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Veröffentlicht am 02.02.2026

Großer Krimispaß mit schrägem Seniorenermittlerquartett

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist bereits der 5. Band um das kuriose Seniorenermittlerquartett aus der Seniorenresidenz Coopers Chase.
Zwischen Hochzeit, Bomben, Unmengen ...

„Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code“ von Richard Osman ist bereits der 5. Band um das kuriose Seniorenermittlerquartett aus der Seniorenresidenz Coopers Chase.
Zwischen Hochzeit, Bomben, Unmengen Bitcoins und mindestens einem Mordfall haben die betagten Ermittler es in diesem Krimiroman auch mit häuslicher Gewalt, Familienbande, einem Raubüberfall und einem Auftragskiller zu tun. Sorgen um den Spannungsverlauf muss man sich also wirklich nicht machen – um den Spaß beim Lesen bzw. Hören auch nicht: schon der Prolog in seiner unnachahmlichen Absurdität lässt einen immer wieder leicht schockiert auflachen. Und so zieht es sich auch durch den ganzen Roman. Großen Anspruch auf Authentizität gibt es beim Donnerstagsmordclub nicht, dafür darf man sich über ein unwiderstehliches, drolliges Ermittlerquartett mit vier herrlich gegensätzlichen Charakteren freuen, die sich wunderbar ergänzen. Neben den vier Protagonisten machen auch die zahlreichen Nebenfiguren unheimlich viel Freude: ein wenig grotesk wirken sie in ihrer Haltung schon, doch Richard Osman gelingt es auch die durchtriebensten Kriminellen beinahe absurd liebenswert darzustellen. Der Fall um den es in diesem Krimi geht ist in sich abgeschlossen, sodass es nicht zwangsläufig nötig ist auch die Vorgängerbände zu kennen. Trotzdem hatte ich anfangs beim Hören ein wenig Schwierigkeiten die Vielzahl an Personen auseinanderzuhalten und richtig zuzuordnen. Im Buch lässt sich hier problemlos kurz zurückblättern, beim Hörbuch ist es etwas schwieriger, ergibt sich mit der Zeit – und die hat man in knapp 11:30 Stunden definitiv - aber auch. Unwichtige Nebensächlichkeiten oder ständige Wortwiederholungen, die in anderen Büchern ganz sicher auf negative Kritik stoßen würden, unterstreichen hier noch einmal den etwas sonderbaren Reiz, mit dem Leser und Hörer in den Bann des amüsanten und kultigen Krimis gezogen werden. Das Hörbuch wird von Johannes Steck und Beate Himmelstoß unheimlich kurzweilig gelesen. Die hervorstechenden Eigenschaften aller Mitglieder der abenteuerlustigen Rentnertruppe werden von den beiden beim Lesen durch entsprechende Stimmmodulation vollkommen anschaulich eingefangen.
Kurz gesagt: Ich hatte - trotz des kleinen Verwirrspiels um die einzelnen Figuren - beim Hören unheimlich viel Spaß, habe gespannt mitgerätselt, mich ungemein an den kuriosen Charakteren erfreut und mich dabei hervorragend amüsiert.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Simple, aber herzerwärmende Weihnachtsgeschichte auf dem winterlichen Borkum

Winterglück und Inselzauber: Ein Weihnachtsfest auf Borkum
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„Winterglück und Inselzauber - Ein Weihnachtsfest auf Borkum“ von Claudia Schirdewan versetzt seine Leser auf das winterliche Borkum. Die Handlung ist insgesamt recht simpel und nicht unbedingt sonderlich ...

„Winterglück und Inselzauber - Ein Weihnachtsfest auf Borkum“ von Claudia Schirdewan versetzt seine Leser auf das winterliche Borkum. Die Handlung ist insgesamt recht simpel und nicht unbedingt sonderlich authentisch, aber das braucht dieser absolut herzerwärmende Wohlfühlroman voller weihnachtlicher und winterlicher Romantik auch gar nicht zu sein.
Ein heftiger Wintereinbruch stürzt Borkum kurz vor Weihnachten ins Chaos. Plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten sitzt die verantwortungsvolle Pensionswirtin Julia gemeinsam mit ihren vier Pensionsgästen auf der Insel fest. Vor allem dem Unternehmensberater Simon und der angehenden Sängerin Nina passt das so gar nicht. Doch auch Julia, deren sechsjähriger Sohn Leon nicht über den Tod der Großmutter hinwegkommt, hatte große Hoffnungen in den geplanten Weihnachtsurlaub im Allgäu gesetzt. In der Gemeinschaft unfreiwillig gefangen bahnen sich allerdings nach und nach überraschende Verbindungen, Freundschaften und jede Menge Selbsterkenntnis den Weg.
Claudia Schirdewan schreibt ihren Roman unheimlich kurzweilig, lässt eine Prise Lokalkolorit einfließen und verschafft ihren liebenswerten Charakteren eine starke Entwicklung. Als zentrale (weihnachtliche) Themen stehen Familie und Gemeinschaft im Mittelpunkt des Romans. Die eine oder andere Redewendung wird ein klein wenig überstrapaziert, aber das Lesen hat mir große Freude gemacht und ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Das Spannungsniveau ist dieser absoluten cosy Lektüre entsprechend. Zwar bleibt vieles bis kurz Schluss noch völlig offen und ein dramatisches Ereignis fehlt hier auch nicht, aber in Anbetracht des Genres muss man sich - in Erwartung eines Happy Ends – zum Glück gar nicht erst aus der gemütlich-weihnachtlichen Komfortzone hinausbewegen.
Besonders sympathisch ist die über 70-jährige ehemalige Konditorin Flora. Mit viel Raffinesse und ein wenig schlitzohrig treibt sie ihre Mitmenschen öfter mal zu nicht ganz freiwilligen Taten und bringt sie damit zum Nachdenken. So gelangen Leons Vater Jasper, Nina und der völlig ausgebrannte Simon mit zunehmender Selbsterkenntnis auch immer mehr zu dem Schluss, dass eine steile Karriere nicht alles im Leben ist. Und auch für Leon und seine Mutter Julia hält das Weihnachtsfest ein großes Wunder bereit.
Insgesamt ein locker-leichter Weihnachtsroman, der mit seiner winterlichen Romantik und den weihnachtlichen Themen beim Lesen jede Menge Glücksgefühle auslöst und damit die perfekte Lektüre zum Fest der Liebe ist.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Von der Zweckgemeinschaft zur Wahlfamilie

In den Scherben das Licht
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Der Nachkriegsroman „In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn erzählt von (unfreiwilligen) Neuanfängen und Veränderungen des Leben unterschiedlicher Generationen, aber auch von Freundschaft, Hoffnung ...

Der Nachkriegsroman „In den Scherben das Licht“ von Carmen Korn erzählt von (unfreiwilligen) Neuanfängen und Veränderungen des Leben unterschiedlicher Generationen, aber auch von Freundschaft, Hoffnung und Liebe.
Erst einmal muss ich eines zugeben: So gern ich Carmen Korns Romane auch lese, für die Cover konnte ich mich noch nie begeistern. „In den Scherben das Licht“ bildet mit dem patellfarbenen Cover auf dem ein tanzendes Paar aus der Vogelperspektive zu sehen ist leider keine Ausnahme.
Der Roman erzählt vom Leben im Wandel in der Nachkriegszeit zwischen 1946 und 1955. Im Mittelpunkt stehen dabei die ehemalige Schauspielerin Friede und die beiden Kinder/jungen Erwachsenen Gert und Gisela, die in deren Keller Obdach finden. Zudem sind auch noch Friedes ehemalige Liebhaber Palutke und Viktor Franke Teil des Geschehens, sowie Marta mit der Friede eine eigenwillige Freundschaft verbindet. Je weiter die Zeit voranrückt, desto lebhafter geht zu im Leben der drei Protagonisten, die in einer bunt gemischten Gemeinschaft nicht nur eine neue Familie finden.
Carmen Korn verfolgt auch in ihrem jüngsten Roman ihren unverkennbaren Schreibstil, der von vielen kurzen, mitunter auch unvollständigen Sätzen geprägt ist und dann und wann von einigen komplexeren Satzstrukturen unterbrochen wird. Ein Schreibstil der sich in meinen Augen wunderbar lesen lässt und immer eine kurzweilige, beinahe spannende Wirkung auf mich hat. Kleinere und größere Zeitsprünge komprimieren das Geschehen. Wobei der Roman keine stringente Handlung, sondern vielmehr den Lebensverlauf seiner Figuren über gut 9 Jahre mit allen Drehung und Wendungen begleitet. Manche Momente hätte ich mir etwas konkreter erzählt gewünscht. Spannend bleibt das Buch aber schon allein aufgrund der vielen unvorhersehbaren Aufs und Abs, der kleinen und großen Hoffnungen und Ziele, der vielen Zweifel und Enttäuschungen und der unzähligen kleinen Glücksmomente. Mit dem vergleichsweise offenen Ende bleibt auch noch ein wenig Raum für die eigene Fantasie, denn das Leben der Figuren geht weiter.
Leben heißt Veränderung und so durchlaufen die meisten Figuren, insbesondere die Hauptcharaktere eine deutliche Entwicklung. Oftmals gewährt Carmen Korn auch Einblicke in die Gefühlswelt, macht Hoffnungen, Schuldgefühle und (Selbst-)Zweifel der einzelnen Charaktere greifbar. Eine Ausnahme in puncto Entwicklung bildet dabei Friedes selbstgerechte Freundin Marta. Marta ist sich stets selbst die Nächste. Gisela beschreibt es im Roman sehr passend mit den Worten, dass Marta ihr Leben zu klein findet. Sie ist unzufrieden, fühlt sich verkannt und ungerecht behandelt und sieht sich damit absolut im Recht andere – insbesondere Friede – gnadenlos auszunutzen. Friedes ehemaliger Liebhaber Palutke erscheint sehr egozentrisch. Dass er Friede trotz unlauterer Mittel nie für sich allein gewinnen konnte, ist ihm ein Stachel im Fleisch. Mit zunehmendem Alter und Einsamkeit zeigt er sich oft ein wenig sentimental. Sein jüngerer Widersacher und Theaterkritiker Franke hat als Jude zwar mehrere Jahre im Ghetto Litzmannstadt überlebt, doch die seelischen Wunden heilen nur langsam und die Narben bleiben. Sein Weg zurück zu einer lebenswerten Existenz ist beschwerlich. Unterstützung findet er dabei unter anderem in Nast, einem Philosophie-Professor. Er ist wie ein guter Geist an vielen Stellen ein Bindeglied zwischen den Figuren und gibt zunächst Gisela und später auch Gert die Chance ihre Bildung und damit ihre Zukunftschancen zu verbessern. Friedes „Familienmitglieder“ Lulu und Robert tauchen erst später in der Handlung auf. Lulu hat es durch seine Homosexualität nicht nur in der Gesellschaft, sondern allem voran bei Vater und Brüdern schwer. Robert tritt stets gutmütig und weitgehend besonnen und ausgeglichen in Erscheinung. Auf ihn ist Verlass. Gisela und Gert haben im Krieg ihre Familien verloren und finden in Friedes Keller Obdach. Während die jüngere Gisela spürbar Bildung genossen hat und ebenso robust wie zielstrebig ihre Pläne verfolgt, wirkt Gert sehr gefühlsbetont und eher nachdenklich. Beide wachsen Friede im Verlauf der Jahre wie eigene Kinder ans Herz. Friede ist wohl diejenige, die sich am meisten entwickelt. Unmittelbar vor dem Krieg wusste sie ihr durchaus ausschweifendes Leben zu genießen, war dem Luxus und den Männern, die sie verwöhnten zugeneigt. Doch die entbehrungsreiche Nachkriegszeit und die Beziehung zu Gert und Gisela verändern ihre Weltanschauung und ihre Werte. Nach und nach übernimmt Friede Verantwortung und sorgt für andere statt sich selbst umsorgen zu lassen. Ihr Glück findet sie nicht länger vorrangig im Luxus, sondern viel mehr im Gemeinschaftsgefühl.
Insgesamt ein stark geschriebener Roman, der den Wandel im Leben vieler interessanter Charaktere in der Nachkriegszeit begleitet, vor allem in Sachen Freundschaft und Zusammenhalt – sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Romantik auf ungewohnten Wegen

Mayfair Ladys - Drei Junggesellen für Lady Beatrice
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„Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ ist der Auftakt zu Freda MacBrides Regency-Romanreihe ‚Mayfair Ladies‘.
Als Kind hatte Beatrice einen furchtbaren Unfall und ist seitdem entstellt. Mittlerweile 27 ...

„Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ ist der Auftakt zu Freda MacBrides Regency-Romanreihe ‚Mayfair Ladies‘.
Als Kind hatte Beatrice einen furchtbaren Unfall und ist seitdem entstellt. Mittlerweile 27 Jahre alt, hat die Tochter des Earls of Conham sich mit dem Schicksal eine alte Jungfer zu bleiben längst abgefunden. Stattdessen findet sie großen Gefallen daran für ihre Geschwister und Freundinnen passende Gefährten zu finden. Dieses Talent bleibt nicht unbemerkt und so bittet die Dowager Marchioness of Bayne sie eines Tages passende Bräute für ihre drei unverheirateten Söhne zu finden. Für Lady Beatrice eine große Herausforderung, vor allem was den jüngsten Sohn Francis betrifft.
Das Cover mit dem jungen Paar umgeben von Blumen passt gut zur Atmosphäre dieser Regency Romance, obwohl das allgegenwärtige Rosa für meinen persönlich Geschmack ein wenig kitschig wirkt.
Sehr gefreut habe ich mich über die den kreativen Ansatz mit der im Vergleich zu vielen anderen Regency Romanen sehr unverbrauchten Thematik. Auch Freda MacBrides Schreibstil und vor allem ihre Wortwahl fügen sich, mit sehr wenigen Ausnahmen stimmig ins beschriebene Zeitalter ein und lesen sich wunderbar flüssig. Wer bei diesem Roman an eine slow-burn Story denkt, wird überrascht, denn bei knapp über 200 Seiten ist für slow einfach zu wenig Zeit. Doch auch das ist in Ordnung und durchaus erfrischend für das Genre. Ein wenig spice fehlt aber natürlich nicht und auch der Spannungsbogen steigt trotz des erwartungsgemäßen Endes kurz vor Schluss noch einmal dramatisch an. Hier überschlagen sich die Ereignisse regelrecht, während man vorher doch eher cozy unterwegs war.
Die Gestaltung der beiden Hauptcharaktere ist deutlich substanzieller als die der Nebencharaktere, die ein eher grobes Profil. Trotzdem komme ich beim Lesen nicht umhin den wenig präsenten Lord Conham mit seiner eher lockeren Einstellungen als sehr sympathisch wahrzunehmen, während es seiner Frau, wenn auch nicht aus böser Absicht - offenbar an jeglichem Feingefühl mangelt. Lady Bayne hingegen scheint durchaus mit viel Raffinesse im Hintergrund die Fäden zu ziehen. Allein ihr Auftrag für Beatrice ist sehr gewagt, verdeutlicht aber auch die Liebe zu ihren Kindern. Während seine Brüder eher etwas oberflächlich dargestellt sind, wirkt Francis auf spitzbübige Art überaus charmant. Aus dem Wissen um Beatrices Auftrag macht er sich zunächst einen großen Spaß, entwickelt jedoch schnell Gefühle für die nicht mehr ganz so junge Frau. Doch Francis hütet ein Geheimnis, das er bisher noch niemandem anvertraut hat. Beatrice liebt das gesellschaftliche Leben, obwohl sie in keinen Part der Gesellschaft so recht hineinzupassen scheint. Doch mit ihrer klugen, offenen und mitunter schlagfertigen Art gelingt es ihr immer wieder schnell neue Bekanntschaften zu machen und sie wird im Allgemeinen hoch geschätzt. Trotzdem leidet sie sehr unter ihrer Entstellung und reagiert ausgesprochen empfindlich. Francis ruft trotz des amüsanten Schlagabtausches in ihr eine bisher unbekannte Leidenschaft hervor, doch den Gedanken einen Ehemann zu finden hat sie schon längst begraben. Während beide in der Öffentlichkeit die gesellschaftliche Etikette wahren, verhalten sie sich bei heimlichen Zusammenkünften weitaus zwangloser.
Wer Regency Romance abseits der ausgetretenen Pfade sucht, sollte sich Freda MacBrides „Drei Junggesellen für Miss Beatrice“ nicht entgehen lassen. Ich bin gespannt zu erfahren, ob auch die weiteren Teile der „Mayfair Ladies-Reihe“ solch originelle Handlungsansätze verfolgen.

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Jeder von uns hat unterschiedliche Begabungen

Der kleine Trecki – Ein kleiner Traktor, der groß werden möchte – Little Trecki – A Little Tractor That Wants to be Big
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Ich liebe Bilderbücher! Obwohl ich vielleicht eigentlich ein klein wenig zu alt dafür bin. Vor allem hübsch illustriert und mit einer tollen Botschaft. Ein solches Bilderbuch hat der Kleine Leute Verlag ...

Ich liebe Bilderbücher! Obwohl ich vielleicht eigentlich ein klein wenig zu alt dafür bin. Vor allem hübsch illustriert und mit einer tollen Botschaft. Ein solches Bilderbuch hat der Kleine Leute Verlag mit „Der kleine Trecki“ von Aigul Lennartz und Olga Korneichuk (Illustrationen) herausgebracht. Das Bilderbuch ist zweisprachig in Deutsch – Englisch oder Deutsch – Ukrainisch erhältlich und für Kinder ab 3 Jahren empfohlen.
Für die eingehende Betrachtung und Beurteilung haben mich sowohl Zuhause als auch bei der Arbeit einige Kinder zwischen 3 und 7 Jahren unterstützt. Der Schauplatz Bauernhof kann bei fast allen Kindern sofort punkten. Auch wenn die Maschinen im Vordergrund stehen, sind doch auf jeder farbenfroh gestalteten Seite Tiere abgebildet, die das Geschehen beobachten. Der Streit zwischen den Maschinen ist sehr mitreißend und entfacht auch in unserer Leserunde eine wilde Diskussion darüber, welche Maschine denn nun wirklich die wichtigste ist. Das Buch bietet also nicht nur Zuhöranreize, sondern auch Sprechanlässe und fördert wie nebenbei die Empathiefähigkeit der Kinder. Denn im Fuhrpark des Bauernhofes passiert genau das, was auch in einer Kita, Schule oder sonstigen Kindergruppe regelmäßig passiert. Jemand kommt neu in die Gruppe und kennt niemanden, wird von einigen herzlich aufgenommen und von anderen möglicherweise erst einmal belächelt. Hier wird voll an die Erfahrungswerte der Kinder angeknüpft und natürlich will auch in unserer Leserunde niemand, dass der arme kleine Trecki sich als Neuling zwischen den großen Maschinen nicht schrecklich einsam fühlt. Treckis Sorge einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein, ist vielen Kindern ebenfalls nicht fremd. Richtig stark ist auch die Botschaft, die das Buch vermittelt: Ganz egal, ob groß oder klein – jeder hat seine besonderen Fähigkeiten und individuelle Talente. Mit dieser Botschaft konnten wir dann auch unsere Diskussion um die Wichtigkeit der Maschinen klären und dahingehend übereinkommen, dass wirklich jeder einzelne ganz besonders wichtig ist.
Besonders schön ist, dass sowohl deutsche Muttersprachler, als auch Kinder, die bisher vorwiegend mit englischer Sprache in Berührung gekommen sind gleichermaßen an der Geschichte teilhaben können. Beide Gruppen lauschen sehr aufgeschlossen auch der fremden bzw. nicht so vertrauten Sprache aufmerksam. Die kindgerechte Textlänge macht es möglich. Auch die Audio-Datei zum Buch ist bei vielen Kindern gut angekommen.
Ein wenig problematisch gestaltet sich die Tatsache, dass leider einige Kinder noch nie einen Bauernhof gesehen bzw. zum Teil nicht einmal eine Vorstellung davon haben. Eigentlich zeichnet das Buch auch ein sehr gutes Bild des Bauernhofes. Allerdings ist der, schon zu Beginn mehrfach erwähnte Pflug und damit ein Gerät, das kaum einem Kind bekannt ist erst in der zweiten Hälfte zu sehen.
Zwar wäre die Botschaft durchaus auch für ältere Kinder noch vollumfänglich relevant, doch durch die sehr kindlichen Texte und Illustrationen mit den durch Gesichter vermenschlichten Maschinen ist das Buch vor allem für jüngere Kinder ab 3 bis ca. 6 Jahre zu empfehlen.
Fazit: „Der kleine Trecki“ ist ein farbenfroh illustriertes Bilderbuch, dass wunderbar an die Lebenswirklichkeit der Kinder anknüpft und eine wichtige Botschaft für Kinder greifbar macht. In der zweisprachigen Ausführung und dem gewählten Bauernhofsetting spricht es eine große Bandbreite von jüngeren Kindern an.

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