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Veröffentlicht am 07.02.2018

Babylon

Schlüssel 17
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Kommissar Tom Babylon sucht schon seit Jahren nach seiner kleinen Schwester. Vielleicht ist er deshalb Polizist geworden. Und nun wird eine Tote im Dom gemeldet. Babylon eilt an den Tatort. Schockiert ...

Kommissar Tom Babylon sucht schon seit Jahren nach seiner kleinen Schwester. Vielleicht ist er deshalb Polizist geworden. Und nun wird eine Tote im Dom gemeldet. Babylon eilt an den Tatort. Schockiert stellt er fest, dass er die Tote kannte. Nicht nur als Kirchenfrau sondern auch als Mutter einer ehemaligen Schulkameradin. Tom, dessen Position beim LKA nicht die allerbeste ist, ist damit eigentlich raus aus dem Fall. Da er jedoch aus gewissen Gründen hofft, eine neue Spur zu seiner Schwester zu haben, gibt er nicht alle Informationen preis und ermittelt weiter. Dass ihm die Psychologin Sita an die Seite gestellt wird, sieht er eher als notwendiges Übel.

Natürlich ist unter den Kollegen bekannt, dass Tom das Verschwinden seiner Schwester nie verkraftet hat. Obwohl ihre Leiche gefunden wurde, glaubt Tom nicht, dass sie tatsächlich tot sein soll. Und nicht nur das ist ein Problem in Toms Leben. Die Beziehung zu seiner Freundin Anne läuft nicht mehr so. Als Ermittler hat Tom zu wenig Zeit, er ist nie da und richtige gemeinsame Aktivitäten gibt es auch kaum noch. Kann Tom Babylon unter diesen Umständen überhaupt viel zu der laufenden Ermittlung beitragen? Zumindest stürzt er sich mit Feuereifer in die Untersuchung.

Grausame Morde, eine hintergründige Verstrickung des Ermittlers, eine bröckelnde Beziehung, eine toughe Psychologin, die auch eine Vergangenheit hat, Kollegen, die Misstrauen erwecken. Daraus lässt sich ein ausgesprochen spannender Kriminalroman komponieren. Der Autor versteht es wahrlich zu fesseln. Nach Anlage dieses Reihenstarts, mit seiner die Bände umspannende Rahmenhandlung, muss am Ende einiges offen bleiben. Ob diese Verstrickung der Handlungsstränge, die nach dem Verständnis, das sich anbietet, wohl die Lektüre in der richtigen Reihenfolge notwendig macht, so günstig ist, werden Leser, die lieber völlig abgeschlossene Fälle haben, selbst entscheiden müssen. Wer sich jedoch entschließt Tom Babylons Werdegang weiter zu verfolgen, dem dürfte packende Unterhaltung garantiert sein, denn es bleiben Fragen offen, auf deren Klärung man in den nächsten Bänden hoffen darf.

Veröffentlicht am 06.02.2018

Trisolaris

Die drei Sonnen
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Die junge Ye Wenjie muss während der Kulturrevolution in China miterleben wie ihr Vater angeklagt und umgebracht wird. Trotzdem dient sie dem Staat treu als Astrophysikerin, bis auch sie Verrat erleben ...

Die junge Ye Wenjie muss während der Kulturrevolution in China miterleben wie ihr Vater angeklagt und umgebracht wird. Trotzdem dient sie dem Staat treu als Astrophysikerin, bis auch sie Verrat erleben muss. Doch wegen ihrer überragenden Qualität als Forscherin bekommt sie die Gelegenheit an einem geheimen Forschungsprojekt teilzunehmen. Noch vierzig Jahre später beschreibt sie das als Wendepunkt in ihrem Leben. Die allgemeinen Forschungen sind inzwischen vorangeschritten und es herrscht große Verunsicherung, weil sich allgemeingültige Formeln als nicht so allgemeingültig erwiesen haben wie immer geglaubt wurde. Der junge Wissenschaftler Wang Miaou macht sich auf die Suche nach Antworten.

Die schon ältere Ye Wenjie und der jüngere Wang Miaou bilden ein ungewöhnliches Team. Ye Wenjies Enthusiasmus, den sie in jungen Jahren an den Tag gelegt hat, könnte sich als fataler Fehler erweisen. Wang Miaou, der die ältere Dame erst viel später kennenlernt, empfindet zunächst eher Mitleid mit ihr, deren Tochter sich vor kurzem selbst getötet hat, doch nach und nach muss er erkennen, dass sie wohl eine fürchterliche Entwicklung verursacht haben könnte, die für die Menschheit eine Katastrophe bedeuten mag.

Wenn man sich fragt, ob man sich an diesen Roman herantrauen möchte, der in einer so fremden Kultur angesiedelt ist und sich als komplexer Science Fiction Stoff entwickelt, könnte diese Hörspielfassung von WDR und NDR eine Antwort bringen. Mit treffend ausgesuchten Sprechern wird der mit wissenschaftlichen Ausführungen gespickte Fortgang der Handlung in einer packenden Form dargeboten. Die musikalische Untermalung jagt einem dabei Schauer über den Rücken. Wenn man die Situation als bedrohlich wahrnimmt, kann das durchaus gewollt sein. Allem Anschein nach treibt die Menschheit ihrem Untergang entgegen. Das Ende kann man zwar vor Anspannung und Neugier kaum erwarten, man möchte es aber doch hinauszögern, um die Katastrophe hinauszuschieben.

Zum Glück handelt es sich hier um eine Trilogie, deren weitere Bände mit Spannung erwartet werden dürfen und von denen man hoffen darf, dass sie eine ebenso gute Radio-Adaption erfahren.

Veröffentlicht am 31.01.2018

Woher kommen wir

Origin
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Edmund Kirsch, ein ehemaliger Student von Professor Robert Langdon, hat geladen. Im Rahmen einer Präsentation möchte er von seiner neuesten und größten Entdeckung erzählt. Zuvor schon hat er diese Vertretern ...

Edmund Kirsch, ein ehemaliger Student von Professor Robert Langdon, hat geladen. Im Rahmen einer Präsentation möchte er von seiner neuesten und größten Entdeckung erzählt. Zuvor schon hat er diese Vertretern der drei großen Kirchen vorgestellt. Bei diesen löst die herausragende Entdeckung großes Entsetzen aus, sie sehen unser heute gültiges Weltbild bedroht. Gerne reist Langdon nach Spanien, um der Präsentation beizuwohnen. Es herrscht eine gespannte Stimmung als Edmund Kirsch mit seiner Vorstellung beginnt. Zu diesem Zeitpunkt hat Robert Langdon bereits Bekanntschaft mit einer eloquenten künstlichen Intelligenz namens Winston gemacht.

Zum fünften mal stolpert Robert Langdon eher zufällig in ein aufregendes und gefährliches Abenteuer. Wandelt er sonst auf den Spuren der Vergangenheit, wird er diesmal in eine Zukunft gelockt, von der man natürlich noch nicht weiß, ob und wie sie eintreten wird. Edmund Kirsch als Zukunftsforscher hat eine Idee, eine Utopie entwickelt, die die Welt verändern könnte. Entsteht daraus eine Bedrohung oder eine positive Sicht in die Zukunft. Man weiß es nicht, da die Präsentation abbricht bevor sie beendet ist. Gemeinsam mit Ambra Vidal flieht Robert Langdon, um die Präsentation zu retten. Es beginnt eine spannende Jagd.

Zwar hat Dan Brown mit seinem neuesten Buch das Rad nicht neu erfunden, dennoch schafft er eine spannende Flucht oder Jagd, je nach Blickwinkel. Ein packendes Mysterium, das es zu enträtseln gilt. Eine Reflexion über die Monarchie und andere Themen der modernen Welt. Wie hat Edmund seine Präsentation vorher geplant, was entspringt anderen Prozessen. Ansatzpunkte, die zum Nachdenken anregen, insbesondere wie groß die Fähigkeiten zum Lernen oder zum Ableiten aus Erfahrungen werden sollen, die man künstlichen Intelligenzen gibt. Ob man lieber nach der Lösung von Rätseln aus alten Zeiten sucht oder die Probleme künftiger Welten zu bewältigen sucht, ist natürlich Geschmacksache. Ist man allerdings offen, wird dieser Roman nicht enttäuschen.

Die Handlung bestens interpretiert hat Wolfgang Pampel, dessen sonore Stimme etwas Unverwechselbares hat.

Veröffentlicht am 30.01.2018

Sackgasse

Dead End - Lacey Flint 2
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An einem College in Cambridge begehen mehrere Studenten Selbstmord. Jedes Mal wählen sie dabei eine ganz besonders grausame Art zu sterben. Die junge Polizistin Lacey Flint wird undercover an die Uni geschickt. ...

An einem College in Cambridge begehen mehrere Studenten Selbstmord. Jedes Mal wählen sie dabei eine ganz besonders grausame Art zu sterben. Die junge Polizistin Lacey Flint wird undercover an die Uni geschickt. Ermitteln soll sie nicht, wenn sie herausfände, wieso die jungen Menschen plötzlich so eine Todessehnsucht empfinden, hätte allerdings niemand etwas dagegen. Die Einzige, die von Laceys Einsatz weiß, ist die Psychologin Evi. Diese ist nach einem Unfall von Schmerzen geplagt. Und einige der jungen Menschen, die versucht haben sich umzubringen, waren bei ihr in Behandlung. Als Führungsbeamter agiert Mark Joesbury, der nach einem gefährlichen Einsatz noch nicht wieder völlig fit ist.

Eine ungewöhnlich lange Reihe von Selbstmorden in relativ kurzer Zeit ruft die Ermittler auf den Plan. Das hin und wieder ein labiler Mensch an der Uni nicht klarkommt, kann schon mal sein. Aber diese Zusammenballung schrecklicher Selbsttötungen impliziert, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Was (oder etwa wer?) treibt junge Menschen vornehmlich junge Frauen in den Tod? Lacey als vermeintliche Studentin ist vor Ort. Natürlich untersucht sie doch, was in den letzten Stunden oder Minuten vor dem Tod zweier junger Frauen geschehen ist. Wie würde sie handeln? Ist es überhaupt möglich, dass die Handlungen so abgelaufen sind? Mit der ihr eigenen Gründlichkeit stößt Lacey zumindest auf Ungereimtheiten.

Nur über wenige Tage zieht sich die Handlung. Schnelle Ortswechseln bringen Lebhaftigkeit und Spannung. Das Verhalten von Joesbury gibt manchmal Rätsel auf. Um die Schwingungen, die zwischen ihm und Lacey bestehen, besser zu verstehen, könnte es sinnvoll sein, zunächst den ersten Teil der Reihe zu lesen. Für das Verständnis des Falles ist dieses nicht notwendig. Was sich hier allerdings auftut ist schon harter Tobak. Zwar wird manches zu schnell abgehandelt und nicht so eingehend erläutert. Doch die Ermittlungsarbeit von Lacey ist mitreißend geschildert und wenn man jedoch einen spannungsgeladenen Thriller sucht, der jedwede Form der Langeweile verscheucht, ist man mit diesen Roman bestens bedient.

Veröffentlicht am 28.01.2018

Eine Nichte verschwindet

Die schwarze Dame
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Peter Hogart arbeitet als selbstständiger Versicherungsdetektiv. Die meisten seiner Fälle sind eher Routine. Doch manche sind wirklich nervenaufreibend. Und gerade bei einem der letzteren Fälle hat Hogart ...

Peter Hogart arbeitet als selbstständiger Versicherungsdetektiv. Die meisten seiner Fälle sind eher Routine. Doch manche sind wirklich nervenaufreibend. Und gerade bei einem der letzteren Fälle hat Hogart die Lage ungünstig eingeschätzt. Für die Versicherungen ist er daher nicht immer die erste Wahl. Nun sind in Prag mehrere höchst wertvolle Gemälde dem Vernehmen nach verbrannt. Eine Katastrophe, die einer genauen Untersuchung bedarf. Diese sollte eigentlich die Nichte des Chefs durchführen. Kurz nachdem sie meldete, der Fall sei gelöst, verschwindet sie spurlos. Hogarts Aufgabe ist es, das Schicksal der jungen Frau zu klären und nachzuvollziehen, was mit den Bildern geschehen ist.

Bereits im Jahr 2007 geschrieben und als ebook veröffentlicht freut sich der Autor nun über diese Taschenbuchausgabe. Der Versicherungsdetektiv Peter Hogart ermittelt hier in seinem ersten Fall. Von Wien wird er nach Prag geschickt. Für Hogart ist es nicht der erste Besuch in dieser schönen Stadt. Er wandelt dann nicht nur auf den Spuren der verschwundenen Alexandra Schelling, sondern auch auf den seiner Jugendreise. Er erzählt den Lesern von seinem Prag, den Gassen und Wegen, den schönen Orten, den Veränderungen. Seine Kollegin findet er sobald nicht, allerdings lernt er die Privatdetektivin Ivona Markovic kennen, die einer ganz anderen Sache auf der Spur ist.

Mit Peter Hogart stellt der Autor einen neuen oder besser alten Protagonisten vor, der dem Leser schnell sympathisch wird. In Beziehungsdingen gescheitert, als Ermittler gewieft, Familienmensch nur, wenn er sich mit seinem Bruder und dessen Tochter verabredet. Da könnte die neue Bekanntschaft mit der Pragerin Ivona einen Neuanfang bedeuten. Doch erstmal gilt es das Rätsel um die verschwundene Kollegin und die Bilder zu lösen. Daran begibt sich Hogart auf fesselnde Weise. Natürlich entwickelt sich ein Autor beim Schreiben weiter und so ist dieses ältere Buch durchaus anders als eines der neueren. Zu Beginn der Handlung könnte man beinahe meinen, man sei in eine Reisebeschreibung geraten, das wirkt für einen Kriminalroman etwas raumgreifend, macht aber gleichzeitig Lust, sich die Schauplätze selbst einmal anzuschauen, kann so ganz verkehrt also auch nicht sein. Dieser Eindruck verfliegt auch recht schnell, wenn Hogart und Markovic nach und nach die Hintergründe einer perfiden Mordserie entschlüsseln. Zwar ist das gewählte Thema nicht so neu, aber dennoch so packend umgesetzt, dass man als Leser nicht von der Lektüre lassen kann.