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Veröffentlicht am 26.05.2020

Infiziert und verliebt - Highlight in 2020

Neon Birds
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Ihr denkt ihr mögt kein SiFi? Nach diesem Buch denkt ihr anders…

Bei Neon Birds handelt es sich um den ersten Band einer Science-Fiction-Trilogie von Marie Graßhoff rund um vier junge Erwachsene in einer ...

Ihr denkt ihr mögt kein SiFi? Nach diesem Buch denkt ihr anders…

Bei Neon Birds handelt es sich um den ersten Band einer Science-Fiction-Trilogie von Marie Graßhoff rund um vier junge Erwachsene in einer zukünftigen Welt. Zu der Trilogie gehören ebenfalls Cyber Trips (Erscheinungstermin: 29. Mai 2020) und Beta Hearts (Erscheinungstermin: 30. September 2020). Das Buch und die Geschichte um Luke, Flover, Andra und Okijen ist nicht in sich abgeschlossen und endet mit einem unglaublich fiesen, aber genialen, Cliffhanger. Sodass es nicht nur sinnvoll und empfehlenswert, sondern meiner Meinung nach auch absolut unumgänglich ist zunächst Neon Bird zu lesen und anschließend die Folgebände Cyber Trips und Beta Hearts zu verschlingen.
Das Cover zu Neon Birds, aber eigentlich gilt dies für alle drei Cover dieser Reihe, ist einfach auffallend, ausdrucksstark, authentisch und thematisch passend. Ein absoluter Blickfang.
Die erzählte Geschichte in Neon Birds spielt im Jahre 2101. Ein technischer Virus verwandelt Menschen in Cyborgs, sogenannte Mojas, welche von der künstlichen Intelligenz KAMI kontrolliert werden. Aufgrund der hohen und schnellen Ansteckung und dem negativen Krankheitsverlauf werden infizierte Personen in Sperrzonen auf der ganzen Welt eingeschlossen und von Supersoldaten bekämpft. Unvorhersehbarer Weise und aus unerklärlichen Gründen kommt es zu Beginn der Geschichte dazu, dass viele Mojas aus einer Sperrzone ausdringen können und somit die gesamte Welt in Besorgnis versetzt wird. Diese Entwicklung führt vier unterschiedliche junge Menschen zusammen, die herausfinden wollen, was genau passiert ist und auch warum.
Die Geschichte ist nahezu abwechselnd aus der Sicht dieser vier jungen Menschen Luke, Flover, Okijen und Andra erzählt und wird nur durch Prolog, Interlog und Epilog von KAMI unterbrochen. Neben den abwechselnden Sichten werden die Kapitel auch durch passenden Militärakten abgetrennt, welche den Leser immer zu dem genau richtigen Zeitpunkt mit den genau richtigen Informationen versorgt haben.
Die Charaktere sind so liebevoll, detailliert, tiefgründig, authentisch und individuell gestaltet. Man schließt sie sofort alle in sein Herz. Da haben wir die Mitbewohner und Kommilitonen Luke und Flover. Während Flover nur alibimäßig an der Akademie studiert und eigentlich für eine militärische Geheimeinheit Mojas, die sich unerkannt in der Bevölkerung bewegen, bekämpft, hat auch Luke einen ganz bestimmten Grund an der Akademie zu studieren – sein großes Geheimnis – aber das müsst ihr beim Lesen schon schön selber herausfinden. Dann ist da noch Okijen, ein Cyborg und trotz seines jungen Alters gefeierter Supersoldat, der eigentlich inzwischen im Ruhestand ist und sich nichts sehnlicher wünsch als nie wieder gegen Mojas kämpfen zu müssen. Und zu guter Letzt noch Andra. Sie ist eine Yuna, ein Stamm von Menschen, die abgeschieden in der Wüste leben. In ihrem Dorf ist sie die letzte ausgebildete Kämpferin und als ihr Dorf von den Mojas angegriffen wird, muss sie schwerwiegende Verluste verkraften. Durch diese Umstände wird sie neben Okijens Mitbewohnerin auch zu seiner Begleiterin in seiner Mission.
Auch die neben diesen vier Hauptprotagonisten eingeführten Nebencharaktere konnten mich mit ihrer Individualität und Authentizität von sich überzeugen, auch wenn ich da nicht alle in mein Herz geschlossen habe.
Das Worldbuilding zu Neon Birds hat mich persönlich einfach umgehauen. Zu einem gibt es die friedliche, grüne und nahezu vegane Welt, aber gleichzeitig herrscht eine militärische Diktatur. Die ungewisse Situation bezüglich KAMI sorgt dazu noch, dass alles irgendwie düster und fast hoffnungslos erscheint – die erwartete und unumgängliche Katastrophe spürt man in jeder Zeile des Buches.
Wieso habe ich trotzdem einen halben Stern abgezogen? Es gibt einfach Fragen, die für mich noch zu ungeklärt sind. Auch wenn es sich bei Neon Birds um den ersten Teil einer Trilogie handelt, hätte ich mich persönlich sehr gefreut, wenn auf ein paar Kleinigkeiten noch mehr eingegangen wäre. Zum Beispiel wird die Tatsache, dass Okijen ein Cyborg ist, einfach festgestellt und man erfährt als Leser meiner Meinung nach ein wenig zu wenig wie das bei ihm alles funktionier, wie er fühlt, wie er Emotionen empfindet, wie er Schmerzen empfindet. Der Kalte Krieg, welcher um das Jahr 2060 stattgefunden haben muss und die Grundlage für die neue Gesellschaft und den neu gegründeten Weltrat, aber auch für die Entstehung von KAMI verantwortlich ist, kommt mir auch ein wenig zu kurz. Man wird als Leser sofort in die Geschehnissen der Geschichte geschmissen, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe, aber mit einigen Hintergrundinformationen wird man ein wenig alleine gelassen. Der Handlungsstrang von der individuellen Geschichte um Andra war mit vergleichsweise ein wenig zu schwach, aber hier gibt es ja noch Potential für die beiden Folgebände.
Nachdem ich mich Neon Birds zerstört zurückgelassen hat, kann ich nur geheilt werden, wenn ich die Geschichten der beiden Fortsetzungen – Cyber Trips und Beta Hearts – ganz schnell inhalieren kann. Wer dieses Buch anfängt, wird sich schnell mit dem Virus von Begeisterung und Spannung infizieren lassen und dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen können und wollen. Für mich persönlich ein Jahreshighlight!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein Buch, das lacht, blutet und leuchtet – pure Dippel-Magie

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Ein düsterer, humorvoller und emotionaler Auftakt, der in Erinnerung bleibt.

Julia Dippel hat es wieder geschafft: Schon oft hat sie mich mit ihren fantastischen Welten, ihrem unverwechselbaren Humor, ...

Ein düsterer, humorvoller und emotionaler Auftakt, der in Erinnerung bleibt.

Julia Dippel hat es wieder geschafft: Schon oft hat sie mich mit ihren fantastischen Welten, ihrem unverwechselbaren Humor, ihren genial schlagfertigen Dialogen und ihrem Gespür für Emotionen begeistert – doch Velvet Falls, but the Gods forgot to Die hat mich noch einmal auf eine andere Art berührt. Es ist düsterer, intensiver und emotionaler als vieles, was ich zuvor von ihr gelesen habe, und dennoch steckt all das darin, was ihre Bücher so besonders macht: Witz, Charme, Tiefe und Figuren, die einem unter die Haut gehen.

Die Welt von Velvet Falls ist faszinierend und kreativ: Dämonenreiter, Hexen, Göttersöhne – all das fügt sich zu einem stimmigen, innovativen Konzept zusammen, das mich sofort gefesselt hat. Ich liebe, wie Julia Dippel neue mythologische und magische Elemente einbaut, die ich in dieser Form noch nie irgendwo gelesen habe. Dabei zieht sich jedes noch so kleine Detail konsequent durch die Geschichte, ohne jemals zu aufdringlich zu wirken. Nur an wenigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Hintergrundwissen gewünscht, um das komplexe Weltengefüge noch besser greifen zu können.
Julias Schreibstil ist – wie immer – ein Erlebnis. Er ist bildhaft, flüssig und mitreißend. Sie versteht es, Emotionen greifbar zu machen und Leser:innen mitten ins Geschehen zu ziehen. Die Geschichte wird größtenteils aus Velvets Perspektive erzählt, aber an den richtigen Stellen bekommen wir auch Einblicke in Kashmeres Sicht – was dem Ganzen zusätzliche Tiefe verleiht. Besonders gelungen fand ich die Rückblenden in die gemeinsame Vergangenheit der beiden, durch die man ihre Beziehung und die emotionale Bindung immer besser nachvollziehen kann. Zwar habe ich die große Enthüllung recht früh geahnt, aber das minderte die Wirkung der Geschichte keineswegs.
Velvet ist eine starke, mutige und zugleich verletzliche Protagonistin – eine Frau, die viel erlebt hat, aber nicht aufgibt. Ich mochte ihre Mischung aus Selbstbewusstsein, Witz und innerer Zerrissenheit unglaublich gern. Kashmere ist ein Gegenpol, der mit seiner eigenen Dunkelheit zu kämpfen hat, und gemeinsam erzeugen die beiden eine Dynamik, die zwischen humorvoll, bittersüß und herzzerreißend schwankt. Ihre Lovestory – geprägt vom Second-Chance-Trope – hat mich emotional wirklich abgeholt: Sie ist mal zum Lachen, mal zum Weinen, aber immer aufrichtig und voller Bedeutung.
Das Buch ist durchgehend spannend, überraschend und stellenweise sogar brutal emotional. Es gibt Momente, die mich laut auflachen ließen, und Szenen, die mich tief getroffen haben. Das Erzähltempo ist rasant, und Pausen einzulegen fiel mir schwer – zu sehr wollte ich wissen, was als Nächstes passiert. Besonders das Ende hat mich völlig unerwartet getroffen – auf die bestmögliche Weise. Es fügt sich alles perfekt zusammen, jedes Puzzleteil findet seinen Platz, und doch bleibt genug offen, um voller Vorfreude auf den zweiten Band zu sein.

abschließendes Fazit:
Mit Velvet Falls, but the Gods forgot to Die hat Julia Dippel erneut bewiesen, warum sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen gehört. Ihr humorvoller, gefühlvoller Schreibstil, das innovative Worldbuilding und die greifbaren Charaktere machen diesen Auftakt zu einem echten Highlight. Kleine Kritikpunkte – etwa der vorhersehbare Moment in der Vergangenheit oder der Wunsch nach noch etwas mehr Welt-Details – ändern nichts daran, dass mich dieses Buch völlig begeistert hat. Ich freue mich schon jetzt riesig auf das Finale der Dilogie!

Veröffentlicht am 18.05.2025

Gestern, heute, unendlich - ein bittersüßes Leseerlebnis

Gestern waren wir unendlich
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Schon das Cover von Gestern waren wir unendlich hat mich tief berührt. Mit seinen pastelligen Tönen, dem poetischen Motiv und der zarten Melancholie spiegelt es perfekt wider, was zwischen den Seiten verborgen ...

Schon das Cover von Gestern waren wir unendlich hat mich tief berührt. Mit seinen pastelligen Tönen, dem poetischen Motiv und der zarten Melancholie spiegelt es perfekt wider, was zwischen den Seiten verborgen liegt: eine fragile, gefühlvolle Geschichte mit Tiefe. Der wunderschöne Farbschnitt rundet das Gesamtbild ästhetisch ab – ein echter Blickfang mit viel Gefühl.
Doch Gestern waren wir unendlich ist mehr als nur ein schöner Einband: Es ist kein gewöhnlicher Liebesroman, sondern ein emotionales Ausnahmeerlebnis, das mit seiner stillen Intensität überzeugt. Dominik Gaidas Schreibstil hat mich sofort abgeholt – atmosphärisch, eindringlich und absolut authentisch. Seine Beobachtungen sind klug und feinfühlig, die Sprache poetisch ohne je gekünstelt zu wirken. Jede Zeile fühlt sich bedeutungsvoll an, jede Emotion nah und greifbar.
Besonders stark fand ich den subtilen Spannungsaufbau, der nicht durch äußere Dramatik, sondern durch innere Konflikte funktioniert. Die emotionale Fallhöhe ist spürbar, von Anfang an schwingt ein unterschwelliger Schmerz mit. Die Beziehung zwischen Henry und Louis wirkt real, brüchig, zärtlich – und eben nicht idealisiert. Auch die Erzählstruktur ist hervorragend umgesetzt: Die Verbindung zwischen der sich wiederholenden Gegenwart und der chronologisch aufgebauten Vergangenheit ist durchdacht und sorgt dafür, dass keine Längen entstehen.
Die Ich-Perspektive aus beiden Blickwinkeln – Louis’ und Henrys – hat mir gut gefallen, da ich mich dadurch besser in die Charaktere hineinfühlen konnte. Dennoch bin ich mit Henry bis zum Schluss nicht ganz warm geworden. Vielleicht, weil er mir an manchen Stellen zu schwer fassbar blieb – für mich ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten sehr fein ausgearbeiteten Geschichte.
Die Liebe zwischen den beiden Protagonisten ist intensiv, leise und bewegend. Besonders ihre kleinen Gesten, ihre Nähe, ihre Dialoge haben mich als Leserin tief berührt. Die Themen Vertrauen, Mut und Ehrlichkeit wurden ganz natürlich in den Alltag der Figuren eingewoben – unaufdringlich, aber wirkungsvoll.
Und dann kam das Ende. Zunächst war ich mir nicht sicher, wie sehr mich die Geschichte wirklich berührt hatte – und plötzlich saß ich da, mit einem schweren Herzen und feuchten Augen. Das Buch hat mich im letzten Moment doch noch voll erwischt. Und doch: So schön der Abschluss emotional war, so sehr hätte ich mir etwas mehr Realitätsnähe gewünscht. Das Ende war mir persönlich eine Spur zu idealisiert – was der Wirkung jedoch kaum Abbruch tut.

abschließendes Fazit:
Gestern waren wir unendlich ist ein feinfühliger, atmosphärischer Roman über Liebe, Verlust und die Zerbrechlichkeit zwischenmenschlicher Nähe. Mit einem authentischen Schreibstil, emotionaler Tiefe und einer besonders gelungenen Struktur gelingt Dominik Gaida ein starker Auftakt des Duetts. Auch wenn es für mich nicht ganz zum Lesehighlight gereicht hat, bleibt es ein besonderes Buch, das nachwirkt – und das ich trotz kleiner Kritikpunkte gern empfehle.

Veröffentlicht am 14.04.2025

Zwischen berührenden Zeilen und intensiven Emotionen verloren ♥

Eternal Ending
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Dass Eternal Ending mein Highlight der Evergreen Empire-Reihe werden würde, hätte ich zu Beginn selbst nicht geglaubt. Vom Klappentext fühlte ich mich am wenigsten angesprochen – und mit Keaton, der in ...

Dass Eternal Ending mein Highlight der Evergreen Empire-Reihe werden würde, hätte ich zu Beginn selbst nicht geglaubt. Vom Klappentext fühlte ich mich am wenigsten angesprochen – und mit Keaton, der in den vorherigen Bänden nur eine Nebenrolle spielte, war ich zuvor auch nicht wirklich warm geworden. Und doch hat sich dieses Buch, diese so wundervolle Geschichte mit all seinen intensiven Gefühlen still und heimlich in mein Herz geschlichen und hat es sich dort bequem gemacht.

Wie auch bei den anderen Bänden begeistert Eternal Ending von Merit Niemeitz auf ganzer Linie – angefangen bei der äußeren Gestaltung, die mit Cover, Farbschnitt und liebevoller Ausstattung absolut bezaubert. Aber das wahre Juwel liegt im Inneren: Die Geschichte ist nicht nur wunderschön, sondern übertrifft in ihrer Tiefe und Emotionalität meiner Meinung nach sogar die Vorgänger.
Merit Niemeitz’ Schreibstil ist einmal mehr eine wahre Wucht: sanft, poetisch und mit einer Intensität, die unter die Haut geht. Sie findet Worte, die genau dort treffen, wo es wehtut – und wo es heilt. Ich habe mich so schnell in die Geschichte verloren und mit den Figuren verbunden, wie es nur bei wenigen Büchern gelingt. Kenna und Keaton sind nicht perfekt – gerade dadurch wirken sie so echt, so menschlich, so authentisch greifbar. Ihre Gefühle sind roh, ehrlich, unmittelbar und haben mich in ein kleines emotionales Chaos gestürzt. Die wechselnden Perspektiven erlauben einen tiefen Einblick in ihre Entwicklung, die realistisch und nachvollziehbar gezeichnet ist.
Für mich persönlich besonders gelungen: Entscheidungen haben in dieser Geschichte Konsequenzen – keine Magie, keine überdramatisierten Wunderlösungen. Das hat dem Buch eine zusätzliche Tiefe verliehen, die ich sehr geschätzt habe.
Lediglich das große Drama am Ende empfand ich als einen Hauch zu viel. Es fühlte sich für mich fast etwas drüber an – weniger wäre hier wahrscheinlich mehr gewesen. Doch dieser kleine Kritikpunkt verblasst angesichts der wahren Wucht, mit der mich dieses Buch insgesamt gepackt hat.
Ich habe jede Seite geliebt, das Buch in nahezu einem Rutsch gelesen und bin traurig, dass es nun vorbei ist – aber auch erfüllt, dass ich diese Geschichte erleben durfte.

abschließendes Fazit:
Eternal Ending von Merit Niemeitz ist ein stilles Meisterwerk voller Gefühl, Tiefe und Menschlichkeit – und für mich überraschend das emotionalste, berührendste Buch der Reihe. Wer Geschichten sucht, die nicht laut, aber eindringlich sind, sollte sich dieses Finale nicht entgehen lassen. Besonders hervorheben möchte ich den wunderschönen Schreibstil, der mit so viel Feingefühl, Poesie und Ausdruckskraft begeistert und die Emotionen der Figuren direkt ins Herz trägt. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 17.02.2025

Ein Buch, das man spürt – wunderschön intensiv, sanft melancholisch und emotional fesselnd

Beneath Broken Skies
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Verbotene Gefühle, ungesagte Worte und Geheimnisse gehören für mich persönlich eindeutig zu den buchbeschreibenden Wörtern, die auf ein Lesehighlight hindeuten. Und wenn dann auch noch ein unbekannter ...

Verbotene Gefühle, ungesagte Worte und Geheimnisse gehören für mich persönlich eindeutig zu den buchbeschreibenden Wörtern, die auf ein Lesehighlight hindeuten. Und wenn dann auch noch ein unbekannter Vorfall in der Vergangenheit der Hauptcharaktere angedeutet wird, hat die Geschichte in meinen Augen definitives Highlightpotential. Anna Savas hat mit Beneath Broken Skies eine Geschichte geschaffen, die mich tief berührt und mitgerissen hat. Die melancholische, aber dennoch hoffnungsvolle Stimmung dieses Romans in Kombination mit einem einnehmenden Schreibstil und authentischen Charakteren hat mich von Anfang an gefesselt. Dennoch gibt es kleinere Kritikpunkte, die verhindern, dass das Buch für mich das erhoffte absolute Highlight wurde. Dennoch empfinde ich den ersten Band der London is Lonley-Dilogie Beneath Broken Skies von Anna Savas als Must-Read für alle, die zwischen den Seiten eines Buches ihr Herz verlieren wollen ♥

Der flüssige, eindringliche und gleichzeitig sanft gefühlvolle Schreibstil von Anna Savas war für mich eines der großen Highlights dieses Romans. Ihre Wahl der Worte ist so treffend, dass ich innerhalb kürzester Zeit vollkommen in die Geschichte eingetaucht bin. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie Emotionen in alltäglichen Momenten einfängt und sie den Leser:innen näherbringt. Die Mischung aus innerer Reflexion und lebendigen Dialogen sorgte dafür, dass ich mich sofort mit den Figuren verbunden fühlte.
Madelyn und Wesley sind zwei vielschichtige und authentische Protagonisten, deren Dynamik mich sehr fasziniert hat. Madelyn ist ambitioniert und nachdenklich, gleichzeitig aber auch verletzlich und unsicher, was sie sehr greifbar macht. Wesley strahlt eine gewisse Melancholie aus, hinter der sich viel mehr verbirgt, als es auf den ersten Blick scheint. Ihre Beziehung ist von unterschwelliger Spannung, unausgesprochenen Gefühlen und viel Emotion geprägt. Die aus beiden Perspektiven erzählte Geschichte ermöglicht es, die Gedanken, Ängste und Zweifel der Charaktere hautnah mitzuerleben, was sie noch greifbarer macht. Besonders mochte ich die "Sprachnachricht"-Kapitel von Wesley an Adams Telefon sowie die humorvollen Chatverläufe mit seinen Freunden, die die ansonsten sanft melancholische Stimmung der Geschichte perfekt auflockerten.
Die Geschichte entfaltet sich sehr langsam, was sowohl eine ihrer Stärken als auch eine ihrer Schwächen ist. Der Roman wirft von Beginn an viele Fragen auf, die neugierig machen, aber gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Tempo gewünscht. Besonders im ersten Teil des Buches lag der Fokus stark auf Maddie, wodurch Wesley etwas in den Hintergrund rückte. Dies wurde im weiteren Verlauf jedoch ausgeglichener, was mir gut gefallen hat. Dennoch hatte ich insgesamt das Gefühl, dass sich die Geschichte stellenweise etwas in die Länge zog und einige Szenen vorhersehbar waren.
Obwohl es sich um den ersten Band einer Dilogie handelt, bleiben am Ende sehr viele Fragen offen. Mir hätte es gefallen, wenn zumindest einige Handlungsstränge bereits im ersten Band klarere Antworten bekommen hätten. Zudem war die Kommunikation zwischen Maddie und Wesley nicht immer optimal. Einige Konflikte hätten durch ein offenes Gespräch viel schneller gelöst werden können, ohne dass meiner Meinung nach die vorhandene Spannung verloren gegangen wäre.
Was dieses Buch jedoch besonders auszeichnet, ist seine einzigartige Atmosphäre. Die Leidenschaft für Bücher, das Verlags-Setting und all die liebevoll eingebundenen Details haben mir unglaublich gut gefallen. Auch die spicy Szenen waren sehr passend in die Geschichte integriert und haben sich natürlich eingefügt.
Neben der Geschichte selbst muss ich auch die Gestaltung des Buches loben. Die Cover der London is Lonely-Dilogie sind absolut atemberaubend. Die zarten, harmonierenden Farben und die herausstechenden Details erzeugen eine emotionale Stimmung, die perfekt zur Geschichte passt. Auch die Innengestaltung mit den liebevoll gestalteten und bedeutungsschweren Kapitelüberbildern trägt zur besonderen Atmosphäre des Buches bei.

abschließendes Fazit:
Beneath Broken Skies ist eine wunderschöne, emotional berührende Geschichte, die mich mit ihrem atmosphärischen Setting, den tiefgründigen Charakteren und dem gefühlvollen Schreibstil in ihren Bann gezogen hat. Trotz kleiner Schwächen, wie der stellenweise zögerlichen Handlung, der teils fehlenden Kommunikation und der offenen Fragen, kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen. Ich freue mich schon jetzt darauf, den zweiten Band Beyond Shattered Moons zu lesen und die Geschichte von Maddie und Wesley weiterzuverfolgen.

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