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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2025

Wunderbar

Lebensbande
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Mechthild Borrmann hat mal wieder einen wunderbarer Roman geschrieben, der auf die gute Art anders ist, sich abhebt von anderen Büchern. Ich empfehle allerdings, den Klappentext direkt vor der Lektüre ...

Mechthild Borrmann hat mal wieder einen wunderbarer Roman geschrieben, der auf die gute Art anders ist, sich abhebt von anderen Büchern. Ich empfehle allerdings, den Klappentext direkt vor der Lektüre nicht (noch einmal) zu lesen, denn dann erhält man meines Erachtens einen falschen Eindruck. Einfach auf das Buch einlassen und die Fragen werden alle beantwortet.
Kühlungsborn kurz nach der Wende, dann 1993, eine Frau berichtet von ihrem Leben in einem kleinen, heruntergekommenen Haus. Ihr Mann Gustav ist verstorben, aber sie hat einen Hund an ihrer Seite und mit Trude eine gute Freundin. Dann kommt ein Brief und sie wird in die Vergangenheit katapultiert und schreibt diese auf. Wir erfahren von ihrem Leben, beginnend in der NS-Zeit.
Eine zweite Perspektive spielt nur in der Vergangenheit und berichtet von Lene, die auf einem Bauernhof aufwächst, sich verliebt, diese Liebe aber nicht möglich ist. Lange fragt man sich, wo denn die Verbindung besteht, aber sie kommt noch.
Das Leben wird eher episodenhaft erzählt, aber in einer solchen Eindringlichkeit. Obwohl das Buch nicht lang ist, ist die Geschichte dennoch sehr lang - und hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ein unglaublicher Schreibstil und ein Gefühl für gute Geschichten - ich lese immer wieder gerne Bücher von Mechthild Borrmann.

Veröffentlicht am 25.11.2025

Breit gefächertes unnützes Wissen

DUMONTs Unnützes Reisewissen Frankreich
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Ich habe bereits in Frankreich gelebt und reise immer wieder gerne in das Land. Ja, ich kannte einiges, was hier aufgeführt wird, aber das ist gar nicht schlimm, denn so habe ich mich wieder erinnert. ...

Ich habe bereits in Frankreich gelebt und reise immer wieder gerne in das Land. Ja, ich kannte einiges, was hier aufgeführt wird, aber das ist gar nicht schlimm, denn so habe ich mich wieder erinnert. Aber ich wusste längst nicht alles. Mein Highlight ist definitiv, dass Neurochirurgen an der Uni Düsseldorf eine Studie durchgeführt haben zu Schädel-Hirn-Traumata in den Asterix-Büchern. Aber auch der kuriose Fakt, dass es in Frankreich einen Ort gibt, dessen Name zu lang für den Personalausweis ist und welche Probleme sich daraus ergeben sowie welche findigen Alternativen der Ortsbezeichnung es gibt - dieses Problem wird allerdings bald behoben werden. Das Problem haben die Bewohner aus Y jedenfalls nicht - ja, so heißt ein Ort in Frankreich.
Mal eine Seite, mal zwei oder drei Seiten lang, manchmal mit Querverweisen, tollen Illustrationen und immer unterhaltsam und erstaunlich. Einmal angefangen konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Unnützes Wissen, das im Gedächtnis bleibt.

Veröffentlicht am 21.11.2025

Nach dem Großen Krieg

Die wilden Jahre
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1919, der erste Weltkrieg ist zwar zu Ende, aber es herrscht weiter Not und die Menschen müssen sich auf neue Bedingungen einlassen: Das Rheinland ist von Belgiern besetzt, Düsseldorf liegt in der freien ...

1919, der erste Weltkrieg ist zwar zu Ende, aber es herrscht weiter Not und die Menschen müssen sich auf neue Bedingungen einlassen: Das Rheinland ist von Belgiern besetzt, Düsseldorf liegt in der freien Zone, der Rhein bildet die Grenze. Thora, Viktoria, macht eine Ausbildung am Düsseldorfer Schauspielhaus und das ist genau das, was sie machen möchte. Ihr Bruder Hannes hatte sich freiwillig als Soldat im Großen Krieg (Erster Weltkrieg) gemeldet, weil er lieber Architekt statt in der Fabrik des Vaters anfangen wollte. Er wurde zwar nur leicht verletzt, aber dennoch ist Hannes nicht mehr derselbe wie vor dem Krieg. Er hat Thora einen Brief geschrieben, dass er etwas mit ihr besprechen möchte, doch als sie es endlich mit dem Fahrrad in das besetzte Gladbach schafft, muss sie erfahren, dass ihr Bruder in Düsseldorf im Gefängnis sitzt. Angeblich soll er einen Mord begangen haben, aber das kann Thora sich nicht vorstellen und versucht alles, um die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Dabei bekommt sie Hilfe von einer Journalistin...
Ich liebe die Romane von Susanne Goga; auch dieser ist wieder sehr gut und unterhaltsam geschrieben, kein spannender Krimi, dafür ein guter Gesellschaftsroman. Die neue Weimarer Republik versucht sich zu behaupten, aber Spartakisten wollen eine Räterepublik errichten, es kommt zu Auseinandersetzungen, die Besatzungsmacht kontrolliert alles, aber auf der anderen Seite ist da das Schauspielhaus. Mit Gustav Gründgens, Louise Dumont und Gustav Lindemann erhalten bekannte historische Persönlichkeiten eine Rolle.
Sehr gut recherchiert und eine perfekte Balance zwischen historischem Kontext und Romangeschehen. Die Charaktere sind alle sehr gut und differenziert ausgearbeitet.

Veröffentlicht am 19.11.2025

Familienstreitigkeiten

Mord im Planetarium
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Zum ersten Mal gibt es ein Planetarium in Österreich, vorher gab es diese Attraktion nur in Deutschland.
Ernestine hat es geschafft, vier Karten für eine exklusive Vorstellung inklusive Buffet zu erhalten. ...

Zum ersten Mal gibt es ein Planetarium in Österreich, vorher gab es diese Attraktion nur in Deutschland.
Ernestine hat es geschafft, vier Karten für eine exklusive Vorstellung inklusive Buffet zu erhalten. Dabei hatten sich Anton, Ernst und Heide vor allem auf einen ruhigen Tag gefreut. Vor allem Heide und Anton sind permanent übermüdet, weil der kleine Juli(an) sie nachts nicht schlafen lässt. Und so kommt es, dass beide während der Vorstellung schlafen - und dann neben einem Toten aufwachen.
Schon vorher gab es Streit bei den Mitgliedern der Stofffabrikantenfamilie Faber, bei den Zwillingen kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung. Aber Ernst lässt sich nicht täuschen und den Toten in die Gerichtsmedizin bringen. Er ist überzeugt, dass es sich um Mord handelt und beginnt mit den Ermittlungen.
Aber ganz Wien ist wegen des Schattendorfprozesses in Aufregung - was das war, das erfährt man auch im Buch.
Das Buch kann man gut ohne Vorkenntnisse der anderen Bände lesen, aber natürlich ist es schöner, wenn man die handelnden Personen schon kennt.
Beate Maly hat wieder einen gut recherchierten historischen Kriminalroman geschrieben und geschickt Fiktion und historische Hintergründe miteinander verbunden und einen unterhaltsamen Roman verfasst.

Veröffentlicht am 13.11.2025

Im Baskenland

Wolfstal
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Ich freue mich immer, wenn ein neuer Band aus der Luc-Verlain-Reihe erscheint. Dieses Mal finden die Ermittlungen und der Fall nicht in der Nähe von Bordeaux, sondern in der Gegend von Espelette, im Baskenland, ...

Ich freue mich immer, wenn ein neuer Band aus der Luc-Verlain-Reihe erscheint. Dieses Mal finden die Ermittlungen und der Fall nicht in der Nähe von Bordeaux, sondern in der Gegend von Espelette, im Baskenland, statt. Espelette, bekannt für sein Paprikagewürz und der Ort liegt auf einer der Pilgerrouten nach Santiago de Compostela.
Schäfer Jacques mag die Pilger nicht, er ist lieber bei seinen Schafen und in der Natur, hat sogar einen Wolf gefüttert. Für diese Aktion hat er sich jedoch den Ärger der Dorfbewohner auf sich gezogen, denn der Wolf hat viele Tiere gerissen. Und dann ist Jacques tot, ermordet. Wer war es und weshalb?
Deshalb bittet Lucs ehemaliger Kollege Commissaire Etxeberra, der zurück ins Baskenland gegangen ist, ihn um Amtshilfe. Da in Bordeaux gerade nicht viel passiert, macht Luc das gerne.
Auch in diesem Fall geht es wieder viel um das Essen, die geographischen Besonderheiten, die Kultur - den Teil mag ich immer sehr gerne.
Die Auflösung hat mir gut gefallen und lässt keine offenen Fragen. Am Ende gibt es schon die Andeutungen für den nächsten Fall.
Frank Arnold gehört zu meinen liebsten Hörbuchsprechern und überzeugt auch dieses Mal und macht das Hören zum Genuss.