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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.12.2025

angenehme Leseatmosphäre, aufgewärmte Situationen

The Woman in Suite 11
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Ich empfehle, vorab das Buch „The Woman in Cabin 10“ zu lesen, dann sind schon die meisten Hauptcharaktere bekannt und auch die Hintergrundgeschichte, wie alles zusammenhängt. Falls man mit dem aktuellen ...

Ich empfehle, vorab das Buch „The Woman in Cabin 10“ zu lesen, dann sind schon die meisten Hauptcharaktere bekannt und auch die Hintergrundgeschichte, wie alles zusammenhängt. Falls man mit dem aktuellen Teil einsteigt, ist es auch kein Problem, da die Autorin die vorigen Ereignisse kurz zusammenfasst.
Der aktuelle Teil startet gemütlich, für einen Thriller schon etwas zu gemütlich, wird dann allerdings spannend als Lo sich im Luxushotel befindet und an die alten Geschichten erinnert wird, vor allem auch dadurch, dass ähnliche Situationen vorkommen und teilweise die gleichen Personen involviert sind.
Lo ist zu gutmütig und lässt sich sehr leicht von anderen Personen einwickeln und zu unüberlegten Handlungen verleiten, wenn sie helfen möchte. Gewisse Aktionen waren aber leider schon sehr vorhersehbar, daher nicht so überraschend für mich, dass sie ins Visier der Ermittler geraten ist. Den Schreibstil der Autorin mag ich allerdings sehr gerne und er macht auch den Großteil der Spannung aus und sorgt für eine angenehme Leseatmosphäre.
Insgesamt hat mir der erste Teil besser gefallen als der zweite, da hier viele Situationen wieder aufgewärmt oder wiederholt wurden, weniger neue, überraschende Ideen und Vorgänge, und für meinen Geschmack zu wenig thrill vorhanden war.

Veröffentlicht am 03.12.2025

heile Welt gerät ins Wanken

Wem du traust
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Der Kriminalroman beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienalltag von Eva, Daniel mit Linus und Susanne mit Sofia, damit man sich als Leserin in die Charaktere hineinversetzen kann. Daniel bringt ...

Der Kriminalroman beginnt mit Alltagssituationen aus dem Familienalltag von Eva, Daniel mit Linus und Susanne mit Sofia, damit man sich als Leserin in die Charaktere hineinversetzen kann. Daniel bringt Sofia nach dem Babysitten bei ihnen nach Hause, doch dort kommt Sofia nie an. Die Verunsicherung ist groß, die Frage steht im Raum, was mit Sofia passiert ist und wer die glaubwürdigere Geschichte erzählt. Auch ein alter Fall mit einer getöteten Jugendlichen wird wieder aufgerollt, nachdem der Täter damals nicht gefunden werden konnte, trotz großangelegter DNA-Tests.
Heidi zeigt als Ermittlerin viel Einfühlungsvermögen, vor allem, da sie auch selbst eine Tochter in Sofias Alter hat und sie auch in der Region lebt und die gleiche Schule besucht. Mit der Zeit rückt Daniel im Kreis der Verdächtigen hoch hinauf, aber noch weitere Ungereimtheiten treten auf, die das gesamte „Heile-Welt-Konstrukt“ der beiden Familien ins Wanken bringen.
Mir gefällt es sehr gut, wie die Autorin mit dem Wechsel der Verdächtigen spielt und uns Leser
innen von einer Person zur nächsten lenkt. Auch Themen wie Vertrauen und langjährige Freundschaft finde ich gut umgesetzt, es treten Zweifel auf, es kommen Emotionen zutage, die wiederum eine Veränderung bewirken. Vor allem Eva ist einem Dilemma, egal zu wem sie hält und wem sie vertraut, sie stellt sich entweder gegen ihren Mann, den sie liebt oder gegen ihre langjährige Freundin, mit der sie sich eng verbunden fühlt und deren verschwundene Tochter wie ihr eigenes Kind für sie ist. Die Stimmung ist durchwegs angespannt, ängstlich und dunkel und auch wenn am Ende alle losen Fäden zusammengeführt werden und alle offenen Fragen geklärt sind, so bleibt dennoch ein negativer Beigeschmack erhalten und es löst sich nicht alles in Wohlgefallen auf, das hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Der Statist

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Zu Beginn werden die einzelnen Charaktere eingeführt und ihre Lebensgeschichten kurz angerissen, vor allem Ermittler Thomas und die Journalistin Vera werden ausführlicher beschrieben. Für mich ist zu Beginn ...

Zu Beginn werden die einzelnen Charaktere eingeführt und ihre Lebensgeschichten kurz angerissen, vor allem Ermittler Thomas und die Journalistin Vera werden ausführlicher beschrieben. Für mich ist zu Beginn wenig passiert, die Ermittlungen laufen sehr schleppend an und erst ab der Hälfte des Buches kommt Spannung auf, die dann auch bis zum Schluss aufrechterhalten bleibt. Das schwedische Flair und die brütende Sommerhitze sind gut spürbar und nachvollziehbar geschildert, auch die Fußballweltmeisterschaft und da die Geschichte in den 1990er Jahren handelt, waren einige Dinge ungewohnt, wie zB dass man eine Telefonzelle oder Festnetz- bzw. Autotelefon verwenden musste, ansonsten wirkt der Stil trotzdem modern und zeitgemäß. Der kleine Sigge ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass Vera sich gegenüber seinem Vater durchsetzen kann und doch noch das Sorgerecht für ihn bekommen kann. Thomas wirkt mit der Zeit immer mehr gehetzt und zerstreut, ich fürchte, dass sich dies aufgrund seiner privaten Probleme noch steigern wird, bis er eine für sich zufriedenstellende Lösung finden kann. Die Themen sind vielschichtig, ernst und immer mit einem tiefgreifenden Hintergrund, das hat mir sehr gut gefallen, nur zu Beginn hätte etwas mehr Tempo gemacht werden können.

Veröffentlicht am 26.11.2025

eine eiskalte Familie

Eisnebel
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Der Thriller hat eine angenehme Leseatmosphäre, obwohl viele grausame Sachen passieren und gruselige Situationen passieren, so sind zwischendurch auch schöne Momente spürbar, wie die Beschreibung der wunderschönen ...

Der Thriller hat eine angenehme Leseatmosphäre, obwohl viele grausame Sachen passieren und gruselige Situationen passieren, so sind zwischendurch auch schöne Momente spürbar, wie die Beschreibung der wunderschönen unberührten Natur in der abgelegenen Gegend. Mir gefällt das Setting, abgeschieden und eingeschneit mit einer überschaubaren Anzahl an Personen, Theo und Connor sowie seine Verwandtschaft, die in den einzelnen Familienchalets untergebracht sind, sehr gut. Die Stimmung ist von Beginn an angespannt, Theo ist neu in der Familie und wird kritisch begutachtet, niemand ist wirklich freundlich zu ihr, die reiche Familie steht über allem und Familienmitglieder würden alles tun, damit es so bleibt. Mit der Zeit beginnt der Familienzusammenhalt von Connors Verwandtschaft allerdings zu bröckeln und immer mehr Geheimnisse aus der Vergangenheit treten ans Tageslicht. Zu Beginn sehr spannend, am Ende allerdings etwas verwirrend, indem die Geschichte und die Beteiligten mehrmals verändert und anders erzählt werden. Hier musste ich mich konzentrieren, damit ich nicht durcheinanderkomme mit den Wendungen und was nun tatsächlich stimmt. Theo, die in einer Adoptivfamilie aufgewachsen ist und kaum Erinnerungen an ihre Kindheit hatte, beginnt sich mit der Zeit auch immer an mehr Details zu erinnern und sie hat das Gefühl, dass sie schon mal an diesem Ort war. Über Theo schwebt eine Wolke aus Gefahr, die durchgehend spürbar ist, das hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 25.11.2025

Reise in die Zukunft

The Business Trip
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Der Thriller beginnt sehr spannend und erzählt die Lebensgeschichten von Jasmine und Stephanie aus ihrer eigenen Sichtweise, ergänzend werden auch die Perspektiven ihrer Freunde und Arbeitskolleginnen ...

Der Thriller beginnt sehr spannend und erzählt die Lebensgeschichten von Jasmine und Stephanie aus ihrer eigenen Sichtweise, ergänzend werden auch die Perspektiven ihrer Freunde und Arbeitskolleginnen eingebracht. Durch diesen laufenden Wechsel gestaltet sich der Einstieg sehr spannend und die Personen werden vielschichtig dargestellt, sodass man sich als Leserin ein umfangreicheres Bild machen kann. Mit der Zeit verweben sich dann die Geschichten der beiden Frauen. Zuerst habe ich Mitgefühl mit Jasmine gehabt, die es nicht leicht in ihrem bisherigen Leben hatte, eine schwierige Kindheit, kaum Geld und einen gewalttätigen Freund an ihrer Seite, aber mit der Zeit wurde sie mir immer unsympathischer und sie zeigt auch ihre unschönen Seiten. Bis zur Hälfte des Buches etwa wird die Story aufgebaut, der Spannungsbogen ist hoch, danach fällt er stark ab, es folgen Wiederholungen von gewissen Situationen, zwar teilweise aus anderer Sichtweise, aber dennoch der gleiche Monolog und Wortlaut oder die gleichen Chat-Nachrichten. Dies wirkt auf Dauer etwas ermüdend, bis dann am Ende wieder richtig Schwung in die Geschichte kommt. Am Schluss gibt es noch eine überraschende Wende, die ich nicht erwartet hätte, die ich hier natürlich nicht verraten werde.