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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.01.2026

Über Ethik und Moral

Ruf der Leere
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„Ruf der Leere“ hat mir sehr gut gefallen. Der Protagonist beschäftigt sich als Student mit der Theorie von Moral und Ethik. So werden im Buch einige spannende Fragen aufgeworfen und diskutiert. Diese ...

„Ruf der Leere“ hat mir sehr gut gefallen. Der Protagonist beschäftigt sich als Student mit der Theorie von Moral und Ethik. So werden im Buch einige spannende Fragen aufgeworfen und diskutiert. Diese finden dann in der weiteren Handlung des Buches auch praktische Anwendung.

Es geht um Liebe, Eifersucht, Rache und eine Obsession, die eskaliert. Absolut spannend geschrieben und voller Charaktere, die bei genauerer Betrachtung ihre Geheimnisse und „Päckchen“ mit sich tragen.

Erzählt wird auf verschiedenen Zeitebenen. Wir beginnen mit dem Prolog im jetzt und dann springt das Buch immer wieder zu verschiedenen Zeitpunkten in den Monaten davor und dies auch aus der Sicht verschiedener Beteiligter. So entblättert sich nach und nach das Gesamtbild dessen, was passiert ist und ich für meinen Teil kann durchaus sagen, dass vieles unvorhersehbar war.

Der Autor versteht es einen erzählerisch zu packen und mit sich zu ziehen. Das Buch liest sich sehr flüssig und durch die vielen Zeit- und Perspektivwechsel möchte man dranbleiben und wissen wie es weiter geht.

Trotz vieler Kritik anderer Rezensenten war der Schluss für mich stimmig und verständlich. Ich gebe daher gerne eine Leseempfehlung ab.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Spannend und top recherchiert

Die Farbe des Bösen
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„Die Farbe des Bösen“ ist schon das zweite Buch der historischen Krimireihe rund um Richtertochter Johanna Ahrens und Criminalcommissar Hermann Rieker. Ich habe Teil 1 nicht gelesen. Sicherlich wäre es ...

„Die Farbe des Bösen“ ist schon das zweite Buch der historischen Krimireihe rund um Richtertochter Johanna Ahrens und Criminalcommissar Hermann Rieker. Ich habe Teil 1 nicht gelesen. Sicherlich wäre es schön gewesen, schon mehr über den Ermittler und seine unfreiwillige, neugierige Helferin zu wissen, aber der Fall ist in sich abgeschlossen und wunderbar auch so lesbar.

Situiert ist das Buch im Jahr 1887 in Hamburg und es ist unheimlich gut recherchiert. Der Autor versteht es hervorragend, einen in die Zeit mitzunehmen und mit überraschenden Fakten zu unterhalten. Im Zentrum der historischen Ereignisse stehen die gesellschaftlichen Strömungen zwischen reicher Oberschicht und Arbeiterschaft. Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen und die Bestrebungen der Menschen, diese zu verbessern, wurden sehr eindrücklich geschildert.

Dies wird auch durch die Protagonisten gestützt, denn während Rieker aus armen Verhältnissen kommt, wächst Johanna Ahrens verwöhnt und in den besten gesellschaftlichen Verhältnissen auf. Und auch, wenn sie teilweise etwas naiv bzw. unüberlegt handelt, ist sie doch eine mutige und sympathische Frau mit einem guten Herzen. Insgesamt haben mir die Charaktere gut gefallen, denn sie sind vielschichtig aufgebaut und schaffen es auch immer mal einen zu überraschen.

Ebenfalls sehr spannend ist die Kriminalistik des ausgehenden 20. Jahrhunderts und der Einblick in die Anfänge der Kriminaltechnik.

Insgesamt also ein gelungener Krimi, mit einem sehr spannenden und durchdachten Fall. Den ersten Teil werde ich auf jeden Fall noch nachholen und freue mich schon darauf, wenn es mit den beiden weiter geht, denn das Versprechen, hat das Buch am Ende gegeben.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Starke Neuinterpretation

Medea
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In Medea lesen wir die tragische und düstere Geschichte der gleichnamigen Frauengestalt aus der griechischen Mythologie. Die Hexe von Kolchis verhilf Jason zum goldenen Vlies und flieht an seiner Seite ...

In Medea lesen wir die tragische und düstere Geschichte der gleichnamigen Frauengestalt aus der griechischen Mythologie. Die Hexe von Kolchis verhilf Jason zum goldenen Vlies und flieht an seiner Seite aus ihrem Heimatkönigreich Kolchis. Dabei nutzt sie dunkle Magie, die ihr von nun an nicht mehr von der Seite weicht.

Die Autorin hält sich bei den wesentlichen Dingen an das Leben der Medea aus der Mythologie und ermöglicht es so, doch einiges darüber zu lernen. Dennoch gelingt es ihr hervorragend, moderne Themen auf sehr bewegende und eindrückliche Weise aufzugreifen. So geht es im Kern um feministische Themen wie die Befreiung aus häuslicher Gewalt und die Emanzipation aus einer toxischen von Abhängigkeit geprägten Ehe. Die Mechanismen von Bindung und Manipulation durch den Mann werden hier sehr deutlich sichtbar und es fällt leicht, diese auf die heutige Zeit zu übertragen.

Auch wenn Medeas Methoden natürlich extrem sind und von den dunklen Mächten gesteuert werden, lässt das Buch eine sehr intensive Auseinandersetzung mit ihrer Gedankenwelt zu und zeigt, wie Abhängigkeit und Unterdrückung ermöglicht werden.

Mich konnte das Buch sehr fesseln. Die Figur der Medea übt auf jeden Fall eine Faszination aus und die Geschichte bietet alles, was eine gelungene und spannende Lektüre braucht. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Die Magie der Musik

Magic Music, Band 1 - Der rätselhafte Rückwärtszauber
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Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meiner 9-jährigen Tochter gelesen und es hat uns beiden sehr gefallen.

Das Buch ist altersgerecht geschrieben und auch gestaltet, mit etwas größerer Schrift und süßen ...

Ich habe dieses Buch gemeinsam mit meiner 9-jährigen Tochter gelesen und es hat uns beiden sehr gefallen.

Das Buch ist altersgerecht geschrieben und auch gestaltet, mit etwas größerer Schrift und süßen Illustrationen in schwarz-weiß. Dies hat meine Tochter etwas bedauert, aber ich denke auch das ist dem Lesealter entsprechend angemessen und führt langsam hin zu Büchern ohne Illustrationen im Text.

Die Charaktere sind ganz bezaubernd, es ist eine schöne, abenteuerliche Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Die Prise Magie, die durch das kleine irische Städtchen weht, hat der Geschichte ihren besonderen Charme und Humor verliehen.

Besonders hat uns die Bedeutung der Musik gefallen, die hier in den verschiedensten Situationen und Ausprägungen eine Rolle spielt. Wie Musik verbindet und eine gemeinsame Sprache der Freude und Liebe sein kann, wurde sehr schön aufgezeigt.

Wir freuen uns jetzt schon sehr auf Band 2. Meine Tochter, weil ihr die Geschichte so super gut gefallen hat. Und ich, weil meine lesefaule Tochter, die lieber vorgelesen bekommt, hier ganz viel selbst gelesen hat … und das aus eigenem Antrieb.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Schonungslos

Adama
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In Adama erzählt Lavie Tidhar die Geschichte einer jüdischen Familie. Es ist eine Geschichte voller Gewalt, Schmerz und Entbehrungen - angesiedelt zur Zeit der Unabhängigkeitskämpfe und der Gründung Israels. ...

In Adama erzählt Lavie Tidhar die Geschichte einer jüdischen Familie. Es ist eine Geschichte voller Gewalt, Schmerz und Entbehrungen - angesiedelt zur Zeit der Unabhängigkeitskämpfe und der Gründung Israels. Beladen mit dem Trauma der Judenverfolgung unter Hitler ist es unter anderem der Versuch einer der Protagonistinnen, ein neues, freies Leben in einem Kibbuz aufzubauen.

Es handelt sich aus meiner Sicht eher um einen Generationenroman als um einen klassischen Thriller - auch wenn einem Gewalt und Tod auf jeder Seite begegnen. Erzählt wird in kurzen Sätzen sehr schonungslos direkt, dabei kühl und distanziert. Das muss man sicherlich mögen, aber aus meiner Sicht passt es sehr gut zur Handlung des Buches. Kaum einer der Charaktere wächst einem wirklich ans Herz, denn jeder hat seine Leichen im Keller. Die Distanziertheit der Erzählung verdeutlicht den Teufelskreis aus Gewalt und die Rechtfertigung derselben sehr eindrücklich.

Es ist ein Buch, das moralische Fragen aufwirft und erschüttert. Sicherlich keine leichte Kost, aber wert gelesen zu werden.

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