Platzhalter für Profilbild

Redrose

Lesejury Star
offline

Redrose ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Redrose über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2025

Ein abenteuerliches Leben in Afrika

Warten auf Susy
0

Das Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ...

Das Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ist ebenfalls eine Schweizerin in Afrika und auch sie hat Erfahrung damit, von anderen Menschen ausgenutzt zu werden. Nicht immer sind es nur die Männer, die sie als Geldautomaten ansehen. Da kommt mir sofort der Song in den Kopf „Kiosk“ von Rumpelstilz, in Schwyzer Dütsch.

Warten auf Susy vermittelt mir eine fremde Welt, in der ich froh bin, nicht leben zu müssen. Es ist hart zu lesen, wie die Frauen im Ostkongo als Kriegswaffe verwendet werden. Brutale Vergewaltigungen als Angriff auf die Ehre des Gegners und die Frauen werden doppelt gestraft, nach den erlittenen Peinigungen werden sie zusätzlich aus der eigenen Gemeinschaft ausgestoßen.

Aber die Autorin weiß auch Positives zu berichten. Wie sie in einem Park den Autoschlüssel verliert und ein Obdachloser ihr nicht das Auto samt Inhalt stiehlt, sondern den Schlüssel für sie sichert.

Christina Karrer lebt in Johannesburg und viele Männer kreuzen ihre Wege. Schonungslos erzählt sie, wie sie immer wieder zu gutgläubig ist, aber im Gegensatz zur „Weißen Massai“ schafft sie es, sich zu lösen, um dann aber wieder in die nächste Falle zu tappen. Ihr Bericht ist faszinierend, fremdartig und bringt mir die afrikanische Seele näher. Warum wählen die Afrikaner nach dem Tod des verehrten Mandela einen „Populisten, der mehrere Frauen hat, großes Charisma besitzt und gut tanzen und singen kann“?

Geduld ist nicht meine Stärke und wie der Titel bereits zeigt „Warten auf Susy“, wäre ich nicht bereit, auf einen Menschen so oft und so lange zu warten, wie Christina auf ihre Haushaltshilfe Susy. Aber Christina schreibt, Susy „steht für meine Schwächen, meinen Helferwahn, meine Sehnsucht nach Familie und Wärme“.

In Afrika ist Magie, Aberglaube und die Furcht verhext zu werden allgegenwärtig. Eine Frau mit Doktortitel schwört, dass nackte Priester in Körben fliegen können. Immer wieder schüttele ich ungläubig den Kopf über diese so andersartige Welt und als ich das Buch am Ende zuklappe, freue ich mich, dass ich in Deutschland lebe.

Wer auch gerne ein wenig in das Südafrika der letzten 25 Jahre eintauchen möchte, dem empfehle ich „Warten auf Susy“ sehr gerne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Mord und Tratsch in Legau

Mordstreffer
0

Bereits zum zehnten Mal ermitteln die Allgäuerin Sissi Sommer, von nicht so wohlmeinenden Legauern auch als ausgeschämt bezeichnet und ihr Kollege Klaus Vollmer, den es von Berlin ins Allgäu der Liebe ...

Bereits zum zehnten Mal ermitteln die Allgäuerin Sissi Sommer, von nicht so wohlmeinenden Legauern auch als ausgeschämt bezeichnet und ihr Kollege Klaus Vollmer, den es von Berlin ins Allgäu der Liebe wegen verschlagen hatte, im beschaulichen Legau. Hier kennt jeder jeden und das hat sowohl Vorteile als auch Nachteile.

Jäger Andreas Auer wurde erschossen und da der gute Andreas allgemein beliebt war, kann es nur ein Wilderer gewesen sein, so zumindest die landläufige Meinung.

Ich liebe diesen dörflichen Kosmos, allen voran die Erna Dollinger, welche sich mit der Dorfmatratze Anita um den Titel der größten Tratschtante streitet, aber auch die Susanne Epple mischt kräftig mit. Schließlich sieht sie sich als die Mega Influencerin mit ihren knapp 300 Followern. Ihre Farben-Diät möchte ich lieber nicht ausprobieren, aber sie trägt viel zu meiner Erheiterung bei.

In Legau herrscht nicht Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es geht richtig zünftig zur Sache. Dreckwäsche wird gerne öffentlich gewaschen und auch vermeintlich beste Freundinnen können richtig fies sein, hier möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen 😉.

Der Humor kommt ziemlich böse und gemein daher, aber ich liebe es. Auch das Gefrotzel innerhalb der Polizei, welches meist auf Kosten des Norddeutschen Klaus geht, bringt mich zum Lachen.

Ich rätsele gemeinsam mit der Polizei, verdächtige Jeden und bin dann doch über das Tatmotiv überrascht. Ich erweitere meinen Sprachschatz und wer auch wissen möchte, was das Amiga-Syndrom ist, dem empfehle ich „Mordstreffer“ sehr gerne weiter.

Für mich sind diese Allgäu-Krimis von Barbara Edelmann Kult geworden und ich hoffe, dass in Legau noch lange nicht die Lichter ausgehen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Advent im Café Engel, was kann es Schöneres geben?

Kipferl, Killer, Kerzenschein
0

Annemie Engel führt mit viel Leidenschaft ihr Café und freut sich auf die Weihnachtsmarkt-Saison. Leckere Torten und Tüten voller Weihnachtsplätzchen, das gefällt nicht nur Wunsch-Enkelin Noelia, auch ...

Annemie Engel führt mit viel Leidenschaft ihr Café und freut sich auf die Weihnachtsmarkt-Saison. Leckere Torten und Tüten voller Weihnachtsplätzchen, das gefällt nicht nur Wunsch-Enkelin Noelia, auch ich merke, wie mir das Wasser im Munde zerläuft. Eine tote Influencerin in ihrem Café und der Verdacht, dass sie vergiftete Torte gegessen haben soll, bedroht allerdings ihre wirtschaftliche Existenz.

Wunderbar wie die Autorin die Influencer-Mütter aufs Korn nimmt. Die Kinder haben selbstverständlich alle Doppelnamen und die Mütter wundern sich, dass ihre Kinder die Schulbrote nicht essen, obwohl „eine Scheibe veganer Käse auf dem Schrotbrot“ liegt.

Bei Elke Pistor geht es gemütlich zu, entsprechend dem Alter ihrer Protagonistin Annemie, aber trotzdem auch spannend. Ich rätsele mit und die Auflösung ist wirklich traurig. Zur Belohnung fürs mitraten warten am Ende sage und schreibe ganze 24 Rezepte für Weihnachtskekse auf mich, quasi ein Adventskalender an Rezepten. Jetzt warte ich nur noch auf jemanden, der diese für mich backt 😉 oder ich gehe einfach ins Café Engel und lasse mich dort von der Weihnachtsstimmung anstecken.

Und was habe ich aus diesem Buch gelernt? „Ich bin nicht alt, ich bin in der Blüte meiner Abnutzung.“

Mit so einem Weihnachtskrimi kann der Advent kommen und sehr gerne empfehle ich „Kipferl, Killer, Kerzenschein“ weiter

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2025

Für alle Fans von Jane Austen und Bridgerton

Ein Marquess auf der Flucht
0

Dies ist der sechste und leider auch der letzte Band um die adeligen Heroes, die mich prächtig unterhalten. Ich schwelge im Glanz von opulenten Bällen, an denen sich junge Debütantinnen auf die Jagd nach ...

Dies ist der sechste und leider auch der letzte Band um die adeligen Heroes, die mich prächtig unterhalten. Ich schwelge im Glanz von opulenten Bällen, an denen sich junge Debütantinnen auf die Jagd nach einem Ehemann machen, der ihnen ein gutes Auskommen sichert.

Damals wie heute gibt es gute und weniger gute Menschen und ich tauche ein in die Geschichte des verschwundenen Marquess, der von einem gierigen Verwandten um sein Erbe gebracht werden soll. Glücklicherweise hat er aber die Heroes auf seiner Seite….

Was war das wieder spannend und aufregend. Ich habe das Buch nur so weggeatmet und konnte nicht aufhören zu lesen. Eine wunderbare Reihe, die mich in vergangene Zeiten versetzt und im „Bridgerton-Zeitalter“ spielt. Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung für die gesamte Reihe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2025

Mad Max in Hochform

Das Raunen der Stille
0

Kommissar Max Madlener, aufgrund seiner unorthodoxen Ermittlungsweise auch Mad Max genannt und seine Kollegin Harriet Holtby haben es dieses Mal gleich mit zwei Fällen zu tun. Einmal die Jagd nach einer ...

Kommissar Max Madlener, aufgrund seiner unorthodoxen Ermittlungsweise auch Mad Max genannt und seine Kollegin Harriet Holtby haben es dieses Mal gleich mit zwei Fällen zu tun. Einmal die Jagd nach einer vor vielen Jahren untergetauchten RAF-Terroristin und zum anderen eine Krankenpflegerin, die gerne Gott spielt. Mich haben beide Themen interessiert.

Was hat die RAF damals getrieben, so kompromisslos alles, was mit der Regierung zu tun hat abzulehnen und mit Gewalt zu bekämpfen und zum anderen das Thema „in Würde sterben“. Wie würde es mir ergehen, wenn ich todkrank bin und mein Tag nur noch aus Schmerzen besteht, würde ich mir dann nicht wünschen, dass Sterbehilfe legal ist? Dass ich von meinem Partner oder meinen Ärzten nicht etwas verlange, was nicht erlaubt ist? Aber natürlich sehe ich auch die Gefahren, wenn womöglich zur Beschleunigung des Erbes einfach mal bei einem Onkel Sterbehilfe geleistet wird, die dieser überhaupt nicht wollte.

Diese spannenden Themen hat der Autor großartig umgesetzt. Ich kann mich in seine Protagonisten hineinversetzen und leide mit ihnen. Madleners Denkweise gefällt mir. Zum Beispiel wenn er über das in die Jahre gekommene Sprichwort „Nach mir die Sintflut“ sinniert und „War die Sinntflut angesichts der ständigen Klimakatastrophen weltweit nicht schon längst da?“

Ich würde mich gerne mal mit Walter Christian Kärger unterhalten, sieht Mad Max die Welt mit seinen Augen? Die humorvolle Ironie, mit der er das Leben an Bord eines Kreuzfahrtschiffes beschreibt oder wie er über den Wahlsieg von Horror-Donald und sein Gruselkabinett denkt, an vielen Stellen finde ich mich wieder. Madlener ist der Columbo vom Bodensee, menschlich, empathisch, unterschätzt und dadurch umso gefährlicher für die Ganoven. Es müsste mehr Menschen wie Mad Max geben.

Auch wenn es seltsam klingt, aber ich hoffe sehr, dass es noch viele weitere Morde am Bodensee gibt, die Madlener aufklären darf und vergebe begeisterte 5 Sterne für „Das Raunen der Stille“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere