Profilbild von schnaeppchenjaegerin

schnaeppchenjaegerin

Lesejury Star
offline

schnaeppchenjaegerin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit schnaeppchenjaegerin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2026

Roman über Neuanfänge und die Suche nach Glück - trotz skurriler Ausgangssituation entwickelt sich die Geschichte belanglos und zäh

Wedding People (deutsche Ausgabe)
0

Phoebe checkt ohne Gepäck und nur mit ihrem besten Kleid bekleidet im "Cornwall Inn" in Newport ein. Sie ist der einzige Gast, der nicht Teil der Hochzeitsgesellschaft von Lila und Gary ist. Phoebe hat ...

Phoebe checkt ohne Gepäck und nur mit ihrem besten Kleid bekleidet im "Cornwall Inn" in Newport ein. Sie ist der einzige Gast, der nicht Teil der Hochzeitsgesellschaft von Lila und Gary ist. Phoebe hat beschlossen, sich hier, an ihrem Glücksort, umzubringen. Nach jahrelanger erfolgloser Kinderwunschbehandlung und der Scheidung von ihrem Mann sieht sie für ihr Leben keine Perspektive mehr. Lila, die mit Freunden und Verwandten eine Woche lang ihre Hochzeit mit ihrem elf Jahre älteren Verlobten feiern möchte, hat selbstverständlich etwas dagegen das Hotel mit einer Leiche zu teilen. Im Verlauf eines abends kommen sich die unterschiedlichen Frauen näher, so dass Phoebe am Ende von ihren Plänen abweicht. Lila lädt sie ein, am Rahmenprogramm der Hochzeit teilzunehmen und nach einer Woche ist nichts mehr so, wie es vorher war.

Der Roman ist aus der Sicht der 40-jährigen Phoebe verfasst, wodurch sie nahbar wirkt und auch ihr Gefühlschaos nachvollziehbar dargestellt ist. Aber auch in die zweite Hauptfigur Lila kann man sich im Verlauf des Romans hineinversetzen. Beide Frauen haben tiefgreifende Verluste erlitten, was die beiden eint. Während Phoebe in einer depressiven Phase steckt, ist Lila hingegen euphorisch und ein wenig überdreht. Ein Blick hinter die Fassade zeigt jedoch, dass beide einsam und verunsichert sind.

Frühzeitig ist klar, dass die unterschiedlichen Frauen vor einem Scheideweg stehen und wie sich die Geschichte in ihrem Kern entwickeln wird.
Vereinzelt gibt es humorvolle Szenen, im Wesentlichen wird der Roman jedoch von ernsten Themen wie Tod, Trennung, Verlust und nicht erreichten Zielen bestimmt.
Das Programm für die perfekte Luxushochzeit sorgt für Abwechslung, in Bezug auf die Entwicklung der Charaktere ereignet sich jedoch wenig.

Aufgrund des feuchtfröhlichen Covers und der Werbung als New-York-Times-Bestsellers hatte ich mir von der Geschichte mehr erwartet. Dem überraschend undramatischen Roman fehlte es an Spannung und Emotionen. Der schnelle Wandel der Frauen innerhalb von nur wenigen Tagen erschien wenig realistisch, die Geschichte zu ereignislos und eintönig.

Es ist ein Roman über Neuanfänge und die Suche nach Glück, bei dem die Probleme der Charaktere nur oberflächlich angesprochen werden. Trotz der skurrilen Ausgangssituation entwickelt sich die Geschichte belanglos und zäh.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2026

Drei Frauen und ihr Befreiungskampf in verschiedenen Zeiten - weniger magisch und spannend als gedacht

Die Unbändigen
0

Kate flieht vor ihrem gewalttätigen Partner in das Cottage, das sie von ihrer Großtante Violet geerbt hat, die sie kaum kannte. In den alten Gemäuern erahnt sie Geheimnisse und als sie im Ort Gerüchte ...

Kate flieht vor ihrem gewalttätigen Partner in das Cottage, das sie von ihrer Großtante Violet geerbt hat, die sie kaum kannte. In den alten Gemäuern erahnt sie Geheimnisse und als sie im Ort Gerüchte wahrnimmt, fühlt sie sich bestärkt, die Geschichte ihrer Familie zu ergründen.
Knapp 80 Jahre zuvor ist die sechzehnjährige Violet in den gesellschaftlichen Konventionen gefangen, sehnt sich nach der Freiheit in der Natur und der Bildung, die ihrem Bruder Graham zuteil wird. Gleichzeitig vermisst sie ihre Mutter, die vor ihrem Tod dem Wahnsinn verfallen sein soll. Während sie mehr über ihre Mutter herauszufinden versucht, lernt sie ihren Cousin kennen und wird von bisher unbekannten Gefühlen überwältigt, wobei sich ihre Unerfahrenheit rächt.
Über 300 Jahre früher wird Altha beschuldigt, am Tod eines Milchbauers Schuld zu sein, der von seiner eigenen Kuhherde niedergetrampelt wurde. Als Tochter einer Heilerin soll wegen ihren magischen Fähigkeiten für den Gewaltexzess verantwortlich sein. Altha droht als Hexe der Tod durch Erhängen.

"Die Unbändigen" wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt, die über die Jahrhunderte getrennt familiär miteinander verbunden sind.
Die Stimmung ist melancholisch und düster und man kann sich gut in die unterschiedlichen Zeiten und damit verknüpften Lebenssituationen der Protagonistinnen hineinversetzen. Zudem berührt jedes Schicksal auf seine Weise, denn allen Frauen wird Ungerechtigkeit zuteil. Falsche Verdächtigungen, Unterdrückung, Missbrauch sowie Gewalt gegen Frauen sind zentrale Themen des Romans.

Altha, Violet und Kate sind einsam, fühlen sich eng mit der Natur verbunden und schöpfen Kraft aus ihr. In ihren persönlichen Kämpfen gegen patriarchale Strukturen, für ihre Unabhängigkeit und Freiheit finden sie zu innerer Stärke und Mut zur Veränderung.
Die Darstellung des Männlichen als widerwärtig und böse ist dabei einseitig und ermüdend. In allen drei Handlungssträngen wiederholt sich das, was Männern ihren Frauen antun.

Die Entwicklung der Frauen ist nicht wirklich überraschend und wird allein auf die Loslösung von Männerfiguren reduziert. Bis auf die Liebe zur Natur ist bei keiner von ihnen eine Persönlichkeit zu erkennen, noch gibt es ausgeprägte Beziehungen zu anderen Personen (Frauen), die der Geschichte etwas mehr Facettenreichtum verleihen hätten können.

Spannung entwickelt sich erst in den letzten Kapiteln, als auch die magische Gabe der Weywards samt der Verknüpfung der Ahninnen zum Vorschein kommt und jeweils zum Befreiungsschlag ausgeholt wird. Mehr Variation der drei etwas einseitig gestalteten Handlungsstränge hätte der Geschichte dennoch gut getan. Zudem erscheint fragwürdig, ob ein einsiedlerisches Leben an der Seite von Insekten und Vögeln tatsächlich so erstrebenswert ist, wie es hier propagiert wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.12.2025

Ein Unfall und die Folgen - enttäuschend ermüdende und dennoch lückenhafte Erzählung über Schuld und Trauma

Leuchtfeuer
0

Am 27. August 1985 versursacht Theo Wilf einen Unfall, bei dem die Freundin Misty Zimmerman ums Leben kommt. Theo ist erst 15 Jahre alt und hat keinen Führerschein, seine 17-jährige Schwester Sarah, die ...

Am 27. August 1985 versursacht Theo Wilf einen Unfall, bei dem die Freundin Misty Zimmerman ums Leben kommt. Theo ist erst 15 Jahre alt und hat keinen Führerschein, seine 17-jährige Schwester Sarah, die ebenfalls im Auto saß, hatte ihm den Schlüssel gegeben, da sie selbst getrunken und ihn zu einer Mutprobe überreden wollte. Um Theo zu schützen, übernimmt Sarah die Schuld. Ihr Vater Ben Wilf, der Art ist, eilte noch zur Unfallstelle, konnte Misty jedoch nicht retten. Die Familie schweigt über die Unfallnacht und lebt fortan mit der Last der Falschaussage. Die Schuld droht vor allem Theo und Sarah noch Jahre später zu zerbrechen, während Bens Ruf als Arzt schwer beschädigt ist.

Der Roman handelt auf mehreren Zeitebenen und wird nicht rein chronologisch erzählt. Ausgehend von dem Unfall im Sommer 1985 springt der Roman in die Jahre 1999, 2010, 2014 und 2020 und wird dabei aus wechselnden Perspektiven der handelnden Personen erzählt.
Im Kern geht es dabei nicht nur um die Familie Wilf und die Folgen ihrer Schuld und des Schweigens, sondern auch um die Familie Shenkman, die in den 1990er in die Nachbarschaft gezogen ist. Ben hilft Silvester 1999 bei der Geburt des kleinen Waldo und begegnet ihm zehn Jahre später wieder. Waldo ist ein hochbegabter, aber einsamer Junge, der unter der Strenge seines Vaters leidet. Ben ist der erste, der Waldo, der sich so leidenschaftlich für die Sterne und das Universum interessiert, wirklich zuhört.

Der Roman handelt von Schuld, einem unverarbeiteten Trauma und einem lebenslangen schlechten Gewissen. Was im Sommer 1985 passiert ist, wird nach außen ausgeblendet, ist jedoch innerlich weiterhin vorhanden und bestimmt die Lebenswege der Beteiligten.
Familie Shenkman hat damit gar nichts zu tun, weshalb der Klappentext falsche Erwartungen weckt und irritierend ist. Die Begegnung zwischen Ben Wilf und Waldo Shenkman löst keine Kette von Ereignissen aus und steht mitnichten in einem Zusammenhang mit dem verheerenden Unfall oder den Folgen.

Nur rein oberflächlich kommt zum Tragen, wie Sarah und Theo mit ihrer Schuld umgehen, wie sie selbst blockiert sind oder welche Art selbstzerstörerisches Verhalten sie an den Tag legen. Darüber hinaus handelt der Roman, der sich zeitlich über 50 Jahre erstreckt, von Krankheiten und Todesfällen unabhängig des Unfalls und verliert sich auf den letzten 50 Seiten in den Gedanken der Figuren und ihrem Umgang mit der Corona-Pandemie.

Die Verbindung der beiden Familien Wilf und Shenkman hat sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen und hatte für mich deshalb keinen Mehrwert. Die Geschichte um Schuld und Verantwortung blieb lückenhaft und unrund. Das Potenzial der Ausgangssituation für eine spannende und dramatische Familiengeschichte wurde enttäuschend unzureichend ausgeschöpft und entwickelt nicht das Signal eines Leuchtfeuers.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2025

Eine Kriegsgeschichte, die die Grausamkeit und Sinnlosigkeit der Gewalt darstellt, die Liebesgeschichte bleibt dabei hinter den Erwartungen zurück

Durch das große Feuer
0

Henry Gaunt und Sidney Ellwood gehen auf ein Internat, als England Deutschland 1914 aufgrund der Verletzung belgischer Neutralität den Krieg erklärt. Für die Jungs ist der Krieg zunächst weit weg, aber ...

Henry Gaunt und Sidney Ellwood gehen auf ein Internat, als England Deutschland 1914 aufgrund der Verletzung belgischer Neutralität den Krieg erklärt. Für die Jungs ist der Krieg zunächst weit weg, aber schon bald lesen sie von den Verlusten und Verletzten und erkennen in den Opfern Mitschüler oder Verwandte von ihnen wieder. Gaunt, der deutsche Wurzeln hat, wird von seiner Familie gedrängt, sich freiwillig zu melden, um ihren guten Ruf zu bewahren, als er gerade 18 Jahre alt ist.
Ellwood und Gaunt, die mehr für einander empfinden, als nur Freundschaft, ihre wahren Gefühle dem anderen aber nie offenbart haben, schreiben sich Briefe. Als deutlich wird, dass der Krieg so schnell nicht beendet sein wird und die Verluste im Umfeld der Internatsschüler sich mehren, entscheidet auch Ellwood für die Front, um nicht als Feigling zu gelten. Durch Beziehungen gelangt er in das selbe Regiment wie Gaunt. Während der Tod in einem grausamen Stellungskrieg oft nur wenige Zentimeter entfernt ist, lenken sich Gaunt und Ellwood ab und kommen sich körperlich näher.

"Durch das große Feuer" handelt von der Grausamkeit des Krieges und einer verbotenen Liebe zweier Jungen, die darin hineingezogen werden.
Der Roman legt den Fokus gleichermaßen auf beide Hauptfiguren, den zurückhaltenden Gaunt mit deutschen Wurzeln, und den romantischen Poeten Ellwood.
Die Situation in dem Internat im Süden Englands erscheint dabei nicht immer authentisch. Es hat den Anschein, als habe nahezu jeder der Schüler homosexuelle Neigungen, die diese in unterschiedlicher Ausprägung ausleben. Häufig ist die Grenze zwischen Zuneigung und Gewalt durchlässig. Irritierend ist jedoch vielmehr, dass schwule Mitschüler toleriert werden, obwohl Homosexualität zu der Zeit strafbar war. Gleiches zeigt sich auch an der Front unter den Soldaten. Die gefährliche Offenheit erscheint wirklichkeitsfremd und inkonsequent, da beide Hauptfiguren hinsichtlich des Eingeständnisses ihrer sexuellen Orientierung wankelmütig sind.

Die Liebesgeschichte tritt schon bald für die Brutalität des Krieges, die ungeschönt und bildhaft geschildert wird, in den Hintergrund. Leichen, Eingeweide, Hirnmasse und Blut begegnen dem Leser mannigfaltig. Dennoch erhält man oftmals den Eindruck, als würden Gaunt und Ellwood nur Krieg spielen. Gerade die Episoden im Kriegsgefangenenlager, wenn alltäglich mit dem Feind kooperiert wird, wirken fragwürdig.

Während es schon schwierig ist, sich in Gaunt oder Ellwood hineinzuversetzen und zu begreifen, was sie empfinden, bleiben die Nebencharaktere austauschbar. Es gibt eine große Anzahl von Schülern und Soldaten, die Erwähnung finden, aber letztlich nicht mehr sind als Kanonenfutter.

Neben der fortlaufenden Erzählung mit einzelnen wenigen Rückblenden in die Zeit vor dem Krieg werden verschiedene Dokumente wie Briefe, Kondolenzschreiben, Gedichte und Zeitungsausschnitte eingebunden. Das sorgt für Abwechslung, gerade weil der Roman in Bezug auf die Kriegshandlung recht langatmig ist.

Der Roman zeigt eindrücklich die Grausamkeit und Sinnlosigkeit eines Krieges, in dem bereits Kinder zu Soldaten rekrutiert werden und den glorifizierten Heldentod sterben. Die Geschichte wirkt in der Veranschaulichung der Folgen der Gewalt mitunter reißerisch und bleibt in Bezug auf die Darstellung der verbotenen Liebe hinter den Erwartungen zurück.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2025

Konstruierte Geschichte, bei der nur am Ende Spannung aufkommt und letztlich noch Fragen offen bleiben

Die Schwester des Serienkillers
0

Anna Price hat sich trotz ihrer traumatischen Kindheit, die sie nach dem Missbrauch durch ihre Eltern in einem Kinderheim verbracht hat, ein intaktes Leben mit einem liebenden Ehemann an ihrer Seite, ihrem ...

Anna Price hat sich trotz ihrer traumatischen Kindheit, die sie nach dem Missbrauch durch ihre Eltern in einem Kinderheim verbracht hat, ein intaktes Leben mit einem liebenden Ehemann an ihrer Seite, ihrem Traumberuf als Lehrerin und einem Haus am Meer aufgebaut.
Doch als ein Polizist vor ihrer Tür steht, wird Anna von ihrer Vergangenheit, die sie erfolgreich zurückgedrängt hatte, eingeholt. Ihr Bruder Henry, zu dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, soll ein gesuchter Serienmörder sein. Fünf Frauen habe er bereits auf dem Gewissen und aufgrund der Todesdaten, die er innerhalb der letzten drei Jahre für seine ausschließlich weiblichen Opfer gewählt hatte, scheint der nächste Mord unmittelbar bevorzustehen. Die Polizei hofft, dass Anna helfen kann, die nächste Tat zu verhindern und kann nicht ausschließen, dass Anna sein nächstes Opfer ist. Schon wenig später erhält Anna einen Umschlag mit einem Rätsel, das sich offensichtlich auf das Spiel bezieht, das Anna und Henry in ihrer Kindheit gespielt haben und außer Kontrolle geriet. Anna muss mitspielen, um zu verhindern, dass Henry ihr Geheimnis lüftet, das ihr Leben zerstören könnte.

"Die Schwester des Serienkillers" ist der dritte Band der Serienkiller-Reihe, der unabhängig von den zuvor erschienenen Büchern gelesen werden kann, da es sich um abgeschlossene Geschichten mit eigenen Charakteren handelt.

Der Roman handelt in der Gegenwart an nur vier Tagen im Mai, die den Countdown bis zum mutmaßlich letzten Mord des Serienkillers bilden. Daneben gibt es Rückblenden in die Vergangenheit, als Anna zusammen mit ihrem Bruder im Kinderheim Finley Hall untergebracht war und Henry immer unberechenbarer wurde. Ergänzend erhält man Einblicke in die Denkweise des Killers und die Durchführung seiner Taten, mit denen er auf makabre Weise die Nähe zu seiner Schwester herstellen möchte.

Obschon der Vergangenheitsstrang knapp gehalten ist, erhält man einen Eindruck davon, wie die Kinder von ihren eigenen Eltern vernachlässigt wurden und auch keine glücklichen Erfahrungen im Kinderheim gesammelt haben. Verunsicherung, Angst und Wut sind nachvollziehbar und geben eine Erklärung für Henrys krankes Spiel, mit dem er sich an seine Schwester klammert und sie gleichzeitig zurückweist.

Die Gegenwart ist abwechslungsreich geschildert, auch wenn gar nicht viel passieren muss, um Annas Leben in ihren Grundfesten zu erschüttern. Beruflich und privat steht sie schon bald vor einem Scherbenhaufen, wobei fraglich ist, wie viel Einfluss ihr Bruder ausübt und was er letztlich bezwecken möchte. Das Geheimnis, das er und seine Schwester teilen, kann hingegen frühzeitig erahnt werden.
In Bezug auf die Mordserie und die Ermittlungen von DI Walker bleiben viele Fragen offen und lassen die Geschichte konstruiert erscheinen. Auch gibt es nur in den letzten Kapiteln wirklich spannende Momente, wobei die lange Vorgeschichte für den Showdown nur bedingt nötig gewesen wäre. Der Clou im Epilog kommt wahrlich überraschend, lässt aber auch die gesamte Logik der Geschichte in Frage stellen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere