Ein abenteuerliches Leben in Afrika
Warten auf SusyDas Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ...
Das Buch „Die weiße Massai“ hat mich damals unheimlich aufgeregt. Ich habe nicht verstanden, was diese Schweizerin an dem Massai gefunden hat und wie sie ausgenommen und ausgenutzt wurde. Cristina Karrer ist ebenfalls eine Schweizerin in Afrika und auch sie hat Erfahrung damit, von anderen Menschen ausgenutzt zu werden. Nicht immer sind es nur die Männer, die sie als Geldautomaten ansehen. Da kommt mir sofort der Song in den Kopf „Kiosk“ von Rumpelstilz, in Schwyzer Dütsch.
Warten auf Susy vermittelt mir eine fremde Welt, in der ich froh bin, nicht leben zu müssen. Es ist hart zu lesen, wie die Frauen im Ostkongo als Kriegswaffe verwendet werden. Brutale Vergewaltigungen als Angriff auf die Ehre des Gegners und die Frauen werden doppelt gestraft, nach den erlittenen Peinigungen werden sie zusätzlich aus der eigenen Gemeinschaft ausgestoßen.
Aber die Autorin weiß auch Positives zu berichten. Wie sie in einem Park den Autoschlüssel verliert und ein Obdachloser ihr nicht das Auto samt Inhalt stiehlt, sondern den Schlüssel für sie sichert.
Christina Karrer lebt in Johannesburg und viele Männer kreuzen ihre Wege. Schonungslos erzählt sie, wie sie immer wieder zu gutgläubig ist, aber im Gegensatz zur „Weißen Massai“ schafft sie es, sich zu lösen, um dann aber wieder in die nächste Falle zu tappen. Ihr Bericht ist faszinierend, fremdartig und bringt mir die afrikanische Seele näher. Warum wählen die Afrikaner nach dem Tod des verehrten Mandela einen „Populisten, der mehrere Frauen hat, großes Charisma besitzt und gut tanzen und singen kann“?
Geduld ist nicht meine Stärke und wie der Titel bereits zeigt „Warten auf Susy“, wäre ich nicht bereit, auf einen Menschen so oft und so lange zu warten, wie Christina auf ihre Haushaltshilfe Susy. Aber Christina schreibt, Susy „steht für meine Schwächen, meinen Helferwahn, meine Sehnsucht nach Familie und Wärme“.
In Afrika ist Magie, Aberglaube und die Furcht verhext zu werden allgegenwärtig. Eine Frau mit Doktortitel schwört, dass nackte Priester in Körben fliegen können. Immer wieder schüttele ich ungläubig den Kopf über diese so andersartige Welt und als ich das Buch am Ende zuklappe, freue ich mich, dass ich in Deutschland lebe.
Wer auch gerne ein wenig in das Südafrika der letzten 25 Jahre eintauchen möchte, dem empfehle ich „Warten auf Susy“ sehr gerne.