Lustige Streiche darf man nicht erwarten, es ist ein Einblick in eine Lebensweise
Vom Hühnerstehlen und anderen LausbubenstreichenDer Titel und das Cover-Bild geben Max und Moritz-Vibes ab. Aber wie bei Max und Moritz, die letztendlich durchgemöllert wurden, enden viele von den Streichen übel für Fidaim oder seine Cousins. Es gibt ...
Der Titel und das Cover-Bild geben Max und Moritz-Vibes ab. Aber wie bei Max und Moritz, die letztendlich durchgemöllert wurden, enden viele von den Streichen übel für Fidaim oder seine Cousins. Es gibt oft Schläge und die meisten der sogenannten Streiche sind nach meiner Meinung gar nicht lustig. Schon beim ersten, wo es darum geht, dass Fidaim dem Nachbarn einen Hahn stiehlt, um ihn zu essen, hatte ich den Gedanken, dass er es aus einer Not heraus tut. Denn das Leben dort im Kosovo wurde als sehr karg beschrieben. Doch Fidaim erschien mir auch etwas gierig, als er dem selben Nachbarn gleich drei Hühner innerhalb einer Woche klaut; auch unbegreiflich unvernünftig/leichtsinnig, macht er sonst doch einen sehr intelligenten, vorausschauenden Eindruck mit der Befähigung, sein Umfeld erfolgreich zu manipulieren. Insgesamt war mir der Junge unsympathisch, der rasch zwischen Zuneigung und Verachtung hin und her schwingt und andere gern demütigt. Ein Mädchen, das ihm gefällt, das ihn aber nicht besonders beachtet, trickst er aus (ungefähr wie in der La Boum- Szene im Kino), dass es seinen Pimmel anfasst. Andere Mädchen wollen ihn und die Jungs nicht dabei haben. Für diese "Unhöflichkeit" spannen die Jungs im Klo, glotzen den Mädchen auf den Hintern und verteilen in der Schule davon Karikaturen. Fidaim findet das alles superlustig, denn Schadenfreude ist die größte Freude, findet er. Aufgrund der dargestellten Gewalt und der Demütigung der Mädchen halte ich diese Geschichten als ungeeignet für Kinder. Die Intensität der Gewalt ist meist zwar eher gering. Doch ich denke, man sollte Kindern Ohrfeigen oder dass ein Kind zur Strafe den Hintern verhauen bekommt, nicht als gerechtfertigt darstellen und somit Gewalt in der Kindererziehung nicht normalisieren. Genauso ist falsch, Mädchen als hochmütig darzustellen, weil sie einen Jungen zurückweisen und unter sich bleiben wollen. Das ist ihr Recht und keiner darf sie dafür demütigen. An den Geschichten geschätzt habe ich den Einblick in das Leben zu einer anderen Zeit, an einem anderen Ort. Es wurden viele Lebenaspekte berücksichtigt und dargestellt. Der Text liess sich einfach lesen. Insgesamt gebe ich dem Buch 3 Sterne.