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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2025

Nordisch leicht

Hej!
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Hej! hat mich genau dort abgeholt, wo ich beim Kochen am liebsten bin: unkompliziert, saisonal, gemütlich – mit einem Hauch Fernweh Richtung Norden. Zora Klipp schafft es, dieses skandinavische „Alles ...

Hej! hat mich genau dort abgeholt, wo ich beim Kochen am liebsten bin: unkompliziert, saisonal, gemütlich – mit einem Hauch Fernweh Richtung Norden. Zora Klipp schafft es, dieses skandinavische „Alles halb so wild“-Gefühl auf den Teller zu bringen: klare Aromen, wenige gute Zutaten, kleine Kniffe, die plötzlich alles runder schmecken lassen. Beim Blättern hatte ich sofort Lust, den Tisch zu decken und einfach loszulegen.

Was mir besonders gefallen hat: Die Rezepte sind alltagstauglich, ohne langweilig zu sein. Viel Gemüse, frische Kräuter, Zitrus, eingelegte Kleinigkeiten – dazu Ideen, wie man Reste weiterdenkt statt wegwirft. Ich mag, dass Zora nicht nur sagt, was zu tun ist, sondern warum: kurze Hinweise zu Texturen, Säure, Crunch. Das macht sicherer und freier. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind klar, die Zutatenlisten bleiben schlank, und trotzdem wirkt nichts karg. Genau dieser Mix aus Leichtigkeit und Wärme hat mich gekriegt.

Auch optisch ist das Buch ein Wohlfühlort: helle Fotos, ohne Food-Porn-Overload, dafür mit realistischen Portionen und kleinen Tablett-Tricks, die man sofort übernimmt. Viele Rezepte lassen sich vorbereiten oder unkompliziert verdoppeln – perfekt für Wochenabende und spontanen Besuch. Besonders die kleinen Extras (Schnell-Pickles, Dips, Gewürzöle) sind zu neuen Standards bei mir geworden; sie retten müde Nudeln genauso wie Ofengemüse.

Mini-Kritik: An ein, zwei Stellen hätte ich mir bei den Backzeiten/Temperaturen einen engeren Korridor gewünscht (mein Ofen ist wohl eigenwillig), und bei manchen Zutaten wären Alternativen für wirklich leere Vorratskammern hilfreich. Nichts, was man nicht mit ein bisschen Küchenintuition ausgleicht – aber ein „Falls du X nicht hast, nimm Y“-Satz macht im Alltag oft den Unterschied.

Unterm Strich ist Hej! für mich ein Buch, das die Hemmschwelle senkt und die Lust aufs Kochen hebt. Nordisch im Geist, nahbar in der Umsetzung, tröstlich im Ergebnis. Es schenkt dieses ruhige „Das kriegen wir hin“-Gefühl – und genau dafür greife ich immer wieder dazu.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Nah am Herzen

fühl ich.
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fühl ich. hat mich genau da abgeholt, wo Worte oft zu laut und Gedanken zu voll sind. Carina Fiby schreibt in kurzen, klaren Sätzen, die sich wie kleine Atemzüge anfühlen: nichts Verkünsteltes, kein großer ...

fühl ich. hat mich genau da abgeholt, wo Worte oft zu laut und Gedanken zu voll sind. Carina Fiby schreibt in kurzen, klaren Sätzen, die sich wie kleine Atemzüge anfühlen: nichts Verkünsteltes, kein großer Pose—nur dieses ehrliche „Da bin ich“. Beim Lesen hatte ich das Gefühl, neben jemandem zu sitzen, der nicht erklärt, sondern zeigt. Viele Zeilen habe ich zweimal gelesen, weil sie im ersten Moment leise und im zweiten plötzlich sehr groß waren.

Besonders mochte ich die Balance aus Zartheit und Klarheit. Da ist Raum für Unsicherheit, für Widerspruch, für „heute so, morgen anders“—und genau das macht die Texte für mich so nahbar. Ich habe mich in einzelnen Bildern sofort wiedergefunden: Müdigkeit, die nicht nur Schlaf meint; Nähe, die tröstet und eng macht; das kleine Aufrichten zwischendurch. Das Buch ist kein Ratgeber und will es auch nicht sein, eher ein Begleiter, der sagt: „Ich kenne das.“

An ein, zwei Stellen hätte ich mir noch mehr Variation in der Form gewünscht—ein anderes Tempo, ein ungewohntes Bild, ein Bruch. Manchmal fließen die Stücke sehr ähnlich, was die Wirkung zwar sanft hält, aber gelegentlich etwas gleichförmig macht.

Unterm Strich ist fühl ich. ein warmes, tröstliches Buch zum Mitnehmen, Nachspüren, Weiterblättern. Eines, das nicht lauter wird als nötig—und trotzdem lange nachklingt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Leise und schön

Der Flügelschlag des Paarfalters
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Der Flügelschlag des Paarfalters hat mich auf eine Art erwischt, die ich nicht kommen sah: erst leise, dann immer näher, bis ich mich plötzlich mitten in den feinen Rissen wiederfand, die zwischen Menschen ...

Der Flügelschlag des Paarfalters hat mich auf eine Art erwischt, die ich nicht kommen sah: erst leise, dann immer näher, bis ich mich plötzlich mitten in den feinen Rissen wiederfand, die zwischen Menschen entstehen – und heilen. Schon der Titel hat etwas Zartes und zugleich Unruhiges, und genauso liest sich das Buch: als würde jemand sehr behutsam die Hand über eine Oberfläche legen und zeigen, wo etwas schwingt.

Ich mochte, wie Andreas Rainer kleine Momente groß werden lässt. Kein großes Donnern, sondern kurze Blicke, verpasste Anrufe, Sätze, die einen Takt zu spät fallen – und genau daraus wachsen Entscheidungen mit Folgen. Es fühlt sich an wie ein stilles Experiment über Nähe und Distanz: Was passiert, wenn man einmal anders abbiegt? Wer bleibt, wenn es schwierig wird? Und was hält eine Beziehung wirklich zusammen – Gewohnheit, Mut, oder etwas Drittes, das keinen Namen braucht?

Die Figuren wirkten für mich nahbar, mit all ihren Scharten und Schönheiten. Besonders mochte ich, dass niemand zum Symbol gemacht wird. Sie handeln manchmal ungeschickt, manchmal messerscharf klar – beides ist wahr. An mehreren Stellen musste ich kurz absetzen, weil ein Satz so genau traf, dass er nachhallen durfte.

Rainers Sprache ist unaufgeregt, präzise, mit diesen stillen Bildern, die sich festsetzen: Licht auf einem Küchentisch, der Rhythmus einer Stadt, ein Falter, der kurz im Fensterrahmen zittert. Daraus entsteht eine Atmosphäre, die nicht drückt, aber trägt.

Wenn ich etwas anmerken würde, dann, dass die Mitte für mich einen Hauch länger atmet als nötig. Nicht langweilig – eher ein zusätzliches Innehalten. Am Ende zahlt es sich aus, weil der Schluss nicht auf Effekt setzt, sondern auf Resonanz. Ich bin weicher aus dem Buch gekommen, als ich hineingegangen bin.

Unterm Strich: eine zarte, kluge Geschichte über Kippen und Fangen, über das, was wir einander antun – und schenken. Ein Buch, das leise bleibt und gerade deshalb lange wirkt.

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Veröffentlicht am 04.12.2025

Spielend lernen

Il segreto di Roma
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Il segreto di Roma – Escape Italienisch A2 hat mir genau das gegeben, was ich mir von einem Lernkrimi wünsche: Motivation durch Story statt stumpfes Pauken. Die Kapitel sind kurz, die Rätsel klar strukturiert, ...

Il segreto di Roma – Escape Italienisch A2 hat mir genau das gegeben, was ich mir von einem Lernkrimi wünsche: Motivation durch Story statt stumpfes Pauken. Die Kapitel sind kurz, die Rätsel klar strukturiert, und jedes Mini-Geheimnis zwingt mich, das Gelesene wirklich zu verstehen – nicht nur Wörter anzustreichen. Mir hat gefallen, wie Wortschatz und Grammatik unauffällig eingebettet sind: kleine Vokabelboxen, verständliche Erklärungen, dann sofort Anwendung im Text und in Aufgaben.

Das Niveau passt: fordernd genug, um dranzubleiben, ohne zu frustrieren. Besonders hilfreich fand ich die Wiederholungsimpulse – genau dann, wenn ich dachte „hab ich kapiert“, kam eine Aufgabe, die es prüft. Lösungen und Hinweise sind fair, nicht zu verräterisch. Schön auch das Rom-Feeling: Schauplätze, Dialoge, kleine kulturelle Details – gerade so viel, dass die Atmosphäre trägt.

Mini-Wunsch: Ein bis zwei Übersichten „auf einen Blick“ (Zeiten, Redemittel) direkt am Kapitelende wären perfekt. Insgesamt aber ein sehr motivierender A2-Begleiter, der Lernen leichtfüßig macht.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Magie und Masken

Heir of Illusion
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Heir of Illusion war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt – und dann wird alles doch ganz anders. Vielschichtiger. Düsterer. Und ehrlicherweise auch ...

Heir of Illusion war für mich eine dieser Geschichten, bei denen man denkt, man weiß, worauf man sich einlässt – und dann wird alles doch ganz anders. Vielschichtiger. Düsterer. Und ehrlicherweise auch besser, als ich erwartet hätte.

Die Welt, die Madeline Taylor hier aufbaut, ist faszinierend und gleichzeitig ein bisschen bedrohlich. Überall lauern Täuschung, Machtspiele und Illusionen – und genau das macht das Lesen so spannend. Ich hatte ständig das Gefühl, dass unter der Oberfläche noch etwas brodelt, etwas, das man erst nach und nach versteht. Das hat mich total reingezogen.

Die Protagonistin mochte ich sofort. Sie ist stark, willensstark und gleichzeitig voller Zweifel. Ihre Entscheidungen waren nicht immer perfekt, aber genau das macht sie für mich so greifbar. Ich fand es auch richtig gut, wie sie nicht nur in ihrer Rolle wächst, sondern auch in ihrer Wahrnehmung von sich selbst und den Menschen um sie herum.

Was ich besonders geliebt habe, war die Atmosphäre: ein bisschen wie ein Maskenball, bei dem man nie genau weiß, wer hinter welcher Maske steckt. Und die Magie? Bildgewaltig, wunderschön – aber auch gefährlich und unberechenbar. Ich hatte beim Lesen dauernd Bilder im Kopf, was ich sehr liebe.

Einziger Mini-Kritikpunkt: Ich musste mich kurz sortieren, weil es viele Namen, Fraktionen und Intrigen gab – aber sobald ich drin war, war es umso spannender. Beim Re-Read würde ich sicher noch mehr entdecken.

Insgesamt war Heir of Illusion für mich ein richtig starkes Fantasy-Erlebnis mit einer tollen Hauptfigur, vielschichtiger Handlung und einer Portion Magie, die man beim Lesen fast selbst spüren kann. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

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