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The_Lord_Pepper

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.11.2025

Spannend, aber heftig

Der Soldat
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“Der Soldat” ist ein Thriller von Roland Hebesberger, der im Juli 2025 im Empire Verlag erschienen ist. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Der ...

“Der Soldat” ist ein Thriller von Roland Hebesberger, der im Juli 2025 im Empire Verlag erschienen ist. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar auf einer Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Der Leser wird gleich zu Beginn mitten in eine ziemlich explizite Gewaltszene hineingezogen, wir haben es offenbar mit einem Rächer und einem Betrüger zu tun. Anlass der Szene wie auch Hintergrund der Personen bleiben jedoch noch im Dunkeln. Einen Tag später lernen wir einige Vertreter des CID - quasi die Kriminalpolizei der US Army - und des Profiler-Teams des BKA kennen. Ein Soldat der Army ist in Deutschland nicht mehr auffindbar - ist er zum Mörder geworden? Etwas widerstrebend arbeiten CID und BKA zusammen und kommen dem Täter allmählich auf die Spur, doch sie haben mit tödlichen Rückschlägen und Irrtümern zu kämpfen.

”Der Soldat” ist ein vielschichtiger, spannender Thriller mit unerwarteten Wendungen und interessanten Charakteren. Besonders gefallen hat mir Tanja, die als Studentin bereits voll in einem anspruchsvollen Polizeijob arbeitet. Aber auch die anderen Hauptpersonen, Jan und Lisa, sind facettenreich dargestellt, und haben sowohl dunkle als auch sympatische Seiten. der Fokus auf Verhaltensanalyse und die Ergänzung der Geschichte mit einer weiteren psychologischen Rahmenhandlung sind sehr interessant.

Der Schreibstil ist sehr angenehm, das Buch liest sich sehr flüssig, und die Darstellung in eher kurzen Kapiteln ist etwas, das mir zusagt. Weniger gefallen haben mir die teils sehr expliziten Gewaltdarstellungen - hier hätten aus meiner Sicht auch Andeutungen ausgereicht. Leser, die mit gewissen Themen Mühe haben sind gut beraten, die Triggerwarnungen vor der Lektüre zu prüfen.

Offenbar ist “Der Soldat” Teil einer Reihe um die Analysten Jan Theurer und Lisa Seifert - ich habe bisher noch keine Bücher dieser Reihe gelesen, aber ich kann mir gut vorstellen, dies künftig noch zu tun.

Mein Fazit - “Der Soldat” ist ein sehr solider Thriller mit einem Fokus auf psychologische Aspekte und gewissermassen auf den Blick in den Kopf von Opfer und Täter. Aufgrund der teilweise drastischen Darstellungen ist das Buch sicher nicht für Jugendliche geeignet, und auch nicht für in dieser Hinsicht empfindliche Personen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Schöne Weihnachts-RomCom, aber mit zu vielen sprachlichen Schwächen

Winterzauber in den Highlands
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“Winterzauber in den Highlands” ist ein kurzer Roman (mein E-Book hatte 120 Seiten) von Skye Macdonald bei Peryton Press als Teil der Reihe Highland Hearts erschienen ist. Ich habe das E-Book als Rezensionsexemplar ...

“Winterzauber in den Highlands” ist ein kurzer Roman (mein E-Book hatte 120 Seiten) von Skye Macdonald bei Peryton Press als Teil der Reihe Highland Hearts erschienen ist. Ich habe das E-Book als Rezensionsexemplar über eine Bücherplattform erhalten, vielen Dank dafür.

Wir begegnen der jungen Eventplanerin Holly mittem im Schlussspurt bei der Planung eines “Christmas Fayre” in einem kleinen Städtchen in den schottischen Highlands. Holly ist erst kürzlich dorthin gezogen um sich nach einer turbulenten Zeit selber neu zu beweisen und vielleicht auch neu zu (er-)finden. Durch kurzfristige Personalnotfälle, die Launen des Wetters und eine Autopanne kommt Holly mit dem zurückgezogen lebenden Angus in Kontakt, der erst überhaupt nichts von Hollys Ideen wissen will. Doch dann ziehen sich die beiden gegensätzlichen Menschen plötzlich gegenseitig in ihren Bann…

Die Geschichte ist schön überlegt, mit liebenswerten Charakteren und einer sehr passenden Weihnachtsstimmung dazu. Da das Buch ziemlich kurz ist, passieren gewisse Entwicklungsschritte recht schnell, was ich aber nicht störend finde.

Leider bleibt mir das Buch aber nicht für die Geschichte, sondern primär für die teilweise nahezu unerträglichen Sprach-, Grammatik- und Logikfehler in Erinnerung. Ich habe mich stellenweise wirklich gefragt, ob wir hier nicht ein Rezensionsexemplar (was ja eigentlich ein fertiges Buch wie es im Handel ist sein sollte) bekommen haben, sondern eine frühe Entwurfsfassung. Das ganze wirkte extrem schlampig übersetzt und lektoriert; hätte ich dafür Geld bezahlt, so wäre ich sehr verärgert gewesen. Ich weiss nicht, ob es hier einen Fehler in den Download-Versionen oder so was gegeben hat, oder ob das wirklich eine für die Veröffentlichung gedachte Version war.

Ich kann das Buch in dieser Form leider nicht weiterempfehlen. Die Geschichte ist wie geschrieben schön und weihnachtlich, das Buch ist aber unfertig und so (noch) nicht lesenswert.

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Veröffentlicht am 12.12.2025

Furchtbarer Schreibstil

Die Assistentin
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"Die Assistentin" ist ein Roman von Caroline Wahl, der 2025 erschienen ist. Ich habe "Die Assistentin" als Hörbuch, herausgegeben vom argon Verlag in einer von der Autorin gelesenen Fassung, auf einer ...

"Die Assistentin" ist ein Roman von Caroline Wahl, der 2025 erschienen ist. Ich habe "Die Assistentin" als Hörbuch, herausgegeben vom argon Verlag in einer von der Autorin gelesenen Fassung, auf einer Bücherplattform als Rezensionsexemplar erhalten, vielen Dank dafür.

Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz unvoreingenommen an dieses Hörbuch herangegangen bin: Caroline Wahl ist in den letzten Jahren recht präsent in den Medien, und die Geister scheiden sich an ihr. Ich habe bisher noch keine Bücher der Autorin gelesen, und war darum gespannt, was ich von der Assistentin halten würde. Nun - mein Urteil ist zwiespältig.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der Hauptdarstellerin Charlotte erzählt, als Rückblende auf ein Jahr als Berufsanfängerin, die von ausserhalb für ihren neuen Job nach München zieht. Schnell wird klar, dass der Job nicht Charlottes grosser Traum ist, sondern eher mal einfach einen "Einstieg" ins Leben darstellt. Vermutlich (meine Interpretation) trägt die Geschichte autobiographische Züge, da auch die Autorin einmal eine Weile bei einem Verlag in Zürich gearbeitet hat.

Als erstes ist der Schreibstil zu erwähnen: den empfinde ich als unglaublich gesucht, möchtegern-literarisch, kurz einfach wirklich sehr schlecht. Es werden diverse Stilmittel bis zum Erbrechen bemüht. In allen Sätzen, Gedanken, der Beschreibung von Handlungen werden Wörter drei-, viermal wiederholt, als ob man damit etwas Nachdruck verleihen wolle. Wenn Personen miteinander sprechen, dann wird zuerst erwähnt, was die Person sagt, und dann sagt die Person das in direkter Rede. So kann man natürlich flockig auch mal die Seitenzahl verdoppeln wenn alles zweimal gesagt wird. Oder auch die Personen im Verlagshaus, die sich immer mit Kürzeln anreden, und dann steht vor jeder direkten Rede dieses Kürzel, ausser bei der Kollegin deren Kürzel vergessen wurde. Ach, es ist einfach wahnsinnig unoriginell. Hin und wieder durchbricht die Autorin die vierte Wand und wendet sich gewissermassen direkt an den Leser. Eigentlich finde ich das ja mal noch eine interessante Variante - aber dann kommen so Sätze wie "Das könnte nun einfach so weitergehen. (...) während sich die Leser allmählich fragen, was die ganzen Wiederholungen sollen und ob dem Ganzen nicht bald die Luft ausgeht." Und - dann geht es einfach so weiter. Nun ja, als Leser kommt man sich hier einfach verhöhnt vor. Was dem ganzen dann noch alle Spannung nimmt - die Autorin greift regelmässig recht weit in der Handlung vor. Und dann wird später tatsächlich alles nochmals genau so erzählt.

Als zweites ist der Inhalt des Buches zu nennen: Das ist der Grund, warum ich hier nicht nur einen Stern vergebe. Die erste Hälfte des Buches ist wirklich verlorene Lebenszeit, aber in der zweiten Hälfte verdichtet sich die Erzählung und regt sehr zum Nachdenken an. Wichtige Themen wie Mobbing, Selbstausbeutung, Narzissmus, ein Umfeld welches nicht willens oder nicht fähig ist die nötige Unterstützung zu bieten - das alles hätte es verdient, einen würdigen Rahmen zu bekommen. Leider geht aber die Handlung neben dem verstörenden Schreibstil total unter.

Als drittes bleibt noch das Hörbuch als solches. Hier hat sich die Autorin leider gar keinen Gefallen getan. Ihre Lesestimme klingt sehr monoton, hölzern und gelangweilt - ich weiss nicht, ob das Absicht ist, um die Grundstimmung des Buches zu unterstreichen. Es wird auch sehr langsam gelesen - ich habe das Hörbuch meist mit 1.5-facher Geschwindigkeit gehört, dann war es einigermassen ok. Leider neigt die Autorin zudem zu Hyperkorrektur (zB "Tich" statt "Tisch"), was ich beim Zuhören als sehr störend empfinde. Ich glaube zwar nicht, dass ich das Buch wesentlich besser gefunden hätte, wenn es von einem professionellen Sprecher oder Sprecherin eingelesen worden wäre - aber es wäre sicher immerhin angenehmer zu hören gewesen.

Fazit, ich bereue es nicht sehr, dieses Hörbuch gehört zu haben, aber ich würde weder Hörbuch noch Buch weiterempfehlen.

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