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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2016

Starker Anfang mit einigen Schwächen

Mord in der Schickeria - Gründlich ermittelt
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Das Cover hat mich sofort angesprochen und hat Lust auf den neuen Krimi gemacht.

Zu Anfang fang ich alle Protagonisten sympathisch und liebenswert, es schlug bei manchen dann doch in Antipathie um. So ...

Das Cover hat mich sofort angesprochen und hat Lust auf den neuen Krimi gemacht.

Zu Anfang fang ich alle Protagonisten sympathisch und liebenswert, es schlug bei manchen dann doch in Antipathie um. So bei Tina, die ich am Anfand des Buches echt toll fand und der ich meinen Respekt als alleinerziehende Mutter entgegen gebracht habe. Dann wurde es für mich immer undurchsichtiger und unglaubwürdiger - welche Mutter kochte denn bitte schön in aller Seelenruhe das Essen, wenn die Tochter nicht nach Hause kommt ? Darüber konnte ich nur den Kopf schütteln. Auch trägt das Gefühlschaos von Tina nicht gerade dazu bei, sie mir im Laufe des Buches wieder sympathischer zu machen.

Siggi ist und bleibt für mich der "Schatz" des Buches - er verwöhnt Tina und ihre Kinder mit seinen Kochkünsten. Da könnte man glatt neidisch werden.

Ich hoffe, dass wir von Bärbel, der jungen Polizeianwärterin noch in den Fortsetzungen mehr hören werden - ihre Art und der Charakter haben mich überzeugt - neben Siggi der Lichtblick im Buch.



Alles in allem ein toller Anfang mit schwachem Ende - Schade












Veröffentlicht am 25.02.2026

Bis Seite 200 ein Pageturner, danach ein Flop :-(

Die Wahrheit ruht im Sempachersee
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Die Winteridylle wird jäh zerschnitten, denn am Sempachersee verenden zu Hauf Vögel. Während Eva in geheimener Mission unterwegs ist, scheint Cem anderen Ermittlungswegen nachzuegehen. Was beide nicht ...

Die Winteridylle wird jäh zerschnitten, denn am Sempachersee verenden zu Hauf Vögel. Während Eva in geheimener Mission unterwegs ist, scheint Cem anderen Ermittlungswegen nachzuegehen. Was beide nicht ahnen - diese Ermittlungen werden anders ausgehen als erwartet und mehr von ihnen abverlangenen, als sie jemals zu ertragen bereit gewesen sind. Doch wer zieht wirklich die Fäden und hat ein Interesse daran, dass nicht nur der winterliche See für immer schweigt ?



Was passiert, wenn die Gier nach Geld und Macht die inneren Dämonen antreibt, schreibt Monika Manosur in ihrem neuen Krimi. Zunächst liest sich der Plot auch wie das sprichwörtlich geschnittene Brot, denn die Seiten fliegen nur so durch die Finger und die Handlung ist mit einem Spannnungsbogen versehen, der die Leser:innen in Schach hält. Bis Seite 200 wird der Öko-Thriller wirklich zu einem klaustrophobischen Nervenzerrer, der von raffiniertem Thrill und subtiler Bösaritigkeit lebt.

Die Figuren können bis zu diesem Zeitpunkt überzeugen und gerade Cem kann seine emotionale Zerrissenheit so real vermitteln, dass mitunter die Tränen fließen. Doch dann legt Manosur den Schalter um und damit geht auch manchmal die Logik flöten. Die Handlung wird schräg und ist voller absurder Szenen, die wenig glaubhaft dargesetllt und vollkommen überladen sind. Es wirkt fast so, als habe sie zu viele Agentenfilme angeschaut, sich dort Ideen geholt, diese allesamt für gut befunden und regelrecht in ihre Handlung gepresst, um zwanghaft ihre Gescichte zu pushen.

Dabei hat sie dies nicht nötig, denn die Grundzüge des Plots sind an und für sich schon aufreibend genug, sorgen für Gesprächsstoff und bringen den ein oder anderen Gedankengang auf den Weg, um selbst etwas genauer hinzuschauen, wenn es um das Ausschlachten der Umwelt aus Profitgier geht.

Das Buch verliert immer mehr an Raffinesse, überschlägt sich an Ereignissen und Mansour kann weder mit eTiming noch mit emotionaler Erlebbarkeit punkten. Der Thriller wird somit zur Farce und verliert seinen Reiz. Nach dem sehr guten Start in die Handlung wäre deutlich mehr drin gewesen, um die brisanten Themen auch wirklich glaubhaft zu verpacken.

2,5 Sternchen

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Noch Luft nach oben

Der Dunkelläufer
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Die Schwärze der Nacht ist sein Metier und doch fühlt sich Eric Solberg nicht mehr wohl. Während seiner Talkshow im Radio erhält der Moderator einen ominösen Anruf. Doch damit nicht genug, denn die Rätsel ...

Die Schwärze der Nacht ist sein Metier und doch fühlt sich Eric Solberg nicht mehr wohl. Während seiner Talkshow im Radio erhält der Moderator einen ominösen Anruf. Doch damit nicht genug, denn die Rätsel gehen weiter - geheimnisvolle Zettel mit kryptischen Botschaften gehören fortan zur Tagesordnung und Stolberg wird zur Spielfigur auf dem Schachbrett des unbekannten...


"Der Dunkelläufer" aus der Feder von Tobias Grabeck wird als „atmosphärischer Thriller voller Wendungen, Abgründe und Gänsehaut“ angekündigt, der tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken soll. Inspiriert von der nächtlichen Radio-Talkshow "Domian" und Nora Roberts’ "Nachtgeflüster – Ein gefährlicher Verehrer" versucht Grabeck, seine Leserschaft mit Themen zu packen, die unter die Haut gehen.

Leider gelingt ihm das nur bedingt. Die Spannung will sich kaum aufbauen, weil der Schreibstil sich häufig in schmückenden, teils überladenen Adjektivreihen verliert. Hinzu kommen fehlende oder falsch verwendete Wörter, die den Lesefluss erheblich stören. Manche Sätze ergeben erst nach dem zweiten oder dritten Lesen Sinn. Wenn dann „unschuldige Augen schuldig blicken“, fragen sich die Leser:innen unwillkürlich, ob der Autor seine eigene Bildsprache noch im Griff hat. Es wirkt, als wäre Grabeck selbst unsicher, welchen Weg seine Handlung eigentlich einschlagen soll.

Auch erzählerisch bleibt der Roman blass, denn die anvisierte Tiefe verkommt zu oberflächlichem Andeuten, ohne die versprochenen Abgründe jemals wirklich zu betreten.

Dieses Debüt hat ohne Frage Ideen – doch sie sind weder sprachlich noch dramaturgisch überzeugend umgesetzt. Wer einen packenden Thriller erwartet, wird enttäuscht. Für die erste Liga im Thriller-Genre reicht es leider nicht; dafür müsste Grabeck im nächsten Roman sprachlich entschlacken, handwerklich präziser arbeiten und endlich die Atmosphäre liefern, die hier nur angekündigt wird

Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, wird dieses Buch sicherlich auch seine treue Fangemeinde finden – bei mir allerdings reicht es trotz guter Ansätze nur für 2,5 Sternchen.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Ohne Heimat sein heißt leiden. Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Heimat aus Eis und Asche
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Die Beziehung zu ihrer Mutter war immer unterkühlt und Lena findet keine Erklärung dafür. Doch als ihre Mutter stirbt, steht ihre Welt plötzlich Kopf, denn nichts ist, wie es vorher wahr. Lena ist nicht ...

Die Beziehung zu ihrer Mutter war immer unterkühlt und Lena findet keine Erklärung dafür. Doch als ihre Mutter stirbt, steht ihre Welt plötzlich Kopf, denn nichts ist, wie es vorher wahr. Lena ist nicht die leibliche Tochter, sondern wurde adoiert. Auf der Suche nach Antorten auf ihre brennenden Fragen steht ihr Familienanwalt Ansgar Schuhmann zur Seite. Während sie Dokumente sichten, tauchen sie tief in Ereignisse ein, die die böse Fratze des Zweiten Weltkrieges zum Vorschein bringen. Lena macht sich auf, um ihre Mutter zu finden....


Der neue Roman von Annette Oppenlander verspricht auf den ersten Blick jede Menge Emotionen, ergreifende Szenen und schonungslose Bilder, die sich ins Herz brennen. Doch leider gelingt es der Autorin diesmal nicht, an die Qualitäten ihrer bisherigen Bücher anzuknüpfen.

Ein Hauptgrund dafür liegt in der weiblichen Protagonistin Lena, die unnahbar und oft wenig glaubwürdig durch ihre eigene Lebensgeschichte wandelt. Emotional wirkt sie seltsam unentschlossen und für eine Mittfünfzigerin erscheint sie erstaunlich naiv und weltfremd. Ihre Suche nach der leiblichen Mutter wird von Rückblenden begleitet, die die Grausamkeit des Krieges eindringlich und nachhaltig schildern – diese Passagen gehören klar zu den Stärken des Romans, denn sie nehmen die Leser:innen mit auf die beschwerliche Flucht.

Während der Erzählstrang der Vergangenheit fesselt und eindrucksvoll die Gespenster der Geschichte heraufbeschwört, bleibt die Betrachtung der Gegenwart deutlich hinter den Erwartungen zurück. Erinnerungen und aktuelles Geschehen greifen nicht harmonisch ineinander; manches wirkt konstruiert und bemüht, als müsse die Handlung mit aller Kraft einen Zusammenhang zwischen den vielen Ideen herstellen, die Oppenlander in dieser Erzählung unterbringen möchte.

Besonders wenig überzeugend ist die Begegnung zwischen Mutter und Tochter nach über fünf Jahrzehnten. Ohne jegliche Vorbehalte fallen sie sich in die Arme, kennen keine Berührungsängste und wirken sofort vertraut – ein Szenario, das bei einer solchen Vorgeschichte kaum realistisch erscheint. Der Trauma-Hintergrund, der eigentlich erklären könnte, warum beide nach Nähe suchen, wird nahezu ausgeblendet. Statt vorsichtiger Annäherung entsteht überstürzte Innigkeit.

Zudem packt Oppenlander zu viele Nebenhandlungen in den Roman, wodurch die eigentliche Thematik – Flucht und Vertreibung – deutlich zu kurz kommt. Am Ende bleibt eine Gefühlsdusche mit vorhersehbarem Ausgang, die den vielen Heimatvertriebenen und ihren real erlittenen Traumata nicht gerecht wird.

Die Grundidee ist zweifellos vielversprechend, doch die Umsetzung kann das Potenzial nicht ausschöpfen. Insgesamt enttäuschend – 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Wer einmal sich selbst gefunden, kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren. (Stefan Zweig)

Großmutters Geheimnis
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Eigentlich müsste Alexander sein Leben in den höchsten Tönen singen könne, denn als Musiker ist es ihm in die Wiege gelegt, die feinen Nuancen und Schwingungen der Melodien zu erfassen. Doch so ausgewogen ...

Eigentlich müsste Alexander sein Leben in den höchsten Tönen singen könne, denn als Musiker ist es ihm in die Wiege gelegt, die feinen Nuancen und Schwingungen der Melodien zu erfassen. Doch so ausgewogen die Tonfolgen auch sein mögen, kann sich diese Harmonie nicht auf sein Privatleben übertragen. In seiner Beziehung kriselt es gewaltig, denn der unerfüllte Kinderwusch macht mürbe. Auch die Beziehung zu seiner Mutter Lillian ist mehr als angespannt, denn diese schaltet und waltet ungefragt in seinerPrivatsphäre. Als Alexander seiner Mutter beim Entrümpeln des Dachbodens hilft, findet er zwei Kassetten, die ihm seine Großmutter besprochen hat. Ihre Erinnerungen geben eine tiefen Einblick in das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte...


Wer den Klappentext von "Großmutters Geheimnis" liest, ist zunächst ganz angetan von den Möglichkeiten, die diese außergewöhnliche Zeitreise bietet. Was zunächst nach einer aufwühlenden und emotional sehr eindringlichen Geschichte klingt, wird leider schon nach wenigen Seiten zu einer ermüdenden Lektüre, denn die Figuren der Gegenwart im Jahr 2015 sind dermaßen hölzern und gefühlskalt gestaltet, dass sich keine Verbindung zu ihnen einstellen kann.

Ganz anders die Passagen, in denen Ruth die Kassetten bepricht. Ruth ist nahbar und ihre leise Erzählstimme mit dem fast nicht hörbaren Knistern fesselt die Lesenden geradezu an die Seiten. Ihre Erinnerungen werden zu sehr lebendigen und erscheckenden Bildern, die sich nicht nur vor Ruths inneren Augen in einem sepiafarben Film abpsulen, sondern auch die Lesenden an den Szenen in Theresienstadt teilhaben lässt, die tief unter die Haut gehen.

Die Schreckensherrschaft der Nazis wird mit all ihren Schergen lebendig und bekommt mit SS-Wachmann Kreutz eine sehr präsente Figur. Wenn Ruth von ihrem Erlebten berichet, fällt es unglaublich schwer, das Gelesene zu verarbeiten.

Der Sprung hinüber in die Jahre 2015/2016 ist dagegen wie eine kalte Dusche - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gefühlskälte, Gleichgültigkeit und mangelnde Empathie der Charaktere Gry, Alexander und Lilliana bewirkt, dass die Leser,innen alles wie durch eine dicke Glasscheibe wahrnehmen und immer mehr auf Abstand gehalten werden.

Es geht im Generationenkonflikte, vererbte Taumata, ungesagte Worte und fachlich fundierte Einblicke in die Reproduktionsmedizin, die mitunter so ausufernd sind, dass sich diese Passagen wie ein fachlicher Aritkel lesen. Die Sequenzen von Ruth erinnern an das größte Verbrechen, das jemals geschehen ist. Mahnen an, nicht zu vergessen und sind für sich alleine gesehen eine wirklich interessante Lektüre. Jedoch kann Koppel die Gegenwart nicht annähernd so aufschulssreich und bewegend gestalten, da seine Figuren - allen voran Alexander - wie Statisten in ihrem eigenen Leben wirken. Die Passagen sind ermüdend und oft inhaltsleer, trotz der vielen Worte und so kommt die Läuterung zum Ende des Roman noch unglaubwürdiger daher, als sie ohnehin schon ist. Es pilchert munter vor sich hin und das ist weder authentisch noch glaubhaft, wenn sich plötzlich alle in den Armen liegen.

Die Grundidee gefällt, jedoch ist die Umsetzung nicht wirklich gut gelungen - 2,5 Sternchen

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