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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.03.2023

Feminismus- eine emotionale literarische Bestandsaufnahme

Einzeller
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🔸Ein dicker, dicker Kloß aus Trauer und Wut sitzt in meiner Brust. Gerade habe ich das Buch nach dem letzten aufwühlenden Kapitel zugeklappt.

Mein Kopf und mein Herz ist übervoll. Von Gedanken, Gefühlen ...

🔸Ein dicker, dicker Kloß aus Trauer und Wut sitzt in meiner Brust. Gerade habe ich das Buch nach dem letzten aufwühlenden Kapitel zugeklappt.

Mein Kopf und mein Herz ist übervoll. Von Gedanken, Gefühlen und Wünschen.

🔸Gertraud Klemms Romane begleiten mich schon viele Jahre und durch verschiedene Lebenssituationen. Schon lange freue ich mich auf ihren neuen Roman „𝗘𝗜𝗡𝗭𝗘𝗟𝗟𝗘𝗥“. Als ich ihn endlich in Händen hielt, waren die Erwartungen groß und auch ein klein wenig Angst enttäuscht zu werden.

🔸In „𝗘𝗜𝗡𝗭𝗘𝗟𝗟𝗘𝗥“ analysiert Klemm den Versuch einer feministischen Utopie: eine WG, nur aus Frauen bestehend, die solidarisch zusammenleben, als Keimzelle für sozialen Wandel. Zusammengebracht werden die Frauen aus verschiedenen Backgrounds und verschiedenen Generationen von Simone, einer Alt-Feministin des öffentlichen Lebens.
Klemm stellt ihrer Simone eine andere Protagonistin gegenüber, die junge Lilly, die das andere Ende auf der feministischen Skala und der Generationen abbildet.

🔸Doch dieses WG-Setting ist nur kurzfristig der Ausgangspunkt für die ganz großen Themen, die Klemm hier aufmacht. Alles vor dem Hintergrund eines Landes, durch das ein Rechtsruck geht, vor dem Hintergrund einer Welt, in der, in immer mehr Ländern die Frauenrechte beschnitten werden, in der Gewalt gegen Frauen zum Alltag gehört.
Die Geschichte entwickelt sich rasant und auch Simone und Lilly gehen durch persönliche Entwicklungen, die ich hier nicht vorweg nehmen will….
Es ist Klemms große Stärke, mit prägnanten Sätzen ganze Sachverhalte auf den Punkt zu bringen, die noch länger in mir nachhallen. Klemms Schreibkunst bewirkt, dass ich Simones Wut fühlen kann, aber auch Lilliys noch so junge Resignation.
Klemm kritisiert mit ihrem Roman ganz deutlich die feministischen Grabenkämpfe der letzten Jahre und benennt die Ursachen aber auch die Konsequenzen.
Ihre Figuren stehen stellvertretend für verschiedene Standpunkte und bieten viele Diskussionsmöglichkeiten.
Für mich besonders interessant war das Themenfeld Mutterschaft und Feminismus, das so viele komplexe Fragen stellt und so wenig Auswege.

🔸Insgesamt ein Roman, der danach schreit, besprochen und diskutiert zu werden, der wütend machen soll und nachdenklich.
Hat bei mir funktioniert und doch dieses Gefühl der Trauer hinterlassen. Eine kleine Resignation?

🔸Eine große Leseempfehlung für diesen großartigen Roman, der mich emotional auf voller Breitseite erwischt hat!

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Veröffentlicht am 21.02.2023

Emotional 🖤

Young Mungo
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🔸Mein Herz ist gerade ein bißchen zerbrochen.
Diese Geschichte, dieses Ende!

Schon als ich dieses Buchcover in den Vorschauen sah, war ich wie elektrisiert. Es liegt so viel Jugendgefühl und Unschuld ...

🔸Mein Herz ist gerade ein bißchen zerbrochen.
Diese Geschichte, dieses Ende!

Schon als ich dieses Buchcover in den Vorschauen sah, war ich wie elektrisiert. Es liegt so viel Jugendgefühl und Unschuld darin, dass ich unbedingt wissen wollte, welche Geschichte dahinter steckt.

🔸Douglas Stuart beschreibt mir in seinem Roman mit unglaublicher Erzählkunst vom Leben des jungen Mungo (benannt nach einem Heiligen), der in einem Arbeiterviertel von Glasgow, Schottland, in den 90ern aufwächst.
Das Milieu, das Stuart beschreibt, ist extrem frauenfeindlich und homophob. Alkoholismus, Gewalt, Kleinkriminalität und Teeenagerschwangerschaften sind an der Tagesordnung. All das Erwähnte finden wir auch in der Familie von Mungo, der anders ist als die anderen. Sanft und friedfertig durchschaut er selten die Gesetzte der Straße, auf der nur der Starke überlebt.
Die Menschen sind durch den ständigen Überlebenskampf und die prekäre Not hart und zynisch geworden. Liebe ist nur eine weitere Währung auf dem umkämpften Markt um Anerkennung und Aufmerksamkeit.
Nur echte Männer haben hier eine Chance und Zugang zu Ressourcen.
In den Augen vieler ist Mungo genau das nicht. Eigentlich möchte er nur seiner Mutter helfen, von ihr geliebt werden und sehnt sich nach der Annerkennung seines Bruders. Schließlich findet er in dem katholischen Nachbarsjungen James einen Gleichgesinnten und sich die beiden freunden sich an.
Die Beschreibungen der unsichern und zärtlich-rohen Annäherung der beiden sind wundervoll.

🔸 Stuart siedelt seinen Roman auf zwei Zeitebenen an, die eine erzählt von Mungo und James, die andere scheinbar zusammenhangslos von einem späteren Angelausflug von Mungo und zwei Freunden seiner Mutter.

Doch der perfide Zusammenhang wird sich erschließen, oh ja! Auf dem Angelausflug zieht Stuart das Tempo der Handlung an, bis ich mit offenen Mund entsetzt das Hörbuch pausieren muss (nur bildlich gesprochen, ich pausiere nie auf Grund der Handlung). Vorherige Anspielungen haben mir schon angedeutet was passieren wird, dennoch bin geschockt von der Heftigkeit und den anschließenden Konsequenzen!

🔸Ich neige nicht zur Sentimentalität, doch Stuart bringt mir seine Figuren so nah, dass ich Mungo und seine Schwester Jodie am liebsten in den Arm nehmen möchte und ihnen ein leckeres Essen kochen möchte, wie ich es auch für meine Kinder tue, wenn wir ein bißchen Seelentrost brauchen.

Eine dicke uneingeschränkte Empfehlung von mir für diesen emotionalen, elektrisierenden und spannenden Roman!

Als Hörbuch ein besonderes Erlebniss, einfühlsam gelesen von Julian Horeyseck

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Veröffentlicht am 20.02.2023

Großartig!

Wovon wir leben
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Als ich die Leseprobe des Romans gelesen hatte, wusste ich sofort, dass ich den Roman lesen will. Überraschend bin ich hier auf ein kleines Lesehighlight gestoßen. Das Thema, das Birgit Birnbacher hier ...

Als ich die Leseprobe des Romans gelesen hatte, wusste ich sofort, dass ich den Roman lesen will. Überraschend bin ich hier auf ein kleines Lesehighlight gestoßen. Das Thema, das Birgit Birnbacher hier behandelt, brennt mir schon seit einiger Zeit auf der Seele. Die Bedeutung und Definition von Arbeit in unserem Leben und die Frage: Wovon leben wir?
Das Wunderbare an dem Roman ist, dass er darauf keine eindeutige Antwort gibt. Birnbacher erkundet in ihrer wunderbar poetischen Sprache verschieden Aspekte, meist ohne eine direkte Wertung.
Es gibt durchaus einen Spannungsbogen, eine Handlung, doch wohin mich diese letztendlich führt, bleibt meiner Interpretation überlassen.

🟡 Das Milieu, in dem Birnbacher ihre Ich-Erzählerin Julia positioniert, ist mir wohlbekannt: ländlich, wo „𝘚𝘵𝘶𝘥𝘦𝘯𝘵 𝘢𝘭𝘴 𝘚𝘤𝘩𝘪𝘮𝘱𝘧𝘸𝘰𝘳𝘵 𝘨𝘪𝘭𝘵“, „𝘚𝘤𝘩𝘸𝘶𝘭𝘴𝘦𝘪𝘯 𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘨ä𝘯𝘨𝘪𝘨𝘦 𝘉𝘦𝘭𝘦𝘪𝘥𝘪𝘨𝘶𝘯𝘨“ und die Geschlechterrollen noch klar abgegrenzt.
Hierher, in ihr Elternhaus, kehr die Erzählerin Julia zurück, nachdem sie ihre Arbeit als Krankenschwester verloren hat und noch dazu lungenkrank ist. Zu Hause dann die Überraschung, ihre Mutter, die ein Leben lang schicksalsergeben die Care-Arbeit der Familie verrichtet hat, hat den Vater verlassen und ist nach Italien durchgebrannt.
Der Vater, von den Segnungen und Bedeutsamkeit seiner Erwerbsarbeit mittlerweile ledig, verlottert zu Hause, nicht willens und nicht fähig einfachste Hausarbeiten für sich zu übernehmen.
Neue Perspektiven erhält die Ich-Erzählerin durch die Bekanntschaft mit einem frisch zugezogenem Städter und ihrer unkonventionell lebenden Freundin Bea.
Die Frage, wovon wir leben, treibt Julia um, womit nicht nur materielles Auskommen gemeint ist. Es ist auch die kleine große Frage nach dem richtigen Leben und wie wir es mit Bedeutung füllen können.
🟡 Ist es die bezahlte Arbeit, die meinem Leben Sinn und Inhalt gibt? Und was ist mit der unbezahlten unsichtbaren Fürsorge Arbeit? Diese Ambivalenz zwischen dem guten Gefühl gebraucht zu werden und der Verpflichtung leisten zu müssen in so vielen Bereichen meines Lebens. Wo verläuft die Grenze zwischen gesellschaftlicher Pflicht, selbstgewählter Verantwortung und persönlicher Freiheit?

🟡 Birnbacher steigt tief in diese Widersprüche ein und ich finde viele meiner Gedanken in diesem Roman wieder. Es ist schön zu lesen wie sich der Griff des Zynismus der Ich-Erzählerin lockert und sie sprich- und wortwörtlich wieder mehr Luft zum Atmen hat. Und doch bleibt der Roman am Ende deutungsoffen und bietet mir verschiedene Interpretationsmöglichkeiten an, die ich noch eine Weile in meinem Kopf hin- und her bewege.
Keine Lösung für meine aktuellen Probleme mit meiner Arbeitseinstellung, aber er verstärkt die Dankbarkeit für all das Bedeutsame in meinem Leben!

🟡 Großartig.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Must Read für Lovers des literarischen True Crimes

PENANCE - Ein fiktiver TRUE CRIME-Roman
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Wie cool, dass der FESTA Verlag nach dem Erscheinen der deutschen Übersetzung von Eliza Clarks „BOY PARTS“ so schnell mit der Übersetzung ihres zweiten Romans „Penance“ nachgelegt hat.
Der Debütroman der ...

Wie cool, dass der FESTA Verlag nach dem Erscheinen der deutschen Übersetzung von Eliza Clarks „BOY PARTS“ so schnell mit der Übersetzung ihres zweiten Romans „Penance“ nachgelegt hat.
Der Debütroman der vielversprechenden britischen Autorin hatte mich so fasziniert, dass ich dringend mehr von ihr lesen wollte.

Und „Penance“ war praktische ein Roman, der wie maßgeschneidert für mich war. Ich konsumiere unheimlich gerne True Crime in verschiedenen Formen, am liebsten natürlich in der literarischen und „Penance“ ist eine bitterböse, doppelbödige Satire auf dieses Genre.

Dazu bedient sie sich der Erzählstimme des fiktiven Journalisten Alec Z. Carelli, der in Form einer Investigativ Reportage den furchtbaren Mord an einer 16-jährigen Schülerin in einem kleinem Küstenort in Yorkshire untersucht.
Die Teenagerin wurde damals in einer Strandhütte von Mitschülerinnen über Stunden gefoltert und anschließend lebendig verbrannt.

Mit Carelli als Ich-Erzähler lässt mich Eliza Clark tief in die beängstende Welt dieser Schülerinnen und ihres disfunktionalen und desillusionierten Umfeldes eintauchen. Carelli befragt die Familien der Mädchen und ihre Freundinnen und nimmt Bezug auf ihr Blog- und Tagebuchaufzeichnungen.
So enstehen die Psychogramme von orientierungslosen Jungendlichen, die weder in ihrer heruntergekommenen Heimatstadt noch in ihren Familien Halt finden und sich in Onlineforen und krankmachenden Fandoms verirren.

Die Schule zeichnet Clark als einen Ort des Mobbings und der Demütigungen, die die verlorenen Jungendlichen keinerlei Perspektive bieten kann.
Dabei ist Carelli selbst auch kein unbeschriebenes Blatt: seine Karriere als Journalist und Buchautor ist im Sinkflug und er erhofft sich durch das durch seine Recherchen entstehende literarische True Crime Buch eine finanzielle Rehabilitierung.
Dabei geht er auch kritische mit reißerischen True-Crime Podcasts ins Gericht und verurteilt deren despektierliche Ausbeutung von furchtbaren Taten.

Boah ja, mir hat der Roman einfach unglaublich gut gefallen! Eliza Clark durchdringt das Genre True Crime wirklich on point. Gerade das letzte Interview mit Carelli selbst ist eine große Offenbarung und hält mir den Spiegel vor. Alles an dem Roman ist fiktiv und doch ähnelt die Aufbereitung des Falls durch Carelli so vielem, was ich selbst schon konsumiert habe. Auch die krass detailreichen Porträts der Jungendlichen, die jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert werden, sind realitätsnah und zeigen den tief verankerten Wunsch bei furchtbaren und grausamen Taten den Grund in der Psychologie der Täter*innen zu suchen.
Die Fandoms, die Clark beschreibt und die sich in ihrem Roman rund um einen fiktiven Amoklauf drehen, gibt es so auch in der Realität. Auch um bekannte True Crime Fälle, wie beispielsweise in Deutschland um den Vermisstenfall Rebecca Reusch, gibt es heute eigene Fandom Zirkel, die sich online organisieren und in die Einzelne ganz tief abtauchen und/oder zur Kommerzialisierung nutzen.

Wie schon „Boy Parts“ fand ich „Penance“ genial und spannend erzählt. Clarks ganzer Roman ist mehrschichtig angelegt und erfreut mich sehr mit einer gewissen Subtilität, die ich in „Boy Parts“ noch nicht so ausgeprägt wahrgenommen habe.

Wenn du Lust hast, ganz tief hinter die echten Abgründe eines unechten Mordfalls zu blicken und offen für eine durchaus literarische Satire auf das True Crime Genre bist, ist „Penance“ ein Must Read.

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Veröffentlicht am 22.11.2025

Informativ und spannend: Idealfall einer Biografie

Hermann Göring
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Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für ...

Braucht es wirklich noch eine weitere Biografie über einen Naziverbrecher? Wurde nicht längst alles gesagt, analysiert und geschrieben?
Andreas Molitor, Diplom-Volkswirt und Journalist unter anderem für die ZEIT, findet das schon und geht in der Einleitung und im Schlusswort kurz auf seine persönliche Motivation dazu ein, eine Biografie ganz auf der Höhe der Zeit zum Reichsminister für Luftfahrt zu schreiben.

Auch ich finde nach dem Lesen, dass es sehr wohl lohnenswert ist, sich das Leben und den Werdegang einer der schlimmsten Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkrieges genauer anzuschauen. Zudem liest sich die Biografie wie ein echter Pageturner und beleuchtet den historischen Kontext der Lebensspanne Görings und ordnet sie ein.

Die Biografie ist chronologisch aufgebaut, von kleineren Zeitsprüngen, die die extremen Schwankungen in Görings Leben (vom Fliegerass des ersten Weltkrieges zum morphiumabhängigen Arbeitslosen) verdeutlichen sollen, einmal abgesehen.
Besonders die Kindheits- und Jugendjahre Görings betrachtet Molitor aus psychologischer Sicht, recherchiert dafür Quellen und nimmt Bezug auf andere Biografien und Analysen und ordnet sie neu ein. Vor allem die Texte der amerikanischen Psychologen Gustave M. Gilbert und Douglas M. Kelley, die während der Nürnberger Prozesse viel Zeit mit dem Angeklagten Göring verbrachten, dienen ihm als Ausgangslage.


Zudem hat Molitor als Diplom-Volkswirt ein besonderes Augenmerk auf die wirtschaftliche Situation des Dritten Reiches, die Göring als Reichsminister für Luftfahrt und mit weitreichenden Machtbefugnissen entscheidend beeinflusste.

Sehr interessiert habe ich die Einordnung Molitors zum Thema Göring als morphiumsüchtiger Junkie gelesen, wobei er vor allem auf Norman Ohlers „Der totale Rausch“ eingeht. Molitor kritisiert Ohlers Darstellung als nicht faktenbasiet und in seinem Detailreichtum für fiktiv ausgeschmückt. Görings Drogensucht wird oft übertrieben und vereinfacht als Hintergrund und Auslöser für seinen Wahnsinn herangezogen. Dabei wurde die Legende von Göring als Morphinist hauptsächlich von seinen Widersachern in Umlauf gebracht.

Mein persönlicher Grund, die Biografie zu lesen, war übrigens meine vorangegangene Lektüre von Bettina Görings Biografie „Der gute Onkel“, in der sie von ihrer Auseinandersetzung mit ihrem dunklen Familienerbe erzählt, was ich als sehr bereichernd und sehr lesenswert empfand. Ergänzend dazu wollte ich mehr über das Leben des „guten Onkels“ lesen. Auch Molitor geht kurz auf Bettina Görings Buch ein und vergleicht ihre Erinnerungen mit den real vorliegenden Fakten.

Für mich war diese Biografie von Andreas Molitor so wie ich mir eine Biografie im Idealfall wünsche. Sehr informativ und mit einer Zusammenfassung und vor allem Auswertung und Einordnung von vorhandenen Quellen und Dokumenten, dabei aber gleichermaßen spannend zu lesen und nie langweilig.

Wenn ich eine Biografie über einen der führenden Agitatoren der Nazizeit lese, lege ich außerdem besonders Wert auf eine entsprechende Benennung und Einordnung seiner Verbrechen und seiner Schuld. Das findet hier meiner Meinung nach in sehr gelungener Form statt.

Von mir gibt es für diese neue Biografie über Hermann Göring eine große Leseempfehlung für alle, die sich für deutsche Geschichte interessieren. Ich habe das Buch teilweise als Hörbuch gehört, das vereinzelt mit Original Audioaufnahmen veredelt wurde, würde hier aber auf Grund der Abbildungen und des reichhaltigen Anhangs explizit das Hardcover empfehlen.

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