Freud und Leid in der Grafschaft Meißen
Mit dem 2. Band der Silberbaum-Trilogie „Der Silberbaum – Das Ende der Welt“ entführt die Autorin Sabine Ebert ihre Leserschaft erneut in das 13. Jahrhundert.
Der Meißner Fürst Markgraf Heinrich führt ...
Mit dem 2. Band der Silberbaum-Trilogie „Der Silberbaum – Das Ende der Welt“ entführt die Autorin Sabine Ebert ihre Leserschaft erneut in das 13. Jahrhundert.
Der Meißner Fürst Markgraf Heinrich führt seine Grafschaft klug und besonnen, doch von außen drohen nicht nur mordende Horden aus dem Osten, sondern auch Uneinigkeit zwischen der geistlichen und der weltlichen Obrigkeit. Der Papst setzt den Stauferkaiser Friedrich II. ab, doch Markgraf Heinrich steht fest an der Seite seines in seinen Augen einzig legitimen Herrschers. Missgunst, Verrat und kriegerische Auseinandersetzungen prägen diese Jahre.
Das Cover dieses historischen Romans passt sehr gut zum Band 1 und zeigt einen kleinen Einblick darin, welche Thematik man vor sich hat.
Der Autorin gelingt wie in all ihren Romanen ein flüssiger Schreibstil, der die Leserschaft direkt in ihren Bann zieht. Die geschaffene Atmosphäre ist glaubhaft und authentisch. So erlebt man nicht nur die Streitigkeiten der Obrigkeiten sowie das pompöse Leben des Adels, sondern auch das einfache Leben der Menschen im Mittelalter. Wie schnell sich Freud und Leid abwechseln, wird in diesem Roman sehr deutlich.
Natürlich trifft man auch wieder auf alte Bekannte aus der Hebammen-Reihe wie Marthes Sohn Thomas, der Fürst Heinrich mit Rat und Tat zur Seite steht, aber auch dessen Enkel Christian und Enkelin Änne.
An manchen Stellen hatte ich in diesem Roman den Eindruck, dass Geschehnisse etwas zu schnell erzählt wurden. Ich hätte gern ein paar mehr Seiten gehabt, um einzelne Gegebenheiten etwas intensiver mitzuerleben.
Sabine Ebert gelingt es jedoch wieder hervorragend, die Welt und das Leben im Mittelalter zu vermitteln – eine sehr lebendige Geschichtsstunde. Vor allem auch die Stellung der Frau und deren Leid in manch einer Ehe wurde sehr deutlich. Da wird einem beim Lesen immer wieder bewusst, welche Errungenschaften die Frauen in den letzten Jahrhunderten gemeistert haben.
Das Nachwort der Autorin erläutert zum Ende noch einmal sehr anschaulich, welche Dinge der Wahrheit und welche ihrer Fantasie entsprungen sind, wobei man hier sehr gut erkennen kann, dass die Recherche zu diesem Roman sehr intensiv und ausführlich war.
Sehr hilfreich sind auch die dargestellten Karten zur genauen Übersicht, das Personenregister zu Anfang und die Stammbäume der Adelshäuser am Ende des Romans.
Somit hat man mit diesem 2. Teil wieder ein historisch sehr gut recherchiertes Werk vor sich, welches sich für Geschichtsbegeisterte auf jeden Fall lohnt zu lesen.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.