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Veröffentlicht am 14.02.2021

Wie man einen falschen Fluch wieder loswird

Irren ist göttlich
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In der Erzählung „Irren ist göttlich“ von Daniel Sand begleitet der Leser den jungen Thariel bei dem Versuch einen Fluch wieder loszuwerden.

Thariels Heimat ist das Sumpfdorf auf dem Würfelplaneten. Dort ...

In der Erzählung „Irren ist göttlich“ von Daniel Sand begleitet der Leser den jungen Thariel bei dem Versuch einen Fluch wieder loszuwerden.

Thariels Heimat ist das Sumpfdorf auf dem Würfelplaneten. Dort ist er glücklich und liebt seine Ausflüge in den Sumpf, den Spaziergang Angesicht zu Angesicht mit den Sumpfmonstern und vor allem liebt er Lydia. Eines Tages jedoch entdeckt er über sich eine Regenwolke, die den Platz über seinem Kopf einfach nicht mehr verlassen will. Zunächst traut es sich niemand auszusprechen, doch als der Zauberlehrling die Diagnose stellt, wird Thariel mit seinem Fluch aus dem Dorf verbannt. Da Thariel jedoch nichts Verwerfliches getan hat, will er die Reise nach Mammama antreten und seinen Gott davon überzeugen, dass dieser Fluch ein Irrtum sein muss. Denn wer sagt eigentlich, dass Götter keine Fehler machen können. Jedenfalls ist unser Protagonist wild entschlossen, dass dieses Versehen rückgängig gemacht werden muss.

Thariel begegnet allerhand skurriler Gestalten, die ihn mal unterstützen und mal auch bedrohen. Dabei wirkt der gute Thariel etwas tapsig und nicht ganz so zielstrebig, wie er wohl diesen Fluch wieder loswerden könnte. Die Erzählung ist sehr bildreich beschrieben, sodass man sich trotz vieler fiktiver Kreaturen wie zum Beispiel Windkatzen gut vorstellen kann, was Thariel dort alles erlebt. Spannend und zugleich kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, bietet der Schreibstil eine locker leichte Lektüre mit viel Action sowie abwechslungsreichen Handlungssträngen.

Man muss Fantasy mögen, um sich auf Thariels Reise wohl zu fühlen, aber wenn das Fall ist, dann kann man dieses Buch nur lieben.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Viele Personen und nicht nahbar erzählt

Wir dachten, das Leben kommt noch
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Starke Frauen in historischen Romanen begeistern mich immer sehr. Und so fiel mir die Wahl auf den Roman Wir dachten, das Leben kommt noch von Elisabeth Sandmann, nicht schwer. Denn auf dem Klappentext ...

Starke Frauen in historischen Romanen begeistern mich immer sehr. Und so fiel mir die Wahl auf den Roman Wir dachten, das Leben kommt noch von Elisabeth Sandmann, nicht schwer. Denn auf dem Klappentext ist die Rede von einer englischen Spezialagentin im zweiten Weltkrieg im besetzten Frankreich.
Diese Agentin aus Churchills geheimer Spezialeinheit heißt Pat und wir begegnen ihr auf zwei Zeitebenen: Einmal rund um den zweiten Weltkrieg, sowohl vor ihrem Einsatz in Frankreich als auch währenddessen. Und zweitens im Jahr 1998 – also der Neuzeit. Dort wird sie von Gwen kontaktiert, die für die BBC zu dieser Spezialeinheit recherchiert und ihre Kontaktdaten von einer gemeinsamen Bekannten bekommen hat. Zu diesem Zweck reist Gwen im Gegenwartserzählstrang nach Paris – mit Freundin, Kind und Tante – um ihre Recherchen vor Ort durchzuführen. Doch auch die Geschichte ihrer Großmutter scheint mit Paris verknüpft zu sein, was Gwen aus früheren Erzählungen und von ihrer Großmutter eingesprochenen Kassetten erfährt.
Wer jetzt bei dieser Personenaufzählung leicht durcheinanderkommt, befindet sich in bester Gesellschaft. Denn auch ich hatte meine Schwierigkeiten, mir alle Personen zu merken, sie einzuordnen und vor allem einen Zugang zu ihnen zu finden. Aufgrund der Vielzahl an Menschen fallen die Abschnitte, in denen man etwas zu jedem einzelnen erfährt, relativ kurz aus, sodass es für mich ziemlich oberflächlich erzählt ist. Zudem kann man bis zur Mitte des Romans überhaupt keine Verbindung zwischen den Personen herstellen und auch die Kapitel sind nicht wirklich miteinanderverknüpft, sondern reihen einfach Erzählungen aneinander. Natürlich kann man sich eine Verbindung über die Spezialeinheit und die Resistance herstellen, aber mir war das zu dünn. Die Geschichte hat sicherlich Potenzial für mehr, wurde aber aus meiner Sicht nicht überzeugend und nahbar umgesetzt. Es hätte mir besser gefallen, wenn es weniger Personen gewesen wären – zum Beispiel in der Gegenwart nur Gwen und in der Vergangenheit nur Pat und das im Wechsel, und wenn es in Summe weniger Neben-Personen gegeben hätte. Sie hatten für mein Dafürhalten gerade in der Gegenwartsperspektive wenig Bedeutung für die Erzählung.
Mir hat es leider nicht gefallen und ich habe den roten Faden vermisst. Daher gibt es von mir nur 2 Sterne.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Interessante Story, Umsetzung war nicht meins

Kiss the Right Bride
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June betreibt eine Hochzeitsagentur mit ihren besten Freundinnen. Sie organisiert, die anderen dekorieren, backen und machen die Fotos. Eigentlich ist sie damit sehr glücklich. Um das Ansehen ihrer Agentur ...

June betreibt eine Hochzeitsagentur mit ihren besten Freundinnen. Sie organisiert, die anderen dekorieren, backen und machen die Fotos. Eigentlich ist sie damit sehr glücklich. Um das Ansehen ihrer Agentur zu Steigern kommt ihnen die Promi-Hochzeit der Tochter des Bürgermeisters in New York gerade recht. Doch die Herausforderung besteht nicht nur darin, dass die Braut eine echte Diva ist. Nein, der Bräutigam ist kein geringerer als ihr Sandkastenfreund Ryder, in den June unsterblich und leider auch unglücklich verliebt war. Doch dass es sich bei dem Bräutigam um eben jenen Ryder handelt, findet June erst heraus, als sie sich schon zufällig wiedergetroffen und miteinander geknutscht hatten.

Das Chaos nimmt seinen Lauf. Es ist eine typische zweite Chance Romanze verbunden mit der verbotenen Liebe zu einem vergebenen Mann. Durch diese ganzen Irrungen ist es fast komisch und lustig. Doch die handelnden Personen konnten mich nicht erreichen. Denn ihre Handlungen waren für mich einfach nicht nachvollziehbar. Wer heiratet schließlich jemanden, von dem er eigentlich nur genervt ist. Und wer fängt immer wieder was mit der ehemaligen Sandkastenliebe an, ohne mal einmal ein klärendes, ernsthaftes Gespräch zu führen. Natürlich waren tolle Emotionen im Spiel und die Anziehung war schon spürbar. Aber ganz ehrlich gesagt, habe ich mir auch mehrfach die Hand vor die Stirn schlagen wollen, weil ich es einfach anders gemacht hätte. Und solche Liebesgeschichten, egal wie tief die Emotionen sind, können mich einfach nicht begeistern, wenn ich mich nicht in die Personen hineinversetzen kann.

Es war mir alles eine Spur zu viel. Aber vielleicht spricht genau diese Theatralik ja andere Leser*innen an, die gerne mehr Drama und weniger klärende Gespräche haben möchten. Dann werdet Ihr hiermit vermutlich glücklicher als ich.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Hat mich nicht überzeugen können, obwohl ich die Autorin sonst sehr gerne lese

Und plötzlich ist es wunderbar
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Der neue Roman Und plötzlich ist es wunderbar von Mhairi McFarlane ist die Fortsetzung des Liebesromans Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt und dreht sich um Edie und den Hollywood-Star Elliot ...

Der neue Roman Und plötzlich ist es wunderbar von Mhairi McFarlane ist die Fortsetzung des Liebesromans Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt und dreht sich um Edie und den Hollywood-Star Elliot Owen.
Eigentlich hatte Edie beschlossen, dass ihr beschauliches, bürgerliches Leben nicht zu einem Hollywood-Filmstar-Dasein passt, wie es Elliot Owen führt. Doch unser Roman beginnt damit, dass Elliot wieder vor ihrer Tür steht. Denn ihre Gefühle füreinander sind so stark, dass sie es trotz der großen Unterschiede noch einmal miteinander versuchen müssen. Ab dann begleiten wir Edie in ihrem alltäglichen Leben, im Büro, mit ihren Freunden und dabei, wie sie Elliot in ihrer Nähe vermisst. Denn durch seine große Filmkarriere sind die beiden meistens räumlich getrennt und es gibt viele Probleme, die die Beziehung belasten. Filmstars küssen schließlich nicht nur die eigene Freundin, um nur eine der Herausforderungen zu nennen, die Edie begegnen.
Ich kann Edie schon verstehe. Sie fühlt sich wie der absolute Normalo, mit einem komplett normalen Leben, das eben nicht mit einem Hollywoodstar mithalten kann. Noch dazu hat sie mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen, wenn sie sich mit den wunderschönen Drehpartnerinnen ihres Freundes vergleicht, mit denen er heiße Knutschszenen drehen soll. Das alles belastet die Beziehung, auch wenn Elliot ihr keinerlei Grund zur Sorge gibt. Die Idee hinter dieser Geschichte gefällt mir. Es mutet ein bisschen wie die moderne Variante von Aschenputtel an. Edie ist die arme bürgerliche Frau, deren Prinz – in dem Fall Elliot – alles möglich macht, damit die Liebe eine Chance hat. Doch fesseln konnte es mich trotzdem nicht so richtig. Das liegt für mich vor allem an den fehlenden Emotionen. Ich konnte weder an Edie noch an Elliot so richtig andocken, weil ich mich ihnen einfach nicht nah gefühlt habe. Noch dazu erschien mir vieles übertrieben dargestellt und einfach nicht realistisch. Das gilt für mich insbesondere für den Streit am Ende.
Auch wenn die Sprecherin des Hörbuchs sich sehr viel Mühe gegeben hat, die verschiedenen Emotionen zu transportieren und die unterschiedlichen Charaktere anders zu sprechen, so hat mich auch dies nicht überzeugt. Dadurch, dass die Szenen so schnell wechseln, es für mich kaum einen durchgehenden Spannungsbogen gab, konnte ich dem Hörbuch schlecht folgen. Außerdem empfand ich manchen Dialog zwischen Elliot und Edie als etwas flapsig, sodass die Geschichte sich manchmal eher nach Witzgeschichte als nach Liebesroman angefühlt hat. Ich konnte mich in die Geschichte dadurch nicht fallen lassen und war sehr weit von den Figuren entfernt.
Daher fand ich dieses Hörerlebnis nur mittelmäßig gut und würde keine Weiterempfehlung aussprechen. Noch dazu teile ich die Einschätzung des Verlags nicht, dass dieser Liebesroman auch unabhängig von Teil eins gehört werden kann. Es tauchten zu viele Anspielungen auf Szenen aus Teil eins und zu viele Personennamen aus dem ersten Band auf, denen ich nicht wirklich folgen konnte.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Ein Hörerlebnis mit guter Geschichtsidee, aber fehlender Tiefe und wenig Emotionen

Die Porzellanmanufaktur – Zerbrechlicher Frieden
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Bei dem Hörbuch die Porzellanmanufaktur – zerbrechlicher Frieden handelt es sich um den ersten Teil einer dreiteiligen Familiensaga, die kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs beginnt. In ihrem Mittelpunkt ...

Bei dem Hörbuch die Porzellanmanufaktur – zerbrechlicher Frieden handelt es sich um den ersten Teil einer dreiteiligen Familiensaga, die kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs beginnt. In ihrem Mittelpunkt steht die junge Marie Thalmeyer. Der Vater früh verstorben, der Bruder in Russland im Krieg verschollen. So bleibt Marie, die nur noch ihre jüngere, ungestüme Schwester zur Seite hat, nichts Anderes übrig, als selbst die Geschicke der familieneigenen Prozellanmanufaktur in die Hand zu nehmen. Nicht nur das Geschäftliche, auch zwischenmenschliche Abgründe bereiten ihr manche Herausforderung und auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Doch Marie lässt sich von nichts unterkriegen und zeigt, dass sie als taffe Frau mit großen Plänen auf ihre sympathische Art genauso weit kommen kann wie die Männer.
Die Idee der Geschichte als solche mochte ich sehr: Eine junge Frau im Nachkriegsdeutschland muss viele Schicksalsschläge hinnehmen und kämpft sich durch, sowohl privat als auch im Geschäftsleben. Dann der verschollene Bruder und der Tod des Vaters, von alldem habe ich mir große Emotionen versprochen. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich sehr schwer damit getan habe, zu den Figuren wirklich eine enge Verbindung aufzubauen. Und dadurch konnten auch die transportierten Gefühle nicht wirklich bei mir ankommen. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, woran das gelegen hat. Als erstes liegt es vermutlich an den wechselnden Perspektiven: Die verschiedenen Kapitel werden aus dem Blickwinkel der unterschiedlichsten Menschen erzählt. Mal eins aus Maries Sicht, dann aus Joachims Sicht, es erzählt ein Schmuggler, dann der Buchhalter, dann die Schneiderin im Ort und noch viele mehr. Während ich wechselnde Perspektiven von den Hauptfiguren noch gut für die Nähe zu den Figuren gefunden hätte, muss ich bei mancher der oben genannten Personen sagen, dass ich gar nicht verstanden habe, wozu das jetzt dienen soll. Ich habe dadurch eine gewisse Distanz verspürt und konnte mich in keine Person so richtig hineinversetzen.
Beim Hören des Hörbuchs war es dann noch umso schwerer dem zu folgen, wer gerade spricht. Hier wären wechselnde Stimmen oder mehr Imitieren der Personen super gewesen – so ähnlich wie es der Sprecher bei der Schneiderin wirklich gut gemacht hat. Leider wurde dies aber nicht bei allen Personen variiert.
Im Verlauf der Geschichte passieren zwar allerlei spannende Dinge, mit denen ich auch nicht wirklich gerechnet hatte, aber für mich gab es kaum einen Spannungsaufbau. Das, was ich so gerne mag, sind eben die Emotionen, die sich so langsam entwickeln, wenn sich jemand verliebt, oder wenn die Situation in der Firma immer angespannter wird. Diese konnten bei mir gar nicht aufkommen, weil ich die Entwicklungen doch eher als abrupt und als nicht in der Tiefe beschrieben empfunden habe. Dadurch hat sich bei mir der Eindruck aufgezwängt, dass das Hörbuch so vor sich hinplätschert.
Leider hat das Hörerlebnis also nicht meine Erwartungen erfüllt und ich werde mir die beiden weiteren Teile der Familiensaga um die Porzellanmanufaktur nicht mehr anhören. Mit etwas mehr Emotionen und mehr Erzähltiefe bei den Hauptfiguren hätte ich der Geschichtsidee durchaus etwas abgewinnen können, schade.

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