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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2025

Eine Wintergeschichte, die verzaubert

Das Schneeflockenmädchen
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Im Dezember des Jahres 1925 begegnen sich in Rothenburg ob die Tauber auf dem Markt zwei junge Leute: Marie, die mit einem Pferdewagen umherzieht, um Klein und Groß ihre Märchen zu erzählen, sowie Carl, ...

Im Dezember des Jahres 1925 begegnen sich in Rothenburg ob die Tauber auf dem Markt zwei junge Leute: Marie, die mit einem Pferdewagen umherzieht, um Klein und Groß ihre Märchen zu erzählen, sowie Carl, der Zuckerwatte verkauft. Beide scheinen vor etwas aus ihrer Vergangenheit zu fliehen, beiden ist jedoch die große Begeisterung für ihren Job gemeinsam, mit dem sie die Herzen vor allem der Kinder erfreuen möchten.

Gerade in der Adventszeit ist dieses Buch eine wunderbare und empfehlenswerte Lektüre, einer der schönsten Winterromane, die ich je gelesen habe! Von den beiden jungen Leuten geht so viel Herzenswäme aus, dass man sich richtig in die Geschichte hineinkuscheln möchte. Die Schlichtheit und die große Freude auch an einfachen Dingen bringt einen in der hektischen Zeit hier mal wieder angenehm auf den Boden der Tatsachen zurück, sowohl die Umgebung, als auch das einfache Leben der fahrenden oder wandernden Marktbeschicker ist hier so wunderbar gelungen, dass ich mich richtig verzaubert gefühlt habe. Eine wunderschöne Geschichte für gemütliche Stunden, aus der ich am Ende nur ungern wieder aufgetaucht bin!

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Das ist der Stoff, aus dem atemberaubende Thriller gestrickt sind

Safe Space
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Nach "Happy end" hat uns die Autorin mit "Safe space" Ihr zweites Buch, wiederum einen Thriller, vorgelegt, der dem schon großartigen Debütroman in nichts nachsteht.
Die forensische Psychologin Anna Salomon ...

Nach "Happy end" hat uns die Autorin mit "Safe space" Ihr zweites Buch, wiederum einen Thriller, vorgelegt, der dem schon großartigen Debütroman in nichts nachsteht.
Die forensische Psychologin Anna Salomon beginnt ihre neue Stelle in einem Hochsicherheitsgefängnis, nicht ohne Hintergrund, sucht sie doch nach dem Mörder ihrer vor einigen Jahren verschwundenen Schwester Sina, den sie aufgrund einiger Anhaltspunkte in genau diesem Gefängnis vermutet und ausfindig machen möchte.
In einem zweiten Handlungsstrang lesen wir Sinas Tagebuch, die in eine toxischen Beziehung zu ihrem Freund führt.

Dieser Thriller hat mich von Beginn an gefesselt. Die Enge des Gefängnisses, das Verhalten der Insassen sowie Sinas Aufzeichnungen haben mir so manches Mal ein richtiges Gänsehautgefühl verursacht. Gelungen fand ich auch die Ambivalenz zwischen Annas professionellem Verhalten und der privaten Anna, die in Bezug auf die Suche nach dem Mörder ihrer Schwester auch schnell mal (verständlicherweise) ihre Professionalität und dadurch auch den objektiven Blick auf die Dinge verliert.
Großartig, wie die Autorin geschickt falsche Fährten legt, um diese kurze Zeit später wieder zu zerstreuen, danach wieder andere Verdächtige ins Spiel bringt. So hatte ich lange Zeit die falschen Personen im Visier, um am Ende mit der sehr schlüssigen Auflösung total überrascht zu werden, der Gänsehautmoment schlechthin!
Thrillerfans kann ich diesen Roman wärmstens ans Herz legen, ängstliche Gemüter mögen vorher ihre Wohnung gut verschließen! Gerne mehr von dieser Autorin!

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Verbunden fürs Leben

Lebensbande
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Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion ...

Das Buch umfasst eine Zeitspanne vom zweiten Weltkrieg bis zum Mauerfall, in der wir die Geschichte der drei Frauen Lotte, Lene und Nora erfahren und die uns vom Niederrhein bis in die damalige Sowjetunion führt, sowie nach dem Mauerfall nach Kühlungsborn an der Ostsee. Erst nach und nach erfahren wir, zum Teil in Rückblenden, wie die Geschichten der Frauen zusammenhängen, schreibtechnisch für mich sehr gut gelöst.
Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten und hat mich direkt in seinen Bann gezogen, zumal die Geschichte zu großen Teilen in meiner Heimat spielt und ich natürlich einige beschriebene Örtlichkeiten direkt wiedererkannt habe. Die Autorin hat einen sehr fesselnden und mitreissenden Schreibstil, die Zerrissenheit der Figuren, aber auch ein tiefes Band von Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt wurde hier sehr gut transportiert. Einige Abläufe im "kleinen Grenzverkehr" kannte ich bereits aus Beschreibungen meiner Eltern, dennoch habe ich hier auch wieder Einiges an Neuem aus der Historie erfahren. Gerne habe ich dieses so interessante Buch gelesen und spreche daher meine volle Leseempfehlung aus!

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Veröffentlicht am 13.11.2025

Düstere Familiengeheimnisse

Das Forsthaus
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Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. ...

Die Journalistin Katharina und ihr Mann, der Architekt Philip, ziehen aus Berlin in den beschaulichen Westerwald, um dort zur Ruhe zu kommen, Katharina erholt sich gerade nur langsam von einer Fehlgeburt. Ohne Absprache mit seiner Frau hat Philip dort gerade das alte heruntergekommene Forsthaus als neuen Familiensitz erworben. Schnell stellt sich heraus, dass dort vor Jahren ein grausamer Mord geschehen ist. Wie hängen die seinerzeit ebenfalls tragischen Geschehnisse um den sogenannten "Engelmacher" damit zusammen, der sich an kleinen Mädchen vergriffen und sie umgebracht hat? Und was zeiht Philip ausgerechnet in diese einsame Gegend?

Dieser Thriller hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen mit seinem absolut fesselnden Schreibstil, der schnell so eine Sogwirkung für mich entwickelt hat, dass ich das Buch kaum beiseite legen konnte. Von Beginn an transportiert die Geschichte eine sehr düstere, fast gruselige Atmosphäre, der man sich nur schwerlich entziehen kann. In wechselnden Zeitebenen, die in den 50er/60er Jahren einerseits und im Jahr 2011 andererseits spielen, wird man allmählich an die Hintergründe der damaligen Tat herangeführt. Dabei habe ich als Leser zwischen Ratlosigkeit und doch auch wieder einigen Verdachtsmomenten geschwankt, um am Ende doch wieder überrascht zu werden. Von dieser Qualität sind Thriller, die ich liebend gerne lese, eine absolute Empfehlung von mir!

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Veröffentlicht am 09.11.2025

Zwischen Pflicht und Liebe

Lübecks Töchter. Der Traum von Bildung und Freiheit
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Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen ...

Zeitlich befinden wir uns im Lübeck der 1870er Jahre. Amelie, eine junge Lehrerin, kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um dort gemeinsam mit ihren Schwestern an deren privatem Pensionat nicht nur Mädchen zu unterrichten, sonder auch ein Lehrerinnenseminar zu gründen. Dieses Ansinnen wird von gewissen Herren der Schulbehörde eher belächelt, es scheint ein steiniger Weg bis zum Ziel zu werden. Die Tatsache, dass Amelie ihren Jugendfreund Richard wiedertrifft, zu dem die Gefühle neu entflammt, macht die Angelegenheit nicht gerade einfacher.

Die Autorin Anna Husen hat uns hier wieder eine wunderbare Geschichte mit einem tatsächlichen historischen Hintergrund präsentiert. Lübeck als Kulisse dieses Romans hat mich genauso begeistert, wie die so schön beschriebenen Beziehungen der Lehrerinnen zu ihren Schülerinnen als auch der Mädchen untereinander. Die jungen berufstätigen Damen hatten es damals wahrlich nicht leicht, wurde von ihnen doch erwartet, dass sie sich eher auf Ehe, Kinder und Haushalt vorbereiten. Das seinerzeit herrschende sogenannte Lehrerinnenzölibat macht hier die so schöne Liebesgeschichte zwischen Amelie und Richard noch mal um so einiges schwieriger. Gerade die junge Lehrerin ist zerrissen zwischen Beruf und persönlichem Glück.

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, ein bereits geplanter Nachfolgeband lässt hoffentlich nicht zu lange auf sich warten!

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