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Veröffentlicht am 14.12.2025

Erster Band einer dystopischen Romantasy-Reihe, der sich nicht verstecken muss!

To Cage a Wild Bird
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"Ich schätze, wer so närrisch ist, einen wilden Vogel einzusperren, sollte nicht damit rechnen, dass der Vogel im Käfig singt."

Inhalt:

To Cage a Wild Bird entführt uns in das brutale Gefängnis Endlock ...

"Ich schätze, wer so närrisch ist, einen wilden Vogel einzusperren, sollte nicht damit rechnen, dass der Vogel im Käfig singt."

Inhalt:

To Cage a Wild Bird entführt uns in das brutale Gefängnis Endlock in der Welt von Dividium. Hier dürfen die reichen Bürger der Oberschicht die Gefangenen nicht nur aus Vergnügen jagen, sondern auch töten. Als der Bruder unserer Protagonistin Raven dort landet, riskiert sie alles, um ihn zu retten und verliert dabei sogar ihr Herz.

Meine Eindrücke:

Das dystopische Setting sowie die düstere und bedrückende Atmosphäre waren für mich sehr gut umgesetzt. Dividium ist eine grausame und ungerechte Welt, in der Reiche über die Armen herrschen - deshalb habe ich zwischendurch auch öfter Parallelen zu Hunger Games, Divergent, Squid Game oder auch Westworld ziehen können.

Der Prolog beginnt direkt während einer Jagdszene mit der toughen 23-jährigen Kopfgeldjägerin Raven, die sich im untersten der 3 Sektoren um ihren 5 Jahre jüngeren Bruder Jed kümmert. Vor allem mochte ich an Raven ihre starke, kluge sowie sarkastische und zynische Art ihren Mitmenschen gegenüber. Durch die Erzählung aus ihrer Perspektive ließ sich ihre Gefühlslage samt ihrer inneren Konflikte sehr gut nachvollziehen. Die Sorge um ihren Bruder gibt ihrem Charakter zusätzlich zu ihrer äußerlich wirkenden harten Schale ein warmes Herz und macht ihr Handeln authentisch.

Der sich langsam aufbauende Found Family Vibe im Gefängnis verleiht der brutalen Story zwischendurch immer mal die notwendige Wärme, um nicht nur Negatives zu fühlen.
Sowohl Raven als auch Vale nehmen dabei eine moralisch komplexe Rolle ein, was sowohl in der Story als auch zwischen den Beiden eine gute Tension aufbaut. Es gab zwar auch zwei spicy Szenen, aber gerade die erstere davon fand ich etwas unpassend und zudem habe ich auch schon Bessere gelesen.

Bei Dystopien lassen sich immer wieder Parallelen zu unserer Realität sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart ziehen, weshalb ich solche Bücher einfach gerne lese.
Deshalb war auch To Cage A Wild Bird für mich ein Buch, was mich sehr gut unterhalten hat - mit einem super flüssigen Schreibstil, der an manchen Stellen wirklich fesselnd wirkte. Zwischendurch gab es mal einige kleinere Längen und einige Charaktere sind mir insgesamt noch etwas zu blass geblieben, was aber Potenzial für die Folgebände bietet. Vor allem Ravens authentische Charakterentwicklung sowie das düstere Setting und der packende Endteil waren für mich definitiv große Pluspunkte dieser Story.

Zitate:

"Einhundertsiebenundzwanzig. So viele Leben hatte ich über die Jahre gegen einen vollen Magen getauscht."

"Unterschätze nicht, wie motivierend Rachsucht sein kann. Sie macht die Leute gefährlich und irrational."

"Mein Herz flatterte wie ein verängstigter Vogel, der mit den Flügeln gegen den Käfig meiner Rippen schlug."

"Du bist es wert, gerettet zu werden, kleines Vögelchen."

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Romace mit Suspense, Found Family und etwas Spice ohne oberflächliche Charaktere

Queens Cartel (Band 1) - With All Your Scars
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"Und die größte Freiheit in unserer Welt erreicht man durch Geld."

Queens Cartel - With all your scars handelt vom Bandenkrieg zwischen dem Queens Cartel und den Black Dragons in Leeds sowie einer sich ...

"Und die größte Freiheit in unserer Welt erreicht man durch Geld."

Queens Cartel - With all your scars handelt vom Bandenkrieg zwischen dem Queens Cartel und den Black Dragons in Leeds sowie einer sich entwickelnden Romanze der Medizinstudentin Florie mit dem Gangsterboss Cillian.

Aufgrund der angepriesenen Peaky Blinders Vibes bin ich auf dieses Buch gestoßen. Allerdings hat es dadurch nicht ganz meine Erwartungen erfüllt, weil hier die Romantik im Vordergrund steht und nicht das düstere Gangleben wie es bei Peaky Blinders der Fall ist.

Was mir gefiel, waren die beiden unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten Florie und Cillian aus der Ich-Perspektive. Florie ist eine fleißige, ehrgeizige und wissbegierige Medizinstudentin, die wirklich zu beneiden ist, weil sie ihre berufliche Erfüllung gefunden hat. Cillian hingegen ist ein sehr intelligenter und verschlossener Charakter, der dennoch anziehend und geheimnisvoll wirkt.

Beide Charaktere erlangen im Laufe der Story eine Tiefe, die ich anfangs so nicht erwartet hätte. Weiterhin sind die inneren Konflikte der beiden nachvollziehbar dargestellt.
Obwohl Florie sehr klug und mutig ist, lässt ihre Entschlossenheit sowie ihre Dickköpfigkeit sie manchmal auch unüberlegt und leichtsinnig handeln. Trotzdem wächst sie nach und nach an ihren Herausforderungen und bleibt authentisch.
Ähnlich ist es mit Cillian, der im Storyverlauf eine für mich noch interessantere Entwicklung zeigt.
Auch die Nebenfiguren waren charakteristisch beschrieben und sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen.

Anfänglich hat mir tatsächlich die Spannung und das Interesse an der Story noch etwas gefehlt, was sich aber ca. nach dem ersten Drittel gewendet hat und die Handlung nahm endlich Fahrt auf. Vor allem die fragwürdigen Moralvorstellungen der unterschiedlichen Parteien haben mir gefallen, weil die Welt nicht immer nur schwarz und weiß gezeichnet wird.
In meinen Augen war auch das Slow-Burn-Element passend umgesetzt und der Found Family Vibe hat der Story zusätzliche Wärme und Emotion verliehen.
Zudem haben der sehr flüssige Schreibstil und die angenehmen Kapitellängen mein Leseerlebnis positiv beeinflusst.

Auch wenn ich anfänglich etwas anderes von der Story erwartet habe und sie mir insgesamt gesehen etwas zu weich und zu wenig düster war, hat mich das Buch trotzdem gut unterhalten und ich kann es all denen empfehlen, die auf Romanzen mit Suspense stehen.
Schade, dass Band 2 sich nicht wieder mit Florie und Cillian beschäftigen wird, sonst hätte ich den Fortsetzung sicherlich auch gelesen.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Kranker und perfider Thriller, der unter die Haut geht - nichts für schwache Nerven!

Safe Space
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"Ich suche Heilung am einem Ort, dem die Gefahr aus jeder Pore strömt, und weiß am Ende doch nicht sicher, ob mein Plan überhaupt aufgehen wird."

Der Schreibstil hat mir direkt zugesagt. Schon im Prolog ...

"Ich suche Heilung am einem Ort, dem die Gefahr aus jeder Pore strömt, und weiß am Ende doch nicht sicher, ob mein Plan überhaupt aufgehen wird."

Der Schreibstil hat mir direkt zugesagt. Schon im Prolog ist die Rede vom Tod und der Psyche mit wissenschaftlichen Fakten, die zum Nachdenken anregen. Ich mag es, wenn man als Leser direkt in die Handlung mit einbezogen und darauf eingestimmt wird. Genau das macht einen Psychothriller noch unheimlicher.

Wir erleben zuerst die forensische Psychologin Anna, die etwas zu verbergen scheint, aus der Ich-Perspektive bei ihrer Arbeit in der JVA.
Weiterhin treffen wir auf eine zweite Perspektive (Leon), dessen Handlungsstrang mit Erinnerungen/Rückblenden ausgestattet ist, was mir gut gefiehl, weil es Abwechslung in die Story gebracht hat. Zudem mag ich es, wenn die Erzählung aus mehreren Perspektiven erfolgt, weil es die Spannung erhöht und man ständig rätselt, wie deren Handlungsstränge zusammengeführt werden.

Zugegeben, der Fortgang nach der Leseprobe war für mich nicht direkt soghaft. Aber ab Kapitel 10 war ich gefesselt. Im Laufe der Story bin ich wirklich so viele Theorien im Kopf durchgegangen, habe hin und her spekuliert und wurde am Ende trotzdem wieder überrascht.
Annas innere Zerrissenheit sowie die Gefühlslage der Charaktere sind so gut dargestellt, dass ich mich beim Lesen manchmal richtig unwohl gefühlt habe und auch gar nicht mehr wusste, was von dem Gelesenen ich glauben soll und kann.

Dieser Thriller ist wirklich sehr intensiv, aufwühlend und hat eine beklemmende Atmosphäre - also nichts für schwache Gemüter.
Es ist kein Buch, was man einfach nebenbei mal so „wegliest“ - sondern eines, das fordert, nachdenklich macht und tief bewegt.
Trotzdem hat es mich leider nicht zu 100% gecatcht. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich mit keinem der Charaktere so wirklich komplett sympathisieren konnte und es mir zwischendurch doch ab und zu etwas langatmig vorkam. Dennoch aber ein fesselnder und spannender Psychothriller!

Zitate:

"Was also, wenn deine ganze Welt mit allem, was du geglaubt und gefühlt hast, in Schutt und Asche gelegt wird, bevor sie in Schwärze untergeht?"

"Das Böse ist selten sichtbar, zumindest nicht auf den ersten Blick."

"Wer fragt, der führt."

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2025

Kranker und perfider Thriller, der unter die Haut geht - nichts für schwache Nerven!

Safe Space
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"Ich suche Heilung am einem Ort, dem die Gefahr aus jeder Pore strömt, und weiß am Ende doch nicht sicher, ob mein Plan überhaupt aufgehen wird."

Der Schreibstil hat mir direkt zugesagt. Schon im Prolog ...

"Ich suche Heilung am einem Ort, dem die Gefahr aus jeder Pore strömt, und weiß am Ende doch nicht sicher, ob mein Plan überhaupt aufgehen wird."

Der Schreibstil hat mir direkt zugesagt. Schon im Prolog ist die Rede vom Tod und der Psyche mit wissenschaftlichen Fakten, die zum Nachdenken anregen. Ich mag es, wenn man als Leser direkt in die Handlung mit einbezogen und darauf eingestimmt wird. Genau das macht einen Psychothriller noch unheimlicher.

Wir erleben zuerst die forensische Psychologin Anna, die etwas zu verbergen scheint, aus der Ich-Perspektive bei ihrer Arbeit in der JVA.
Weiterhin treffen wir auf eine zweite Perspektive (Leon), dessen Handlungsstrang mit Erinnerungen/Rückblenden ausgestattet ist, was mir gut gefiehl, weil es Abwechslung in die Story gebracht hat. Zudem mag ich es, wenn die Erzählung aus mehreren Perspektiven erfolgt, weil es die Spannung erhöht und man ständig rätselt, wie deren Handlungsstränge zusammengeführt werden.

Zugegeben, der Fortgang nach der Leseprobe war für mich nicht direkt soghaft. Aber ab Kapitel 10 war ich gefesselt. Im Laufe der Story bin ich wirklich so viele Theorien im Kopf durchgegangen, habe hin und her spekuliert und wurde am Ende trotzdem wieder überrascht.
Annas innere Zerrissenheit sowie die Gefühlslage der Charaktere sind so gut dargestellt, dass ich mich beim Lesen manchmal richtig unwohl gefühlt habe und auch gar nicht mehr wusste, was von dem Gelesenen ich glauben soll und kann.

Dieser Thriller ist wirklich sehr intensiv, aufwühlend und hat eine beklemmende Atmosphäre - also nichts für schwache Gemüter.
Es ist kein Buch, was man einfach nebenbei mal so „wegliest“ - sondern eines, das fordert, nachdenklich macht und tief bewegt.
Trotzdem hat es mich leider nicht zu 100% gecatcht. Das lag wahrscheinlich daran, dass ich mit keinem der Charaktere so wirklich komplett sympathisieren konnte und es mir zwischendurch doch ab und zu etwas langatmig vorkam. Dennoch aber ein fesselnder und spannender Psychothriller!

Zitate:

"Was also, wenn deine ganze Welt mit allem, was du geglaubt und gefühlt hast, in Schutt und Asche gelegt wird, bevor sie in Schwärze untergeht?"

"Das Böse ist selten sichtbar, zumindest nicht auf den ersten Blick."

"Wer fragt, der führt."

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Fae-Romantasy mit tollem Schreibstil

To Carve a Fae Heart - Fair Isle 1
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"Selbst der anmutigste Fae kann einem das Herz aus dem Leib reißen, ehe man sich versieht."

Jede junge Frau träumt davon, das Herz eines Fae-Königs zu erobern. Außer Evie. Sie würde ihm das Herz lieber ...

"Selbst der anmutigste Fae kann einem das Herz aus dem Leib reißen, ehe man sich versieht."

Jede junge Frau träumt davon, das Herz eines Fae-Königs zu erobern. Außer Evie. Sie würde ihm das Herz lieber herausschneiden.

"To carve a fae heart" beginnt mit einem schönen leichten Monolog als Einstieg, der den Leser ideal auf die neue Welt vorbereitet.
Gerade durch diesen sehr starken Beginn hat mich das Buch von der ersten Seite an gefesselt!
Im Laufe der Story gab es für mich allerdings einige vorhersehbare Plottwists sowie ein paar kleinere Längen und der Reiz ist etwas verflogen.
Der Schreibstil hingegen ist durchgehend sehr lebhaft, abwechslungsreich, witzig und entführt uns in einem angenehmen Tempo in eine ganz neue Welt. Weiterhin gefiel mir, dass die Story nicht nur geradlinig verläuft sondern auch hier und da mal abweicht und der Leser währenddessen wieder einige Hinweise vergisst. Am Ende sind tatsächlich auch ein paar Fragen in meinem Kopf geblieben und wir stehen vor einem offenen Ende, was neugierig auf Band 2 macht.

Da unsere Protagonistin Evie ein Mensch ist und aufgrund der Erzählung aus ihrer Ich-Perspektive kann man sich ideal in sie hineindenken. Ihren starken Charakter mochte ich sehr genauso wie ihre mutige, freche, sarkastische und direkte Art. 🤩 Ihre ältere Schwester Amelie ist das genaue Gegenteil: verträumt, naiv und etwas oberflächlich. Aber gerade durch diese Gegensätzlichkeit ergänzen sich die Beiden perfekt. Nur Evie wurde mir im weiteren Verlauf etwas zu naiv für ihren anfänglich sehr starken Charakter.

Auch die Nebencharaktere sind sehr verschieden und wirken echt. Vor allem Foxglove wurde mir immer sympathischer durch seine lockere Art. Aspen und Cobalt sind jedoch Mysterien, welche im Laufe der Story nach und nach entschlüsselt werden.

Die gegenseitigen Vorurteile von Fae und Menschen sind wie im echten Leben: Jede Münze hat zwei Seiten. Passend fand ich in diesem Zusammenhang, dass auch politische Konflikte und die Hintergründe zur "Ernte" dargestellt wurden.

"To carve a fae heart" war für mich zwar kein Highlight aber trotzdem eine solide Romantasy (ohne Spice). Alles in allem, empfand ich es als eine interessante neue Welt, eine unterhaltsame Story sowie eine super flüssige Erzählweise.
Ich könnte mir vorstellen, dass Band 2 und 3 mich noch mehr abholen, weil die Story mehr Tiefgang bekommt und ggf. düsterer wird.


Zitate:

"Eine Frau kann nicht immer nur vernünftig sein, nicht wahr?"

"Die Magie von gestern ist die Wissenschaft von heute."

"Eine Operation ist das reinste Wunder."

"Die Liebe zwischen einem Menschen und einem Fae ist eine flüchtige Sache. Sie ist betörend, aber zerstörerisch."

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