Cover-Bild Der Papierpalast
(11)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
13,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 01.06.2023
  • ISBN: 9783548067759
Miranda Cowley Heller

Der Papierpalast

Roman | Der weltweite Bestseller: Eine Affäre, eine Frau am Scheideweg und ein Familiendrama
Susanne Höbel (Übersetzer)

Der weltweite Bestseller und Debütroman von Miranda Cowley Heller: fesselnd, atmosphärisch und ergreifend!

»...so atmosphärisch dicht und fesselnd beschrieben, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.«  Freundin

Was ist, wenn ein Abend alles verändert?

Elle Bishop, 50, glücklich verheiratet, steht vor einer großen Entscheidung: Bleibt sie bei ihrem Ehemann oder verlässt sie ihn und ihre Familie für ihren Jugendfreund, mit dem sie eine unvergessliche Nacht verbracht hat. Sie hat nur einen Tag Zeit, um herauszufinden, wer sie im Leben sein will und mit wem sie es verbringen möchte. Im Papierpalast, dem Sommerhaus der Familie, steht sie vor der Frage, welche Art des Glücks sie wählen wird.

Ein großer Roman über die Sommer unseres Lebens ― und darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein.

»Ein starkes Debüt. Beste Erzähltradition im Geiste von Updike und Cheever.« The Times

»Ein Familiendrama, eine geheime Liebe, eine andauernde Tragödie. Der Papierpalast ist ein überwältigendes literarisches Debüt.« The Independent

***Ein Buch, das unter die Haut geht! Dieses Buch werden Sie nicht aus der Hand legen können. Für verregnete Nachmittage, den nächsten Sommerurlaub und für alle, die ein ganz besonderes Geschenk suchen! ***

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2024

Die Tradition falscher Entscheidungen

0

Die Handlung konzentriert sich auf einen Tag, den 01. August. Das Jahr kennen wir nicht. Elle Bishop verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien im Sommerhaus der Familie, dem sogenannten Papierpalast. ...

Die Handlung konzentriert sich auf einen Tag, den 01. August. Das Jahr kennen wir nicht. Elle Bishop verbringt mit ihrer Familie die Sommerferien im Sommerhaus der Familie, dem sogenannten Papierpalast. Eigentlich ist sie glücklich mit Peter, einem Engländer, verheiratet und Mutter dreier heranwachsender Kinder. Trotzdem hat sie in der vergangenen Nacht ihren Mann mit ihrem Jugendfreund betrogen. Das Nutzen etwas vulgären Vokabulars fand ich in diesem Zusammenhang unpassend. In zahlreichen Rückblenden lernen wir die Familie kennen und gehen bis zu zwei Generationen zurück. Es geht um drei Generationen Frauen, Nanette, Wallace und Eleanor (Elle). Es ist eine von Frauen bestimmte Familie, allerdings verliefen die Beziehungen meistens nicht sehr harmonisch und die Ehen wurden geschieden. Die Kinder blieben bei ihren Müttern, die Väter waren eher schwach und spielten nur noch eine Nebenrolle. Interessant ist dabei aber, dass die Großeltern für jede Generation wichtig und ein Dreh- und Angelpunkt waren. Beim zweiten Nachlesen einzelner Passagen wurde mir auch klar, warum. Die Großeltern nahmen sich Zeit für die Kinder, sie spielten mit ihnen, sie kochten ihnen, was sie gerne aßen, sie förderten sie. Bei den Eltern kam immer ein neues Projekt, die Arbeit oder ihr eigenes Privatleben in Person eines/r neuen Partners/in dazwischen.

Es dauert ein wenig, bevor man sich in der Handlung zurechtfindet. Immer wieder springt die Autorin von der Gegenwart in die Vergangenheit und dann innerhalb eines Kapitels auch wieder zurück.

Jonas ist Elles Jugendfreund. Die beiden sind schon als Kinder unzertrennlich, Elle hätte sich mit 11 Jahren nie vorstellen können, dass der damals noch neunjährige Jonas einmal eine Rolle in ihrem Leben spielen wird. Ganz im Gegenteil, sie fühlte sich für ihn verantwortlich, aber sie fühlte sich auch wohl mit ihm und diese Vertrautheit und Freundschaft können die beiden über die Jahre eigentlich ins Erwachsensein hinüberretten, wäre da nur nicht ein schlimmes Ereignis, das irgendwie immer zwischen ihnen steht.

Und so trennen sich die Wege von Jonas und Elle für viele Jahre. Elle lernt in London Peter kennen und lieben, zwischen ihr und Jonas gibt es nur noch zufällige Treffen.

Erst als die Familien doch wieder die Sommer auf Cape Cod verbringen, nähern sie sich wieder einander an.

Es scheint in der Familie Tradition zu sein, dass die Frauen Entscheidungen treffen, von denen sie nicht sicher sind, dass es die richtigen waren. Bei Elle beginnt das schon, als sie eigentlich noch eine Heranwachsende war. War es richtig, die Familie zu schützen und Dinge über sich ergehen zu lassen, die sie als total abstoßend empfand? Hätte ihr Leben ganz anders verlaufen können, wenn sie damals geredet hätte? Hätte auch das Leben anderer Familienmitglieder anders verlaufen können?

Nach dem Sex mit Jonas empfindet sie ihr Leben als eine Folge von falschen Entscheidungen, „jeder einzelnen schlechten Entscheidung, wann immer sich der Weg gabelte“. Dabei war nicht Peter die falsche Entscheidung, sondern die Tatsache, dass sie ihn nie an ihren schlimmsten Erinnerungen hatte teilhaben lassen. Sie hatte die Beziehung von vornherein mit einer Lüge begonnen.

Nun steht sie wieder am Scheideweg und ich hatte das Gefühl, dass sie selbst bis zum Schluss nicht wusste, wie ihre Entscheidung aussehen würde.

Ganz anders als bei manchen Kritiken schien bei mir nicht am Anfang schon durch, wie Elle sich am Ende entscheiden wird und schon wieder bin ich mir auch nicht sicher, ob es dieses Mal die richtige Entscheidung ist. Egal wie die Entscheidung ausfällt, sie wird positive und negative Folgen haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.01.2024

Würde als Film besser funktionieren.

0

Seit ihrer Kindheit verbringt Elle jeden Sommer mit ihrer Familie im Papierpalast, einer Ansammlung von kleinen Ferienhütten mitten im Wald, direkt an einem See und gleichzeitig in der Nähe zum Meer. Idylle ...

Seit ihrer Kindheit verbringt Elle jeden Sommer mit ihrer Familie im Papierpalast, einer Ansammlung von kleinen Ferienhütten mitten im Wald, direkt an einem See und gleichzeitig in der Nähe zum Meer. Idylle pur. Erbaut von ihrem Großvater in den Backwoods von Cape Cod steht der Papierpalast für unendlich viele schöne Kindheitserinnerungen, für Geborgenheit und Weltflucht, aber auch für Zerfall, Verlust und Schmerz. Äußerlich robust gebaut, bestehen die Hütten im Innern aus Pappe, die langsam bröckelt und sich immer mehr zersetzt. Eine gelungene Metapher für die dysfunktionalen familiären Strukturen in diesem Roman.


In dieser "Sommerresidenz" der Familie lernte Elle damals Jonas kennen und lieben, bis ein tragischer Vorfall die Jugendlichen auseinander trieb. Viele Jahre später treffen sie sich dort wieder, mittlerweile jeweils anderweitig liiert, und beginnen eine stürmische Affäre. Elles sorgsam errichtete Welt gerät daraufhin aus den Fugen - soll sie bei ihrem Mann Peter bleiben, oder ein neues Leben mit ihrer "alten" Jugendliebe Jonas wagen?


Eine Dreiecks-Liebesgeschichte, ein wenig "Was wäre wenn..." - Dramatik und dazu eine Prise düstere Familiengeheimnisse aus der Vergangenheit habe ich erwartet. Doch dieser Roman hat einfach von allem zuviel. In Rückblenden wird Elles Kindheit aufgearbeitet und den vielen Verästelungen ihres weitschweifigen Familienbaumes nachgegangen. Scheidungen, wechselnde Partnerschaften, Unfälle, Schuld, Krankheit, Tod, Missbrauch und Gewalt dominieren diese mitunter äußerst tragischen Kapitel. An jeder Ecke lauert ein weiteres Drama, jede noch so kleine Abzweigung führt in eine neue Sackgasse.


Gleichzeitig bleiben die Figuren seltsam unnahbar und sind leider fast ausschließlich unsympathisch. Zwischen dem nervenaufreibenden Hin und Her bezüglich Peter und Jonas und der Schuld, die sie aus der Vergangenheit mit sich herum trägt, bleibt die Protagonistin Elle komplett blass. Wer ist sie, abgesehen von den Beziehungen zu den Männern ihres Lebens? Was interessiert sie, wofür brennt sie? Der Klappentext verspricht einen "großen Roman darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein". Hm, schwierig. Der Roman hat mir nichts Neues gegeben, ich nehme keine Impulse für mich mit. Stattdessen ein Sumpf aus Tragik (ohne Triggerwarnungen!) und zu wenig Tiefe für die Fülle an aufgeworfenen Themen.


Eines muss man dem Roman allerdings lassen: Die Handlung ist wirklich geschickt aufgebaut, die Rückblenden voller Cliffhanger und Andeutungen entwickeln einen gewissen Sog und halten trotz einiger Längen die Spannung aufrecht. Man merkt, dass die Autorin bekannte Serien produziert und mitverantwortet hat. Die Szenenwechsel sitzen, atmosphärische Orte entstehen vor dem inneren Auge, Kopfkino an. Cape Cod scheint ein wunderbarer Ort für die erste und letzte Sommerliebe zu sein. Wahrscheinlich hätte die Geschichte als Film oder Miniserie wesentlich besser funktioniert. Als Roman jedoch hat sie mich irgendwo in den Windungen der toxischen Familiengeflechte und im dramatischen Hin und Her der Liebesgeschichte verloren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2023

Unbefriedigend

0

Dieses Buch lässt mich mit einem etwas ratlosen Gefühl zurück. Es ist nicht unbedingt das Ende, das viel Raum für eigene Interpretationen lässt, sondern eher die generelle Erzählweise. Die ersten ca. 200 ...

Dieses Buch lässt mich mit einem etwas ratlosen Gefühl zurück. Es ist nicht unbedingt das Ende, das viel Raum für eigene Interpretationen lässt, sondern eher die generelle Erzählweise. Die ersten ca. 200 Seiten plätschern einfach so dahin. Bis auf den Seitensprung der Hauptfigur passiert nicht viel. Die vielen kleinen Details aus dem Leben von Elle fügen sich für mich nicht zu einem Gesamtbild zusammen sondern ermüden mich. Ich frage mich auch nach dem Ende des Buches, warum manchen Figuren so viel Raum eingeräumt wurde. Sie tauchen im weiteren Verlauf nicht wirklich wieder auf, wie z.B. Tyson. Viele Schilderungen sind für mich entbehrlich. Im zweiten Teil kommt etwas Spannung auf. Die wichtigen Figuren entwickeln sich. Insbesondere die Beziehung der beiden Schwestern berührt mich. Darüberhinaus kann ich das Ringen um eine Entscheidung zwischen den beiden Männern in Elles Leben nicht wirklich nachvollziehen. Es bewegt mich einfach nicht. Vielleicht mag es auch an der eher plumpen, immer gleichen Wiederholung und Formulierung des Aktes an sich liegen. Die Figur des, zugegebenermaßen sehr sympathischen, Jugendfreundes Jonas erinnert mich sehr stark an eine der beiden männlichen Hauptfiguren in „Der Gesang der Flusskrebse“ wobei Jonas deutlich blasser bleibt. Spannender finde ich die Problematik von Schuld und Gewissen, die sich aus der Vergangenheit Elles ergeben. Das ist die Frage und Problematik, die mich für etwa 100 Seiten durch dieses Buch trägt. Alles andere ist flüssig zu lesen, wird mir aber nicht lange in Erinnerung bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2026

In der Klappe steckte mehr als dazwischen

0

Elle ist 50 Jahre alt, verheiratet mit Peter, hat drei Kinder und verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie und ihrer Mutter in der Sommerresidenz der Familie: dem Papierpalast. Seit Kindertagen trifft ...

Elle ist 50 Jahre alt, verheiratet mit Peter, hat drei Kinder und verbringt jeden Sommer mit ihrer Familie und ihrer Mutter in der Sommerresidenz der Familie: dem Papierpalast. Seit Kindertagen trifft sie hier auf den nur wenig jüngeren Jonas. Alle kennen einander gut und dann passiert es: Es kommt zum Sex zwischen Elle und Jonas. Bleibt sie nun bei ihrem Mann oder entscheidet sie sich für ihre Jugendliebe?

Das Buch bietet einen Einblick in das Leben von Elle. In Rückblicken wird so nicht nur ihre Kindheit erzählt, sondern die ihrer Familie - vornehmlich der weibliche Teil.
Wenn das Buch auch wirklich gut zu lesen ist - der Schreibstil ist flüssig und mitunter auch wirklich witzig, leider manchmal auch einfach sehr plump - hat es mich doch enttäuscht.
Insgesamt erfährt man nur wenig über die Charaktere. Dabei hatte ich angesichts der Frage, die der Klappentext aufwirft: Für welche Liebe entscheidet Elle sich? - gerade hier mehr erwartet.
Selbst über Elle und ihr Leben, ihre Gedanken und Gefühle, erfährt man nur wenig.
Die ganze Geschichte der Vergangenheit strotzt nur so vor Katastrophen: Trennungen, Missbrauch (immer wieder), Tod und Unzufriedenheit scheinen in der Familie ein roter Faden zu sein.
Dann heißt es: Elle hat nur einen Tag, um sich zwischen den beiden Männern zu entscheiden. Aber warum? Sie trifft ihre Jugendliebe im Laufe ihres Lebens immer wieder. Und auch der Sommer, indem sie nun Sex mit ihm hatte, ist nicht zu Ende. Warum also der eine Tag?
Mir persönlich fehlte es an emotionalem Tiefgang: Der Sex allein scheint hier die Frage in den Raum geworfen zu haben - nicht etwa die jahrelange Freundschaft und Zuneigung oder Anziehung.
Die Liebe zu Peter, dem Ehemann, ist einfach da und es bestehen auch keine Zweifel oder Fragen.
Eigentlich ein Luxusproblem: Elle hat zwei Männer, die sie über alles lieben und begehren - aber ihre Zweifel, welcher der Richtige ist, bleiben unerzählt.

Schade, für mich hätte die innere Bewegtheit, die Zweifel und die Gefühlswelt einer Frau in der Mitte des Lebens sicherlich eine gute Geschichte hergegeben. Leider wird diese aber nicht erzählt.
Dafür aber um so mehr andere Stränge, Geschichten und Charaktere, die sich dann im Nichts verlieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.11.2025

Was für eine schreckliche Protagonistin

0

Wir haben das Buch im Rahmen des Buchclubs gelesen - ich bin eine aufgeschlossene Leserin und lese auch gerne querbeet. Womit ich aber ein Problem habe, wenn der Protagonist oder die Protagonistin ein ...

Wir haben das Buch im Rahmen des Buchclubs gelesen - ich bin eine aufgeschlossene Leserin und lese auch gerne querbeet. Womit ich aber ein Problem habe, wenn der Protagonist oder die Protagonistin ein Schurke oder schlechter Mensch ist. Ich finde auch den Klappentext total widersprüchlich. Ellen, ü 50, glücklich verheiratet, hat einen Tag um zu entscheiden, ob sie ihren Mann verlässt. Woooo ist sie dann glücklich? Boah ne. Dieses Buch sorgt wirklich dafür, dass mein Puls rast. Das Buch war gut geschrieben - auch sehr sehr düster an manchen Stellen - aber die Protagonistin und ihre Mutter haben mir echt den Rest gegeben. Auf keinen Fall wieder.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere