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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.11.2025

Die Geheimnisse der Vergangenheit verlangen nach Aufklärung ...

Die Verlorene
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Nach dem Tod der Großmutter Änne stellt sich ihre Enkelin Laura die Frage, welcher Mensch sich hinter der Verstorbenen wirklich verborgen hat. Warum hat sie ihr Leben lang um ihre Vergangenheit in Schlesien ...

Nach dem Tod der Großmutter Änne stellt sich ihre Enkelin Laura die Frage, welcher Mensch sich hinter der Verstorbenen wirklich verborgen hat. Warum hat sie ihr Leben lang um ihre Vergangenheit in Schlesien solch ein Geheimnis gemacht? Laura, schwanger und dadurch mit viel Zeit an der Hand, will auf Ännes Spuren wandeln und unternimmt eine Reise nach Polen – ehemals Schlesien – wo ihre Familie einst zu Hause war. Was war damals geschehen und was werden Lauras Nachforschungen zu Tage führen? Schnell merkt die junge Frau, dass die spärlichen Erzählungen ihrer Großmutter nicht mit dem übereinstimmen, was sie in alten Unterlagen gefunden hat. Die Spurensuche vor Ort ist nicht einfach, doch ich als Leserin habe das Glück mit der Autorin in einem zweiten Zeitstrang direkt in die Vergangenheit springen zu dürfen. Was sich allerdings dort vor mir entfaltet, nimmt mir mehr als einmal beim Lesen den Atem ...

Mit „Die Verlorene“ hat mich die sympathische Autorin Miriam Georg endgültig von ihrem Schreibtalent überzeugt. Sie präsentiert mir als Leserin einen Roman, der sich langsam, aber sicher in seiner tragischen Dramatik so steigert, dass ich das Gefühl hatte, die Seiten blättern sich wie von selbst um. Er entwickelte ein wahre Sogwirkung! Mit seinem unerwarteten und sehr emotionalen Ende konnte mich das Buch schlussendlich komplett überzeugen und begeistern. Hierfür vergebe ich sehr gerne mit fünf Sternen die absolute Bestnote und wünsche dem Buch eine große Leserschaft und ebenso viel Erfolg. Immer wenn man glaubt, nun hat man wirklich alle Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg und sein Grauen gehört, kommt eine großartige Autorin wie Miriam Georg daher und überzeugt einen vom Gegenteil … Chapeau!!!

Veröffentlicht am 18.11.2025

Die Fäden des Schicksals verwoben zu einer berührenden Geschichte ...

Lebensbande
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Dass Mechtild Borrmann zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen gehört, ist denen, die mich kennen inzwischen bekannt. Dass sie mich aber auch mit ihrem neuen Buch „Lebensbande“ wieder absolut in ...

Dass Mechtild Borrmann zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen gehört, ist denen, die mich kennen inzwischen bekannt. Dass sie mich aber auch mit ihrem neuen Buch „Lebensbande“ wieder absolut in den Bann ziehen konnte, möchte ich in dieser Rezension nachdrücklich vermerken.

Das Buch handelt von drei Frauen, die das Schicksal zusammenbringt und selbst der Tod nicht wirklich trennen kann. Ich lerne Lene kennen, die junge Frau, die ausgerechnet in den Zeiten der „braunen Brut“ ein Kind zur Welt bringt, das ein wenig anders ist als andere Kinder und um dessen Leben und Schicksal sie verbissen kämpfen muss. Nora, die unfreiwillig ein Verbrechen begeht und davon ein Leben lang verfolgt wird und schließlich Lotte, die nie die Hoffnung aufgibt, trotz schwerster Bedingungen an die Liebe ihres Lebens zu glauben.

Mit viel Feingefühl ohne aber jemals gefühlsduselig zu werden vermittelt mir die Autorin eine Geschichte, die zu Tränen rührt. Geschickt spinnt sie ein Netz aus Geheimnissen, die mich als Leserin immer wieder ins Grübeln brachten. Als ich glaubte für mich eines der Rätsel gelöst zu haben, taten sich neue Spuren auf und es war doch alles wieder ganz anders. Was aber durch den Roman erhalten bleibt ist das Leid, dass diese drei Frauen während und nach dem Krieg ertragen mussten und das für uns heute schwer vorstellbar ist. Für mich entwickelte das Buch einen wahren Lesesog, dem ich mich am Schluss gar nicht entziehen konnte. Sehr, sehr gerne vergebe ich hier mit fünf Sternen die wohlverdiente absolute Bestnote und freue mich heute schon auf weitere Lektüre aus Mechtild Borrmanns Feder.

Veröffentlicht am 18.11.2025

Wird es ein glückliches Ende nehmen?

Im Nordlicht
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Nahtlos knüpft nicht nur dieser zweite Teil an den ersten an, sondern auch für mich war es ein großes Glück, die beiden Bücher back-to-back hören zu können. Schnell konnte ich wieder eintauchen in die ...

Nahtlos knüpft nicht nur dieser zweite Teil an den ersten an, sondern auch für mich war es ein großes Glück, die beiden Bücher back-to-back hören zu können. Schnell konnte ich wieder eintauchen in die Geschichte um Alice, Rosa und Henk aber auch um John Reeven und seine Familie. Für Alice dreht sich alles darum ihr geliebte Tochter Rosa zurückzubekommen, die von ihrem Vater verschleppt wurde. Sie ist bereit alles dafür zu geben und nimmt in ihrer Verzweiflung eine Stelle im Hause Reeven an, wo sie nicht nur John, sondern auch seiner Verlobten Eveline täglich über den Weg laufen muss. Intensiver beleuchtet wird nun auch die Familie Reeven, die mit Problemen an allen Ecken und Enden zu kämpfen hat und in der der eine unglücklicher scheint als der andere und manche Mord- oder Selbstmordgedanken gehegt werden ….

Mit der Autorin Miriam Georg und der Sprecherin Tanja Fornaro durfte ich mich nun zum zweiten und leider letzten Mal nach Hamburg im beginnenden letzten Jahrhundert begeben und die Höhen und Tiefen der beiden so unterschiedlichen Familien erleben. Das Ende ist bewusst offengehalten und passt für mich ganz wunderbar. Natürlich hätte man im Ersten Weltkrieg wieder anknüpfen können, aber dafür gibt es ja genug andere Romane. Von mir gibt es natürlich wieder fünf funkelnde Sterne und ein unbedingte Leseempfehlung, aber bitte vorab mit dem ersten Teil beginnen, sonst wird verpasst ihr was!

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Wie gut wir es als Frau im Vergleich zu damals doch haben ...

Im Nordwind
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Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ...

Als großer Fan historischer Romane kam ich natürlich an Miriam Georgs Auftaktband ihrer Hamburg Dilogie nicht vorbei. Allein schon das schöne Cover, das eine Frau zeigt, die eine unheimliche Stärke ausstrahlt, ließ mich zu diesem ersten Teil greifen.

In ihrem Roman „Im Nordwind“ behandelt die Autorin Missstände und Ungerechtigkeiten, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht unüblich waren. Frauen waren von den Männern abhängig und hatten allein kaum eine Chance auf legale Weise oder gar noch mit Kind zu überleben. Als Hörerin durfte ich Alice, eine junge Fabrikarbeiterin, kennenlernen, die versucht, sich selbst sowie ihre kleine Tochter Rosa vor ihrem gewalttätigen, trinkenden Mann zu schützen. Als er sie immer wieder und immer schlimmer verprügelt, beschließt Alice dem Ganzen einen Schlussstrich zu setzen und sucht – für die damalige Zeit vollkommen unüblich – die Scheidung. In John Reven findet sie einen Anwalt, der ihr tatsächlich helfen will, nicht zuletzt, weil er von ihr als Frau total fasziniert ist. Für Alice bedeutet dieser mutige Schritt, dass sie sich auch ihrer verzwickten Vergangenheit stellen muss, John hingegen muss sich fragen, was für ihn im Leben eigentlich wirklich wichtig ist …

Auf ganz bezaubernde Weise zeichnet Miriam Georg mit ihren Charakteren ein authentisches Bild der damaligen Zeit, dem die talentierte Sprecherin Tanja Fornaro mit ihrer angenehmen Stimme noch ein Sahnehäubchen obendrauf setzt. Ich habe jede Hörminute genossen und freue mich schon sehr auf den Folgeband. Aber erstmal vergebe ich hier natürlich mit fünf starken und verdienten Sternen die Bestnote!

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Ein mutiger Schritt, den Magda Fuchs da wagt ...

Polizeiärztin Magda Fuchs – Das Leben, ein ewiger Traum (Polizeiärztin Magda Fuchs-Serie 1)
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Es ist ein großer Schritt für Magda der Stadt Hildesheim, wo ihr alles vertraut ist, und die Familie lebt, den Rücken z kehren und als Polizeiärztin nach Berlin zu gehen. Doch nachdem man ihr das Liebste ...

Es ist ein großer Schritt für Magda der Stadt Hildesheim, wo ihr alles vertraut ist, und die Familie lebt, den Rücken z kehren und als Polizeiärztin nach Berlin zu gehen. Doch nachdem man ihr das Liebste genommen hat, hält sie in Hildesheim nichts mehr. Sie will vergessen und neue Wege gehen. Zunächst ist sie nach ihrer Ankunft schockiert über den Hunger, die Armut und das Leid, das sie in der Hauptstadt erwartet, doch dann wird ihr Kampfgeist geweckt und sie nimmt die Herausforderungen an, die die neue Arbeit an sie stellt. In ihrem stetigen Bestreben besonders verwahrlosten und von der Welt verlassenen und vergessenen Kindern zu helfen, lernt sie weitere mehr oder minder starke Frauen kennen und stellt fest, dass jede ihr eigenes Schicksal zu ertragen hat, auch arm oder reich macht da keinen Unterschied …

Wunderbar vorgetragen von der Sprecherin Tanja Fornaro konnte ich mich fallen lassen und tief eintauchen in die Geschichte um Magda und ihr Umfeld. Das Autorenduo Helene Sommerfeld zeichnet ein sehr authentisches und lebendiges Bild der damaligen Zeit und so verging die Hörzeit von knapp vierzehn Stunden wie im Flug. Ich freue mich, bald den zweiten Band dieser gelungenen Trilogie genießen zu dürfen, vergebe aber für diesen ersten spannenden Band erstmal sehr verdiente fünf Sterne verbunden mit einer absoluten Leseempfehlung.