Cover-Bild Die Rettung
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 368
  • Ersterscheinung: 28.05.2025
  • ISBN: 9783103976830
Charlotte McConaghy

Die Rettung

Roman
Jan Schönherr (Übersetzer)

Ein existenzieller Roman über Liebe, Schönheit und Gewalt am äußersten Ende der Welt 

Dominic Salt lebt mit seinen drei Kindern auf einer verlassenen Insel, irgendwo zwischen Australien und Antarktis. Weil das kleine Stück Land langsam vom steigenden Wasser verschlungen wird, ist das Forschungsteam, zu dem auch Dominic gehörte, längst abgereist, und bald soll auch die Familie ans Festland zurückkehren. Doch wird in einer folgenreichen Sturmnacht plötzlich eine Frau an die Küste gespült. Sie ist schwer verletzt, fast erfroren. Wer ist die Fremde? Und wie ist sie ausgerechnet nach Shearwater geraten? Während die Kinder sich von ihrer atemberaubend schönen Insel verabschieden müssen, von den Seelöwen und Albatrossen, den sturmumtosten Klippen und versteckten Senken, beginnen die fünf Menschen, einander zu umkreisen, ihre Sehnsüchte und Geheimnisse zu teilen und sich zu fragen: Welche Entscheidungen müssen wir treffen, um die Menschen zu schützen, die wir lieben?

Mit »Die Rettung« ist Charlotte McConaghy, die Bestseller-Autorin von »Zugvögel« zurück in ihrem Element: dem wilden, wunderschönen und existenziell bedrohlichen Meer.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.08.2025

Rettung in all ihren Facetten

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Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Obwohl dies mittlerweile der dritte Titel der Autorin ist, war es für mich das erste Buch und es wird sicher nicht das Letzte bleiben ;)

Da ich die Geschichte ...

Mein Leseeindruck, subjektiv, aber spoilerfrei ;)

Obwohl dies mittlerweile der dritte Titel der Autorin ist, war es für mich das erste Buch und es wird sicher nicht das Letzte bleiben ;)

Da ich die Geschichte grösstenteils in der Hörbuchfassung genossen habe, werde ich zuerst auf diese Version eingehen. Die Sprecherin Elisabeth Günther war mir bis anhin unbekannt, obwohl sie berühmte Schauspielerinnen, wie zum Beispiel Liv Tyler, Cate Blanchett oder Helena Bonham Carter synchronisiert. Ich habe ihrer eher tiefen, angenehmen, sanften, ruhigen, jedoch nie langweiligen Stimme sehr gerne gelauscht. Obwohl sie fünf Perspektiven interpretieren musste, wusste ich immer ohne Probleme, wer hier gerade spricht, ohne dass sie übertrieben dramatisch oder zu gewollt die Klangfarbe derjenigen Figur anpasste.
Nun aber zur Printvariante...

Der Schreibstil ist dicht, kraftvoll, atmosphärisch, teilweise sehr detailliert in denn Beschreibungen, manchmal muss man jedoch auch zwischen den Zeilen lesen. Erzählt wird, wie oben schon erwähnt aus fünf Blickwinkeln, immer am Anfang des Kapitels, die manchmal nur eine Seite umfassen, mit demjenigen Namen klar deklariert. Die Sichtweisen von Rowan und Dominic sind in der ICH- Perspektive geschrieben, die der Kinder Raff, Fen und Orly im personalen Stil.

Trotz dieser Erzählvariante, hatte ich den Eindruck alle Figuren mit ihren Facetten gut kennenzulernen. Gerade die Geschwister sind unverwechselbar dargestellt, vielleicht wirken sie manchmal mit ihrer Art auch etwas speziell, jedoch auf eine berührende und liebenswerte Weise. Es war eindrücklich mitzuerleben, wie sie ihren oft harten und herausfordernden Alltag in dieser rauen Umgebung meisterten. Wie eng und rein sie alle dennoch auch mit der Natur verbunden sind, allen voran Fen. Familientechnisch herrscht eher ein pragmatischer Umgang miteinander über Gefühle und Emotionen wird wenig bis gar nicht gesprochen. Der Erziehungsstil von Dominic äussert sich in oft strengen Regeln, was wahrscheinlich auch damit zu tun hat, dass er als alleinerziehender Vater sicher oft überfordert war und es nicht gerade einfach ist, drei Kinder, an solch einem Ort grosszuziehen. Zusätzlich kämpft er immer noch mit dem Verlust seiner Frau, versinkt in Zweigesprächen mit ihr und stellt sich seiner Trauer nicht. Dann taucht plötzlich Rowan auf dieser Insel auf und stellt mit ihrem Erscheinen das Leben der engen Gemeinschaft auf den Kopf. Ich mochte sie ebenfalls echt gerne und verfolgte interessiert ihre Annäherungsversuche zu den einzelnen Familienmitgliedern.

Charlotte McConaghy hat ein Talent, die Natur auf dieser Insel atmosphärisch, pur und bildhaft zu beschreiben. Man spürt ihre Liebe zu Fauna, Tierwelt& Co, kann das Salz in der Luft riechen, fühlt, wie der kalte Wind durch die Glieder fährt, hört das Rauschen des Meeres und sieht wegen des stürmischen Regens kaum die Hand vor Augen. Ich mochte auch den ganzen Aufbau der Geschichte, denn, durch diese vielen offenen Fragen, die sich nur häppchenweise auflösen, klebte ich gefesselt an den Seiten. Für mich wurden alle Unklarheiten geklärt und das Ende empfand ich rund und glaubwürdig.

Ich vergebe 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 15.07.2025

Zukunftsvisionen

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Wir sind diesmal auf der fiktiven Insel Shearwater, deren Vorbild die tasmanische Macquerie Insel ist, die sich zwischen Tasmanien und der Antarktis befindet. Dort wohnt Dominic Salt mit seinen drei Kindern ...

Wir sind diesmal auf der fiktiven Insel Shearwater, deren Vorbild die tasmanische Macquerie Insel ist, die sich zwischen Tasmanien und der Antarktis befindet. Dort wohnt Dominic Salt mit seinen drei Kindern Raff, Fen und Orly. Das Forscherteam, welches zuvor ebenfalls auf der Insel lebte, ist bereits abgereist. Ihre Aufgabe war es, einzelne Pflanzensamen zu schützen, aufzubewahren und zu katalogisieren. In einem Schutzbunker sollen sie den Fortbestand und die Nahrungsgrundlage für die Zukunft sichern. Doch der zuvor sichere Ort ist stark gefährdet, denn der Meeresspiegel steigt und macht das Leben auf der Insel, wo sich Seebären, Robben und Pinguine tummeln, bald unmöglich. Deshalb müssen auch die Salts Shearwater in wenigen Wochen verlassen.
Eines Tages wird jedoch während eines schlimmen Sturmes eine schwerverletzte Frau an die Küste gespült. Obwohl die Versorgungslage bereits knapp und die Stromversorgung während des heftigen Sturmes ausgefallen ist, bleibt der Familie nichts anderes übrig, als Rowan aufzunehmen. Sie spürt jedoch, dass sie unerwünscht ist und hat bald die Vermutung, dass Dominic und die Kinder ein Geheimnis haben. Aber auch Rowan verbirgt etwas und hatte einen Grund zu den Shearwater Inseln zu gelangen....

Die Autorin bleibt sich auch in ihrem neuen Roman ihrem Stil und dem Thema treu. Ihr Schreibstil ist eine Mischung aus Poesie und eindringlicher Realität. Ihre unmissverständliche Warnung bezüglich des kommenden Klimakollapses macht nachdenklich.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren erzählt. Der Name des jeweiligen Erzählers steht über den Kapitelanfang.
Mit Dominic wurde ich anfangs nicht wirklich warm und auch später fiel es mir bei ihm am Schwierigsten ihn zu mögen. Er liebt seine Kinder zwar aufrichtig, aber bei seiner Erziehung macht er wirklich sehr viel falsch. Besonders Fen gegenüber empfand ich Mitleid, die das Gefühl hatte, von ihrem Vater einfach übersehen zu werden. Mit Rowan hat sie endlich eine weibliche Ansprechperson, die auch zu ihr durchdringen kann. Raff hat ebenfalls große Probleme. Die Lösung für diese werden völlig falsch von seinem Vater vorgelebt, der ihm seine Wut an einem Boxsack abtrainieren lässt. Raff empfindet dabei immer mehr Wut, die er nur auf diesem Wege rauslassen kann. Wie sich die Kinder nach dem Verlassen der Insel jemals gegenüber anderen Menschen verhalten sollen, habe ich mich des Öfteren gefragt.
Einzig Orly hat noch etwas Unbekümmertes an sich. Er liebt die Pflanzenwelt, kennt alle Samen mit lateinischen Namen und weiß wirklich sehr viel. Manchmal habe ich mich allerdings gefragt, ob er nicht zu erwachsen für sein Alter wirkt. Andererseits hat er auf der einsamen Insel nicht viele Möglichkeiten sich mit etwas anderem zu befassen, außer mit der Pflanzen- und Tierwelt, die ihn auch noch richtig begeistern kann.
Als Leser fragt man sich ebenfalls, wer nun Rowan eigentlich ist. Woher kommt sie und warum war ihr Ziel die Insel Shearwater?

Während ich das Buch bei 36°C begonnen habe und es beim Lesen für ein bisschen Abkühlung gesorgt hat, wurde es bei uns kalt und regnerisch bei nur mehr 13-15°C. Dadurch hatte ich permanent das Gefühl zu frieren, denn die widrigen Lebensumstände auf der rauen Insel, die Stürme und Regenfälle und die tiefen Temperaturen unter null, ließen es noch kälter erscheinen.
Es gibt ein bis zwei Punkte, die ich nicht ganz logisch finde bzw. gibt es zwei Ungereimtheiten, die mir noch immer etwas im Kopf herumgeistern. Ich kann sie hier jetzt leider nicht aufzählen, sonst würde ich spoilern.

Die Geschichte lebt von den wunderschönen bildhaften Naturbeschreibungen und der beeindruckenden Tierwelt. Diese hat uns die Autorin wieder mit sehr viel Empathie beschrieben. Aber auch die ganz besondere Verbindung der Kinder zur Natur hat mich berührt.
Die Atmosphäre auf der Insel wirkt jedoch beklemmend und der beengte Lebensraum bietet für die wenigen Einwohner der Insel großes Konfliktpotential.
Das Ende hat mich dann ziemlich überrascht.

Den deutschen Titel finde ich sehr gut gewählt, denn er spricht nicht nur die Rettung des Saatgutes und Samen an, sondern auch die der dort lebenden Menschen und ihrer Beziehungen untereinander.


Fazit:
Ein sehr atmosphärischer "Climate Fiction" Roman, der uns vor Augen hält, dass wir mit der Natur leben und diese schützen müssen. Eindringlich und intensiv. Gerne empfehle ich den Roman weiter!

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Veröffentlicht am 30.06.2025

Ein mystisch-dystopisches Kammerspiel mit Tränengarantie

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Wer McConaghys früheren Werke schon mochte, kann unbesorgt zu „Die Rettung“ greifen. Für mich sind die Geschichten der Autorin ein Garant für starke Emotionen und atmosphärische Settings. All das erfüllt ...

Wer McConaghys früheren Werke schon mochte, kann unbesorgt zu „Die Rettung“ greifen. Für mich sind die Geschichten der Autorin ein Garant für starke Emotionen und atmosphärische Settings. All das erfüllt auch ihr neuester Roman, obwohl ich ein paar Kritikpunkte habe.

Erstmal: das Cover?! Hier hat sich der Verlag besonders viel Mühe gegeben, denn auch der Einband ist stimmungsvoll bedruckt. Und vor allem spiegelt es schon sehr akkurat das Setting wider, welches so richtig endzeitlich-bedrohlich ist.

McConaghy wirft ihre Lesenden absolut drastisch und ohne jede Vorwarnung in die Handlung hinein. Dieses Mal hat sie sich für ziemlich viele und teils rasante Perspektivwechsel entschieden. Grundsätzlich bin ich Fan dieses Stils, muss aber auch sagen, dass es mir hier einen Ticken zu viel war. Ich habe entsprechend eine Weile gebraucht, um die Figuren greifen zu können. Wir begleiten maßgeblich den Inselverwalter Dominic sowie die auf ebenjene Insel gespülte Rowan. Ergänzt wird die Geschichte ab und zu um kurze Kapitel von Dominics Kindern.

Zu Beginn fand ich das noch gewöhnungsbedürftig, kann die Wahl aber im Nachhinein gut nachvollziehen. So lässt die Autorin die Betroffenen selbst sprechen und vergrößert damit die Authentizität der Geschichte. Besonders Orly, das jüngste Kind, hat mich sofort für sich gewonnen. Er ist ein absolutes Brain, was Flora und Fauna angeht, und teilt in seinen Kapiteln vor allem Wissen rund um (bedrohte) Pflanzenarten. Ihm wird später eine unfassbar schwere Aufgabe zuteil, bei der ich richtig dolle innehalten musste, um nicht sofort zu weinen.

Wie gewohnt legt McConaghy viel Wert auf eine Bewusstseinsbildung für die Klimakatastrophe, das Artensterben und unsere Rolle in alldem. Besonders dringlich wird dies durch das Setting, welches sich am besten als endzeitliches Kammerspiel beschreiben lässt: die Protas sitzen auf einer Insel fest, die in Rekordzeit zu versinken droht. Gewürzt mit einer Prise sexueller Anziehung und einer Tonne geheimnisvoller Andeutungen wird die Geschichte zu einer, die so beklemmend wie fesselnd ist.

Das ziemlich repetitive und etwas effekthascherische Andeuten von Geheimnissen hat mich ehrlicherweise aber schon etwas genervt. Ich finde vor allem, dass weder die Handlung noch die Autorin das nötig gehabt hätten. Sie hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie meisterinnenhaft Bilder und Atmosphäre bei ihren Leser*innen erzeugen kann. Die Thriller-Elemente waren spannend, hätten reduzierter aber wohl den gleichen Effekt erzielt. Außerdem werden Wildtiere in ihrem Wert geschätzt, während dann abends das TK-Hühnchen auf dem Teller liegt. Ein wenig mehr Konsequenz hätte an der Stelle nicht geschadet.

Nichtsdestotrotz: das Buch hat meine Erwartungen absolut erfüllt, auch wenn ich ihre Vorgänger auch aufgrund ihrer geradlinigeren Erzählstruktur einen Ticken mehr mochte. Die Autorin hat es trotzdem geschafft, mich bis zum Schluss noch völlig zu überrumpeln, am Ende hab ich einfach nur noch versucht, durch meine Tränen hindurch zu lesen. 💔

Auch „Die Rettung“ wirft uns auf unsere bloße Existenz zurück, schult das Bewusstsein für unsere Verantwortung und alles, was wirklich wichtig ist. Und so schmerzvoll die Realität auch ist, menschliche bzw. speziesübergreifende Verbundenheit machen sie ein wenig aushaltbarer.
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TW: Su!zid, T0d, Schilderungen von Gewalt gegen Tiere

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Veröffentlicht am 09.06.2025

Die Rettung? Oder Der Untergang?

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Stell dir vor du lebst auf einer Insel, die 1.500 km vom nächsten Land entfernt ist. Stell dir vor, auf dieser Insel gibt es nur deine Familie und ca. 20 Wissenschaftler auf einer Forschungsbasis. Stell ...

Stell dir vor du lebst auf einer Insel, die 1.500 km vom nächsten Land entfernt ist. Stell dir vor, auf dieser Insel gibt es nur deine Familie und ca. 20 Wissenschaftler auf einer Forschungsbasis. Stell dir vor, diese Insel liegt zwischen Australien und der Antarktis - also dort, wo der Sturm peitscht und der Regen eiskalt ist. Und stell dir vor, das ist der „best case“, der Idealzustand. Doch die Realität sieht anders aus…

 

Die Forscher sind alle weg. Das Forschungsprojekt wurde aufgegeben, denn die Forschungsstation wird langsam überflutet. Immer öfter kommt die Flut den Bauten zu nah, einige sind schon ins Meer gestürzt. Das Funkgerät, die einzige Verbindung zum Festland, hat jemand zerstört. Und am Strand, halb eingewickelt in riesige Seetang-Blätter, liegt eine verletzte fremde Frau.

 

Das ist die Ausgangssituation für Charlotte McConaghys neuen Roman. Sie beschreibt eine Insel, die unwirtlich und zum Teil auch unwirklich erscheint, mysteriös und fordernd. Dominic Salt lebt seit 8 Jahren mit seinen drei Kindern auf dieser Insel, als Verwalter der Forschungsstation. Doch ihre letzten Wochen sind angebrochen, mit dem nächsten Versorgungsschiff sollen sie die Insel verlassen. Jeder der vier Menschen - Dominic, sein ältester Sohn Raff, die 17jährige Fen und der neunjährige Orly - hadert auf seine Weise damit, die Insel zu verlassen, die trotz ihrer Tücken zur Heimat geworden ist. Und dann wird das fragile Gleichgewicht dadurch gestört, dass plötzlich eine fremde Frau an Land gespült wird. Sie lebt noch und die Familie päppelt sie wieder auf. Doch wie kommt sie auf diese abgelegene Insel? Was war oder ist ihr Plan? Und kommt sie vielleicht den Geheimnissen auf die Spur, die Dominic und seine Familie auf dieser Insel hüten? Oder hat sie selbst Geheimnisse, die niemand erfahren darf?

 

Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil, eine unglaublich dichte, düstere Atmosphsäre zu kreieren. Sie verleiht jeder Figur Tiefe und lässt sie mit ihren jeweils eigenen Dämonen kämpfen. Das wiederum schafft immer wieder unterschwellige Spannung, denn vieles bleibt zunächst ungesagt und insbesondere zwischen der geretteten Rowan und Dominic entwickelt sich nur langsam Vertrauen, das jedoch auch immer wieder in Frage gestellt wird.

 

So wissen auch die Leser über lange Zeit nicht, wem sie trauen können - und man kann die Charaktere und ihre Handlungen oft nicht einordnen. Dennoch ist man eingenommen von der rauhen Schönheit der Insel und ihrer Flora und Fauna. Insbesondere Fen liebt die Tiere der Insel und bewegt sich völlig unbeschwert zwischen See-Elefanten und Robben. Raff liebt die Walgesänge und fährt extra mit dem Boot hinaus, um sie aufzunehmen - kein ungefährliches Unterfangen. Orly ist wissbegierig und liebt Pflanzen. Dass die Insel ein riesiges Saatgutlager mit Samen aus allen Teilen der Erde enthält, fasziniert ihn.

 

Und so schildert die Autorin die Vergänglichkeit allen Lebens im Zusammenhang mit der Schönheit der Natur und den Gefahren des Klimawandels - eingebettet in eine spannende Geschichte über Verlust, Familie und Vertrauen. Nature Writing at its best!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Atmosphärisches Buch zur Klimakrise

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Charlotte McConaghy befasst sich in diesem Buch erneut mit Umweltthemen. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen für alles Leben auf diesem Planeten sind das zentrale Thema ihres neuesten Roman‘s.

Die ...


Charlotte McConaghy befasst sich in diesem Buch erneut mit Umweltthemen. Die Klimakrise und ihre Auswirkungen für alles Leben auf diesem Planeten sind das zentrale Thema ihres neuesten Roman‘s.

Die Insel Shearwater, Schauplatz der Geschichte, ist zwar fiktiv, hat aber reale Vorbilder. Nach einer Sturmnacht wird eine junge Frau ( Rowan)auf die Insel gespült, mehr tod als lebendig überlebt sie nur knapp.

Da die Insel durch den immer höher steigenden Meeresspiegel bald zu versinken droht, gibt es hier auch nur noch Dominic und seine 3 Kinder, die die Stellung halten. Es gilt den Saatgutbunker, mit dem Samenschatz der ganzen Erde in Kisten zu verpacken, bis das Versorgungsschiff in wenigen Wochen kommt und die Familie sowie die Kisten einsammeln kommt. Das ursprüngliche Forschungsteam ist schon längst nicht mehr da. Umso spannender die Frage, was Rowan auf dieser Insel zu suchen hat.

Man lernt viel über Flora und Fauna, da Dominic‘s Kinder ihr Wissen nur allzu gern mit Rowan und den Lesern teilen. Nach anfänglichem Mißtrauen gegenüber der Fremden wird langsam Vertrauen aufgebaut. Geheimnisse und eine Natur, die sich nicht an die von Menschen gemachte Zeitpläne hält, drohen den Inselmenschen zum Verhängnis zu werden.

Ich mochte das Hörbuch ganz gerne, auch wenn es kein Highlight für mich war. Ich fand die Sprecherin gar nicht schlecht. Allerdings wußte ich manchmal kurz nicht, von welcher Person gerade die Rede war, weil Rowan und Dominic stimmlich kaum zu unterscheiden waren.

Die Handlung war spannend, die Charaktere mochte ich auch, obwohl der kleine Orly mir ein bißchen zu altklug rüberkam. Ich hatte schon davon gehört, dass es tatsächlich einen Saatgutbunker gibt, um ausgestorbene Arten nachzüchten zu können. Die Geschichte soll natürlich nachdenklich machen, denn sie ist leider nur allzu realistisch. Trotz teilweise apokalyptischer Stimmung schwingt zum Glück immer auch etwas Hoffnung mit.

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