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Veröffentlicht am 02.05.2026

Fesselnder Provence Krimi mit einzigartigem Flair

Tödliches Déjà-vu
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Tödliches Déjà vu ist für mich der bisher stärkste Band der Campanard Reihe. René Anour verbindet erneut eine atmosphärische Provence Kulisse mit einem ungewöhnlichen Fall rund um das mysteriöse Sterben ...

Tödliches Déjà vu ist für mich der bisher stärkste Band der Campanard Reihe. René Anour verbindet erneut eine atmosphärische Provence Kulisse mit einem ungewöhnlichen Fall rund um das mysteriöse Sterben und Verschwinden von Bienen. Schon der Einstieg ist spannend. Die exzentrische Imkerin Jeanne Marceaux und ihre fast magische Verbindung zu ihren Bienen wirken sofort faszinierend und rätselhaft. Als sie kurz darauf unter dramatischen Umständen stirbt, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung, die bis zum Schluss fesselt.

Commissaire Campanard bleibt wie gewohnt sympathisch, eigenwillig und menschlich. Man begleitet ihn gern durch Grasse, durch Lavendelfelder und kleine Gassen, während sich langsam ein komplexes Puzzle aus Umweltfragen, menschlichen Abgründen und persönlichen Motiven zusammensetzt. Besonders gelungen ist, wie feinfühlig Anour das Thema Bienensterben in die Handlung einwebt, ohne je belehrend zu wirken.

Das Hörbuch selbst ist ein Genuss. Stefan Kaminski verleiht jeder Figur eine eigene Note, ohne zu übertreiben. Seine warme, präzise Erzählweise passt ideal zur Mischung aus Spannung, Lokalkolorit und leiser Melancholie, die diese Reihe auszeichnet.

Fazit Ein kluger, atmosphärischer Krimi mit einer aussergewöhnlichen Idee, starken Figuren und einem Setting, das man förmlich riechen und schmecken kann. Für Fans der Provence Reihe ein Muss und für Neueinsteiger ein sehr guter Startpunkt.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Weinregion Rheingau: Tradition trifft Innovation

Weinbar. Essbar. Wanderbar: Rheingau
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Ich arbeite in der Weinbranche und habe bereits viele Weinkellereien und Weingüter im In- und Ausland besucht. Trotzdem hat mich dieses Buch über den Rheingau sofort gefesselt. Es vermittelt die landschaftliche ...

Ich arbeite in der Weinbranche und habe bereits viele Weinkellereien und Weingüter im In- und Ausland besucht. Trotzdem hat mich dieses Buch über den Rheingau sofort gefesselt. Es vermittelt die landschaftliche Schönheit zwischen Rhein und Taunus, die Geschichte der Region und die moderne Dynamik des Weinbaus auf eindrucksvolle Weise. Besonders faszinierend ist die Darstellung der jungen Winzerinnen und Winzer, die Tradition und Innovation miteinander verbinden. Man spürt ihre Experimentierfreude, ihre Kreativität und die Leidenschaft, mit der sie neue Weinkonzepte umsetzen. Dabei zeigt das Buch, dass der Rheingau weit mehr zu bieten hat als Riesling. Innovative Vinotheken, mutige Ideen und hochwertige Weinkreationen jenseits des Klassikers spiegeln eine Region, die sich bewusst weiterentwickelt, ohne ihre Identität zu verlieren. Die Texte sind informativ und flüssig geschrieben, sodass man beim Lesen fast selbst durch die Weinberge wandert. Für alle, die sich für Wein, Genuss und regionale Kultur interessieren, ist dieses Werk eine inspirierende Lektüre. Es öffnet den Blick für neue Facetten des Weinbaus und macht neugierig, selbst einmal die Weingüter zu besuchen und die beschriebenen Weine zu verkosten. Ein sehr schönes Buch, das Tradition und Moderne gekonnt verbindet.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Die Breitenbachs kämpfen, wachsen und bleiben unvergesslich.

Der Ahorn und sein Erbe
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Colorado, New Mexico und Berlin, 1928–1929: Die Wirtschaftskrise trifft die Breitenbachs hart. Die Familie steht vor großen Herausforderungen, die Firma gerät ins Wanken, und Felix muss Entscheidungen ...

Colorado, New Mexico und Berlin, 1928–1929: Die Wirtschaftskrise trifft die Breitenbachs hart. Die Familie steht vor großen Herausforderungen, die Firma gerät ins Wanken, und Felix muss Entscheidungen treffen, die alles durcheinanderbringen und ihn vor große Probleme stellen.
Auch Sam und Gracie haben schwierige Wege zu gehen. Sam kämpft gegen falsche Anschuldigungen, beweist dabei aber viel Stärke und bleibt seinem Weg treu. Gracie ringt mit ihrer Identität zwischen zwei Welten und muss lernen, ihren Platz zu finden. Es ist spannend zu verfolgen, wie beide Schritt für Schritt wachsen und Klarheit über ihr Leben gewinnen.
Trotz aller Schwierigkeiten war es wieder wunderschön, bei den Breitenbachs „zu Besuch“ zu sein. Ich habe die Familie richtig ins Herz geschlossen. Besonders Isa beeindruckt mich einmal mehr – ihr Mut und ihr großes Herz sind einfach bewundernswert. Der Moment, in dem sie ein Neugeborenes rettet, hat mich sehr berührt.
Das Buch ist spannend, emotional und voller Höhen und Tiefen. Freude, Wut, Angst und Hoffnung wechseln sich ab, und das Ende ist bittersüss, aber schön. Für mich ein rundum gelungenes Leseerlebnis – absolute Empfehlung!

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Ein Buch das unter die Haut geht!

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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Nach dem Zweiten Weltkrieg wird mitten in Deutschland ein Junge gefunden, der nichts über sich und seine Herkunft weiss. Hartmut wächst in einem streng geführten katholischen Kinderheim auf, wo Ordnung ...

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird mitten in Deutschland ein Junge gefunden, der nichts über sich und seine Herkunft weiss. Hartmut wächst in einem streng geführten katholischen Kinderheim auf, wo Ordnung und Zucht den Alltag bestimmen. In Margret, einer älteren Kriegswaisen, findet er eine sanfte Stütze, behutsam, beharrlich und zugleich stark.
Die beiden Protagonisten bilden ein unsichtbares Band, das ihnen Halt gibt, auch wenn die Welt um sie herum zerfällt. Ihre Bitte um Nähe wird zu einem stillen Versprechen: Wir bleiben zusammen. Gleichzeitig sehnen sie sich nach Normalität, die durch die Narben der Vergangenheit hindurch leuchtet. Gemeinsam bewältigen sie Trauer, Schuldgefühle und die Frage, wie viel Nähe Heilung braucht.
Die Erzählung wird zu einem intimen Gespräch mit der Vergangenheit, sondern mit feinem Gespür für Nuancen berührt. Langfristige Folgen der Erlebnisse werden durch stille Beobachtungen, kleine Gesten und das beharrliche Zusammenhalten sichtbar.
Inhaltlich bleibt die Geschichte trotz schmerzlicher Themen warm, getragen von der Loyalität zwischen Hartmut und Margret. Es geht um Verlust, Trauer und die beharrliche Suche nach Nähe, auch jenseits der Schatten der Vergangenheit.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Ein Buch, das berührt und gleichzeitig fesselt.

Miss Emily und die Schatten der Vergangenheit
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Der dritte Fall von Miss Emily hat mich sofort gepackt. Cornwall im Winter 1906 wirkt zugleich wunderschön und unheimlich – eine Mischung, die die Stimmung des Buches perfekt einfängt. Während alle voller ...

Der dritte Fall von Miss Emily hat mich sofort gepackt. Cornwall im Winter 1906 wirkt zugleich wunderschön und unheimlich – eine Mischung, die die Stimmung des Buches perfekt einfängt. Während alle voller Freude auf den Besuch des Königspaars warten, spürt man schon früh, dass etwas Dunkles über Higher Barton liegt.

Als der Kammerherr Walter Collins tot in der Badewanne gefunden wird, ist der Schock gross. Die Vorstellung, wie er dort mit einem Toaster liegt, ist traurig und verstörend. Emily spürt instinktiv, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt. Ihre Entschlossenheit, trotz Widerstand und Schweigen im Haus nach der Wahrheit zu suchen, macht sie sehr sympathisch und berührend.

Man fühlt mit ihr, wenn sie Hinweise findet, enttäuscht wird oder plötzlich spürt, dass sie selbst in Gefahr sein könnte. Walter Collins war nicht nur ein höflicher Diener, hinter ihm steckt ein Mensch mit Träumen, Fehlern und vielleicht auch Feinden. Je mehr Emily über ihn erfährt, desto deutlicher wird, wie tragisch sein Schicksal ist.

Die Autorin schafft es, Wärme und Spannung zu verbinden: festliche Weihnachtsvorbereitungen auf der einen Seite, Angst, Geheimnisse und Misstrauen auf der anderen. Diese Mischung macht das Lesen sehr fesselnd.

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