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Shilo_

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2025

Der hohe Preis eines Traums

Der Rache Glanz
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Schon am Anfang spürt der Leser, wie stark Cléo aus ihrem gewöhnlichen Umfeld ausbrechen möchte. Ein kleiner Vorfall während einer Modenschau trifft sie so sehr, dass daraus ein fast brennender Wunsch ...

Schon am Anfang spürt der Leser, wie stark Cléo aus ihrem gewöhnlichen Umfeld ausbrechen möchte. Ein kleiner Vorfall während einer Modenschau trifft sie so sehr, dass daraus ein fast brennender Wunsch entsteht, gesehen zu werden. Von diesem Moment an richtet sich alles in ihrem Leben auf den Traum, berühmt zu werden.
Der Roman zeigt Schritt für Schritt, wie Cléo sich in die Musik hineinarbeitet. Sie übt ständig, feilt an ihrer Stimme, achtet auf jedes kleine Detail und lässt kaum eine Pause zu. Ihre Entschlossenheit wirkt manchmal beeindruckend, manchmal auch beunruhigend, weil sie sich selbst kaum Ruhe gönnt. Beim Lesen entsteht oft das Gefühl, ganz nah an dieser inneren Spannung zu sein. Cléos Entwicklung macht neugierig, aber auch ein wenig betroffen, weil deutlich wird, wie viel sie dafür aufgibt.
Im Laufe der Kapitel zeigen sich immer wieder Begebenheiten, die deutlich machen, wie Cléo wirklich fühlt und was sie innerlich antreibt. Der Druck, den sie sich selbst auferlegt, wächst mit jedem Schritt Richtung Öffentlichkeit. Je heller ihr Weg wirkt, desto mehr zeigt sich darunter auch eine Unsicherheit, die sie nie ganz loslässt. Es wird deutlich, wie sehr Ruhm verlockt und zugleich verletzt.
Besonders eindrucksvoll ist, wie ehrlich der Roman mit dieser Mischung aus Hoffnung und Härte umgeht. Cléos Ziel strahlt, aber es reibt auch. Dadurch bleibt die Erzählung nahbar und glaubwürdig. Am Ende entsteht der Eindruck eines Romans, der nicht nur von Erfolg erzählt, sondern auch davon, wie viel ein Mensch riskiert, wenn ein Traum wichtiger wird als alles andere.
Zum Schluss hinterlässt die Geschichte ein starkes Gefühl von Spannung und echter Unterhaltung. Der Stil von Maud Ventura trifft mit scharfem Blick und klarem Ton genau ins Schwarze und sorgt dafür, dass jede Szene lebendig wirkt. Die letzten Seiten überraschen mit einem kraftvollen Moment, der Roman einen besonderen Glanz gibt. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Schatten und Rätsel in Venedig

Schatten der Gondeln
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Venedig bildet den Rahmen für eine ruhige und zugleich unheimliche Geschichte. Die Stadt wirkt schön und fremd zugleich, und diese Mischung passt gut zu Evelyn Dolman, der seine Erinnerungen erzählt. Schon ...

Venedig bildet den Rahmen für eine ruhige und zugleich unheimliche Geschichte. Die Stadt wirkt schön und fremd zugleich, und diese Mischung passt gut zu Evelyn Dolman, der seine Erinnerungen erzählt. Schon am ersten Abend im Palazzo spürte ich, dass irgendetwas nicht stimmt. Dieses vage Gefühl blieb und wurde nach und nach stärker.
Die großen Räume des Palazzos wirken kühl und wenig einladend. Gespräche, die freundlich beginnen, hinterlassen oft ein leicht unruhiges Gefühl. Evelyn wirkt unsicher, während er versucht, die Ereignisse einzuordnen. Oft bleibt offen, ob die Merkwürdigkeiten am Ort liegen oder in Evelyn selbst. Diese Unklarheit hält die Geschichte spannend und weckt die Neugier darauf, wie es weitergeht.
Kurz nach der Ankunft verschwindet Evelyns Ehefrau Laura. Von da an begleitet der Gedanke an dieses Verschwinden jede Bewegung im Palazzo und hält die Spannung bis weit in die Geschichte hinein.
Der Roman erinnert an ältere Schauergeschichten, bleibt aber eigenständig. Viele Andeutungen bleiben offen, und die Figuren haben etwas Geheimnisvolles an sich, das Fragen aufwirft. Dadurch entsteht ein Gefühl, dass vieles verborgen bleibt und nur langsam sichtbar wird.
Mit jedem Kapitel kommt etwas mehr Licht in die Ereignisse, ohne dass alles eindeutig erklärt wird. Der Nebel über der Stadt passt gut zu Evelyns innerer Unruhe. Seine Sicht schwankt zwischen Zweifel und Hoffnung und prägt die Stimmung der Geschichte. Am Ende entsteht ein stimmiges Bild, auch wenn manche Puzzleteile bewusst unklar bleiben.
Der Roman überzeugt vor allem durch seine Atmosphäre und die Darstellung von Venedig um 1899. Einige Stellen wirken etwas zurückhaltend oder schwer greifbar, doch insgesamt entsteht ein besonderes Leseerlebnis. 4 Sterne für eine Geschichte, die leise beginnt, sich langsam entfaltet und durch ihre Stimmung lange präsent bleibt.

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Veröffentlicht am 29.11.2025

Ein Medaillon enthüllt verborgene Geschichten

Fluss der versunkenen Träume
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Die Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann. Die kleine Hinweise rund um ein altes Medaillon lassen erkennen, dass hier eine besondere Erzählung wartet. Das auffällige Cover täuscht, denn dahinter ...

Die Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann. Die kleine Hinweise rund um ein altes Medaillon lassen erkennen, dass hier eine besondere Erzählung wartet. Das auffällige Cover täuscht, denn dahinter verbirgt sich ein ruhiger, vielschichtiger Roman, der Schritt für Schritt eine berührende Welt öffnet.
Die Handlung führt nach Wien um 1900, weiter nach Ybbs an der Donau und schließlich zur Insel Ada Kaleh. Das goldene Medaillon ist mehr als ein Schmuckstück. Es verbindet Menschen und Zeiten und leitet die jungen Figuren auf Wege, die Mut und Entschlossenheit erfordern. Lanya und Boris fahren stromabwärts in einem kleinen Boot und erleben, wie sich Freundschaft, Vertrauen und Gefühle entwickeln. Es gibt ruhige, sanfte Momente, aber auch andere Szenen, in denen es spürbar ernst wird. Dieser Wechsel verleiht der Handlung Lebendigkeit und Glaubwürdigkeit.
Im Passau der neunziger Jahre entsteht eine zweite Ebene. Eine ältere Frau erzählt ihre Erinnerungen der jungen Besucherin, die das Medaillon gefunden hat. So entsteht eine natürliche Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, die beide Geschichten spürbar miteinander verknüpft.
Die Figuren wirken wie echte Menschen vergangener Zeiten, mit Hoffnungen, Träumen und kleinen Sorgen, die noch heute nachvollziehbar sind. Manche Schicksale tragen leise Traurigkeit, andere Wärme. Die Donau begleitet alles wie eine stille Metapher für Veränderung und Weitergehen.
Dieser Roman bleibt im Gedächtnis. Er verbindet Gefühl, Spannung, Zeitgeschichte und Humor auf eine sehr natürliche Weise. Trotz des irreführenden Covers verdient das Buch die volle Punktzahl. Die Erzählung ist warm, lebendig und tiefgründig. 5 Sterne mit einer klaren Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Acht Freundinnen auf der Suche nach ihrem Weg

Was vor uns liegt
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Die Geschichte spielt in einem Internat in Rom. Hier leben acht junge Frauen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden, obwohl strenge Regeln sie einengen. Zwischen Unterricht und dem täglichen Ablauf ...

Die Geschichte spielt in einem Internat in Rom. Hier leben acht junge Frauen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden, obwohl strenge Regeln sie einengen. Zwischen Unterricht und dem täglichen Ablauf gibt es Momente, in denen Mut, Sehnsucht und heimliche Wünsche spürbar werden. Besonders eindrucksvoll ist, wie unterschiedlich die jungen Frauen ihren Platz im Leben finden. Eine verborgene Liebesgeschichte, kreative Pläne, verletzter Stolz, stille Angst und heimliche Eifersucht zeigen, wie stark ihr Wunsch nach einem eigenen Weg ist. Die Autorin beschreibt die Figuren sensibel und nachvollziehbar. Vieles zeigt sich in den kleinen Momenten, in Gesten und Gedanken, die man nur so nebenbei mitbekommt. Auch der historische Hintergrund ist gut eingeflochten. Rom in den dreißiger Jahren wirkt nicht nur als Kulisse, sondern als Zeit mit eigenen Regeln, Erwartungen und Zwängen.
Der Roman verlangt ein konzentriertes Lesen. Manche Szenen ziehen sich etwas hin, und nicht jede Nebenfigur bleibt gleich stark im Gedächtnis. Trotzdem ergibt sich ein rundes Bild. Man merkt an kleinen Dingen, wie unterschiedlich stark jede der jungen Frauen ist.
4 Sterne, weil die Geschichte berührt und mit einfachen Mitteln eine dichte Atmosphäre schafft, auch wenn einzelne Passagen weniger überzeugend wirken. Insgesamt ein ruhiger, eindringlicher Roman, der im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Ein Antiquariat voller Rätsel

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Diese Geschichte entwickelt ihr ganz eigenes Tempo. Die Atmosphäre baut sich Stück für Stück auf. Alles fügt sich ruhig zusammen, vieles zeigt sich nach und nach. Das passt gut zu diesem besonderen Setting, ...

Diese Geschichte entwickelt ihr ganz eigenes Tempo. Die Atmosphäre baut sich Stück für Stück auf. Alles fügt sich ruhig zusammen, vieles zeigt sich nach und nach. Das passt gut zu diesem besonderen Setting, denn das Antiquariat wirkt wie ein Raum voller Schichten, die sich erst mit der Zeit öffnen.
Die beiden Zeitebenen greifen gut ineinander. Die frühen Jahre der vier jungen Männer im Graphischen Viertel zeigen, wie leicht sich Abenteuerlust und eine gewisse Orientierungslosigkeit zu etwas entwickeln können, das große Folgen hat. Kleine Hinweise auf ihre Suche nach besonderen Büchern, die nicht nur selten, sondern auch riskant sind, setzen Akzente, ohne die Handlung auszubremsen.
Die Rückkehr nach Leipzig nach dem Krieg hat einen ganz anderen Klang. Die zerstörte Stadt, die Unsicherheit und die Arbeit mit den geraubten Büchern verleihen der Geschichte eine spürbar schwerere Stimmung. Alte Wege kreuzen sich wieder, und Fragen, die lange verdrängt waren, stehen plötzlich im Raum. Dabei bleibt die Spannung eher ruhig, getragen von den inneren Konflikten und den Schatten früherer Entscheidungen.
Die Protagonisten wirken mit ihren Ecken und Kanten glaubwürdig. Ihre Entwicklung über die Jahre, die Risse in alten Freundschaften und der Umgang mit Schuld und Loyalität machen die Geschichte sehr anschaulich. Emotionen sind vorhanden, aber sie bleiben wohldosiert und sind nachvollziehbar.
Der Roman überzeugt weniger durch große Wendungen als durch die stetige Spannung, die zwischen den Zeilen entsteht. Historische Atmosphäre, menschliche Entscheidungen und leise Geheimnisse greifen ineinander und machen die Geschichte sehr lebendig. Einige Passagen ziehen sich etwas, was den Lesefluss spürbar bremst, dennoch bleibt die Geschichte insgesamt stimmungs- und eindrucksvoll.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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