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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.12.2025

Magisches Menü im winterlichen Hamburg

Winterglück im kleinen Gourmetladen
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Die Geschichte führt uns ins vorweihnachtliche Hamburg, wo die junge Irma einen kleinen Delikatessenladen betreibt, Treffpunkt für die Nachbarn aus nah und fern. Insbesondere Marktschreier Paul hat mehr ...

Die Geschichte führt uns ins vorweihnachtliche Hamburg, wo die junge Irma einen kleinen Delikatessenladen betreibt, Treffpunkt für die Nachbarn aus nah und fern. Insbesondere Marktschreier Paul hat mehr als nur ein Auge auf Irma geworfen, die ihrerseits sich aber in den Literaturprofessor Fred verguckt hat. Da kommt ihr ein altes Liebesrezept ihrer Tante gerade recht, sie lädt Fred zum magischen Essen zu sich ein. Irgendetwas muss aber bei dem Zauber schiefgelaufen sein...

Eine schöne Geschichte zur Vorweihnachtszeit, bei dem man sich ins verschneite Hamburg träumen kann und gedanklich all die kleinen Häppchen aus Irmas Laden geniessen möchte. Gerade die Nebencharaktere haben die Geschichte für mich sehr bereichert, die Szenen mit dem Liebesessen fand ich allerdings recht überzogen und hätte ich hier nicht gebraucht.

Dennoch ein unterhaltsamer kleiner Roman für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 24.11.2025

Musikalische Familiengeschichte

Großmutters Geheimnis
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Wir lesen eine auf wahren Begebenheiten der Familie des Autoren basierende Geschichte von Großmutter Ruth, Tochter Lillian und Enkel Alexander. Ruth lebt mittlerweile in einem Altenheim in den USA, hat ...

Wir lesen eine auf wahren Begebenheiten der Familie des Autoren basierende Geschichte von Großmutter Ruth, Tochter Lillian und Enkel Alexander. Ruth lebt mittlerweile in einem Altenheim in den USA, hat seit langem keinen Kontakt zur ihrer Tochter mehr und den mittlerweile über 30 Jahre alten Enkel noch nie gesehen. Als Vermächtnis für Alexander bespricht die betagte jüdische alte Dame diverse Kasetten mit ihrer Lebensgeschichte, die sich hauptsächlich auf die Zeit im zweiten Weltkrieg und ihren Aufenthalt im KZ Theresienstadt bezieht. Diese Kasetten findet Alexander zufällig beim Aufräumen auf dem Speicher seiner Mutter. Alexander selbst versucht gerade zusammen mit seiner Lebensgefährtin durch deren künstliche Befruchtung Eltern eines Babys zu werden.

Von Thema her hätte die Geschichte für mich Potential gehabt: Schwierige Eltern-Kind-Konstellationen über alle Generationen hinweg sowie die offenbar vererbte große Liebe zur Musik, die alle drei verbindet. Jedoch waren mir die Ausführungen gerade zur Musik viel zu langatmig, so dass ich diese Pasagen oft nur quergelesen habe. Auch der Kinderwunsch des jungen Paares nahm für mich einen zu großen Raum ein, wiederholte sich ständig. Zu keiner Figur, auch der alten Dame, konnte ich näheren Zugang erlangen, alle sind mir irgendwie fremd geblieben.

Das Ende war für mich überraschend, hat mir hier in dem Zusammenhang jedoch wieder gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.07.2025

Glück im Spiel

6 aus 49
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Wir lesen die Geschichte von Lina, Baujahr 1911, geboren an einem 13. Diese Zahl hat wohl auch ihre lebenslange Affinität zum Lottospielen geprägt, Lina hat immer an ihr Glück geglaubt, war es ihr in der ...

Wir lesen die Geschichte von Lina, Baujahr 1911, geboren an einem 13. Diese Zahl hat wohl auch ihre lebenslange Affinität zum Lottospielen geprägt, Lina hat immer an ihr Glück geglaubt, war es ihr in der Liebe dagegen weniger beschert. Trotz des Titels steht hier jedoch das Glücksspiel keinesfalls im Vordergrund, sondern eher das beschwerliche Leben von Lina, erzählt aus der Perspektive ihrer Enkelin. Lina, die als junges Mädchen schon als Aushilfe in einem Restaurant ihr Geld verdienen musste und sich stets und ständig weiter hochgearbeitet hat, es am Ende zur stolzen Hotelbetreiberin gebracht hat, Innovationen immer aufgeschlossen, begeleitet von ihrer treuen Freundin Maria, die bis zum Ende an ihrer Seite war.
Die große Leistung dieses Romans ist für mich der kurze, prägnante Schreibstil, einfach und zielgerichtet, genau passend zu Linas Leben. Da hat für mich die Autorin ein sehr gutes Händchen bewiesen. Die einzelnen Episoden aus Linas Leben waren mir allerdings etwas zu sprunghaft, schienen zunächst etwas zusammenhanglos, um später dann doch mal wieder den roten Faden aufzunehmen. Dadurch konnte ich auch zu den Figuren keine große Nähe aufbauen.
Die Geschichte an sich war für mich aber, auch wegen der geringen Seitenzahl, recht flott lesbar, daher gut gemeinte 3 Sterne für ein sprachlich gekonntes Buch!

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Drei Generationen

Die Summe unserer Teile
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Wir lernen in diesem Roman die Geschichte dreier Frauen kennen: Großmutter, Tochter und Enkelin, alle drei Wissenschaftlerinnen, alle drei etwas speziell in ihren Beziehungen. Über mehrere Zeit- und Handlungsebenen ...

Wir lernen in diesem Roman die Geschichte dreier Frauen kennen: Großmutter, Tochter und Enkelin, alle drei Wissenschaftlerinnen, alle drei etwas speziell in ihren Beziehungen. Über mehrere Zeit- und Handlungsebenen erfahren wir nach und nach ihre persönlichen als auch familiären Hintergründe, die sich mir als Leserin bis zum Schluss des Buches jedoch nicht vollkommen erschließen konnten. Die teilweise Sprachosigkeit der Generationen untereinander macht einen als Leser selbst oft sprachlos, am interessanteseten fand ich hier noch die Geschichte der Großmutter, die sich dereinst von Polen in den Libanon durchgeschlagen hat, um dorthin vor den Folgen eines Kriegs in Europa zu flüchten und ihrem Beruf, ihrer Berufung, nachzugehen. Der Beruf scheint auch bei allen Frauen den Mittelpunkt ihres Lebens zu bilden. Es gibt Annäherungen, dann doch wieder Entfremdung, so fremd, wie die Generationen untereinander, sind mir zum Teil dann auch die Charaktere geblieben. Wenn ich das Grundthema auch durchaus spannend fand, wäre hier m.E. mehr drin gewesen, so erscheint mir die Geschichte aber insgesamt nicht so richtig zu Ende erzählt.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Brotlose Kunst?

Wut und Liebe
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Nachdem ich "Melody" von Martin Suter quasi verschlungen habe, weil mich sowohl Stil als auch Geschichte absolut begeisterten, habe ich gespannt auf das neue Werk des Autoren gewartet.
Noah und Camilla ...

Nachdem ich "Melody" von Martin Suter quasi verschlungen habe, weil mich sowohl Stil als auch Geschichte absolut begeisterten, habe ich gespannt auf das neue Werk des Autoren gewartet.
Noah und Camilla sind ein junges und glückliches Paar. Eigentlich. Denn eigentlich hat Camilla keine Lust, Noah, den erfolglosen Künstler, finanziell zu unterstützen. Eigentlich sucht sie sich da lieber einen Freund mit mehr Geld. Da kommt Noah ein zwielichtiges Angebot der reichen Witwe Betty gerade recht, die ihm einen hohen Geldbetrag verspricht, wenn er ihren Itimfeind vernichtet, egal ob lebend oder tot.
Martin Suter hat das Buch in gewohnt sprachlich ausgeklügeltem Stil geschrieben, ich habe es in einem Rutsch gelesen. Allerdings konnte ich zu allen drei Protagonisten zu keinem Zeitpunkt eine nähere Beziehung aufbauen. Auch wenn in der Geschichte zwischendurch durchaus Spannung aufkam, ich nicht wusste, wie sie letztlich enden sollte und mich am Schluss eine unerwartete Wendung überraschte, plätscherte die Handlung trotz der wenigen Seiten zu sehr vor sich hin, ich hatte für mich sogar den Eindruck, einen Teil der Auflösung "technisch" gar nicht richtig verstanden zu haben, aber das liegt wohl eher an mir als an den Erklärungen.
Diesmal leider nicht so ganz meins, eingefleischte Suter-Fans werden dennoch begeistert sein.

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