Cover-Bild Das Geflecht
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kellner Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 31.05.2024
  • ISBN: 9783956514647
Michael Broemmel

Das Geflecht

Ein Bremerhavener Kriminalroman
Kriminalhauptkommissar Oliver Schweers will weg aus Bonn. Seine heimliche Liebe hat sich für jemand anderen entschieden. Die Probleme mit seinem ewig besoffenen, rechtsnationalen Vater machen das Maß voll. Er bewirbt sich auf eine freie Stelle in Bremerhaven, einer bis dahin für ihn unbekannten Stadt.

An seinem ersten Arbeitstag wird er zu einer Wasserleiche gerufen, dem Miteigentümer eines Spielkasinos. Der Hauptverdächtige, der ins Visier der Polizei gerät, ist Beamter beim Zoll und gewinnt ungewöhnlich oft im Kasino des Opfers. Im Laufe der Ermittlungen taucht ein Geistlicher auf, der mit seiner Familie gerade nach Bremerhaven gezogen ist und dort die Stelle des Seelsorgers an der Seemannsmission übernommen hat. Es gibt Anzeichen dafür, dass der Pastor den Hauptverdächtigen schon länger kennt. Beide scheinen durch ein Vorkommnis in der Vergangenheit miteinander verbunden zu sein.

Der Fall gewinnt an Dynamik, als an einem Samstag eine weitere Leiche gefunden wird. Durchsuchungen von Wohnung und Büro der Toten liefern Hinweise, die eine Verbindung zwischen den beiden Mordfällen wahrscheinlich machen.
Der erste Fall von Hauptkommissar Schweers in Bremerhaven, einer Stadt, die ihm bald sympathisch wird.

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich bei Dr_M in einem Regal.
  • Dr_M hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.11.2025

Schwache Dramaturgie und viel Sendungsbewusstsein

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Bei diesem Krimi kann man schon nach zwei Seiten erahnen, dass sein Spannungsbogen sehr flach werden wird. Man wird nämlich anfangs erst einmal belehrt. Die Abteilung "Betreutes Denken" gibt bekannt, dass ...

Bei diesem Krimi kann man schon nach zwei Seiten erahnen, dass sein Spannungsbogen sehr flach werden wird. Man wird nämlich anfangs erst einmal belehrt. Die Abteilung "Betreutes Denken" gibt bekannt, dass nicht jeder Pastor homosexuell sein muss und nicht jeder Homosexuelle ein Kinderschänder. Wieso glaubt der Autor eigentlich, dass man darauf nicht von selbst kommen kann?



Immerhin weiß man bereits, dass in diesem Buch ein homosexueller Pastor erscheinen wird, der auch noch ein Kinderschänder ist, ohne dass man auch nur eine Seite der Handlung gelesen hat. Der Klappentext offenbart dann auch noch eine übel aussehende Wasserleiche, die ein gerade aus dem Rheinland nach Bremerhaven versetzter Hauptkommissar am ersten Arbeitstag an der Wesermündung vorgesetzt bekommt. Damit sind fast alle Höhepunkte dieses Krimis aufgezählt, denn ein Spannungsbogen entwickelt sich nicht. Schnell wird dem Leser auch vermittelt, wer der Mörder ist. Irgendwie scheint der Autor den Grundkurs in Dramaturgie verpasst zu haben.



Einzig die Art und Weise, wie man den Bösewicht mit knallharter Polizeiarbeit enttarnt, bleibt noch zu klären. Doch wozu braucht man dann diesen Pastor? Den braucht man gar nicht, denn dieser Mensch erfüllt einen ganz anderen Zweck. Ihn benutzt der Autor lediglich zu einer fundamentalen Kirchenkritik, die er massiv in seinen "Kriminalroman" eingebaut hat, obwohl sie mit der eigentlichen Handlung nur beiläufig zu tun hat. Vieles an diesem Buch wirkt gekünstelt, amateurhaft und vordergründig.



Tatsächlich geht es nur um die korrupten Machenschaften eines Zöllners und um dessen Geldwäsche-Aktionen, die der Autor dem bildungshungrigen Leser mit einfachen Worten erläutert.



Die massive Kirchenkritik des Autors, die er am fehlenden Aufklärungswillen in Missbrauchsfällen festmacht, ist sicher völlig berechtigt. Es fällt halt nur auf, dass sie gar nicht zur eigentlichen Handlung gehört, dafür aber viel zu ausführlich ist und auch noch bis zum Kölner Kardinal Woelki reicht. Mit einem gut komponierten Kriminalroman hat das nichts mehr zu tun. Fehlende Spannung durch politisches Sendungsbewusstsein zu ersetzen, bleibt eine in diesem Genre ziemlich absurde Methode, selbst wenn die Botschaft berechtigt ist.

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