuchtet. Im Buch wird "Show, don't tell" als guter schriftstellerischer Rat erwähnt. Diesen hat die Autorin selbst nicht vollkommen beherzigt.

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Veröffentlicht am 16.12.2024

Jeder ist seines Glückes Schmied...?

Die Halbwertszeit von Glück
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"Die Halbwertszeit von Glück" von Louise Pelt vom Verlag Lübbe, Erscheinungsjahr 2024.

Die Suche nach Glück von 3 Frauen, zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Ländern. Johanna lebt zurückgezogen ...

"Die Halbwertszeit von Glück" von Louise Pelt vom Verlag Lübbe, Erscheinungsjahr 2024.

Die Suche nach Glück von 3 Frauen, zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Ländern. Johanna lebt zurückgezogen in einer Hütte im Grenzgebiet in der DDR im Jahre 1987. Als sie eine angeschossene schwangere Jugendliche im Wald findet, verändert das ihr ganzes Leben. Mylene erfährt 2019 in Paris im Zuge einer unerwarteten Erbschaft, dass sie adoptiert wurde und ihr bis dahin wohlgeordnetes Leben gerät aus den Fugen. Holly lebt 2003 in Los Angeles und möchte Drehbuchautorin werden. Als ihre Kollegin bei einem tragischen Unfall stirbt, entwickelt sie starke Schuldgefühle und will diese vermeintliche Schuld abtragen.

Das Konzept der miteinander verwobenen Frauenschicksale hat viel Potenzial und Louise Pelt hat einen angenehmen flüssigen Schreibstil. Die Seiten fliegen nur so dahin.

Leider hapert es bei der Entwicklung der Charaktere. Ich konnte mich nur in eine Figur hineinversetzen. Außerdem ist noch Luft nach oben bei der Recherchearbeit. Die DDR wurde nicht historisch korrekt dargestellt. Solange es noch Zeitzeugen gibt, sollte man einfach mal mit ihnen sprechen, ob das auch alles so plausibel ist, was sich die Autorin so ausgedacht hat.

Das Buch kann ich nur eingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

"Auch wenn es sich verrückt anhört, so ist es doch die Wahrheit."

HEN NA IE - Das seltsame Haus
7

Der an okkulten Ereignissen interessierte Ich-Erzähler diskutiert einen merkwürdigen Grundriss eines Hauses mit Kurihara, einem Architekten. Schnell fällt auf, dass es einen Raum ohne Zugang gibt. Außerdem ...

Der an okkulten Ereignissen interessierte Ich-Erzähler diskutiert einen merkwürdigen Grundriss eines Hauses mit Kurihara, einem Architekten. Schnell fällt auf, dass es einen Raum ohne Zugang gibt. Außerdem hat das Kinderzimmer im OG keine Fenster und man muss mehrere Räume passieren, um überhaupt ins Kinderzimmer zu gelangen. Kurihara wirft eine abstruse Theorie in den Raum und die Handlung folgt dieser und plötzlich sind die angenommenen makaberen Ereignisse wirklich passiert.

Absolut hanebüchen ist die Erklärung für die mysteriösen Ereignisse in der zweiten Hälfte. Massig japanische Namen und kompliziere familiäre Bande, ein irrwitziger Familienfluch und ein abstruses Ritual, das regelmäßig erfüllt werden muss.

Ich wollte diesen Roman so gerne mögen, weil mir "Seltsame Bilder" so sehr gefallen hat. Leider ist mir das aufgrund der unausgegorenen Umsetzung, des fehlenden emotionalen Bezugs zu den Figuren und des allgemeinen Kuddelmuddels um den Familienfluch nicht gelungen. Dementsprechend würde ich Lesern, die zwischen beiden Büchern schwanken, tatsächlich "Seltsame Bilder" empfehlen.

Für "Seltsame Häuser" vergebe ich 2 Sterne für die wirklich originelle Idee mit den Grundrissen, den spannenden ersten Teil, der zum Miträtseln einlädt. Und weil es von Uketsu ist, der schon mal gezeigt hat, dass er spannende und innovative Buchideen besser umsetzen kann.

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