Was uns hält – Über Heimat, Familie und die eigenen Wurzeln
Die RiesinnenDer Debütroman von Hannah Häffner überzeugt mit schöner poetischer Sprache und erzählt die Geschichte von den drei Frauen Liese, Cora und Eva. Drei unterschiedliche Leben und Charaktere, doch durch ihre ...
Der Debütroman von Hannah Häffner überzeugt mit schöner poetischer Sprache und erzählt die Geschichte von den drei Frauen Liese, Cora und Eva. Drei unterschiedliche Leben und Charaktere, doch durch ihre Herkunft und ihre Biografie miteinander verknüpft. Eine Jede eine Frau ihrer Generation: auffällig, stark, durchsetzungskräftig. Die Handlung erstreckt sich von den sechziger Jahren bis zur heutigen Zeit – eindrücklich erzählt.
Jede dieser drei Frauen wird in einem eigenen Abschnitt näher beschrieben. Prägend für das Leben ist auch das kleine, fiktive und sehr konservative Dorf Wittenmoos im Schwarzwald.
Liese, Jahrgang 1939, übernimmt nach dem Tod ihres Mannes die Metzgerei ihrer Schwiegereltern, um die kleine Cora allein großziehen zu können, denn Frauen haben zu dieser Zeit meistens nicht gearbeitet. Sie muss um ihren Stand im Leben kämpfen und sich beweisen, bietet Cora aber immer allen Rückhalt, den sie braucht.
Cora ist rebellisch und unangepasst. Nach dem Abitur treibt sie die Sehnsucht ins Ausland; sie will die großen Städte wie Paris und London erleben. Doch nachdem sie erfährt, dass sie schwanger ist, findet sie zu ihren Wurzeln zurück und bekommt die kleine Eva.
Eva ist der letzte Abschnitt gewidmet, den ich persönlich am stärksten fand. Naturverbunden und mit wunderschönen Sätzen, die noch lange nachhallen. Auch das wundervoll gestaltete Cover mit dem dreigeteilten Farn spiegelt die Verbindung der drei Frauen wider.
Es ist ein leiser Roman mit starken Figuren und wunderschönen Naturbeschreibungen. Es werden Themen wie Unabhängigkeit und Zugehörigkeit, Heimatgefühl, Vorurteile, Vergebung und weibliche Selbstbestimmung thematisiert. Jede bricht auf ihre Weise aus den Erwartungen ihrer Zeit aus, doch Familie hält, Familie trägt.