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Veröffentlicht am 07.01.2026

Tolles Buch!

Blaues Wunder
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BLAUES WUNDER
Anne Freytag
ET: 24.4.25

Der einflussreiche Banker Walter Bronstein lädt auf seine luxuriöse Yacht ein. Zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter reisen gemeinsam mit ihren Ehefrauen für eine ...

BLAUES WUNDER
Anne Freytag
ET: 24.4.25

Der einflussreiche Banker Walter Bronstein lädt auf seine luxuriöse Yacht ein. Zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter reisen gemeinsam mit ihren Ehefrauen für eine Woche auf die philippinische See. Sonne, Meer und eine perfekt organisierte Crew sorgen scheinbar für paradiesische Zustände. Doch die Stimmung ist von Beginn an angespannt. Niemand weiß, warum der patriarchalische Banker seine Angestellten eingeladen hat.

Schnell wird klar: Es geht um Macht. Um eine mögliche Beförderung. Und genau diese Aussicht entfacht einen erbitterten Konkurrenzkampf zwischen den Männern. Doch auch die Frauen stehen einander in nichts nach. Anfangs bemüht, zu gefallen und die Fassade zu wahren, bröckelt diese mit jedem Tag auf der 70-Millionen-Yacht ein wenig mehr. Die Enge, der Druck und das ständige Aufeinandersitzen sorgen dafür, dass nach und nach Geheimnisse ans Licht kommen – Dinge, die besser verborgen geblieben wären.

„Blaues Wunder“ ist ein Roman über Intrigen, Machtspiele und dunkle Geheimnisse.

Anne Freytag lässt abwechselnd Rachel, Franziska und Nora zu Wort kommen – die Frauen der beiden Mitarbeiter und des Bankers. Schnell wird deutlich, dass sie die eigentlichen starken Persönlichkeiten sind: Sie ziehen im Hintergrund die Fäden und haben gelernt, mit Erniedrigungen und subtiler psychischer Gewalt der Männer umzugehen.

Freytags Schreibstil hat mich sofort gefesselt. Zu Beginn fiel es mir etwas schwer, die einzelnen Paare auseinanderzuhalten, doch sobald das gelungen war, konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Besonders die Geschichte um David hat mir sehr gefallen – sie bringt eine ordentliche Portion Spannung und „Spice“ mit hinein 😉

Fazit:
„Blaues Wunder“ wirft einen kritischen Blick hinter die Fassaden der Reichen und Schönen. Auch wenn sich die Autorin stellenweise bekannter Klischees bedient, hat mich der Roman durchgehend gepackt. Von mir gibt es eine große Leseempfehlung.
5/5

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.12.2025

Wichtiges Thema – unbedingt lesen!

Da, wo ich dich sehen kann
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DA, WO ICH DICH SEHEN KANN
Jasmin Schreiber
ET: 31.10.25

„Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt.“ (S. 49)

Emma ist tot. Sie wurde von ihrem Ehemann ...

DA, WO ICH DICH SEHEN KANN
Jasmin Schreiber
ET: 31.10.25

„Wenn jemand geht, fehlt nicht nur die Person, sondern auch ein Stück von jedem, der bleibt.“ (S. 49)

Emma ist tot. Sie wurde von ihrem Ehemann erdrosselt. Die neunjährige Tochter Maja findet ihre Mutter am Morgen in der Küche. Der Vater, ein angesehener Anwalt, wird verhaftet und schließlich verurteilt.
Maja kommt zu ihren Großeltern mütterlicherseits nach Süddeutschland und besucht dort eine neue Schule. Doch sie zieht sich immer mehr zurück und gibt sich selbst die Schuld am Tod ihrer Mutter.

Auch Liv, Astrophysikerin und Emmas beste Freundin seit Kindertagen, leidet schwer unter dem Verlust. Sie, die nie Kinder wollte, fühlt sich stark zu Maja hingezogen und unterstützt die Großeltern – bis eine weitere erschütternde Nachricht alles verändert …
Häusliche Gewalt erwarten wir oft „in bestimmten Milieus“, fernab unseres eigenen Lebens. Femizid scheint etwas zu sein, das uns nicht betrifft. Und doch nehmen „Meldungen über Ehemänner, die ihre Frauen erstechen, erschießen, erwürgen, verbrennen, zerstückeln oder in Säurefässer versenken“ (S. 151) erschreckend zu.

Jasmin Schreiber hat hier ein unglaublich wichtiges und zutiefst berührendes Buch geschrieben. Allein der Aufbau verdient für mich fünf Sterne: In wechselnden Perspektiven kommen unterschiedliche Figuren zu Wort, sogar Emma selbst erzählt von ihrem Leben mit einem Mann, dem sie es nie recht machen kann, der sie kontrolliert und vor der gemeinsamen Tochter bloßstellt.

Besonders beeindruckt haben mich die drei Kapitel aus der Sicht von Emmas Eltern sowie von Liv, die sich mit der quälenden Frage beschäftigen: Was wäre gewesen, wenn ich besser zugehört und nachgefragt hätte?

Fazit:
Nein, es ist kein Weihnachtsbuch. Aber Weihnachten ist ja auch bald schon wieder vorbei und dann lest dieses Buch UNBEDINGT.
Ein großes #Highlight und eine eindringliche Leseempfehlung!
5+/5

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Veröffentlicht am 10.12.2025

Einfach genial!

Das wirkliche Leben
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DAS WIRKLICHE LEBEN
Adeline Dieudonné
ET: 24.4.20

backlicht 12für2025 #subabbau

Im Zentrum steht ein junges Mädchen, das mit seinen Eltern und ihrem kleinen Bruder in einer unscheinbaren Vorstadtsiedlung ...

DAS WIRKLICHE LEBEN
Adeline Dieudonné
ET: 24.4.20

backlicht

12für2025 #subabbau

Im Zentrum steht ein junges Mädchen, das mit seinen Eltern und ihrem kleinen Bruder in einer unscheinbaren Vorstadtsiedlung lebt. Der Vater, ein leidenschaftlicher Großwildjäger, beherrscht das Haus mit Gewalt und Unberechenbarkeit. Die Mutter hat sich in stumme Passivität zurückgezogen und bietet kaum Halt.
Ein traumatisches Erlebnis verändert das fragile Gleichgewicht der Familie und trifft vor allem den Bruder schwer. Während er sich immer weiter verliert, beginnt die Erzählerin behutsam, aber entschlossen nach einem Ausweg zu suchen. Bildung, Neugier und ein wachsender Wille zur Selbstbestimmung werden zu ihrem Rettungsanker.

Dieses Buch trifft wie ein Schlag in die Magengrube. Die Geschichte zeigt ungeschönt, wie brüchig Sicherheit sein kann, wenn Gewalt zur Normalität wird. Gleichzeitig spürt man die Klarheit und innere Stärke, mit der das Mädchen durch all den Schrecken navigiert.
Ihre Beobachtungen sind präzise, oft schmerzhaft, aber niemals hoffnungslos. Sie hält trotz allem an der Vorstellung fest, dass ihr Leben mehr sein kann als das, was die vier Wände ihres Elternhauses vorgeben.

Dieudonné schreibt schnörkellos und ohne Effekthascherei. Die Gewalt dient nie als Selbstzweck, sondern zeigt, wie sie Räume, Beziehungen und Identitäten formt. Man spürt die Enge, die permanente Anspannung – und ebenso den stillen Widerstand der Erzählerin.
Besonders eindrucksvoll ist ihre Entwicklung: leise, konsequent und getragen von einem Freiheitsdrang, der sich nicht unterdrücken lässt.

Fazit:
Ein hartes, mutiges, eindrucksvolles Buch, das lange nachwirkt und zeigt, dass Überleben mehr bedeutet als bloß durchzuhalten. Große Leseempfehlung! Highlight!
5+/5

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Veröffentlicht am 29.11.2025

So Cool!

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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DER TAG, AN DEM MAX DREIMAL INS AUTO GEKOTZT HAT
Marc-Uwe Kling
ET: 29.9.25

Braucht ihr gerade etwas, das eure Laune hebt? Etwas gegen dunkle ungemütliche Regentage? Dann schnappt euch unbedingt dieses ...

DER TAG, AN DEM MAX DREIMAL INS AUTO GEKOTZT HAT
Marc-Uwe Kling
ET: 29.9.25

Braucht ihr gerade etwas, das eure Laune hebt? Etwas gegen dunkle ungemütliche Regentage? Dann schnappt euch unbedingt dieses Hör- oder Buch. Ich habe so gelacht, dass mir die Tränen herunterliefen.

Worum geht’s?
Großtante Ilse heiratet. Mal wieder – zum vierten Mal!
Niemand hat Lust, extra dafür bis nach Wuppertal zu fahren, und entsprechend knistert die Stimmung im Auto.
Nur Tiffany, acht Jahre alt, ist gut drauf und voller Vorfreude.

Mama ist genervt, weil sie wieder alles alleine packen musste. Die große Schwester ist mies drauf „wegen der Hormone“ – was genau das heißen soll, weiß Tiffany nicht. Vielleicht gibt es ja ein Mädchen in der Klasse, das so heißt – sie kennt nur eine Simone, die ist in ihrer Klasse.
Bruder Max sieht aus, als wäre er in der Nacht überfahren worden. Er war „feiern“, sagt Mama. Die große Schwester murmelt aber irgendwas von „kleiner Feigling“ – vielleicht eine Mutprobe, denkt Tiffany.
Und Papa? War eigentlich fröhlich. Bis er den vom Chef ausgeliehenen Transporter beim Ausparken gegen die Mülltonne gefahren hat, was nun einen riesigen Kratzer auf der rechten Seite zur Folge hat.

Ich könnte euch noch so viel über dieses Chaos erzählen, aber am besten lest ihr es einfach selbst. Es macht einfach richtig Spaß.

Fazit:
Ein großartig witziges Familienbuch, das einfach gute Laune macht.
5+/5

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Veröffentlicht am 27.11.2025

Highlight!

Scheidung
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„Es ist doch merkwürdig, wie die Anwesenheit eines Menschen so viel Raum einnehmen kann. Als ob Niklas’ Unsichtbarkeit sie von jeder Wand anstarrt. Eigentlich auch kein Wunder nach einem ganzen gemeinsamen ...

„Es ist doch merkwürdig, wie die Anwesenheit eines Menschen so viel Raum einnehmen kann. Als ob Niklas’ Unsichtbarkeit sie von jeder Wand anstarrt. Eigentlich auch kein Wunder nach einem ganzen gemeinsamen Leben.“ (S. 106)

SCHEIDUNG
Moa Herngren
ET: 14.6.24

Nachdem mich „Schwiegermutter“ so begeistert hat, wollte ich unbedingt den Vorgänger „Scheidung“ lesen – und ich kann vorwegnehmen: es lohnt sich absolut!

mustread

highlight

Bea und Niklas sind seit 32 Jahren verheiratet und kennen sich ihr Leben lang. Aus einer tiefen Freundschaft entstand damals Liebe, nachdem Beas Bruder sich das Leben nahm. Heute leben sie mit ihren jugendlichen Zwillingen in einer schönen Wohngegend, und Niklas ist Chefarzt einer Kinderklinik.

Der jährliche Urlaub führt die Familie traditionell nach Hogreps auf Gotland, ins Ferienhaus seiner Eltern. Bea liebt das Meer und die Gesellschaft der Familie – ein anderer Urlaubsort kommt für sie nicht infrage. Doch als Niklas vergisst, die Fährtickets zu besorgen, eskaliert ein Streit, und er verlässt die Wohnung.

Bea fühlt sich im Recht, hinterfragt ihr Verhalten nicht – obwohl Niklas tagelang nicht zurückkehrt. Erst als sie mit den Mädchen nach Gotland fährt und Niklas nicht auftaucht, wird ihr klar, dass etwas Grundlegendes schiefläuft.

Das Besondere an diesem Buch ist nicht nur Moa Herngrens flüssiger, einnehmender Schreibstil, sondern auch der raffinierte Aufbau. Im ersten Teil erleben wir alles aus Beas Sicht – man kann nicht anders, als mit ihr zu fühlen (gut, dass Taschentücher griffbereit waren). Im zweiten Teil hören wir Niklas’ Perspektive – und plötzlich versteht man ihn vollkommen. Hatte Bea ihm nie wirklich zugehört? Im letzten Teil wechseln die Perspektiven ab, ohne dass ich mehr verraten möchte.

Moa Herngren hat sich mit diesem Buch in mein Herz geschrieben. Beide Bücher, die ich von ihr gelesen habe, sind absolute Highlights.

Fazit:
Drama ja, Kitsch nein. Ein fantastisches Buch, das ich jedem ans Herz lege – aber haltet besser Taschentücher bereit!
Unbedingt lesen!
5+/5

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