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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

Völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt

Qwert
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„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich ...

„Qwert“ von Walter Moers war mein erstes Buch von ihm und kam wirklich genau zum richtigen Zeitpunkt. Im Mittelpunkt steht eine völlig eigenwillige, skurrile und fantastische Welt, in die man ziemlich schnell hineingezogen wird und in der ständig neue, absurde, kluge und überraschende Dinge passieren. Viel mehr will ich zum Inhalt gar nicht sagen, weil für mich hier gerade das Entdecken ein großer Teil des Spaßes war.

Ich hatte in letzter Zeit eine kleine Leseflaute, auch weil ich lowkey das Gefühl hatte, dass mich vieles nicht mehr wirklich überrascht. Umso besser war es, in etwas einzutauchen, das sich wirklich anders angefühlt hat. Diese Art von Fantasy ist mir so noch nicht begegnet: komplett überbordend vor Ideen, wahnsinnig kreativ, dabei aber nie langweilig oder anstrengend. Im Gegenteil, ich konnte richtig abschalten und einfach in dieses Universum verschwinden. Auch die Illustrationen habe ich geliebt, weil sie das alles noch greifbarer machen.

Und dieses Gefühl, eine neue Welt zu entdecken und dann zu merken, dass es noch viele weitere Bücher in diesem Stil von Walter Moers gibt, mochte ich auch sehr. Fast wie bei einer Serie, die man gerade neu gefunden hat und von der es direkt zehn Staffeln gibt. Mein Fazit: genau die Art von Buch, die einen aus einer Leseflaute holen kann, weil sie zeigt, wie gut Lesen sich anfühlt, wenn einen eine Geschichte mal wieder wirklich überrascht.

Veröffentlicht am 26.01.2026

Was für ein Debüt

Halbe Portion
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Manche Bücher liest man, und manche Bücher spürt man körperlich. Elisabeth Papes „Halbe Portion“ gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so einen krassen ...

Manche Bücher liest man, und manche Bücher spürt man körperlich. Elisabeth Papes „Halbe Portion“ gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so einen krassen emotionalen Connect zu einem Text hatte. Ich möchte eigentlich nur noch mit Superlativen um mich werfen, weil dieses Debüt mich wirklich beeindruckt hat.

Pape erzählt von einer Realität, die durch das Aufwachsen in unsicheren Verhältnissen geprägt ist. In zwei Zeitebenen - „Früher“ und „Heute“ - verknüpft der Roman die Kindheit in einer dysfunktionalen, von Armut und Kontrolle geprägten Umgebung mit den Konsequenzen im Erwachsenenleben. Das zentrale Thema ist eine Essstörung, ebenso wie die Darstellung einer toxischen Mutter-Tochter-Beziehung.

Mich hat total getroffen, wie sehr die Vergangenheit die Protagonistin im Heute noch im Griff hat. Selbst wenn es finanziell passt, bleibt dieser Reflex, nach dem günstigsten Angebot zu suchen - einfach weil man dieses Gefühl von Knappheit nicht so leicht abschütteln kann. Die Szene mit der 39-Cent-Brezel war für mich so ein Moment, der das perfekt eingefangen hat

Man könnte jetzt hochtrabend sagen, Papes Sprache besticht durch Präzision und Tiefe, aber eigentlich trifft es das hier viel besser: Sie hat einfach komplett abgeliefert. Das Buch ist unglaublich intense, doch genau das ist es, was gute Literatur für mich ausmachen muss und durch den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird das Ganze zu einem großen, schlüssigen Bild, in dem man versteht, wie die Narben von früher den Alltag im Heute der Protagonistin bestimmen.

Elisabeth Pape hat mit diesem Debüt etwas geschaffen, das gleichzeitig wehtut und einen so schnell nicht wieder loslässt. Es ist genau diese Ehrlichkeit, die ich in der zeitgenössischen Literatur oft vermisse und hier endlich wiedergefunden habe.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Ein Mitmachbuch für ruhige Adventsabende

Komm mit, Weihnachtseselchen
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Ein Mitmach-Pappbilderbuch für Kinder ab etwa zwei Jahren. Ein kleines Eselchen entdeckt einen Stern und folgt ihm durch die Nacht. Viel passiert nicht und genau das ist der Punkt. Kinder helfen, indem ...

Ein Mitmach-Pappbilderbuch für Kinder ab etwa zwei Jahren. Ein kleines Eselchen entdeckt einen Stern und folgt ihm durch die Nacht. Viel passiert nicht und genau das ist der Punkt. Kinder helfen, indem sie pusten, klopfen oder sanft tippen.

Der Text ist sehr reduziert und lässt Luft fürs gemeinsame Anschauen. Die Illustrationen sind wunderschön: liebevoll, warm, mit vielen kleinen Details, die man auch beim zehnten Mal noch entdeckt. Sie tragen die Geschichte fast allein und machen das Buch besonders stimmig.

Fazit: Ein liebevoll gemachtes Weihnachtsbuch, das Nähe schafft, einfach schön fürs gemeinsame Lesen in der Adventszeit.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Liebe solche Geschichten

Weißes Licht
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Ich liebe Bücher, die nicht in 250 Seiten durchrauschen, sondern mich über 500 Seiten begleiten dürfen. Langsam und intensiv, mit Figuren, denen man beim Leben zuschaut. Genau so ein Buch ist das hier.

Worum ...

Ich liebe Bücher, die nicht in 250 Seiten durchrauschen, sondern mich über 500 Seiten begleiten dürfen. Langsam und intensiv, mit Figuren, denen man beim Leben zuschaut. Genau so ein Buch ist das hier.

Worum geht’s?
Drei Menschen treffen eine Entscheidung, die sie miteinander verbindet und gleichzeitig voneinander trennt, und man begleitet sie (und später ihre Kinder) über Jahrzehnte hinweg, während Beziehungen zerfallen, neue entstehen und sich die Welt draußen langsam verändert.

Ich habe mir Zeit gelassen beim Lesen, weil ich mich gefreut habe, jeden Tag wieder in dieses Leben einzutauchen. Ich habe richtig auf die Momente gewartet, in denen ich das Buch wieder aufschlagen konnte und schauen, wie es weitergeht.

Eric Puchner ist meiner Meinung nach ein richtig guter Erzähler und zeigt alles in kleinen Details, ohne sinnlos abzuschweifen: Entscheidungen, die ganze Biografien formen. Kinder, die in verzwickte Geschichten hineingeboren werden. Eine Welt, die sich langsam verändert, und trotzdem drehen sich die Figuren um das, was Menschen am Ende immer beschäftigt: Liebe, Verlust, Schuld, Hoffnung - you name it.

Am Ende hatte ich das Gefühl, nicht einfach ein Buch gelesen zu haben, sondern ein halbes Leben. Und genau deshalb liebe ich solche Geschichten.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Tolle Gruselgeschichte

Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) - Mit 8 neu illustrierten Farbseiten
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Der Auftakt der Reihe ist wirklich super schön, vor allem durch die neuen Farbseiten. Franziska Blindes Illustrationen sind wirklich ein Highlight: fantasievoll, detailverliebt, genau das braucht ein Kinderbuch, ...

Der Auftakt der Reihe ist wirklich super schön, vor allem durch die neuen Farbseiten. Franziska Blindes Illustrationen sind wirklich ein Highlight: fantasievoll, detailverliebt, genau das braucht ein Kinderbuch, um nicht generisch auszusehen. Die Mischung aus den alten Schwarz-Weiß-Zeichnungen und den neuen Farbseiten funktioniert erstaunlich gut. Man merkt sofort, dass hier jemand mit Spaß am Detail gearbeitet hat.

Inhaltlich ist das Buch klassisch Funke: witzig, null belehrend, einfach in andere Welt eintauchen. Tom ist herrlich panisch, Hedwig Kümmelsaft eine Art Anti-Heldin, die man sofort mag. Das „schimmlig-grüne Gespenst“ ist eher süß-chaotisch als wirklich gruselig, was absolut passt.

Der Plot ist für die Zielgruppe genau richtig. Viel wichtiger: Er fühlt sich nie zäh an. Man rutscht quasi durch die Kapitel.

Unterm Strich: Ein schönes Re-Design eines Klassikers und ein gutes Einstiegsbuch für Kids, die Lust auf unkomplizierten Grusel mit Humor haben und für Erwachsene, die beim Vorlesen etwas visuelle Abwechslung wollen.

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