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Veröffentlicht am 08.12.2025

Knisternde Spannung

Royal Heist
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Diese Geschichte fühlt sich an wie ein prachtvolles Spiel voller Täuschungen, Verlockungen und verborgener Wahrheiten. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in dieser glitzernden, gefährlichen Welt ...

Diese Geschichte fühlt sich an wie ein prachtvolles Spiel voller Täuschungen, Verlockungen und verborgener Wahrheiten. Schon nach wenigen Seiten war ich komplett in dieser glitzernden, gefährlichen Welt aus Adel, Intrigen und verbotenen Gefühlen verloren.
Im Mittelpunkt steht Darcy, eine junge Frau, die mit einer unerschütterlichen Entschlossenheit ihren größten Coup plant. Sie ist stark und verletzlich zugleich und genau diese Mischung macht sie unglaublich lebendig. Hinter ihrer gerissenen Fassade liegt eine tiefe, schmerzhafte Vergangenheit, die sie antreibt und gleichzeitig ausbremst. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen, weil sie nicht die typische Heldin ist. Sie kämpft, zweifelt, fällt und steht wieder auf. Ihre Zerrissenheit hat mich oft mehr berührt als jedes große Drama.
Und dann ist das och Tristan. Er ist derjenige, der Darcy nicht durch ihre Maske hindurchsehen sollte, es aber trotzdem schafft. Zwischen ihnen entsteht eine Spannung, die man fast körperlich spüren kann. Es ist keine leichte, fluffige Romantik, sondern etwas Dunkles, Knisterndes und unglaublich Anziehendes. Genau dadurch wird ihre Beziehung so fesselnd.
Lena Kiefers Schreibstil ist elegant, atmosphärisch und dennoch leicht zu lesen. Man gleitet durch Bälle und Paläste, durch Geheimverstecke und stille, aufgeladene Momente und möchte am liebsten gar nicht mehr auftauchen. Die Welt wirkt luxuriös und gleichzeitig gefährlich, voller Glanz und Schmerz, voller Lügen und Sehnsucht.
Was mir wirklich positiv aufgefallen ist, ist die Vielschichtigkeit der Charaktere. Niemand ist nur gut oder böse. Jeder trägt Schatten mit sich herum und gerade deshalb fühlt sich die Geschichte so intensiv und menschlich an. Die Crew um Darcy wirkt wie eine kleine Familie, die man gerne länger begleiten möchte, und ihre Dynamik gibt dem Ganzen eine zusätzliche Tiefe, ohne die die Geschichte eher oberflächlich gewirkt hätte.
Für mich ist Royal Heist ein perfekter Roman für alle, die Liebe nicht als einfache, rosige Emotion sehen, sondern als etwas Komplexes, Herausforderndes und manchmal sogar Gefährliches. Es ist eine Geschichte voller Spannung, Gefühl und Glamour, die mich mit jeder Seite tiefer hineingezogen hat. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Teil. Der erste Band hat mich definitiv verzaubert.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Spannung und Gefühl schön verwoben

Harpers Ferry. Lose Me Once
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Emery kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in ihre Heimat Harpers Ferry zurück und muss sich nicht nur um ihr Erbe kümmern, sondern auch den schmerzhaften Geheimnissen der Vergangenheit und ihrer Liebe ...

Emery kehrt nach dem Tod ihrer Großmutter in ihre Heimat Harpers Ferry zurück und muss sich nicht nur um ihr Erbe kümmern, sondern auch den schmerzhaften Geheimnissen der Vergangenheit und ihrer Liebe zu Luke stellen.
Schon der Prolog war so packend, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die abwechselnden Perspektiven von Emery in der Gegenwart und Luke in der Vergangenheit machen die Geschichte unglaublich intensiv und geben tiefe Einblicke in ihre Gefühle, Gedanken und ihre gemeinsame Vergangenheit. Ich habe die beiden Figuren sofort ins Herz geschlossen und mit jeder Seite mit ihnen gelitten, geliebt und gehofft.
Harpers Ferry selbst ist ein Traum. Diese kleine, gemütliche Stadt voller liebevoller Eigenheiten und Wärme hat mich sofort verzaubert. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, das „Found Family“-Gefühl, und ich hätte am liebsten selbst in den kleinen Straßen und im Tiny House Inn gestanden. Die Atmosphäre ist so liebevoll und cozy, dass man sich direkt zuhause fühlt.
Die Liebesgeschichte zwischen Emery und Luke ist zart, aber so intensiv, dass sie mich tief berührt hat. Die Mischung aus alten Gefühlen, inneren Konflikten und der Aufarbeitung der Vergangenheit sorgt für emotionale Momente, die mich oft schlucken oder schmunzeln ließen. Gleichzeitig hat das Buch spannende Twists und überraschende Wendungen, die mich immer wieder überrascht und gefesselt haben, besonders gegen Ende, als ich so gar nicht damit gerechnet hätte.
Der Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und leicht zu lesen, wodurch die Geschichte richtig lebendig wird. Auch wenn das Tempo zwischendurch mal etwas ruhiger ist, stört es überhaupt nicht, weil die Emotionen und die Atmosphäre alles tragen. Besonders die kleinen Momente, wie Emerys Begegnungen im Tiny House oder die zarten Gesten zwischen ihr und Luke, haben mich richtig berührt und lassen die Figuren noch greifbarer wirken.
Alles in allem ist Harpers Ferry für mich eine wunderschöne, emotionale Liebesgeschichte mit Tiefgang, Spannung und einem zauberhaften Setting. Ich habe mit den Figuren gelitten, gelacht und mitgefiebert und ich kann es kaum erwarten, den zweiten Band zu lesen. Absolute Leseempfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Einfach Fantastisch

Belladonnas
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Belladonnas von Liann Zhang ist eine Geschichte, die zwischen Glamour, Identität und düsteren Geheimnissen oszilliert. Es geht um die Zwillingsschwestern Julie und Chloe, die komplett unterschiedliche ...

Belladonnas von Liann Zhang ist eine Geschichte, die zwischen Glamour, Identität und düsteren Geheimnissen oszilliert. Es geht um die Zwillingsschwestern Julie und Chloe, die komplett unterschiedliche Leben führen. Chloe lebt in Luxus, ist Influencerin (wie es die Autorin war) und Teil einer exklusiven Welt voller Inszenierung, während Julie in ärmlichen Verhältnissen aufwächst. Nach Chloes mysteriösem Tod übernimmt Julie ihre Identität und betritt damit die Welt der Belladonnas. Eine Gesellschaft, die nach außen perfekt wirkt, aber von Ritualen, Manipulation und Machtspielen geprägt ist. Die Spannung entsteht weniger durch klassische Thriller-Elemente, sondern durch das permanente Gefühl, dass alles eine versteckte Bedrohung birgt.
Die Figuren wirken oft distanziert und kalkuliert. Julie selbst ist zwar die Hauptfigur, aber sie ist mehr Beobachterin als jemand, mit dem man sich sofort identifizieren würde. Chloe ist fast wie eine Maske, die Julie anzieht, und das verstärkt den Eindruck, dass in dieser Welt niemand echt ist. Selbst Nebenfiguren sind mehr wie Rollen in einem Theaterstück, in dem jeder seine Maske trägt und man nie genau weiß, welche Absichten wirklich dahinterstecken. Genau diese Kälte erzeugt die beklemmende Stimmung, die das Buch durchgehend trägt.
Zhang spielt mit extremen Gegensätzen: Social-Media-Glamour trifft auf rituelle, fast groteske Gewalt. Das macht die Geschichte überraschend und manchmal schockierend. Die Mischung aus luxuriöser Oberfläche und dunklen Abgründen lässt kaum Raum für Ruhe. Man fragt sich ständig, was als Nächstes kommt, welche Regeln gelten und wer eigentlich das Sagen hat. Dabei geht es nicht nur um Horror oder Thriller, sondern auch um Macht, Kontrolle und Identität. Wer bin ich, wenn ich das Leben einer anderen Person lebe? Wo beginnt die Fassade und wo endet das eigene Ich?
Für Leser, die realistische oder emotional zugängliche Geschichten suchen, ist das Buch sicher nicht leicht zu verdauen. Die Figuren sind komplex, aber oft distanziert, und die drastischen Wendungen können irritieren. Wer aber Lust hat, sich auf eine provokative, intensive Geschichte einzulassen, die die Oberflächlichkeit und den Druck einer glamourösen Welt bis zum Extrem treibt, findet hier viel Stoff zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Das Unheil wohnt nebenan

Local Woman Missing – Du wirst sie nicht finden
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Ein ruhiges Vorstadtviertel, in dem jeder jeden kennt – zumindest glaubt man das – und plötzlich verschwindet eine Frau, zusammen mit ihrem kleinen Mädchen. Elf Jahre später kommt genau dieses Mädchen ...

Ein ruhiges Vorstadtviertel, in dem jeder jeden kennt – zumindest glaubt man das – und plötzlich verschwindet eine Frau, zusammen mit ihrem kleinen Mädchen. Elf Jahre später kommt genau dieses Mädchen wieder zurück, aber nichts mehr ist so wie es einmal war. Allein diese Ausgangslage wirkt so beklemmend und gleichzeitig faszinierend, dass ich unbedingt wissen wollte, was damals wirklich passiert ist.
Was mir direkt aufgefallen ist: Die Atmosphäre wirkt unglaublich dicht. Hinter den gepflegten Häusern tun sich plötzlich Risse auf, kleine Lügen, unausgesprochene Wahrheiten, merkwürdige Nachbarschaftsdynamiken. Und genau so sollen Thriller für mich sein, nicht übertrieben oder überladen, sondern eher dieses Gefühl, dass in jeder Ecke etwas nicht stimmt, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist die weitere Fragen aufwirft.
Die wechselnden Perspektiven haben das Ganze noch intensiver gemacht. Man merkt bei jeder Figur, dass sie etwas mit sich herumträgt, und mit jedem Kapitel rückt man dem Kern des Ganzen ein kleines Stück näher, ohne dass alles sofort klar auf dem Tisch liegt. Gerade Delilahs Kapitel haben mich bewegt, weil man spürt, wie viel sie erlebt hat, ohne dass es ausgeschlachtet wird. Es sind nur kleine Einblicke, aber sie haben so viel Aussagekraft, dass es fast weh tut.
Was das Ende angeht: Es ist chaotisch, aber ich finde, das passt irgendwie. Diese Geschichte ist von Anfang an nicht sauber sortiert und gerade das gibt dem Schluss eine gewisse Echtheit. Nicht alles lässt sich glattbügeln, und das macht die Auflösung glaubwürdig.
Für mich ist Local Woman Missing ein Thriller, der weit über seine Spannung funktioniert. Nichts Übertriebenes, nichts Effekthaschendes, sondern eine schleichende Unruhe, die sich langsam ausbreitet. Genau dadurch bleibt die Geschichte im Kopf und man denkt länger darüber nach, wie wenig man manchmal über Menschen weiß, die direkt neben einem leben.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Wichtig und Ehrlich

Zuhause ist vorübergehend geschlossen
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Für mich ein absolutes Lesehighlight und Herzensbuch!
Da ich selber jahrelang in der Pflege tätig war, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ein Buch über Pflegenotstand und den ganzen Wahnsinn ...

Für mich ein absolutes Lesehighlight und Herzensbuch!
Da ich selber jahrelang in der Pflege tätig war, hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass ein Buch über Pflegenotstand und den ganzen Wahnsinn rund um Überlastung, Verantwortung und familiäre Umbrüche sich so leichtfüßig lesen kann. Zuhause ist vorübergehend geschlossen schafft genau das: Es nimmt ein wirklich schweres, schmerzhaft reales Thema und verpackt es mit so viel Humor und Leichtigkeit, dass man immer wieder grinst, obwohl einem das Herz gleichzeitig ein bisschen schwer wird. Denn sehr schnell merkt man, wie nah die Geschichte an der Realität liegt. Viele Menschen würden nicht einfach selbstlos helfen und genau das zeigt das Buch auch. Es tut ein bisschen weh zu sehen, wie wenig selbstverständlich Zusammenhalt manchmal ist, gerade dann, wenn man ihn am nötigsten hätte.
Was mich aber richtig abgeholt hat, war der Schreibstil. Er sprüht vor Witz und Charme, ohne die Ernsthaftigkeit des Themas zu verlieren. Das macht das Lesen unglaublich angenehm. Man rutscht von Seite zu Seite und merkt erst am Ende, wie viel man eigentlich mitgenommen hat.
Die Geschichte zeigt nicht nur, wie sich das Leben einer Familie komplett verschiebt, wenn eine Notsituation entsteht. Sie zeigt auch, wie sich Gedanken verändern, wie man plötzlich Prioritäten neu sortiert, und wie man sich selbst und die Menschen um einen herum anders sieht. Es geht nicht nur darum, wie man für ältere Menschen sorgen kann, sondern auch darum, wer diese Menschen eigentlich sind. Was sie geprägt hat. Welche Identität sie haben und vor allem welche davon im Alltag manchmal untergeht.
Dazwischen gibt es familiären Trubel, warmherzige Begegnungen, kleine menschliche Abgründe und Momente, die gleichzeitig nachdenklich machen und trotzdem irgendwie ein warmes Gefühl hinterlassen. Das Buch moralisiert nicht, es zeigt einfach. Und gerade dadurch wirkt es so ehrlich. Für mich war es eine Geschichte, die mich gleichzeitig zum Lachen, zum Nachdenken und zum Weiterfühlen gebracht hat. Und ich bin mit neuen Perspektiven, einem warmen Herzen und einer guten Portion Hoffnung aus ihr herausgegangen.

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