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Veröffentlicht am 01.01.2026

Ein einfühlsamer Mutter-Tochter-Roman

Niemands Töchter
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Mit "Niemands Töchter" ist Judith Hoersch ein einfühlsamer und tiefgründiger Mutter-Tochter-Roman gelungen. Es geht um Familienwunden, Zugehörigkeit, Identität, um das Schweigen über die Vergangenheit ...

Mit "Niemands Töchter" ist Judith Hoersch ein einfühlsamer und tiefgründiger Mutter-Tochter-Roman gelungen. Es geht um Familienwunden, Zugehörigkeit, Identität, um das Schweigen über die Vergangenheit und letzten Endes um die Neubewertung von Familie und Herkunft und um die Versöhnung mit der eigenen Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen die vier Frauen Marie, Gabriele, Alma und Isabell, deren Verbindungen zueinander erst nach und nach aufgedeckt werden. Dieses fragmentarische Enthüllen der vier Frauenleben macht das Buch spannend und man kommt als Leser immer mehr dahinter, was in der Vergangenheit passiert ist. So erkennt man als Leser immer mehr Zusammenhänge, die den Figuren selbst zunächst verborgen bleiben, da wichtige Infos über Herkunft und Beziehungen nicht sofort preisgegeben werden. Im Laufe des Romans wird deutlich, wie die Lebenswege miteinander verbunden sind.

Die Figuren sind authentisch. Man erhält Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten, Gedanken und Gefühle. Es werden Erinnerungen, Andeutungen und innere Monologe der vier ganz unterschiedlichen Frauen erzählt. Dabei liegt der Fokus auf der inneren Entwicklung der Figuren. Besonders Almas Entwicklung finde ich berührend. Ihre innere Zerrissenheit ist so nachvollziehbar und die Versöhnung mit ihrer Vergangenheit tröstlich.

Der Aufbau mit den wechselnden Zeitebenen hat mir sehr gefallen, weil sich die Lebensgeschichten der vier Frauen so Stück für Stück erschließt. Mit dieser Erzählweise gelingt es der Autorin, dass man unbedingt weiterlesen möchte, weil immer mehr Geheimnisse und Geschehnisse ans Licht kommen, die alles wie ein Puzzle zusammenfügen.

Lesenswert!

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Der Jubiläumsband - chaotisch und witzig

Gregs Tagebuch 20 - Bock auf Party?
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Dies ist nun bereits der 20. Band aus der beliebten Comicroman-Reihe. Jeff Kinney setzt auch hier auf altbewährte Erfolgsgaranten. Wie auch in allen anderen Bänden der Reihe, geht es auch hier um das tägliche ...

Dies ist nun bereits der 20. Band aus der beliebten Comicroman-Reihe. Jeff Kinney setzt auch hier auf altbewährte Erfolgsgaranten. Wie auch in allen anderen Bänden der Reihe, geht es auch hier um das tägliche Chaos und die vielen Missgeschicke, die Greg Heffley erlebt. Diese sorgen natürlich für viele Lacher.

Ich denke "Gregs Tagebuch" ist unter anderem so beliebt, weil sich Kinder gut in Gregs Lebenswelt hineinversetzen können. Diese Mischung aus Selbstüberschätzung und peinlicher Realität ist einfach so gut nachvollziehbar.

Die Geschichte wird wie gewohnt aus Gregs Sicht als Tagebucheintrag erzählt, ergänzt durch kleine lustige, oft selbstironische Comicbilder, die seine Erlebnisse noch anschaulicher und witziger machen.

Was mir persönlich besonders gut gefällt ist, dass sich Greg charakterlich weiterentwickelt. Er ist und bleibt zwar ein wenig tollpatschig und erlebt zahlreiche Missgeschicke und peinliche Momente. Aber auffallend ist, dass er nun über seine eigenen Unsicherheiten und Ängste nachdenkt. Mit einer Portion Humor werden typische Teenagerprobleme, Freundschaft und Selbstakzeptanz in den Blick genommen.

Insgesamt ist es ein gelungener Band für alle Fans dieser Reihe. Es gibt keine großen Überraschungen, aber das ist auch nicht nötig. Greg wird auch mit diesen Band wieder viele Kinder zum Lachen bringen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Ein actionreiches Abenteuer

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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Wow! War das ein temporeiches Abenteuer! Mein Sohn ist begeistert und war ab der ersten Seite voll und ganz dabei. Bis zur letzten Seite ist das Buch actiongeladen und enthält viele überraschende Wendungen, ...

Wow! War das ein temporeiches Abenteuer! Mein Sohn ist begeistert und war ab der ersten Seite voll und ganz dabei. Bis zur letzten Seite ist das Buch actiongeladen und enthält viele überraschende Wendungen, mit denen man als Leser vorher nicht gerechnet hat. Das macht das Buch spannend. Mein Sohn konnte kaum das Buch aus der Hand legen.

Der Protagonist des Buches Robin Kappe stammt aus einer Diebesfamilie. Schon seine Oma hat Banken überfallen und sitzt nun für 30 Jahre im Gefängnis. Das mag sich jetzt erst einmal merkwürdig anhören, aber Rüdiger Bertram schreibt so witzig und überspitzt, dass man dies als Leser sofort akzeptiert und Robin und seine Oma einfach gern haben muss. Man fiebert richtig mit Robin mit. Außerdem klaut er nicht für sich, sondern gibt es den Armen. Er hat insgeheim also ein gutes Herz.

Robin erhält eines Tages einen besonderen Auftrag, den er mit der Superagentin Mary ausführen soll: Sie sollen eine ganze Stadt klauen! Viele Abenteuer müssen beide bestehen.

Rüdiger Bertram hat ein Gespür für Situationskomik. Und so vermischt sich dies mit der actionreichen Handlung.

Gut finde ich die Figurenzeichnung. Trotz ihrer "Superkräfte" werden Robin und Mary menschlich mit Schwächen dargestellt und das macht sie sympathisch. Die Dialoge zwischen beiden sind meist frech und witzig.

Eingefügt sind immer wieder kleine Comics, die das Gelesene unterstreichen und oftmals superlustig sind. Besonders für Lesemuffel und unegübte Leser ist dies zusätzlich eine Auflockerung.

Das Buch ist für Kinder geeignet, die Abenteuergeschichten und spannende Geschichten lieben. Es gibt definitiv keine langweiligen Passagen, weil unentwegt etwas Neues und meist Actionreiches passiert. Ideal also für Kinder ab 10 Jahren, die rasante Action, Geheimagentengeschichten und außergewöhnliche Missionen lieben.

Wir fiebern dem zweiten Band dieser neuen Actionbuchreihe entgegen.

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Veröffentlicht am 15.11.2025

Liebevoll gestaltetes Weihnachtsbilderbuch

Stille Nacht, heilige Nacht
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„Die Musik strahlte aus, wie ein Licht, das die dunklen Stunden etwas heller machte." (S.5)





Diese wunderschöne Bilderbuch ist ein Muss für die Weihnachtszeit! Auf jeder Seite spürt man den Zauber ...

„Die Musik strahlte aus, wie ein Licht, das die dunklen Stunden etwas heller machte." (S.5)





Diese wunderschöne Bilderbuch ist ein Muss für die Weihnachtszeit! Auf jeder Seite spürt man den Zauber von Weihnachten. Es ist ein besonderes Bilderbuch, das Groß und Klein, die Botschaft von Weihnachten in Erinnerung ruft.





Susanne Brandt erzählt kindgerecht die Entstehungsgeschichte des weltberühmten Weihnachtsliedes "Stille Nacht, heilige Nacht." Durch die leicht verständliche Erzählweise, ist das Bilderbuch auch schon für jüngere Kinder (ab 4 Jahren) geeignet. Die große Schrift eignet sich gut zum Vorlesen oder aber zum Selberlesen für Grundschüler.





"Denn die Menschen hatten Sehnsucht nach Worten und Tönen, an denen sie sich wärmen konnten in diesem kalten Winter." (S. 12)





Der Lehrer Franz Xaver Gruber komponierte die Melodie und der Hilfspfarrer Joseph Mohr lieferte den Text Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie wollten den Menschen Trost und Hoffnung mit diesem Lied schenken. Die weltweite Verbreitung zeigt, dass ihnen dies nachweislich gelungen ist. Denn noch heute verbindet dieses hoffnungsvolle Weihnachtslied Menschen über Grenzen hinweg.


Hervorheben möchte ich die warmen und liebevollen Illustrationen. Die großformatigen und ausdrucksstarken Bilder strahlen, durch die gewählten Farben und den besonderen Zeichenstil, Ruhe und Wärme aus. Die Bilder sind detailreich, sodass Kinder viel zu entdecken haben. Eine wohlige winterliche und weihnachtliche Stimmung ist auf jeder Seite zu spüren.


Mit dem Lesen des Bilderbuches wurde mir wieder bewusst, was Musik vermag. Denn das Buch zeigt, wie wichtig Musik gerade in Krisenzeiten ist. Musik schafft es Trost und Hoffnung zu schenken und Menschen miteinander zu verbinden.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Die Lebensgeschichte der Liebesromanschreiberin Hedwig Courhs-Mahler

Ein gutes Ende
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Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und ...

Hedwig Courths-Mahler (1867-1950) hatte kein einfaches Leben. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und schaffte es mit viel harter Arbeit und Beharrlichkeit, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und war Anfang des 20. Jahrhunderts Deutschlands erfolgreichste Autorin.


Die Autorinnen (Pseudonym Clara Bachmann) setzen mit der Romanbiographie „Ein gutes Ende“ der Liebesromanschreiberin ein würdiges Denkmal.

Durch den bildhaften Sprachstil wird man in die damalige Zeit hineinversetzt. Die sozialen Unterschiede und die Ungleichbehandlung von Frau und Mann und vor allem die eingeschränkten Möglichkeiten für Frauen sind immer wieder spürbar.

Der Roman räumt vor allem Hedwigs Kindheit und Jugend einen größeren Raum ein. Es wird deutlich, dass sie es nicht leicht hatte, aber einen starken Willen entwickelte, aus der Armut herauszukommen und einen anderen Lebensweg einzuschlagen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen.
Gut finde ich, dass sie sich immer wieder eingesteht, auch schöne Dinge zu erleben (Chor, Theaterbesuche). Das Schreiben wird für sie ein Ventil. Sie findet Trost im Schreiben, obwohl ihre Familie und auch später ihr Ehemann (der Kunstmaler Fritz Courths) dies strikt ablehnten. Ich fand es unerträglich, wie zum Beispiel Fritz seine Arbeit als Kunst ansah und Hedwigs Schreiben als lächerlich abtat. Dabei war sie diejenige, die Dinge voranbrachte und Situationen schnell und richtig durchschaute.

Mir hat der Roman sehr gefallen. Ich kannte Hedwig Courths-Mahler vor dem Lesen der Romanbiographie nicht. Liebesromane sind einfach nicht die Geschichten, die mich ansprechen. Dennoch habe ich großen Respekt vor ihrer Stärke, ihren eigenen Weg zu gehen. Den Autorinnen gelingt es uns an den Gedanken und Träumen Hedwigs teilhaben zu lassen. Es wird deutlich, dass das Schreiben Unbeschwertheit in den Alltag Hedwigs brachte. Ihr Schreiben war das Fenster in eine andere Welt. Eine Welt voller Romantik, Leidenschaft und Schönheit. All jener Dinge, an denen es ihr in der Wirklichkeit mangelte.

Das Buch ist absolut lesenswert, weil es ein mutmachendes Buch ist, für seine Träume einzustehen.

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