Ein sehr gutes Buch!
Die KrähenINHALT:
Eine Krähe baut ein Nest vor dem Haus einer Familie und beobachtet diese. Baruna ist begeistert von der Krähe und zeichnet sie, sie möchte Malerin werden. Die Krähe wiederum beobachtet die dramatische ...
INHALT:
Eine Krähe baut ein Nest vor dem Haus einer Familie und beobachtet diese. Baruna ist begeistert von der Krähe und zeichnet sie, sie möchte Malerin werden. Die Krähe wiederum beobachtet die dramatische Situationen im Haus, das weinen, streiten und schreien. Wir lesen das Buch aus zwei Sichtweisen: die der Mutter und die der Tochter (Baruna). Es geht um psychische und körperliche Gewalt, ausgeübt von den Eltern gegenüber Baruna. Die Mutter instrumentalisiert den Vater, dieser wird dann handgreiflich. Bei der Mutter bleibt es bei verbaler Gewalt. Es geht um Ungerechtigkeit zwischen den Töchtern, um Wünsche und das Erleben der Gewalt aus Barunas Sicht. Es geht um Kindesmisshandlung und das nicht Hinsehen der Menschen drumherum. Es geht um Überforderung und Wut der Eltern, die diese auf die Tochter übertragen.
EINDRUCK UND FAZIT
Für dieses Buch braucht man einen langen Atem und viel Distanz. Es ist schwer die Zeilen zu lesen, den Schmerz auszuhalten und nicht helfen zu können. Die Autorin hat geschafft, einen ganz besonderen Roman zu schreiben. Besonders gelungen fand ich, dass beide Perspektiven beleuchtet wurden (dies macht es besonders schwer). Wir lesen das Buch und beobachten, ähnlich wie die Krähe im Nest, und sind nicht in der Lage etwas zu unternehmen. Diesen Aspekt konnte ich besonders wenig aushalten. Nun bin ich selbst Kinderschutzfachkraft, wahrscheinlich fiel es mir deshalb besonders schwer, dies zu lesen. Eine Familie, wie sie viel zu oft in der Nachbarschaft gibt. Eine Familie, die nach Außen unscheinbar wirkt. Bitte nur lesen, wenn man diese Themen gut aushalten kann.