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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2025

Tolle Neuinterpretation

Medea
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"Medea" ist die Hexe von Kolchis und diese Geschichte wurde neu erzählt von Rosie Hewlett. Wenn man sich mit der griechischen Mythologie schon etwas befasst hat, kennt man die Sagen um Jason und das goldene ...

"Medea" ist die Hexe von Kolchis und diese Geschichte wurde neu erzählt von Rosie Hewlett. Wenn man sich mit der griechischen Mythologie schon etwas befasst hat, kennt man die Sagen um Jason und das goldene Vlies, die Argonauten, Medea und Circe. Hier trifft man diese Namen alle wieder, aber es wird aus weiblicher Sicht erzählt, aus der Sicht der Hexe, nicht de Helden. Und diese Sichtweise geht unter die Haut.
Die Geschichte ist spannend, auch wenn man die ursprünglichen Erzählungen im Kopf hat, ist man doch gespannt, wie es endet hier. Die Charaktere werden gut vorgestellt die und Handlungen sind meistens nachvollziehbar.
Hier geht es hauptsächlich um Medea, die als Kind und junges Mädchen fatalen, patriarchalen Machtstrukturen ausgesetzt ist, unter denen sie sehr leidet. Auch von den Frauen der Familie bekommt sie keine Hilfe. Circe, die sich ihrer annimmt, wird dann von ihr ferngehalten.
Und so ist Medea zutiefst verunsichert und trägt doch mächtige Kräfte in sich.
Mir hat gut gefallen, dass eine negativ besetzte Figur hier im Mittelpunkt steht und wir sie und ihre Handlungen begleiten. Man kann sie verstehen, warum sie was tut, auch wenn man ihr anderes gerne raten würde. Mir hat dieses Buch sehr gefallen, gerade weil man begreift, dass man oft auch auf andere Sichtweisen achten sollte.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Wunderbar gestaltet

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge
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"Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge" von Malte Zierden ist der zweite Teil einer Reihe für Kinder und ein wundervolles Buch. Absolut genial und gelungen sind die Illustrationen von Amia von Arenberg. ...

"Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge" von Malte Zierden ist der zweite Teil einer Reihe für Kinder und ein wundervolles Buch. Absolut genial und gelungen sind die Illustrationen von Amia von Arenberg. Diese sind farbig, ganzseitig und jede Seite bietet so viel zu entdecken. Auch als Erwachsene ist man hier am staunen, suchen, erkunden und doch immer wider wunderschöne Details zu finden.
Der beste Freund von Malte ist Oßkar, eine Taube, die bei ihm wohnt. Als Malte ihn versehentlich verletzt, bekommt er Angst um seinen Freund, sieht die Endlichkeit des Lebens und findet Trost.
Bei seiner Freundin Pia reist er in eine Art Zauberland, wo Erinnerungen leben, verstorbene Haustiere ihre Welt haben und auch der Trost zu Hause ist.
Ich finde diese Themen wichtig und sie sind kindgerecht aufgearbeitet.
Gerade der Verlust eines geliebten Tieres kann jeden treffen und dann wächst der Kummer sehr groß und schwarz. Das darf er auch, aver man muss Trost suchen können und auch finden. Das ist hier sehr gut aufbereitet.
Ich bin mir nicht sicher, ob mir hier das erste Buch beim Lesen etwas fehlte, ich werde es nachholen.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Genialer Aufbau

Himmelerdenblau
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"Himmelerdenblau" von Romy Hausmann ist nicht der erste Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe. Und doch hat es gerade dieser wieder geschafft, mich absolut zu überraschen und gut zu unterhalten.
Im ...

"Himmelerdenblau" von Romy Hausmann ist nicht der erste Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe. Und doch hat es gerade dieser wieder geschafft, mich absolut zu überraschen und gut zu unterhalten.
Im Mittelpunkt steht hier Theo, eine Figur, die mich sehr beeindruckt hat. Theo sucht seine Tochter, seit 20 Jahren. Nun ist er alt und die Demenz droht ihn ganz zu verschlingen. Gerade diese Krankheit wird hier gut dargestellt, mit ihren Höhen und Tiefen, sie wird auch als ernste Erkrankung dargestellt und sorgt trotzdem ab und an für heitere Momente. Das ist aber sehr einfühlsam gemacht.
Ein Podcasterin, Liv, rollt den Fall wieder auf, sie hat wohl neue Aspekte gefunden und will ihn nach der langen Zeit endlich aufklären.
Theos andere Tochter möchte ihren Vater schützen und will nicht in der Vergangenheit wühlen. Alles ist hier gut begründet, man kann alle Figuren und ihre Beweggründe verstehen und nachvollziehen.
Ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen, nicht mal wegen des Falles, sondern wegen Theo. Die Art, wie seine Erkrankung und seine Gedanken und Gefühle beschrieben wurden, waren sehr einfühlsam und haben mich voll mitgenommen.
Mit dem Twist am Ende habe ich so überhaupt nicht gerechnet, das war absolut klasse gemacht. Ein Thriller, den ich wirklich jedem empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Ein kluges Wende-Porträt

Adlergestell
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Laura Laabs' "Adlergestell" fängt den Zeitgeist des Umbruchs in der ehemaligen DDR meisterhaft ein. Anhand der Schicksale von drei Mädchen – Lenka, Chaline und der namenlosen Erzählerin – entfaltet der ...

Laura Laabs' "Adlergestell" fängt den Zeitgeist des Umbruchs in der ehemaligen DDR meisterhaft ein. Anhand der Schicksale von drei Mädchen – Lenka, Chaline und der namenlosen Erzählerin – entfaltet der Roman ein intelligentes und sehr menschliches Gesellschaftsporträt.

Die Geschichte beginnt in ihrem ersten Schuljahr in einer Eigenheimsiedlung nahe der Berliner Ausfallstraße Adlergestell zur Zeit der Wende. Die unterschiedlichen häuslichen Milieus, das politische Klima, die kollektiven Ängste und die Wut der Erwachsenen sind präzise und unaufgeregt beschrieben.

Erzählt wird in kurzen Kapiteln aus verschiedenen Perspektiven (Kinder, Lehrer, Eltern, Nachbarn). Satirische Rückblicke auf die Werbung und Meldungen dieser Zeit betonen den Einzug des Kapitalismus. Das Buch stellt die Mädchen in den Mittelpunkt, die sich im Aufbruch zwischen den Zeiten nirgends richtig zugehörig fühlen. Ihre Gedanken und Gefühle wirken authentisch und werden beschrieben, nicht bewertet. Ein absolut lesenswertes Buch, das die Unsicherheit und den Neubeginn dieser Ära für jede Generation spürbar macht.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

Super illustriert

Perla und der Pirat 2
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"Perla und der Pirat" von Isabel Allende ist schon der zweite Band einer Kinderbuch-Reihe. Uns war der erste unbekannt, das macht hier gar nicht, die Geschichte ist verständlich und in sich abgeschlossen.
Die ...

"Perla und der Pirat" von Isabel Allende ist schon der zweite Band einer Kinderbuch-Reihe. Uns war der erste unbekannt, das macht hier gar nicht, die Geschichte ist verständlich und in sich abgeschlossen.
Die Autorin war mir bisher auch nur für ihre Erwachsenen-Literatur bekannt.
Als erstes fallen hier die wunderschönen Illustrationen von Sandy Rodríguez ins Auge, sie sind farbenfroh, großformatig und absolut passend zum Text.
So gibt es begleitend beim vorlesen immer ganz viel anzuschauen, Kleinigkeiten und Details zu entdecken, auf jeder Seite.
Perla ist ein kleiner Hund und Nico sein bester Freund. Der Pirat spielt in einer Band und ist neu in der Nachbarschaft.
Als Nico sich auf dem Schulweg verläuft, verbündet Perla sich mit dem Piraten und sie machen sich auf die Suche.
Eine wunderbare Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und Vorurteile.

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