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Veröffentlicht am 16.11.2025

Vegane Vielfalt für jeden Tag - Das perfekte Kochbuch für Einsteiger

Carlottas vegane Küche
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MEINE MEINUNG
„Carlottas vegane Küche“ ist das erste deutschsprachige Kochbuch der Bestsellerautorin Carlotta Perego, das kürzlich im Raetia Verlag erschienen ist. Es eröffnet einen vielseitigen Einblick ...

MEINE MEINUNG
„Carlottas vegane Küche“ ist das erste deutschsprachige Kochbuch der Bestsellerautorin Carlotta Perego, das kürzlich im Raetia Verlag erschienen ist. Es eröffnet einen vielseitigen Einblick in die bunte Welt der rein pflanzlichen Alltagsküche und bietet mit seiner Auswahl an unkomplizierten wie raffinierten Gerichten einen inspirierenden und kreativen Einstieg für alle, die sich für die vegane Lebensweise begeistern.
Als engagierte Botschafterin einer nachhaltigen, pflanzlichen Ernährung zählt Carlotta Perego zu den bekanntesten veganen Influencerinnen Italiens, die mit ihrer Plattform „Cucina Botanica“ auf Social Media über 1,5 Millionen Menschen erreicht. Ihre Begeisterung für die vegane Küche vermittelt sie mit viel Enthusiasmus, praktischen Ansätzen und alltagstauglichen Ideen.
Die etwa 80 Rezepte aus Peregos persönlichem Repertoire orientieren sich konsequent an ihrem „Easy und schnell“-Konzept und richten sich besonders an Veganista-Einsteiger, Berufstätige und alle, die unkomplizierte, „tierfreie“ Alternativen für eine gesunde, vollwertige Ernährung suchen. Neben einer Vielzahl an Anregungen für schmackhafte, frisch zubereitete vegane Gerichte enthält das Buch zahlreiche praktische Tipps, Tricks und fundiertes Know-how rund um die vegane Küche, Meal-Prep und Decluttering, also die optimale Ordnung in der Küche. Die sympathische Autorin zeigt ihrer bewährten Meal-Prep-Methode, wie viel Freude und Effizienz im Alltag möglich sind, ganz ohne stundenlanges Vorbereiten und zeitintensives Kochen.
Die Rezeptvielfalt reicht von verschiedenen Frühstücksideen und kleinen Snacks für zwischendurch über vollwertige Hauptgerichte bis hin zu verführerischen Süßspeisen. Dabei zeichnen sich die Gerichte durch eine schnelle, unkomplizierte Zubereitung aus und beweisen eindrucksvoll, dass vegane Küche keineswegs langweilig, fad oder aufwendig sein muss.
Mit ihren kreativen Rezepten, die vorwiegend auf natürlichen Zutaten wie Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Samen und Nüssen basieren, bringt Carlotta neue Impulse und genussvolle Momente auf den Teller.
Beim Durchblättern fällt die Entscheidung schwer, welches der zahlreichen köstlichen Rezepte man zuerst ausprobieren möchte. Ob Schoko-Haselnuss-Kränzchen, Kichererbsen-Schnitzel oder bunte Gemüsegerichte, vegane Eiscreme oder verführerische Desserts – hier ist garantiert für jeden Geschmack und Anlass etwas dabei.
Nach dem Einleitungsteil geht es dann direkt mit dem eigentlichen Rezeptteil los, der in neun Abschnitte gegliedert ist: Frühstück – Vorspeisen - Nudeln, Risotto Co – Hauptspeisen – Gemüse und Beilagen - Snacks – Desserts – Dressings, Soßen & Co – Getränke.
Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite präsentiert, mit übersichtlicher Zutatenliste und ausführlicher, leicht verständlicher Beschreibung der einzelnen Zubereitungsschritte. Außerdem gibt es noch ergänzende Hinweise zu Warenkunde, Tipps zur Zubereitung und Aufbewahrung, Vorschläge für Beilagen oder interessante Rezept-Variationen. Alle Rezepte sind für 4 Personen ausgelegt und mit Angaben zur Zubereitungs- und Kochzeit sowie Hinweisen wie Gluten- bzw Nuss-Freiheit versehen, die als Symbole in der oberen linken Ecke dargestellt werden.
Die von mir ausprobierten Gerichte waren tatsächlich schnell und einfach in der Zubereitung und ausgesprochen schmackhaft. Auch wenn manche Rezeptideen wenig originell erscheinen, mindert dies nicht den ansonsten positiven Gesamteindruck. Die vorgestellten Rezepte regen auf jeden Fall dazu an, kreativ zu werden und selbst Neues auszuprobieren.
Gut gefallen hat mir auch die hochwertige und ansprechende Gestaltung des gesamten Kochbuchs mit stimmungsvollen Fotos , liebevolle Illustrationen und praktischem Lesebändchen. Insbesondere die natürlichen, appetitanregenden Fotografien zu jedem Rezept sind sehr gelungen und laden zum Schmökern ein. So nimmt man das Buch nicht nur zum Kochen, sondern auch gerne einfach nur zum Sich-Inspirierenlassen in die Hand.
Abgerundet wird das Buch schließlich durch ein alphabetisches Verzeichnis der Rezepte und ein kurzes Portrait der Autorin.
FAZIT
Ein empfehlenswerter, kreativer und praxisnaher Einstieg in die vegane Alltagsküche - mit abwechslungsreichen Rezepten und vielen wertvollen Tipps besonders für Vegan-Einsteiger und alle, bei denen es schnell gehen soll!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Eindrucksvoller Generationenroman

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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MEINE MEINUNG
Mit ihrem Debüt „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ legt Anna Maschik einen äußerst eindrucksvollen und herausfordernden Roman vor, der die über ein ganzes Jahrhundert ...

MEINE MEINUNG
Mit ihrem Debüt „Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten“ legt Anna Maschik einen äußerst eindrucksvollen und herausfordernden Roman vor, der die über ein ganzes Jahrhundert reichende Geschichte einer Familie erzählt, deren Wurzeln tief in der bäuerlichen Welt Norddeutschlands verankert sind.
Die Handlung spannt sich vom entbehrungsreichen Alltag Henrikes auf einem norddeutschen Bauernhof um 1900 über die Nachkriegszeit, bis in die Gegenwart zur Urenkelin Alma. Fasziniert von der Fremdheit dieser bäuerlichen Welt und der Magie, die den Erinnerungen innewohnt, versucht sie in den Überlieferungen und lückenhaften Geschichten die Spuren ihrer eigenen Herkunft zu finden und setzt so ihre Familiengeschichte Stück für Stück zusammen. Dabei entführt sie uns mit auf eine stimmungsvolle und zugleich verstörende Entdeckungsreise durch die Generationen ihrer Familie.

Anstelle einer konventionellen, chronologisch erzählten Familiengeschichte mit einer fortlaufenden Handlung setzt Maschik auf eine stark fragmentierte Erzählweise. Verschiedene nicht-lineare Episoden und collagenartig arrangierte Momentaufnahmen aus Erinnerungsfragmenten, pointierten Beobachtungen von Alltagsszenen und existenziellen Erfahrungen sowie kurzen Aufzählungen verdichten sich allmählich zu einem faszinierenden Geflecht mehrerer Generationen. Geschickt lässt sie in ihrer eindringlich erzählten, mysthisch angehauchten Familiengeschichte Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen und verwebt Alltägliches mit beinahe magischen Momenten.
Die zahlreichen Leerstellen fordern uns dazu heraus, eigenständig Verbindungen zwischen den einzelnen Fragmenten zu ziehen und dabei neben dem Offensichtlichen auch dem Schweigen und Ungesagten besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Autorin verdeutlicht dabei gekonnt, dass sich unser Verständnis von Familiengeschichte und Herkunft nicht als einfache, durchgehende Erzählung begreifen lässt, sondern vielmehr als vielschichtiges, oft widersprüchliches Geflecht, das sich immer aus persönlich eingefärbten, fragmentarischen Erinnerungsstücken zusammensetzt. Nach und nach offenbaren sich eindrucksvoll die verborgenen Geheimnisse und komplexen inneren Strukturen der Familie.
Zudem zeigt sie auf, wie die Erlebnisse aus der Vergangenheit Spuren in einer Familie hinterlassen und bis in die Gegenwart weiterwirken. Einfühlsam thematisiert sie zugleich den Einfluss von Erinnerungen, Ritualen, Verlusten, Traumata und Prägungen auf die Lebenswege der einzelnen Familienmitglieder.
Besonders faszinierend sind Maschiks eigenwilliger, nüchterner und dennoch poetischer Schreibstil sowie ihre beeindruckenden Sprachbilder, die auch in der beklemmenden Trostlosigkeit immer wieder bemerkenswerte Akzente setzen.
Maschik zeichnet das Innenleben und die Konflikte ihrer facettenreichen weiblichen Hauptfiguren sehr eindringlich. So zeigt sie ihre Unsicherheiten, Ängste und Zweifel ebenso wie auch ihren tiefen Wunsch nach Selbstbestimmung und Wandel. Gleichzeitig bleibt aber eine gewisse Distanz zu ihnen, die sie leider schwer greifbar macht. Ihre Schicksale sind von Brüchen geprägt und doch werden sie immer wieder unweigerlich von der sich wiederholenden Familiengeschichte eingeholt.
Maschik zeigt in ihrem vielschichtigen Roman eindrucksvoll, wie die Schatten der Vergangenheit die Gegenwart formen! Am Ende bleibt das Bild eines fragilen Netzwerkes aus Stimmen, Schweigen und Erinnerungen, das uns mit tief empfundener Nähe und Fremdheit zugleich zurücklässt.
Dieser faszinierende Roman lädt ein, die eigene Herkunft nicht als eindimensionale Erzählung, sondern als vielschichtiges Mysterium zu begreifen, dessen Rätsel nie ganz aufzulösen sind.

FAZIT
Maschiks literarisches Debüt ist ein atmosphärisch dichtes, formal herausforderndes Familienepos, das zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt!

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Fesselnde Fortsetzung der tollen historischen Wien-Krimi-Reihe

Aurelia und die Jagd nach dem Glück
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MEINE MEINUNG
Mit „Aurelia und die Jagd nach dem Glück“ setzt Beate Maly ihre unterhaltsame historische Krimireihe um die eigensinnige junge Gräfin und leidenschaftliche Hobbyermittlerin Aurelia von Kolowitz ...

MEINE MEINUNG
Mit „Aurelia und die Jagd nach dem Glück“ setzt Beate Maly ihre unterhaltsame historische Krimireihe um die eigensinnige junge Gräfin und leidenschaftliche Hobbyermittlerin Aurelia von Kolowitz fort. Gekonnt nimmt sie uns mit auf eine fesselnde Zeitreise in die österreichische Donaumonarchie und entführt uns ins Wien des Jahres 1872 - mitten hinein in die prunkvolle Ballsaison und eine Welt voller sozialer Spannungen, dunkler Geheimnisse und hoffnungsvoller Glücksversprechen.
Auch der dritte Band der Reihe überzeugt mit einer abwechslungsreichen Mischung aus vielschichtigem Gesellschaftsporträt, zarter Liebesgeschichte und spannendem Kriminalfall, gewürzt mit authentischem Zeitkolorit.
Als der zwielichtige Freiherr von Sothen, ein skrupelloser Lotteriemagnat und unsympathischer Emporkömmling, erschossen im Hof seines luxuriösen Schlösschen am Cobenzl gefunden wird, übernimmt der charismatische Oberinspektor Janek Pokorny die Ermittlungen.
Obwohl Aurelia neben zahlreichen Widerständen und gesellschaftlichen Zwängen auch noch die hartnäckigen Verheiratungspläne ihres Vaters abzuwehren hat, lässt sie es sich mit ihrem kriminalistischen Spürsinn nicht nehmen, eigene Nachforschungen anzustellen. Als sich weitere erschütternde Verbrechen ereignen, ermitteln Aurelia und Janek gemeinsam in dem verzwickten Fall, der sie hautnah mit ungeahnten gesellschaftlichen Abgründen ihrer Zeit konfrontiert. Die Geschichte wird wechselweise aus den Perspektiven von Aurelia und Janek erzählt und eröffnet neben der eigentlichen Krimihandlung auch kurzweilige Einblicke in Aurelias privates Leben sowie in gesellschaftliche Missstände.
Unerwartete Verwicklungen und spannende Wendungen bieten viel Raum zum aktiven Miträtseln. Gekonnt lässt Maly die Handlung schließlich in einem überraschenden Finale gipfeln und mit einer stimmigen Auflösung ausklingen.
Mit ihrem pointierten, bildreichen Schreibstil und spritzigen, humorvollen Dialogen versteht sie es, uns ins Wien des 19. Jahrhunderts zu entführen.
Hervorragend gelingt es ihr durch lebendige Milieubeschreibungen, detailreiche Einblicke ins Wiener Alltagsleben sowie anschauliche Schilderungen des gesellschaftlichen Klimas, ein facettenreiches und glaubwürdiges Bild dieser faszinierenden Epoche zu entwerfen.
Ob nun festliche Stimmung der lang ersehnten Wiener Ballsaison der Wohlhabenden  oder das harte Leben der einfachen Bevölkerung, die mit Armut, Hunger und sozialen Ungerechtigkeiten ringt–all diese Facetten werden mit sorgfältig recherchierten historischen Details geschickt zu einem stimmigen Portrait jener Zeit verwoben. Mit großem Einfühlungsvermögen beleuchtet die Autorin zudem die begrenzten Rechte und Chancen von Frauen, die Machtstrukturen des Adels und die starren gesellschaftlichen Konventionen, die das Leben ihrer Figuren prägen.
Besonders gelungen sind auch die vielschichtig gestalteten Charaktere, allen voran die junge Protagonistin Aurelia als facettenreiche und inspirierende Heldin, deren persönliche Entwicklung überzeugend und einfühlsam gezeichnet ist.
Sie überzeugt als clevere, selbstsichere junge Frau, die mit bemerkenswerter Widerstandskraft und einer guten Portion Humor unbeirrt gegen gesellschaftliche Zwänge und patriarchale Erwartungen antritt. Ihr Streben nach persönlicher Freiheit, Selbstbestimmung und letztlich nach mehr Gleichberechtigung macht sie sehr sympathisch. Zugleich ist sie sich der Gefahren und möglichen Folgen ihres Handelns stets bewusst. Einfühlsam und glaubwürdig werden sowohl ihre Stärken als auch ihre Verletzlichkeit und ihr innerer Zwiespalt ausgelotet.
Neben ihr überzeugt auch der sympathische Ermittler Oberinspektor Janek Pokorny mit seiner charismatischen, facettenreichen Persönlichkeit und kleinen Schwächen. Die Figuren wirken durchweg liebevoll und authentisch ausgestaltet, die Schilderung ihrer Gedanken- und Gefühlswelt ist nachvollziehbar und glaubwürdig.
Die Zusammenarbeit von Aurelia und Janek bringt eine spannende Dynamik in die Handlung und ihre komplexe Beziehung sorgt immer wieder charmante und humorvolle Momente. Ihre sich langsam entwickelnde Zuneigung wird dabei aber durch gesellschaftliche Barrieren und Klassenunterschiede herausgefordert, sodass sie sich auf einen rein kameradschaftlichen Umgang beschränken müssen. Auch die Nebenfiguren von der habgierigen Witwe von Sothen über zwielichtige Verdächtige bis hin zu Aurelias überkorrektem Vater Otto sowie ihrem treuen Begleiter Nepomuk, sind facettenreich und authentisch gestaltet. Sie sorgen mit ihren Geheimnissen und Eigenheiten für Abwechslung und eine intensive Atmosphäre.
Die anschaulichen Einblicke in das Alltagsleben im Kaiserreich sowie geschickt eingewobene sozialkritische Anmerkungen verleihen dem historischen Krimi eine besondere Note. So überzeugt die hervorragend recherchierte Geschichte nicht nur als spannender Kriminalfall mit historischem Flair, sondern entwickelt sich zugleich zu einem lebendigen und authentischen Porträt jener Epoche und macht Lust auf weitere Abenteuer mit Aurelia und Janek in der schillernden Donaumonarchie.

FAZIT
Eine rundum gelungene, unterhaltsame Fortsetzung der historischen Krimi-Reihe- mit sympathischen Charakteren, fein dosierter Spannung, detailreichem Zeitkolorit und fesselndem Krimiplot.
Ein vielschichtiges Lesevergnügen, das Lust auf weitere Abenteuer macht!

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Veröffentlicht am 08.11.2025

Dunkle Abgründe und knallharte Ermittlungen – Ein fesselnder Schwedenkrimi

Schwüre, die wir brechen
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MEINE MEINUNG
Mit dem Krimi „Schwüre, die wir brechen“ ist dem Autorenduo Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson eine vielschichtige und äußerst packende Fortsetzung ihrer neuen Schwedenkrimi-Reihe ...

MEINE MEINUNG
Mit dem Krimi „Schwüre, die wir brechen“ ist dem Autorenduo Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson eine vielschichtige und äußerst packende Fortsetzung ihrer neuen Schwedenkrimi-Reihe um das unschlagbare wie ungleiche Ermittlerpaar Jon Nordh und Svea Karhuu gelungen.
Auch im zweiten Band beweisen Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson erneut ihr außergewöhnliches Gespür für fesselnde und psychologisch tiefgründige Geschichten mit großem Page-Turner-Potenzial.
Der Krimi besticht durch einen vielschichtigen, sorgfältig konstruierten Fall, der sowohl mit starken, authentischen Charakteren als auch mit pointierten Dialogen und einer dichten, intensiven Atmosphäre überzeugt, sodass man von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt bleibt.
Auch dieses Mal ist der Fall in Malmö angesiedelt, einem Ort geprägt von sozialen Spannungen und Drogenkonflikten, der nun beklemmender Schauplatz grausamer Serienmorde wird.
Ein bizarrer Leichenfund stellt die Ermittler vor eine große Herausforderung. Die groteske Inszenierung des Opfers mit angenähtem Krokodilkopf als altägyptische Gottheit und kryptischen Botschaften in Form von rätselhaften Hieroglyphen zieht die Ermittler bald immer tiefer in ein Netz aus Brutalität und Geheimnissen. Die polizeilichen Ermittlungen zum brisanten Fall geraten rasch unter enormen öffentlichen und medialen Druck, da eine undurchsichtige True-Crime-Podcasterin mit Insiderwissen Aufmerksamkeit auf sich zieht und zudem ein junges Mädchen auf mysteriöse Weise verschwindet.
Bereits der geheimnisvolle Prolog über einen Brückeneinsturz in den 1980er Jahren, dessen Bedeutung sich erst allmählich offenbart, sorgt dafür, dass die Spannung von der ersten Seite an auf einem konstant hohen Niveau gehalten wird.
Eingestreute, Rückblenden gewähren zudem Einblicke in vergangene Ereignisse und lassen uns über ihre Verbindung zum düsteren aktuellen Fall rätseln. Durch diese zusätzlichen Erzählstränge und historischen Verknüpfungen gewinnt der Krimi an Vielschichtigkeit und Komplexität und liefern zusätzlichen Stoff zum Spekulieren und Miträtseln.-
Der Schreibstil ist fesselnd, atmosphärisch und visuell sehr eindrucksvoll, sodass man sich die oftmals düsteren Szenen sehr lebhaft vorstellen kann. Kurze Kapitel sowie rasche Schauplatz- und Perspektivwechsel sorgen für ein hohes Tempo und eine permanente Steigerung der Spannung.
Die Autoren verweben den brisanten Kriminalfall gekonnt mit intensiven Einblicken in das Privatleben ihrer Ermittler - dem frisch verwitweten Jon Nordh und der zwangsversetzten Svea Karhuu Nordh mit arabischen Wurzeln. Die beiden Hauptfiguren werden mit ihren vielschichtigen Persönlichkeiten und privaten Problemen überzeugend und glaubwürdig gezeichnet. Sie sind keine makellosen Helden, sondern tragen beide schwer an persönlichen Altlasten und traumatischen Erlebnissen in der nahen Vergangenheit. Ihre individuellen Hintergrundgeschichten werden nebenbei weitergeführt, was für zusätzliche Spannungsmomente sorgt und dem Krimi eine weitere fesselnde Dimension verleiht.
Besonders beeindruckend sind ihre Persönlichkeitsentwicklung und die von gegenseitigem Respekt geprägte Zusammenarbeit dargestellt. Trotz wunder Punkte und charakterlichen Gegensätzen ergänzen sie sich hervorragend. Während Nordh viel Erfahrung, Intuition und gesunden Pragmatismus in die Ermittlungen einbringt, sorgt Karhuu mit ihrer Entschlusskraft, unkonventionellen Methoden und besonderen Talenten für wichtige Impulse. Ihre dynamische Beziehung und gelegentliche humorvolle Schlagabtausche verleihen der Geschichte trotz der düsteren Grundstimmung viel Lebendigkeit.
Im Hintergrund agieren weitere facettenreich ausgearbeitete Nebenfiguren, die insgesamt das Figurenensemble mit ihren Eigenheiten und individuellen Lebensgeschichten bereichern. Die psychologisch tiefgründige Charakterzeichnung und detailreiche, gesellschaftskritische Milieuschilderungen sind sehr stimmig und schaffen eine realitätsnahe Atmosphäre.
Sehr gelungen sind auch die umfangreichen Einblicke in die Täterbiografie und die gelungene Einbindung der historischen Bezügen in den rückblickenden Erzählsträngen, die uns nach und nach geschickt die Gedankenwelt und Motive des Täters nahebringen.
Das Autorenduo versteht es hervorragend, falsche Fährten zu legen und mit überraschenden Wendungen die Spannung bis zum nervenaufreibenden Showdown hochzuhalten.
Das packende, hochdramatische Finale verlangt Nordh und Karhuu noch einmal alles ab und lässt einen kaum noch zum Durchatmen kommen. Es rundet den hochkomplexen Kriminalfall mit der glaubhaften Auflösung gelungen ab und hinterlässt Vorfreude auf weitere spannungsgeladene Fälle mit diesem tollen Ermittlerduo.
FAZIT
Ein brillanter Schwedenkrimi mit Tiefgang und eine gelungene Fortsetzung mit tiefgründigen Charakteren, einem düsteren, komplex komponierten Plot und tollen Psychothriller-Elementen..
Für Fans moderner Nordic Noir ist dieser Band ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Inspirierender Ratgeber für ein kleines Wildtierparadies im Garten

Tierisch viel los!
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MEINE MEINUNG

Mit „Tierisch viel los“  hat Evelyn Moser-Gattringer ein höchst informatives und motivierendes Sachbuch vorgelegt, das alle Naturbegeisterten dazu einlädt, ihren Garten, Balkon oder jeden ...

MEINE MEINUNG

Mit „Tierisch viel los“  hat Evelyn Moser-Gattringer ein höchst informatives und motivierendes Sachbuch vorgelegt, das alle Naturbegeisterten dazu einlädt, ihren Garten, Balkon oder jeden noch so kleine Fleckchen Grün in ein naturnahes Paradies und eine lebendige Zuflucht für heimische Wildtiere zu verwandeln. Die Autorin hat in ihr wundervoll gestaltetes Werk nicht nur ihr biologisches Fachwissen mit einfließen lassen, sondern auch ihre langjährige Praxiserfahrung und ihre fundierten Kenntnisse über die vielfältigen Bedürfnisse von Wildtieren. Als Gründerin der Wildtierhilfe Wien und Leiterin von Österreichs erstem Wildtierkrankenhaus hat sie sich über ein Jahrzehnt um verletzte Tiere gekümmert, sie gesund gepflegt und wieder ausgewildert. Diese tiefe Verbundenheit mit der Natur durchzieht das ganze Buch und macht ihre Tipps und Projekte äußerst glaubwürdig und alltagstauglich. Beim Lesen spürt man ihre Begeisterung und ihre aufrichtige Liebe zu Flora und Fauna auf jeder Seite.

Sehr eindrucksvoll macht die Autorin in ihrer Einleitung deutlich, wie wichtig Artenschutz, Biodiversität und funktionierende Ökosysteme für Mensch und Natur sind. Sterilen Rasenflächen und öden Steingärten sagt sie den Kampf an und ruft dazu auf, sich dem Artenschutz vor der eigenen Haustür zu widmen. Nach dem Motto „Jeder Quadratmeter zählt“ zeigt sie, dass Naturnähe keiner Perfektion bedarf, sondern vor allem der Bereitschaft einen wildtierfreundlichen Garten zu gestalten und so einen Lebensraum für Vögel, Insekten, Amphibien und kleine Säugetiere zu schaffen. Mit einfachen Veränderungen und leicht umsetzbaren Maßnahmen wie etwa dem Anpflanzen heimischer Pflanzen, Anlegen kleiner Wasserstellen oder Anbringen von Nistmöglichkeiten, lässt sich auch auf kleiner Fläche Großes bewirken.

Im tierischen Gartenjahr der Autorin gibt es tatsächlich immer was zu tun und entsprechend findet sich im Buch eine saisonale Gliederung. Moser-Gattringer führt durch das gesamte Gartenjahr und erklärt, welche kleinen und großen Projekte sich im Frühling, Sommer, Herbst und Winter anbieten. Geschickt verbindet sie dabei viele wissenswerte ökologische Informationen mit praktischen Handlungsvorschlägen, wie beispielsweise dem richtigen Zeitpunkt für den Heckenschnitt, das Belassen verblühter Stauden im Winter oder die ideale Pflege eines Vogelhäuschens. Dabei finden auch Stadtbewohner ohne Garten tolle Ideen, wie sich auf Balkon oder Gemeinschaftsflächen Lebensräume schaffen lassen.

Äußerst hilfreich sind auch die Hinweise zur Pflanzenwahl, denn statt exotischer oder invasiver Arten ist es sinnvoll sich auf heimische Pflanzen zu konzentrieren, die sich optimal in das heimische Ökosystem einfügen und wildtierfreundlich sind. Anschaulich erläutert die Autorin neben ihrem optimalen Standort auch ihre Funktion als Nahrungsquelle, Schutzraum und Bestäubungsmagnet und zeigt nachvollziehbar auf, wie Flora und Fauna voneinander abhängen.

Die Projektideen sind kreativ, klar strukturiert und praxisnah gestaltet, sodass sie auch für Anfänger ohne Vorkenntnisse und mit wenig Aufwand leicht umsetzbar sind. Dank durchdachter Materiallisten, verständlicher Schritt-für-Schritt-Anleitungen und hilfreicher Zusatztipps kann dabei im Grunde nichts schiefgehen. Ob nun Blühwiese für Schmetterlinge, Wildbienenhotel, Igelunterschlupf oder Futterstelle für Wintergäste – die Bandbreite an Ideen ist beeindruckend und macht Lust, gleich loszulegen. Zusätzlich vermitteln Steckbriefe und Infokästen spannendes Wissen über heimische Tierarten, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge. Neben vielen hilfreichen Tipps wie diversen Upcycling-Ideen gibt es wichtige Handreichungen wie beispielsweise zur Hilfe für verletzte Wildtieren, der Entschärfung von Gefahrenstellen oder den richtigen Materialien.

Das sehr abwechslungsreich gestaltete Buch ist eine wahre Augenweide und überzeugt durch ein ansprechendes, liebevoll gestaltetes Layout und ein harmonisch abgestimmtes Farbkonzept, das immer wieder zum Blättern und Schmökern einlädt. Ein besonderer Blickfang sind die beeindruckenden Naturfotografien und stimmungsvollen Momentaufnahmen von Zoe Opratko sowie die wundervoll detailreichen Illustrationen von Ruth Veres. Sie veranschaulichen hervorragend die vorgestellten Projekte und fangen die Atmosphäre eines lebendigen Gartens perfekt ein.

Hervorzuheben ist auch der ansprechende, motivierende Schreibstil der Autorin. Mit ihrer ansteckenden Begeisterung gelingt es ihr, uns für komplexe ökologische Themen zu sensibilisieren und uns zu ermutigen, selbst aktiv zu werden und eigene Ideen umzusetzen – mit Freude, Neugier und Gelassenheit statt Perfektionsanspruch.

Abgerundet wird das Buch durch einen informativen  Anhang mit einem umfangreichen Literatur- und Quellenverzeichnis, einer inspirierenden Schmökerliste, Bezugsquellenverzeichnis sowie einem übersichtlichen Register, das das Auffinden von Fachbegriffen und Projekten erleichtert.


FAZIT

Ein wunderschön gestalteter, praxisnaher und inspirierender Ratgeber, der Natur- und Artenschutz greifbar macht - mit Fachwissen, Leidenschaft und vielen kreativen Ideen macht es Mut, im eigenen Umfeld etwas zu verändern, die Natur wieder ein Stück näher an sich heranzulassen und ein Paradies für Wildtiere zu schaffen.

Ein rundum gelungener, sehr empfehlenswerter Gartenratgeber für alle Jahreszeiten!

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