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Veröffentlicht am 06.11.2019

Fantasievoller erster Teil

Silberdrache (Silberdrache 1)
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Der Waisenjunge Joss findet ein Drachenei und kann seinen Augen kaum trauen. Bisher dachte man, dass Silberdrachen ausgestorben wären. Das macht dieses Ei noch kostbarer.
Kurze Zeit später schlüpft der ...

Der Waisenjunge Joss findet ein Drachenei und kann seinen Augen kaum trauen. Bisher dachte man, dass Silberdrachen ausgestorben wären. Das macht dieses Ei noch kostbarer.
Kurze Zeit später schlüpft der Silberdrache Lysander aus seinem Ei. Doch der Lennix Clan ist hinter dem Drachen her, da man sagt, dass jeder, der sich mit einem Drachen verbündet unbeschreibliche Macht erhält.
Zur selben Zeit in einer anderen Welt fällt es der elfjährigen Sirin schwer an Magie zu glauben, da ihre Mutter schwer krank ist. Doch dann entdeckt sie einen geheimnisvollen Silberstreifen am Nachthimmel.
Bald schon treffen die beiden Kinder aufeinander und stehen in mitten eines Kampfes.

Das Buch ist zwar für Kinder geschrieben, jedoch sollte das auch Erwachsene nicht davon abhalten diese fantasievolle Geschichte zu lesen.

Veröffentlicht am 14.01.2026

Frost und Heimat

Heimat aus Eis und Asche
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Heimat aus Eis und Asche hat mich zuerst mit seiner Atmosphäre gewonnen. Diese Kälte – meteorologisch und menschlich – zieht sich durch die Seiten: knappe Vorräte, enge Quartiere, der Ton einer Zeit, in ...

Heimat aus Eis und Asche hat mich zuerst mit seiner Atmosphäre gewonnen. Diese Kälte – meteorologisch und menschlich – zieht sich durch die Seiten: knappe Vorräte, enge Quartiere, der Ton einer Zeit, in der Nähe riskant war. Die Alltagsdetails wirken stimmig, die Schauplätze greifbar, und in den leisen Momenten zwischen zwei Sätzen liegt oft mehr Wahrheit als in langen Erklärungen. Wenn die Liebesgeschichte zart bleibt – Blicke, kleine Gesten, ein „später“ statt großer Versprechen – war ich ganz nah dran.

Sprachlich liest sich der Roman flüssig und zugänglich; man spürt die Recherche, ohne dass sie mit dem Finger zeigt. Ein paar Nebenfiguren bleiben für meinen Geschmack schemenhaft, und im Mittelteil atmende Passagen hätten straffer gekonnt – nichts Dramatisches, eher ein leichtes Nachjustieren, das den Zug erhöht hätte.

Was für mich allerdings nicht getragen hat, war der Schluss. Nach so vielen Jahren fühlte sich das sofortige „Alles ist gut“ zwischen Mutter und Tochter zu glatt an: zu schnell vertraut, zu plötzlich verfügbar. Auch das Verhalten des Vaters an Weihnachten wirkte wie ein Sprung, nicht wie ein Schritt. Die Auflösung um die Anschläge auf Ansgar – „zack, die Ex-Frau war’s“ – kam mir zu hastig, während der Faden um den möglichen Halbbruder offen bleibt. Gerade zu den Adoptiveltern hätte ich mir mehr Hintergrund gewünscht; vieles bleibt im Nebel, wo ich mir an dieser Stelle Klarheit erhofft hatte.

Am Ende hätte ich mir jedoch eine vorsichtigere, realistischere Annäherung der Figuren und sauber zu Ende erzählte Fäden gewünscht. Zurück bleibt für mich ein stimmiges Zeitbild mit starken Szenen – und ein Finale, das schneller heilen will, als die Geschichte es vorbereitet hat.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Kürbis und Knistern

Spookily Yours
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Spookily Yours – Eine Pumpkin-Lovestory war für mich ein typisches Herbst-Komfortbuch: Ich habe mir eine Tasse Zimttee gemacht, die Kerzen angezündet und mich in diese kleinstädtische Welt fallen lassen, ...

Spookily Yours – Eine Pumpkin-Lovestory war für mich ein typisches Herbst-Komfortbuch: Ich habe mir eine Tasse Zimttee gemacht, die Kerzen angezündet und mich in diese kleinstädtische Welt fallen lassen, in der Kürbisse auf den Veranden leuchten und jeder zweite Satz nach Zuckerguss schmeckt. Genau dafür greife ich zu solchen Geschichten – für das Gefühl von Wärme und ein leises Lächeln zwischen zwei Kapiteln.

Die Liebesgeschichte hat mich schnell abgeholt. Die Chemie ist spürbar, nicht als großes Feuerwerk, sondern als sanftes, stetiges Knistern. Ich mochte besonders die kleinen Gesten: ein Insiderwitz, eine zufällig verlängerte Berührung, dieses vorsichtige Sich-Öffnen, das mehr sagt als jedes große Geständnis. Der Humor sitzt oft in den Details – in Dialogfetzen, Blicken, den kleinen Pannen rund um Kürbisfelder, Kostüme und herbstliche Feste. Das alles erzeugt eine Atmosphäre, die man riechen und schmecken kann: Kürbisbrot, kalte Luft, warme Lichter.

Gleichzeitig hatte ich an ein paar Stellen das Gefühl, zu wissen, wohin die Reise geht. Manche Wendungen sind sehr vorhersehbar, ein Konflikt löst sich ziemlich flott, und zwei Nebenfiguren bleiben eher Staffage als echte Menschen. Das ist nicht schlimm – Cozy Romance lebt ja von vertrauten Mustern –, aber an zwei, drei Punkten hätte ich mir mehr Reibung oder Tiefe gewünscht. Auch das Tempo schwankt: Ein wunderschön ausgebautes, langsames Mittelstück trifft auf ein Ende, das ein wenig zu schnell um die Ecke biegt.

Trotzdem: Ich habe mich wohlgefühlt. Die herbstliche Stimmung ist on point, die Dialoge haben Charme, und die romantischen Momente treffen eher leise als laut – genau mein Ding, wenn ich einfach mal runterkommen möchte. Spookily Yours ist für mich ein Buch für Regentage, dicke Socken und die gute Couchdecke: süß, gemütlich, ein bisschen kitschig – und gerade deshalb tröstlich. Ein kleiner Herbstfilm im Kopf, der noch nach dem Zuschlagen kurz weiterflimmert.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Skurril, aber holprig

Knäckeblut
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Bei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus ...

Bei einem Titel wie Knäckeblut war klar, dass mich hier kein gewöhnlicher Krimi erwartet – und genau das hat mich neugierig gemacht. Skandinavische Kulisse, schwarzer Humor und ein Ermittlerteam, das aus der Reihe tanzt – das klingt nach genau meinem Geschmack. Leider konnte das Buch meine Erwartungen nur teilweise erfüllen.

Der Einstieg war vielversprechend: schräge Figuren, ein mysteriöser Fall, der gleichzeitig kurios und spannend wirkt, und ein Stil, der sich selbst nicht zu ernst nimmt. Ich mag es, wenn Autor:innen mutig sind, Grenzen austesten und eine gewisse Eigenwilligkeit mitbringen – das hat Björn Berenz definitiv getan.

Was für mich aber leider nicht ganz funktioniert hat, war der Erzählfluss. Manche Szenen wirkten zu überladen, die Dialoge teilweise bemüht witzig, statt natürlich pointiert. Der Humor hat mich oft eher ratlos zurückgelassen, obwohl ich eigentlich für schräge Einfälle zu haben bin. Vielleicht war es mir stellenweise einfach „zu viel“ – zu überdreht, zu laut, zu gewollt.

Dafür punktet das Setting: Skandinavische Kälte trifft auf eigenwillige Ermittlerlogik – das hat Atmosphäre. Auch das Ermittlerduo hat Potenzial, auch wenn ich mir bei der Figurenentwicklung etwas mehr Tiefe gewünscht hätte.

Unterm Strich ist Knäckeblut ein schräger Krimi mit einem originellen Ansatz, der aber nicht ganz rund für mich war. Es ist sicher Geschmackssache – für Fans von skurrilen Fällen und absurder Situationskomik sicher eine Entdeckung wert, für mich persönlich aber eher nett als packend.

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Ein Fall mit Fragezeichen

Bodenfrost
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Bodenfrost war mein erster Krimi von Andreas Föhr – und ich war gespannt, weil ich viel Gutes über seine anderen Reihen gehört hatte. Der Einstieg war auch vielversprechend: schwarzer Humor, eine skurrile ...

Bodenfrost war mein erster Krimi von Andreas Föhr – und ich war gespannt, weil ich viel Gutes über seine anderen Reihen gehört hatte. Der Einstieg war auch vielversprechend: schwarzer Humor, eine skurrile Hauptfigur, und der Handlungsort hat direkt eine besondere Stimmung erzeugt. Man merkt, dass Föhr das Genre beherrscht und mit Tempo und Timing umgehen kann.

Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Was mich persönlich gestört hat, war die stellenweise doch sehr derbe Sprache. Klar, sie passt vielleicht zur Figur und zur Atmosphäre – aber an einigen Stellen war es mir einfach zu viel, eher platt als pointiert.

Auch die Auflösung ließ mich ein bisschen enttäuscht zurück. Die Idee mit der Zwillingsschwester als Täterin fand ich leider ziemlich vorhersehbar – das hatte ich in ähnlicher Form schon häufiger gelesen. Mir hat da einfach die Raffinesse gefehlt, das Überraschungsmoment.

Und dann bleiben noch ein paar Logikfragen offen, die mich gestört haben. Ohne zu spoilern: Einige Verhaltensweisen und Entwicklungen haben für mich rückblickend nicht ganz zusammengepasst. Ich hätte mir hier mehr Konsequenz in der Handlung und Auflösung gewünscht.

Trotzdem: Der Krimi hat seine starken Momente. Der Stil ist temporeich, die Dialoge oft witzig, und wer eine eher schräge Ermittlerfigur mag, kommt auf seine Kosten.

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