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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2025

Zauberhaft, poetisch und doch düster

Der Regenzaubermarkt: Der Feel-Good-Bestseller aus Korea – tauche ein in eine magische Welt, in der alles möglich ist!
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Sowohl bei Menschen als auch bei Büchern sollte es vornehmlich um die inneren Werte gehen. Trotzdem ist es nun mal das Äußere, das wir zuerst wahrnehmen und nur wenn uns dies auf irgendeine Art und Weise ...

Sowohl bei Menschen als auch bei Büchern sollte es vornehmlich um die inneren Werte gehen. Trotzdem ist es nun mal das Äußere, das wir zuerst wahrnehmen und nur wenn uns dies auf irgendeine Art und Weise anspricht, werden wir uns die Mühe machen das Innere zu erforschen.
Das Äußere des Buches hat bei mir sofort punkten können. Das Coverbild entspricht genau meinem Geschmack und lässt bereits ein wenig auf den Inhalt schließen. Das Hardcover ist hochwertig verarbeitet und liegt gut in der Hand. Da es sich noch dazu um einen koreanischen cozy Fantasyroman handelt, war für mich die Entscheidung, ob ich dieses Buch lesen soll, schnell getroffen.
Der Anfang des Buches entsprach dann auch ziemlich genau meinen Erwartungen. Für all jene, die bis dato noch keine Erfahrungen mit koreanischen Romanen gemacht haben, mag der Schreib- und Erzählstil am Anfang ein klein wenig gewöhnungsbedürftig sein. Meiner Meinung nach gewöhnt man sich aber schnell daran. Wenn ich den Stil beschreiben müsste, würde ich wahrscheinlich Wörter wie blumig, schwülstig, poetisch und zauberhaft verwenden.
Nach einem kurzen Auftakt in der realen Welt dürfen wir zusammen mit Serin in die fantastische Welt des Regenzaubermarktes eintauchen. Und fantastisch ist dieser wirklich meiner Meinung nach. Als ich Serin und Isha, eine Zauberkatze, die ihr zur Seite steht, durch den Markt wandeln, musste ich oft an Alice im Wunderland oder Chihiros Reise ins Zauberland denken. Besonders interessant fand ich die Dokebis, die Bewohner des Regenzaubermarktes. Diese sind keine Erfindung des Autors You Yeong-Gwang sondern Fabelwesen aus der koreanischen Märchenwelt. Da ich mich mit dieser bis dato noch nicht beschäftigt hatte, waren diese für mich komplett neu.
In vielen Bereichen wich die Handlung dann von meinen Erwartungen ab, hat mich aber im Großen und Ganzen begeistern können. Überraschend für mich war allerdings, dass die Geschichte stellenweise deutlich düsterer ist, wie erwartet. Da das Buch als cozy Fantasy und feel good Bestseller angekündigt war, hatte ich damit nicht gerechnet. In diesem Zusammenhang sehe ich auch das empfohlene Lesealter mit ab 12 Jahren als kritisch. Ich würde den Erwachsenen auf jeden Fall empfehlen, das sie das Buch zuerst lesen, um einschätzen zu können, ob das Kind bereit für dieses Buch ist.
Positiv hervorheben möchte ich, dass die Botschaften des Buches wirklich sehr gut sind und bei mir zumindest auch nachwirken. Auf sehr ansprechende und eindrückliche Weise hinterfragt das Buch, was Glück eigentlich bedeutet, und geht auch auf Themen wie Erwartungsdruck, Erfolg, Vergleiche mit anderen ein. Alles Dinge die natürlich nicht nur, aber gerade für Jugendliche eine wichtige Rolle spielen.
Trotz all der positiven Aspekte gibt es ein paar Punkte die meine Begeisterung für das Buch ein wenig trüben. Dies liegt vor allem daran, dass die Beweggründe von manchen Personen für mich nicht nachvollziehbar waren, einige Punkte zu oberflächlich behandelt wurden und viele Nebencharaktere blass blieben.
Alles in allem war es für mich aber ein überraschendes und meist vergnügliches Leseerlebnis und daher möchte ich dieses Buch auch gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Ein Streifzug durch den Körper

Organisch
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10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten ...

10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten und die Wohnzimmer von Millionen Menschen gestürmt und es geschafft, dass es plötzlich ganz normal war sich über die Funktionen des Darms zu unterhalten.
Jetzt ist sie wieder zurück und widmet sich in ihrem neuesten Buch der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich ihr erstes Buch leider nie gelesen, auch wenn es schon ewig auf meiner Leseliste steht. In Bezug auf die Bewertung dieses Buches sehe ich dies allerdings als kleinen Vorteil, da ich unvoreingenommen an das Buch herangehen kann und die Vergleiche zu ihrem Erstlingswerk wegfallen.
Jedes der Kapitel startet mit einer Einleitung. Eigentlich eine logische Tatsache und normalerweise nicht weiter erwähnenswert. In diesem Fall aber doch, denn die Einleitung der Kapitel besteht aus Anekdoten und Geschichten von Giulia Enders und ihrer Familie. Sehr oft geht es dabei um ihre Oma. Mir ist bewusst, dass dies im ersten Augenblick seltsam und nicht stimmig klingt, aber meiner Meinung nach, hat dies dem Buch einen ganz persönlichen Charme verliehen. Es ist mehr als nur ein weiteres Sachbuch. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies ein Herzensprojekt der Autorin ist. Dafür spricht auch, dass 10 Jahre seit der Veröffentlichung ihres letzten Buches vergangen sind. Dies kann entweder bedeuten, dass sie dringend Geld braucht, weil alle Reserven aus dem Verkauf von „Darm mit Charme“ aufgebraucht sind oder eben, dass es ihr wichtig war, dieses Buch zu schreiben. Nach der Lektüre des Buches bin ich definitiv ein Verfechter der zweiten Theorie.
Hervorstechend ist auch der Erzählstil der Autorin. Dieser hat dazu geführt, dass ich phasenweise vergessen habe, dass ich eigentlich ein Sachbuch höre bzw. lese. Giulia Enders Stil wirkt stellenweise ein wenig flapsig, aber durchwegs wertschätzend und informativ. Informativ ist ein gutes Stichwort, denn ja das Buch ist dies auf jeden Fall. Es enthält eine geballte Ladung an medizinischem, chemischem und anderem naturwissenschaftlichem Wissen. Die Autorin schafft es aber dieses Wissen so zu verpacken, dass auch Laien ihr folgen können und Spaß an der Thematik haben. Wer sich bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, mag vielleicht die eine oder andere Unstimmigkeit in dem Buch entdecken. Für all jene die bis dato nur begrenztes Wissen über den Körper und seine Organe haben gibt es aber hier sehr viel Neues zu erfahren.
Unterstützt wurde Giulia Enders bei dem diesem Buch, wie übrigens auch schon bei ihrem Erstlingswerk, von ihrer Schwester Jill. Aus ihrer Feder stammen sowohl das Coverbild wie auch die Zeichnungen im Buch. Für meinen Geschmack hätte das Buch aber durchaus noch mehr Bilder, Illustrationen, Grafiken und Statistiken enthalten dürfen.
Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es aber dennoch. Meiner Meinung nach hätte das Buch durchaus umfangreicher sein können. Obwohl es wirklich eine Fülle an Informationen enthält, habe ich das Gefühl erst an der Oberfläche gekratzt zu haben.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne weiterempfehlen an alle die mehr über den eigenen Körper und seine Funktionsweise wissen möchten.

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Veröffentlicht am 25.11.2025

Giulia Enders ist zurück: Ein persönlicher Blick auf unseren Körper

Organisch
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10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten ...

10 Jahre ist es bereits her, dass Giulia Enders etwas geschafft hat, was wohl niemand erwartet hat. Sie hat den Darm salonfähig gemacht. Mit ihrem Bestseller „Darme mit Charme“ hat sie die Bestsellerlisten und die Wohnzimmer von Millionen Menschen gestürmt und es geschafft, dass es plötzlich ganz normal war sich über die Funktionen des Darms zu unterhalten.
Jetzt ist sie wieder zurück und widmet sich in ihrem neuesten Buch der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, den Muskeln und dem Gehirn. Im Gegensatz zu vielen anderen habe ich ihr erstes Buch leider nie gelesen, auch wenn es schon ewig auf meiner Leseliste steht. In Bezug auf die Bewertung dieses Buches sehe ich dies allerdings als kleinen Vorteil, da ich unvoreingenommen an das Buch herangehen kann und die Vergleiche zu ihrem Erstlingswerk wegfallen.
Jedes der Kapitel startet mit einer Einleitung. Eigentlich eine logische Tatsache und normalerweise nicht weiter erwähnenswert. In diesem Fall aber doch, denn die Einleitung der Kapitel besteht aus Anekdoten und Geschichten von Giulia Enders und ihrer Familie. Sehr oft geht es dabei um ihre Oma. Mir ist bewusst, dass dies im ersten Augenblick seltsam und nicht stimmig klingt, aber meiner Meinung nach, hat dies dem Buch einen ganz persönlichen Charme verliehen. Es ist mehr als nur ein weiteres Sachbuch. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies ein Herzensprojekt der Autorin ist. Dafür spricht auch, dass 10 Jahre seit der Veröffentlichung ihres letzten Buches vergangen sind. Dies kann entweder bedeuten, dass sie dringend Geld braucht, weil alle Reserven aus dem Verkauf von „Darm mit Charme“ aufgebraucht sind oder eben, dass es ihr wichtig war, dieses Buch zu schreiben. Nach der Lektüre des Buches bin ich definitiv ein Verfechter der zweiten Theorie.
Hervorstechend ist auch der Erzählstil der Autorin. Dieser hat dazu geführt, dass ich phasenweise vergessen habe, dass ich eigentlich ein Sachbuch höre bzw. lese. Giulia Enders Stil wirkt stellenweise ein wenig flapsig, aber durchwegs wertschätzend und informativ. Informativ ist ein gutes Stichwort, denn ja das Buch ist dies auf jeden Fall. Es enthält eine geballte Ladung an medizinischem, chemischem und anderem naturwissenschaftlichem Wissen. Die Autorin schafft es aber dieses Wissen so zu verpacken, dass auch Laien ihr folgen können und Spaß an der Thematik haben. Wer sich bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt hat, mag vielleicht die eine oder andere Unstimmigkeit in dem Buch entdecken. Für all jene die bis dato nur begrenztes Wissen über den Körper und seine Organe haben gibt es aber hier sehr viel Neues zu erfahren.
Überraschend war für mich auch, dass die Autorin ihr Hörbuch selbst liest. Meine Erfahrungen mit dieser Konstellation sind sehr durchwachsen. In diesem Fall kann ich die Entscheidung aber durchaus begrüßen. Es unterstreicht noch einmal die persönliche Note, den die Autorin bereits mit den Anekdoten gesetzt hat. Ich tendiere dazu andere Tätigkeiten auszuführen, während ich ein Hörbuch höre. In diesem Fall habe ich aber feststellen müssen, dass dies nicht immer eine gute Entscheidung ist, da kurze Ablenkungen dazu führen, dass man wichtige Zusammenhänge verpasst.
Viele Teile des Buches haben mich sehr angesprochen und diese wollte ich noch einmal genauer studieren. Da dies im Hörbuch eher schwierig ist, befindet sich mittlerweile auch noch das E-Book in meinem Besitz. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es aber dennoch. Meiner Meinung nach hätte das Buch durchaus umfangreicher sein können. Obwohl es wirklich eine Fülle an Informationen enthält, habe ich das Gefühl erst an der Oberfläche gekratzt zu haben.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch wirklich sehr gerne weiterempfehlen an alle die mehr über den eigenen Körper und seine Funktionsweise wissen möchten.

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Veröffentlicht am 20.11.2025

Finanzwissen für Anfänger – charmant erklärt

Finanzipier dich!
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"Über Geld spricht man nicht" diesen Satz kennen bestimmt sehr viele. Und viele Jahre war dies auch eine gelebte Realität. Glücklicherweise gibt es hierbei ein Umdenken und man spricht mittlerweile über ...

"Über Geld spricht man nicht" diesen Satz kennen bestimmt sehr viele. Und viele Jahre war dies auch eine gelebte Realität. Glücklicherweise gibt es hierbei ein Umdenken und man spricht mittlerweile über Geld, übers Sparen und Investieren. Wagt man einen Blick in die nicht allzu ferne Vergangenheit wird man allerdings feststellen, dass dies vor allem auf Männer zu traf. Daher ist es wenig verwunderlich, dass die meisten Finanzratgeber auch von Männern geschrieben wurden. Seit einigen Jahren werden aber auch Frauen in diesem Bereich sichtbarer und es gibt eine Vielzahl an Finanzratgebern von Frauen für Frauen.
Auch wenn es für viele nicht nachvollziehbar oder verständlich ist, aber ich finde es sehr positiv und viel mehr noch äußerst wichtig, dass es weiblich geprägte Finanzbücher gibt. Natürlich lese ich auch Bücher die von Männern geschrieben wurde, allerdings gibt es einige Aspekte, die mir in Ratgebern von Männern immer zu kurz kommen oder sogar komplett fehlen.
Franziska Stieber ist eine der "jungen wilden" Damen aus dem Finanzbereich, die sich durch ihren Finanzpodcast "Finanzen mit Franzi" bereits einen Namen gemacht hat. Sie spricht mit diesem Buch gezielt eine junge weibliche Leserschaft an, wobei nichts dagegen spricht das auch männliche oder etwas ältere Personen dieses Buch lesen. Den größten Mehrwert hat man allerdings sicherlich, wenn man dieses Buch möglichst früh in seinem Erwachsenenleben liest.
Besonders gut gefällt mir der Schreibstil der Autorin. Sie schafft den Spagat zwischen Wissensvermittlung und Unterhaltung mit Bravour. An keiner Stelle des Buches habe ich mich überfordert gefühlt. Dieses Buch ist wirklich für absolute Anfänger im Bereich Altersvorsorge und Investieren geeignet, da sich die Autorin die Zeit nimmt, alle Begrifflichkeiten genau zu erklären. Wer allerdings, so wie ich, bereits eine Vielzahl an Finanzratgebern gelesen hat, wird eher wenig Neues erfahren, ehrlicherweise muss man aber sagen, dass dies wenig verwunderlich ist, denn auch Franziska Stieber kann das Rad nicht neu erfinden und will dies auch gar nicht. Dennoch möchte ich klarstellen, dass ich dieses Buch mitnichten als verschwendete Lesezeit bezeichnen möchte. Es war auch für mich sehr informativ und hat mir noch einmal die Basics der Finanzbildung vor Augen geführt.
Die Autorin widmet sich in ihrem Buch sehr ausgiebig dem Thema der Rentenlücke und erklärt im Zuge dessen sehr ausführlich das deutsche Rentensystem. Für mich als Österreicherin war dieser Teil zwar informativ, aber wenig hilfreich. An dieser Stelle möchte ich auf das Buch "Geld und Gloria Rente ohne Roulette" von Annette Weiß hinweisen. Zwar hat auch sie das deutsche Rentensystem im Fokus, jedoch sind ihre Berechnungen der Rentenlücke auch für Österreicher*innen anwendbar.
Obwohl es bereits eine Vielzahl an mehr oder weniger vergleichbaren Büchern auf dem Markt gibt und ich mir relativ sicher bin, dass in Zukunft noch viele nachfolgen werden, hat Autorin Franziska Stieber es geschafft, ein Buch zu schreiben, dass meiner Meinung nach, eine absolute Leseempfehlung ist.
Mit ihrem einfühlsamen, nicht wertenden und angenehmen Erzählstil hat sie ein wundervolles Grundlagenbuch erschaffen, dass vor allem, aber nicht nur, jungen Menschen helfen wird, sich finanziell erfolgreich aufzustellen, unabhängig von ihrem Verdienst.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Faszinierende Antarktis, aber schwache Charaktere

The Penguin Paradox
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Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und nach der Lektüre des Klappentextes war meine Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, gefallen. Das einzigartige Setting ...

Das Cover des Buches hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt und nach der Lektüre des Klappentextes war meine Entscheidung, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss, gefallen. Das einzigartige Setting des Buches war dafür ausschlaggebend.
Glücklicherweise kann ich auch sagen, dass das Buch mich in dieser Hinsicht nicht enttäuscht hat. Autorin Greta Milan hat es vortrefflich geschafft die Stimmung einzufangen und die Antarktis und die Forschungsstation vor meinem geistigen Auge Wirklichkeit werden zu lassen. Mir ist bewusst, dass ihre Beschreibungen wahrscheinlich sehr romantisiert sind und nicht alle Forschungsstationen so luxuriös ausgestattet sind. Dennoch denke ich, dass vieles sehr nah an der Wahrheit dran ist.
Die wissenschaftlichen Aspekte der Geschichte, die Pinguine und die unbeschreibliche Schönheit der Landschaft waren für mich definitiv die Pluspunkte und auch Highlights der Geschichte. Denn mit diesen Aspekten hebt das Buch sich klar von anderen Romanen des Genres ab. Aber wo es Licht gibt, gibt es immer auch Schatten.
Für mich waren die Hauptpersonen, allen voran Emerie, die Schattenseiten der Geschichte. Durch die Beschreibungen des Klappentextes habe ich mir Emerie als starke, kluge und unabhängige Wissenschaftlerin vorgestellt. Das war sie sicher auch, aber vor allem war sie auch unglaublich stur, verbohrt und voreingenommen. Und diese Dinge haben für mich ihre positiven Eigenschaften überschattet und mir ihren Charakter einen wenig verleidet.
Besonders weil diese Eigenschaften maßgeblichen Einfluss auf den Fortgang der Geschichte und ihre Interaktion mit Beckett gehabt haben. Mir ist bewusst, dass dies nicht das erste Buch ist, in dem die Handlung geprägt ist von „Enemie to lover“. Allerdings fühlte es sich hier nicht authentisch, sondern eher erzwungen an. Die Gründe, warum Emerie Beckett so sehr ablehnt, waren für mich bis zum Schluss nur bedingt greifbar und das, obwohl die Autorin immer wieder versucht es zu rechtfertigen und zu erklären. Auch Emeries zwanghafte Suche nach Beweisen, dass Pinguine nicht monogam leben, hat mich zum Ende hin ein wenig genervt.
Ich muss Greta Milan allerdings zugutehalten, dass sie Emerie mit der Fähigkeit ausgestattet hat, ihr Verhalten, zumindest bis zu einem gewissen Grad, zu reflektieren und sie dadurch auch eine Charakterentwicklung durchgemacht hat. Ab einem gewissen Punkt war ich dann mehr oder weniger mit der Geschichte versöhnt und konnte Emeries Handlungsweisen sogar nachvollziehen.
Leider hat die Autorin dann noch eine Extraportion Drama in die Geschichte einbauen müssen. Dieses Drama war aber genauso vorhersehbar wie unnötig und hat für mich wieder einiges an positiven Gefühlen zerstört.
Das Buch hat durchaus seine Stärken, aber leider eben auch seine Schwächen und eine Beurteilung fehlt mir nicht leicht. Die Geschichte selbst ist nämlich gut konstruiert und auch dem Erzählstil der Autorin konnte ich einiges abgewinnen. Das Drumherum entspricht auch meinem Geschmack, der Anteil an Spice und Drama hätte geringer sein können, aber mir ist bewusst, dass ich mit dieser Meinung eher in der Minderheit bin.
Mir ist bewusst, dass ich das Buch trotz vieler Kritikpunkte sehr gut bewerte. Dies liegt vor allem daran, dass ich ein Buch nicht schlecht bewerten möchte, nur weil mir die Hauptperson unsympathisch war. Ich möchte aber abschließend noch die Empfehlung aussprechen, dass allen denen es wichtig ist, dass die Charaktere ausnehmend sympathisch sind, vielleicht noch einmal überlegen sollten, ob dieses Buch wirklich das richtige für sie ist.

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