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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Nichts Besonderes, klingt bekannt, am Ende abgeschnitten

Herzklopfen im Cottage am Strand (Teil 1)
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Das ... leitet in die Irre, denn an der Stelle ist Schluss und wer wissen möchte, wie es weitergeht, muss die anderen drei Teile lesen. Der Roman wurde nämlich unschön aufgeteilt und man hat es hier nicht ...

Das ... leitet in die Irre, denn an der Stelle ist Schluss und wer wissen möchte, wie es weitergeht, muss die anderen drei Teile lesen. Der Roman wurde nämlich unschön aufgeteilt und man hat es hier nicht mit einem Kurzroman zu tun, der irgendeine Form des Abschlusses hätte. Weder inhaltlich noch sprachlich ist der Text etwas Aussergewöhnliches. Eher hatte ich den Eindruck, dass es Ähnlichkeiten gibt zu den Romanen einer anderen Autorin, die ich eben gelesen hatte. Es wirkt alles austauschbar und konventionell. Wieder haben wir eine Frau vor uns, die ganz toll ist, obwohl sie selbst nicht daran glaubt. Ihre Bescheidenheit und Selbstzweifel nervten mich genauso wie das dicke Lob, das sie von allen Seiten bekommt. Wieder sind die Männer, die Merry trifft, die schönsten überhaupt und man muss sich nicht anstrengen, ihre liebenswerte Seite zu entdecken. Es knistert aber Null, weil mir das zu wenig ist, dass ein Typ wie Clark Kent oder ein Wikinger aussieht, und weil Sie sich wieder gegen die Liebe sperrt, die Liebe angeblich keine Zukunft hat. Die Szene, in der Sie von Ihm kalt-böswillig im Lokal verlassen wird, kam mir ebenso bekannt vor - wie 100x gesehen oder gelesen. Und als Merry über die Trennung dachte, ihr Ex würde angekrochen kommen und um Vergebung betteln, mochte ich sie schon nicht mehr, weil das mehr nach verletztem Stolz als nach gebrochenem Herz klang. Die Nachbarin Sheila machte mich neugierig, die mit 80 immer noch joggt und ein Buch mitgehen lässt. Beschreibungen bedienen sich der üblichen Bilder, die sich zudem öfter wiederholen. Allerdings fand ich interessant, was zu Orkney und den Nachbarinseln bzw. deren Sehenswürdigkeiten berichtet wurde. Die Sätze sind tendenziell eher lang. Trotzdem lässt sich der Text flüssig lesen. Ich gebe ihm 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Solide Unterhaltung, lebhaft und abwechslungsreich

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 1: Das vergiftete Fest
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Zunächst erinnerte mich der Klappentext an den Inhalt zweier Krimis, welche ich im letzten Jahr gelesen hatte und die mir nicht gefallen hatten. Doch der Roman überraschte bald positiv. Einerseits sprachlich, ...

Zunächst erinnerte mich der Klappentext an den Inhalt zweier Krimis, welche ich im letzten Jahr gelesen hatte und die mir nicht gefallen hatten. Doch der Roman überraschte bald positiv. Einerseits sprachlich, da sich der Text geschmeidig lesen ließ. Die Bilder sind zwar oft konventionell, konnten teils aber auch überraschen. Andererseits fand ich die Geschichte sehr gut koordiniert. Die einzelnen Aspekte der Handlung sind für meinen Geschmack geschickt mit einander verwoben worden. Innerhalb eines Kapitels gehen sie fließend in einander über und der Text wird dadurch lebhaft und abwechslungsreich. Die Story an sich fand ich einfach: eine junge Frau kommt in einen kleinen Ort und wird alsbald des Mordes verdächtig. Aber nicht so sehr, dass sie nicht selbst ihre Nase in die Angelegenheit stecken könnte. Der Kommissar ist muffig, aber auch attraktiv. Seine Untergebenen sind Typ Dietmar und Bärbel (siehe "Mord mit Aussicht"). Es gibt verschiedene Andeutungen auf die Vergangenheit, welche sich jedoch in diesem ersten Band der Reihe "Vino, Mord und bella Italia" nicht entwickeln. Daher ist die Story nicht besonders komplex. Eigentlich hätte ich recht bald den Mörder gefunden, wenn, wie ich im Rückblick feststellte, der Realität keine Verschnaufpause verordnet worden wäre. Ob schriftstellerische Freiheit oder Unwissenheit, das hat mir nicht gefallen. Ich finde es unsportlich, wenn dem Leser verwehrt wird, auf die Lösung zu kommen. Die war übrigens eine recht klassische. Allerdings fand ich den Roman trotzdem bis auf das Ende recht gut gemacht. Zum Schluß wird es überdramatisch und unrealistisch (hat sich jemand eine Tabasco-Flasche überhaupt einmal angesehen). Es kommt jedoch zu einem runden Abschluß und es gibt dezente Andeutungen auf den Fortgang der Serie (eine Frau zwischen zwei Männern). Gestört hat mich, dass eine Frau Nicola hieß, obwohl Nicola wie Andrea im Italienischen männlich ist. Im Text wurden so viele italienische Wörter und Redewendungen verwendet, dass es schade ist, dass dieses Detail übersehen wurde. Die italienischen Ausdrücke kann man gut verstehen, weil sie unmittelbar übersetzt wurden. Allerdings fand ich diesen Kunstgriff, um italienisches Flair zu erzeugen, zu gewollt; bei mir hat es nicht gewirkt. Insgesamt war die Unterhaltung aber solide; der erste Band hat durchaus neugierig auf die Fortsetzung gemacht und ich bewerte den Roman daher mit 3 Sternen.

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Eine Katastrophe an der nächsten, überladene Geschichte

Felina Fingerhut und der verflixte Schmetterlingseffekt
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Trotz meiner Vorliebe für Jugendromane mochte ich dieses Buch nicht. Als Kind wäre ich bestimmt fasziniert gewesen. Aber als Erwachsene habe ich zu viel von dem, was das Buch anbietet, bereits woanders ...

Trotz meiner Vorliebe für Jugendromane mochte ich dieses Buch nicht. Als Kind wäre ich bestimmt fasziniert gewesen. Aber als Erwachsene habe ich zu viel von dem, was das Buch anbietet, bereits woanders gesehen. Die Geschichte an sich war mir neu, ja. Aber die Situation (Hexe in Ausbildung) und viele Details (z.B. Eulen-Post) waren es nicht, so dass sich für mich deutliche Abstriche bei der Kreativität ergeben. Ich fand die Geschichte zudem nicht gut erzählt. Sie ist überladen. Eigentlich ist es überall zu viel. Besonders gestört haben mich die vielen sinnlosen Begriffe wie abrakadabrisch oder hexisch, in die man so gut wie alles hineininterpretieren kann. Als Kind habe ich tatsächlich einmal sehr lange nachgedacht über den Tadel einer Märchenfigur, die meinte, man hätte besser nach dem Kreuz in der Nuss und dem Karfunkelstein gefragt. Hier war mir jedoch sofort klar, dass es sich nicht lohnt, über "geräucherten Mondschein" oder "pulverisierten Eulen-Atem" zu fantasieren. Ich sah sofort, dass das eine Sackgasse wäre, weil da nichts mehr davon kommt in der Geschichte. Solche Kinkerlitzchen regen sicher die Fantasie von Kindern an und machen ihnen Spaß - aber vielleicht auch nicht, in diesem enormen Umfang und wenn dadurch die eigentliche Geschichte stark gebremst wird. Dabei gibt es sowieso bereits vieles, was die Handlung in die Länge zieht. Man kann ja nicht einmal in einen Aufzug einsteigen, ohne dass es sich zu einer kleinen Katastrophe auswächst. Außerdem hat man es an vielen Stellen zwar eilig (weil im Hintergrund eine größere Krise besteht), jedoch ist immer Zeit, mit einem kleinen Plausch die Zeit tot zu schlagen und meine Geduld herauszufordern. Es wurde auch sehr viel über den Gang des Versandhauses, wo Felina ihr Praktikum macht, an die Hexenbörse geredet: Es fielen dabei öfter Wörter wie Überstunden oder Marketing-Konzept. Ich denke, für viele Kinder sind diese unverständlich und langweilig. Ich hatte an einzelnen Stellen den Verdacht, es gäbe zudem die Absicht, die Leserschaft zu belehren/informieren. Aber teils erschien mir falsch, was als Fakt präsentiert wurde, und was will man eigentlich in diesem Wust aus Hexerei und Libellen-Honig überhaupt noch mit Fakten. Die Hauptperson Felina war mir nicht besonders sympathisch: betont quirlig, baut eine Scheiße nach der anderen, trotzdem eine super Hexe, und damit entspricht sie eigentlich dem Klischee einer Hauptfigur, die noch ein Kind ist. Mir hat auch nicht gefallen, dass öfter auf den ersten Band Bezug genommen wurde. Man kann die Geschichte eigentlich ohne dieses Vorwissen verstehen. Mein inneres Kind und ich, die sehr unterschiedlich abgestimmt haben, geben diesem Buch gemeinschaftlich-durchschnittlich 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Interessante Analyse der Figuren und des Geschehens, schwächelt gegen Ende zu

Die tödlichste Lösung
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Der Prolog hat mich neugierig gemacht einerseits durch die geschilderte Situation. Andererseits war mir der Text sprachlich gefällig und er las sich flüssig. Schnell hatte ich eine Idee, wer da zu Beginn ...

Der Prolog hat mich neugierig gemacht einerseits durch die geschilderte Situation. Andererseits war mir der Text sprachlich gefällig und er las sich flüssig. Schnell hatte ich eine Idee, wer da zu Beginn des Krimis im Verließ hockt. Eine Weile später merkte ich, dass die Geschichte doch komplizierter als gedacht ist - ein Pluspunkt. Die Figuren fand ich sehr gut dargestellt. Durch die wechselnden Perspektiven, die das Geschehen zum Teil aus dem Blickwinkel zweier Personen erzählen, versteht man die Figuren besser. Man erhält Einblick in Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle und erkennt, wieso sich ein Konflikt ergibt. Das Ensemble zerfällt daher nicht in Gut und Böse. Vielmehr zeigt sich, dass in fast jedem beides steckt. Nur Lars (Ehemann von Hedi) konnte ich nicht leiden. Als "der einzige Berufstätige in dieser Wohnung beanspruchte er dieses Vorrecht (einer durch das Baby ungestörten Nachtruhe) für sich allein". Später jammert er, dass er seinen Beruf hasst, quittiert aber Hedis Vorschlag, die Elternzeit zu tauschen, mit eisigem Schweigen. Ich hatte gehofft, dass die Abwertung von Hedi, die ihr durch die Elternzeit entsteht, im späteren Verlauf diskutiert wird. Doch leider nein. Die Autorin möchte offensichtlich den Leser wissen lassen, dass das Leben so richtig sei. Dabei fand ich eigentlich, dass die Autorin für ihre anderen Figuren sehr viel Verständnis zeigte und geschickt eine unterschwellige Kritik an der Lynchjustiz der sozialen Medien in die Handlung eingebunden hat. An manchen Stellen dachte ich, dass der Zufall Hedi zu sehr hilft und sie es sich zu leicht macht, wenn sie ihren Sohn immer wieder ohne Kindersitz im Auto fährt. Insgesamt hätte ich dem Krimi 4 Sterne gegeben. Doch das letzte Kapitel mit Laura hat sich zu sehr gezogen und für das, was danach kam, habe ich das Interesse etwas verloren. Daher 3 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Zu viele Mißverständnisse/unnötiges Drama

Sommer auf Schottisch
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Zuerst dachte ich, dass ich die Energie von Ellie mag und zudem die Sprache des Romans, welche klar ist und locker, wenn auch mit etwas zu vielen Adjektiven geschmückt. Dann fiel mir zunächst bei Ellie, ...

Zuerst dachte ich, dass ich die Energie von Ellie mag und zudem die Sprache des Romans, welche klar ist und locker, wenn auch mit etwas zu vielen Adjektiven geschmückt. Dann fiel mir zunächst bei Ellie, später auch bei Kenneth, auf, dass die Figuren mir zu rasch die Affekte wechseln - gerade eben noch Angst gehabt, dass frau einen möglichen Serienmörder auf einer einsamen Landstraße um Hilfe gebeten hat, im nächsten Moment ist Ellie von seinem Aussehen mehr als angetan und zwischendurch wird sie immer mal wieder ärgerlich. Das alles innerhalb einer Viertelstunde. Dann mochte ich es außerdem nicht, dass die beiden gegenseitig eine derartige Ausstrahlung auf einander ausüben, dass sie immerzu an Bestäubung denken müssen. Von der Buchbeschreibung her klang die Geschichte nicht dermaßen spicy und ich fand das Element störend in den Szenen, in denen es eigentlich um etwas anderes ging. Als die Erotik dann passierte, wurde übers Geschäft geredet. Diese kleinen Brüche in der Handlung fand ich keineswegs spannend, eher absurd. Besonders anstrengend fand ich die Missverständnisse zwischen den beiden hinsichtlich ihres Engagements für die Beziehung, die entstehen, weil beide törichterweise dem anderen sagen, was sie glauben, dass er hören wolle. Dass es sich irgendwo reibt, ist von Anfang an Bestandteil der Geschichte und wird bis zum Ende durchgezogen. Wie gesagt, für mich war das nicht aufregend, sondern eher wie Fingernägel auf Tafellack. Ansonsten ging es mir allerdings zu glatt, wie ich es auch zu glatt und unrealistisch fand, dass sich die Liebe im Superlativ erfüllt: der beste Kuss, der beste Sex - darunter machen es Ellie und Kenneth nicht. Andererseits wären Probleme mit Ellies beruflichen Plänen neben der Spannung auf der Beziehungsebene vermutlich zu viel gewesen. Etwas schade fand ich, dass die Kulinarik nur oberflächlich behandelt wurde in diesem Buch, in dem es um eine Köchin geht. Trotz aller Kritik liest sich der Roman zügig weg, er hat einige rührende Momente und ich gebe ihm 3 Sterne.

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