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Veröffentlicht am 20.02.2026

Starke Protagonisten, wenn auch etwas Blass

Vex
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Eigene Meinung
Bei Reado habe ich das erste Mal von diesem Buch gehört. Und es hat mich sofort angesprochen, weswegen es ebenfalls sofort auf meiner Wunschliste wanderte. Nun habe ich es auch endlich gelesen ...

Eigene Meinung
Bei Reado habe ich das erste Mal von diesem Buch gehört. Und es hat mich sofort angesprochen, weswegen es ebenfalls sofort auf meiner Wunschliste wanderte. Nun habe ich es auch endlich gelesen und hier erzähle ich euch, wie ich “Vex – Reiz mich nicht” fand …

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der Protagonisten Harper und Will erzählt. Die Kapitel sind sehr kurz, was das schnelle Voranschreiten enorm erleichtert – oder auch das „mal eben noch ein Kapitel einschieben“. Der Schreibstil ist flüssig, sarkastisch und natürlich spicy. Gerade Letzteres empfand ich allerdings gar nicht als übermäßig intensiv. Klar gibt es einige Szenen, in denen sich Blümchen und Bienen näherkommen – wobei das stellenweise eher an Hornisse und Venusfliegenfalle erinnert – aber ich habe definitiv schon Härteres gelesen. Das im Dark Romance Kontext ist auch immer schwierig, aber ich versuche mein 12-Jähriges Ich, ein bisschen zu zügeln.

Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Ich lerne Harper und Will kennen und merke schnell, dass sich beide nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Beide wirken dominant und selbstbewusst. Harper mochte ich vor allem wegen ihrer sarkastischen, frechen Art sehr gern. Will hingegen ist für mich stellenweise fast schon ein bisschen zu stereotypisch als Dark-Romance-Boyfriend angelegt. Vielleicht habe ich mich an taffen weiblichen Hauptfiguren aber auch einfach noch nicht sattgelesen.

Harper bringt einige Altlasten mit nach L.A. – und mit Will kommen neue dazu. Während er Probleme meist schnell und leise löst (nicht unbedingt im Sinne aller Beteiligten), versucht Harper, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Dinge strategischer anzugehen. Natürlich funktioniert das nur bedingt, und so geraten die beiden schneller aneinander, als Harper lieb ist. Gleichzeitig fühlt sich auch Will durch Harper in seiner Arbeit bedroht und geht auf seine ganz eigene Weise damit um.

Positiv hervorheben möchte ich, dass beide Charaktere Anfang dreißig sind – und sich auch so verhalten. Die Charakterzüge, die die Autorin ihnen verleiht, wirken größtenteils authentisch. Das klassische „Miscommunication“-Trope bleibt hier zum Glück weitgehend aus oder wird zumindest schnell aufgelöst. Es entwickelt sich also nicht zu dieser nervenaufreibenden Dauerschleife aus „Wie kann er/sie nur?“ und „Ich bin verletzt, sage es aber nicht, weil er/sie muss das selbst merken“.

Die Geschichte bringt definitiv Potenzial für Spannung mit, doch bei mir hat sie nur stellenweise wirklich gegriffen. Gegen Ende nimmt das Tempo zwar zu und die letzten Kapitel werden deutlich intensiver, aber insgesamt hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Oft hatte ich das Gefühl, dass viele Figuren etwas blass bleiben. Von Harper erfahre ich noch am meisten – doch selbst das hätte für mich gern noch ausführlicher sein dürfen.

Trotzdem bin ich neugierig, wie es weitergeht, und hoffe im nächsten Band noch mehr über die Hintergründe und einzelnen Charaktere zu erfahren.

Mein abschließendes Fazit
Harper und Will funktionieren als Paar sehr gut miteinander. Besonders positiv fand ich, dass beide älter sind und sich entsprechend reifer verhalten. Auch der Spice wirkt stimmig und fügt sich gut ein, ohne übertrieben zu wirken. Was mir jedoch gefehlt hat, war mehr Tiefe – sowohl in der Spannung als auch bei einigen Figuren. Viele Charaktere blieben für mich etwas oberflächlich, und obwohl Harper etwas mehr Kontur bekommt, war auch das noch nicht ganz ausreichend. Ein absoluter Pluspunkt für mich: Ich bin beim Lesen enorm schnell vorangekommen – die kurzen Kapitel und der flüssige Stil haben dafür gesorgt, dass ich förmlich durch die Seiten geflogen bin. Da das Buch zudem mit einem fiesen Cliffhanger endet, bin ich dennoch gespannt auf Band zwei und hoffe dort auf mehr Intensität, zusätzliche Hintergrundinformationen und vielleicht die ein oder andere überraschende Wendung.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Atmosphärisch & Düster

Die geheime Geschichte
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Eigene Meinung
Auf der Suche nach einer Geschichte, die eine ähnliche Atmosphäre wie If We Were Villains besitzt, bin ich auf Donna Tartt und ihren Roman Die geheime Geschichte gestoßen. Ob dieses Buch ...

Eigene Meinung
Auf der Suche nach einer Geschichte, die eine ähnliche Atmosphäre wie If We Were Villains besitzt, bin ich auf Donna Tartt und ihren Roman Die geheime Geschichte gestoßen. Ob dieses Buch an eines meiner Jahreshighlights herankommt, erzähle ich euch hier.

Zunächst muss ich anmerken, dass es sich bei Die geheime Geschichte um einen kleinen Klopper handelt. Das Buch ist in „Buch eins“ und „Buch zwei“ unterteilt, ergänzt durch einen Prolog und einen Epilog. Die Kapitel sind extrem lang, was das klassische „nur noch ein Kapitel“ nahezu unmöglich macht. Teilweise umfasst ein einzelnes Kapitel über 160 Seiten – nichts also für kurze Lesehäppchen zwischendurch.

Donna Tartt führt mich sehr detailliert an den Protagonisten Richard Papen heran, ebenso wie an die übrigen Charaktere, die im Laufe der Geschichte eine mehr oder weniger zentrale Rolle einnehmen. Dreh- und Angelpunkt bleibt dabei die Gruppe junger Studenten, in die Richard nach einigen Anlaufschwierigkeiten aufgenommen wird. Die Autorin legt großen Wert darauf, dass ich als Leser Teil dieser Gruppe werde – sie gleichzeitig verstehe und doch nie ganz durchblicke. Gerade weil Richard selbst der „Neue“ ist, werde auch ich eingeladen, diese Welt Schritt für Schritt zu entdecken, ihre Regeln kennenzulernen und mich in ihren Dynamiken zu verlieren.

Der Schreibstil ist dabei alles andere als leicht. Teilweise wirkt er philosophisch, dann wieder hochtrabend, durchzogen von Fremdsprachen wie Französisch, Griechisch oder Latein. Zwar werden viele dieser Passagen im Verlauf erklärt oder eingeordnet, dennoch fordert der Text Aufmerksamkeit. Die griechische Geschichte und Kultur nehmen einen großen Raum ein und werden keineswegs auf eine trockene, schulische Art vermittelt, sondern organisch in die Handlung eingewoben. Dialoge sind eher knapp gehalten, gewinnen jedoch durch die dichten Szenenbeschreibungen enorm an Wirkung.

Über das gesamte Buch hinweg lag für mich eine drückende, beinahe lauernde Stimmung. Etwas Unausgesprochenes schwebt konstant über der Geschichte und verleiht ihr einen ganz eigenen Reiz. Sehr früh hatte ich das Gefühl, dass mehr hinter dieser Freundesgruppe steckt – dass, wie im echten Leben, jeder seine Geheimnisse mit sich trägt. Donna Tartt ist bereit, diese nach und nach preiszugeben, erst gegenüber Richard und schließlich auch mir als Leser.

Die Geschichte nimmt sich viel Zeit, um sich zu entfalten. Die Spannung entsteht nicht durch permanente Ereignisse, sondern durch Atmosphäre, Beobachtungen und das langsame Verdichten der Situation. Ich habe mir bewusst Zeit für dieses Buch genommen und es sehr genossen, in den Universitätsalltag einzutauchen, die Figuren kennenzulernen und ihre Verstrickungen zu begreifen – auch wenn mir das nur bedingt gelungen ist. Denn mit dem Ende hätte ich in dieser Form nicht gerechnet.

Die Charaktere entwickeln sich stark unter dem Druck der Umstände und wirken gerade dadurch sehr authentisch. Jeder geht anders mit seinen inneren Dämonen um, auf seine eigene, oft zerstörerische Weise. Der Ausgang dieser geheimen Geschichte fühlte sich für mich schließlich wie ein Drama in zwei Akten an – konsequent, tragisch und lange nachhallend.



Mein abschließendes Fazit
Atmosphärisch ist Die geheime Geschichte absolut zum Niederknien. Ja, die Kapitel sind sehr lang, das Buch insgesamt ein ordentlicher Schinken, und auch die Sprache ist stellenweise anspruchsvoll und nicht immer flüssig zu lesen – zumindest für mich. Nichtsdestotrotz konnte mich dieser Roman vollkommen begeistern.

Die Geschichte rund um diese exklusive, geheimnisvolle Freundesgruppe ist spannend, emotional und zutiefst dramatisch. Donna Tartts detailreicher Schreibstil hat mich als Leser vollständig in ihre Welt gezogen. Wer If We Were Villains von M. L. Rio mochte, dem kann ich Die geheime Geschichte wirklich von Herzen empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Meine erste Dark Werewolf Romance

Rabid
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Eigene Meinung
Als ich die E-Mail von Kyss bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Rabid stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich war gespannt, ...

Eigene Meinung
Als ich die E-Mail von Kyss bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich gewonnen habe, habe ich mich sehr gefreut. Rabid stand schon länger auf meiner Wunschliste und ich war gespannt, ob mich Raven Kennedy (bekannt aus der The Darkest Gold-Reihe) erneut begeistern kann. Von Ivy Asher hatte ich bisher noch nichts gelesen, weshalb ich sehr motiviert und offen an dieses Buch herangegangen bin.

Tatsächlich hatte ich zuvor noch nichts über Wölfe gelesen und bin entsprechend unvoreingenommen in die Geschichte gestartet. Der Aufbau hat mir dabei wirklich gut gefallen. Seneca – die Protagonistin von Rabid, deren Geschichte ich aus der Ich-Perspektive erlebe – war mir vom ersten Eindruck her absolut in Ordnung. Besonders gelungen fand ich, wie ihre innere Zerrissenheit dargestellt wurde. Allgemein kamen Senecas Emotionen für mich sehr greifbar und nachvollziehbar rüber.

Ich hatte jedoch häufig das Gefühl, dass hier ein großer Fokus auf die Szenerien und Senecas Gedankenwelt gelegt wurde. Dialoge gibt es zwar, sie bleiben aber eher schwach ausgeprägt und besitzen nicht unbedingt viel Tiefe. Teilweise passt das gut zur Geschichte, da es sich bei Rabid um eine Dark Werewolf Romance handelt. Als Leserin werde ich zudem deutlich häufiger mit der Wolfsform konfrontiert als mit der menschlichen – und diese Szenen empfand ich auch wesentlich stärker als jene, in denen Seneca als Mensch agiert.

Es gab einige Momente, die mir wirklich Gänsehaut bereitet haben. Vor allem der Flux, also die erste Begegnung Senecas mit ihrer Wölfin, war unheimlich intensiv beschrieben. Diese Szene hat auch rückblickend vieles für mich getragen. Ich fand sie so episch, dass sie für mich allein einen zusätzlichen Stern verdient hat.
Allerdings war auch die Brutalität – insbesondere die sexuelle – sehr präsent. Der Sex-Anteil ist insgesamt hoch, was meiner Meinung nach die emotionale Tiefe und die zwischenmenschliche Komponente etwas verdrängt hat.

Auch Schlüsselfiguren wie Senecas Mutter oder Vater bleiben eher angerissen. Da sie bereits verstorben sind, erfahre ich als Leserin nur wenig über Senecas Vergangenheit – abgesehen von dem, was sie selbst darüber erzählt. Diese Rückblicke sind meist negativ gefärbt, was vor allem mit dem Alpha ihres Rudels und dem Rudel selbst zusammenhängt. Seneca hat über die Zeit immer mehr Distanz aufgebaut, um dem Alpha möglichst aus dem Weg zu gehen.

Der Schreibstil ist insgesamt sehr angenehm, leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel haben eine gute Länge und laden dazu ein, „noch schnell ein Kapitel“ zu lesen. Auch wenn die Umgebungsszenen lebhaft beschrieben sind und stellenweise sogar ein gewisses Zuhause-Gefühl vermitteln, blieb für mich vieles leider recht oberflächlich. Die Charaktere wirkten häufig eintönig, und auch der Sprachgebrauch erschien mir an manchen Stellen etwas unpassend. Zudem fehlte mir stellenweise die Spannung, da Seneca gefühlt von einem Unglück ins nächste stolpert, was sich für mich teilweise wiederholend angefühlt hat.

Wer auf intensive Spice-Szenen steht, wird hier definitiv fündig. Dafür muss man allerdings Abstriche bei der Story machen. Rabid ist kein schlechtes Buch, konnte mich aber nicht auf allen Ebenen so abholen, wie ich es mir erhofft hatte.



Mein abschließendes Fazit
Viel Spice – leider mit einer etwas zu kurz geratenen Story. Es gibt einige Szenen in diesem Buch, die mir echte Gänsehaut beschert haben, dennoch blieb dieses dumpfe Gefühl von Oberflächlichkeit für mich durchgehend bestehen. Da Rabid ein Einzelband ist, was ich grundsätzlich sehr mag, hätte ich mir umso mehr charakterliche Ausuferungen gewünscht: mehr Hintergrund, mehr Details, mehr Tiefe.

Auch wenn einige Szenen sehr bildhaft beschrieben sind, fehlt es den Charakteren an einem gewissen Etwas. Viele von ihnen lesen sich sehr ähnlich, und auch Seneca gerät immer wieder in die gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Schwierigkeiten. Wenn man über diese Punkte hinwegsehen kann, ist Rabid ein solides Buch.
Und auch wenn meine Rezension sich vielleicht nach einer „Drei“ anhört – die Flux-Szene allein hat einen vollen Stern ausgemacht. Ich hatte Gänsehaut und konnte dieses Buch für einen kurzen Moment wirklich fühlen.

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Ein wirklich toller Spin off Start <3

Watch Me – Ein Shatter-Me-Roman
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Eigene Meinung

Ich konnte mich nicht lange zurückhalten und wollte eigentlich sofort in Watch Me reinstarten. Gesagt, getan. Und wie mir dieses Spin-off gefallen hat? Holt euch ein gutes Getränk, ich ...

Eigene Meinung

Ich konnte mich nicht lange zurückhalten und wollte eigentlich sofort in Watch Me reinstarten. Gesagt, getan. Und wie mir dieses Spin-off gefallen hat? Holt euch ein gutes Getränk, ich erzähle es euch in Ruhe.

Tahereh Mafi versteht es einfach, Charaktere zu erschaffen, die im Kopf bleiben, und gleichzeitig eine Spannung aufzubauen, die einen Seite um Seite weiterlesen lässt. In Watch Me lese ich aus der Perspektive von James und Rosabelle. Zehn Jahre sind vergangen, seit die Rebellen das Reestablishment gestürzt haben, und aus dem kleinen James ist ein junger Erwachsener geworden. Oder zumindest versucht er alles dafür, von Juliette, Warner oder auch Kenji als solcher wahrgenommen zu werden.

Gerade diese Entwicklung von James hat mir unglaublich gut gefallen. Mafi hat ihn spürbar altern lassen – nicht nur auf dem Papier, sondern auch in seiner Art zu denken, zu handeln und zu fühlen. Anfangs war es für mich ungewohnt, James in dieser Rolle zu erleben, da mir diese Art der Charakterdarstellung von der Autorin so noch nicht bekannt war. Doch je weiter ich gelesen habe, desto klarer wurde mir: Diese Entwicklung ist nicht nur logisch, sondern auch sehr gelungen.

James ist humorvoll, oft etwas unbeholfen und bringt mit seinem Witz viele schwere oder dunkle Momente angenehm auf. Es gibt nur wenige Szenen, in denen er mich nicht zum Lachen, Grinsen oder Augenverdrehen gebracht hat. Gleichzeitig merkt man, dass hinter dieser lockeren Fassade Verantwortung, Zweifel und innere Konflikte stecken.

Ganz anders wirkt dagegen die Perspektive von Rosabelle. Ihre Kapitel sind deutlich ernster, düsterer und geheimnisvoller angelegt. Dieser Kontrast zwischen den beiden Sichtweisen funktioniert meiner Meinung nach sehr gut und sorgt für eine angenehme Balance innerhalb der Geschichte. Beide Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, wirken authentisch und bringen ihre ganz eigene Stimmung mit.

Auch wenn ich James noch aus „Kindheitstagen“ kenne – als weinerlichen, vorsichtigen und zerbrechlichen Jungen –, lerne ich ihn hier mit seinen 21 Jahren völlig neu kennen. Besonders gefallen hat mir, dass Tahereh Mafi dabei immer wieder einfließen lässt, was nach dem Sturz des Reestablishment passiert ist und wie sich die Welt seitdem verändert hat. Diese Einblicke fühlen sich organisch an und geben der Geschichte zusätzliche Tiefe.

Rosabelle hingegen bleibt bewusst etwas zurückhaltender beleuchtet. Ich bekomme nach und nach Informationen über sie, aber nie zu viele auf einmal. Dadurch bleibt sie mysteriös und schwer greifbar. Ihr starkes Zurückziehen in sich selbst hat es mir als Leserin stellenweise etwas schwer gemacht, eine tiefere Verbindung zu ihr aufzubauen. Statt großer Offenbarungen kommt es eher zu Wiederholungen ihrer Gedanken und Gefühle, was ich ein wenig schade fand – auch wenn es zu ihrem Charakter passt.

Ein weiteres Highlight für mich war definitiv das Wiedersehen mit der alten Bande. Juliette, Warner und Kenji wiederzutreffen, hat sich einfach richtig gut angefühlt. Es war, als würde man in eine vertraute Welt zurückkehren, die sich zwar verändert hat, aber dennoch sofort wieder nach „Zuhause“ anfühlt.

Gleichzeitig wird schnell klar, dass die Welt auch nach dem Sturz des Reestablishment noch lange nicht sicher ist. Gefahren lauern weiterhin überall. Besonders spannend fand ich den Unterschied zwischen Rosabelles Sektor und der New Republic. Technologisch ist ihr Sektor der New Republic deutlich voraus, was eine zentrale Rolle in der Handlung spielt.

Um diese Unterschiede offenzulegen – und um Rosabelle zu schützen –, trifft James eine folgenschwere Entscheidung: Er nimmt sie mit in die New Republic. Zu diesem Zeitpunkt ahnt er noch nicht, in welche Schwierigkeiten er sich selbst, seine Familie und letztlich auch Rosabelle bringt. Denn Rosabelle würde alles tun, um ihre kleine Schwester zu retten.

Mein abschließendes Fazit

Watch Me spielt zehn Jahre nach der Shatter Me-Reihe und wird aus der Perspektive von James und Rosabelle erzählt. Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig, angenehm und leicht zu lesen. Besonders der erwachsene James ist für mich ein echtes Highlight: humorvoll, vielschichtig und glaubwürdig entwickelt.

Die Geschichte bleibt durchgehend spannend, auch wenn es aus Rosabelles Sicht stellenweise zu Wiederholungen kommt. Sie bleibt geheimnisvoll und etwas distanziert, was sie zwar interessant macht, mir aber emotional nicht immer ganz nah gebracht hat. James gleicht das jedoch mit seinem Humor und seiner offenen Art sehr gut aus und lockert viele schwere Momente auf.

Insgesamt hat sich das Lesen wie ein gelungenes Zurückkehren in eine vertraute Welt angefühlt. Ich freue mich sehr darauf, weiterzulesen, und bin gespannt, wie sich James, Rosabelle und ihre Pläne weiterentwickeln werden.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Schlagfertige Krankenschwester trifft auf tollpatschigen Stalker :)

Lights Out
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Eigene Meinung
Ich hatte das Buch ewig auf meiner WuLi und war richtig happy, als es endlich auf Deutsch erschien. Meine Schwester war genauso interessiert, also habe ich es für uns beide gekauft – und ...

Eigene Meinung
Ich hatte das Buch ewig auf meiner WuLi und war richtig happy, als es endlich auf Deutsch erschien. Meine Schwester war genauso interessiert, also habe ich es für uns beide gekauft – und so sind wir gemeinsam in die Welt von Aly und Josh eingetaucht.

Und das auftauchen war gar nicht so einfach – aber im absolut positiven Sinne! Denn ich habe es sehr genossen, den beiden zu folgen.

In “Lights Out” liest man aus den Perspektiven von Aly und Josh, was die Geschichte super lebendig macht. Vor allem Josh’ teilweise tollpatschige Art hat mich ständig laut auflachen lassen. Aly überzeugt dagegen mit coolen Sprüchen und einer Menge Selbstvertrauen – richtig authentisch und richtig spaßig. Sie ist kein “typisches”, verängstigtes Mädchen, sondern jemand, der genau weiß, wie sie sich wehren kann. Ihr Job hat sie vermutlich zusätzlich abgehärtet …

Aly arbeitet nämlich als Krankenschwester im Trauma-Zentrum der Notaufnahme. Und obwohl sie ihren Job liebt, wird sie dort jeden Tag mit unglaublich viel Leid konfrontiert – so viel, dass es ihr manchmal den Boden unter den Füßen wegzieht. Wenn sie nach einer Schicht endlich in ihren wohlverdienten Feierabend kommt, entspannt sie mit ihrem Kater Fred und ihrem Handy. Denn nichts findet sie anziehender als den maskierten Unbekannten, der zu guter Musik verdammt verführerisch tanzt. Aly kommentiert seine Videos fleißig in der Hoffnung, seine Aufmerksamkeit zu bekommen – ohne Erfolg. Bis er plötzlich doch reagiert … und sie die Einzige wird, der er folgt.

Ab da versucht Aly herauszufinden, wer der Maskierte wirklich ist – doch so gut wie nichts führt zu einem Ergebnis. Allerdings übernimmt er das für sie: durch nächtliche Einbrüche, kleine Geschenke und mysteriöse Videoaufnahmen direkt in ihrem Schlafzimmer. Spätestens dann muss Aly sich eingestehen, dass sie möglicherweise die obsessive Aufmerksamkeit eines Stalkers auf sich gezogen hat.

Trotz des Themas ist es wirklich witzig! Immer wieder werden kleine, nachdenklichere Momente eingebaut, die aber durch die leichten Dialoge und Nachrichten der beiden schnell wieder aufgelockert werden.

Natürlich gab es auch hier und da ein paar Längen, aber die waren schnell vergessen, sobald Aly und Josh wieder miteinander interagieren. Besonders wie Josh mit Fred umgeht – einfach Zucker. Das ging jedes Mal direkt ins Herz. Und die beste Szene ist und bleibt: „Ich bin Batman.“ Wer’s gelesen hat, weiß Bescheid!

Wie gesagt: Aly und Josh sind wirklich liebevoll und authentisch ausgearbeitet. Ich hatte so viele Momente zum Schmunzeln und Dahinschmelzen. Spannung gibt es auch – nicht super tiefgehend, aber schön eingestreut und eine gute Ergänzung zu dem charmanten und humorvollen Umgang der beiden.



Mein abschließendes Fazit
Die Geschichte zwischen Josh und Aly ist wirklich gelungen, und ich musste mehrmals laut lachen. Die Dynamik zwischen der toughen Krankenschwester und dem maskierten Unbekannten hat mich total mitgerissen und mir leicht gemacht, den beiden ein Stück meines Herzens zu schenken.

Ein, zwei zähe Stellen gab es zwar, aber die wurden meistens schnell wieder ausgeglichen. Für mich ist “Lights Out” ein richtig guter Einstieg in das Dark-Romance-Genre: nicht zu düster, nicht zu brutal, dafür mit viel Charme, einer Prise Tollpatschigkeit und einem wirklich süßen Kater. <3

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